„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Freitag, 29. Mai 2020

2 Pelzjäger

Kennt Ihr die Filme, oft aus vergangenen Jahrhunderten, in denen Fallensteller und Pelzjäger durch die Wälder zogen, Tiere fingen, ihnen den Pelz abzogen, um davon ihren Lebensunterhalt zu bestreiten?

Es war Mitte des 19. Jahrhunderts als die beiden Pelzjäger, Ben und John die Jagdsaison beenden wollten. Sie hatten den ganzen Sommer und Herbst Bisamratten und Biber gefangen und machten sich jetzt vor Winter mit ihren Säcken voller Pelze auf den Weg zurück zum Fluss, wo sie ihre Kanus versteckt zurückgelassen hatten.

Es war ein toller Spätherbsttag, als sie den Fluss erreichten. Jeder der beiden Fallensteller lud seine Rucksäcke in sein Kanu und bald paddelten sie stromaufwärts in Richtung Heimat.

Nach 3 Stunden Paddeln wollte John sich ausruhen. Ben aber, der darauf bedacht war, mit seiner Familie zusammen zu sein, beschloss weiter zu paddeln.

Es war ein warmer, gemütlicher Tag. John entspannte sich und machte ein Nickerchen. Weil er Angst vor den wilden Tieren am Ufer hatte, ließ er das Kanu einfach langsam flussabwärts zurücktreiben. John dachte, wenn er nur kurz schlief, würde er erfrischt sein, und könne die verlorene Distanz wieder gut machen.

Währenddessen paddelte Ben weiter und kam mit jedem Paddelschlag näher nach Hause.

Nach einem dreistündigen (!) Nickerchen wachte John auf. Ärgerlich begann er zu paddeln, um die verlorene Zeit wieder gut zu machen. Nach 2 Stunden Paddeln war John fast wieder dort, wo er ursprünglich begonnen hatte. Aber er war k.o., und darum entschied er sich, dass er etwas mehr Ruhe brauchte. Müde und erschöpft schloss John die Augen, um sich nur einen Moment  auszuruhen. Aber schon driftete er wieder flussabwärts.

Währenddessen paddelt Ben immer weiter. Natürlich ist er erschöpft, aber die Geborgenheit seines Zuhause ist gleich um die Ecke. Während er fleißig weiterpaddelt Richtung Heimat ist er fest entschlossen, es heute noch zu schaffen.

Zurück zu John. Das erste Anzeichen von Problemen ist, dass das Kanu zu schaukeln beginnt. John wacht erschrocken auf und ist in den schlimmsten Stromschnellen, die er je gesehen hat.

Mit aller Kraft beginnt er zu paddeln. Sein ganzes Leben lang hat er sich auf seine Kraft und Stärke verlassen. Jetzt aber fährt sein Kanu nicht mehr vorwärts, sondern nur noch rückwärts – in die falsche Richtung. Johns Augen erkennen ein Schild am Ufer, auf dem steht: "Ab hier gibt es kein Zurück".

„Sich treiben lassen“ wurde John zum Stolperstein.
Ben dagegen blieb dran. Er behielt das Ziel vor Augen, streckte sich aus nach Speck und Bohnen, nach seiner Familie und den Lichtern von Zuhause und erreichte das Ziel.

In Philipper 3:12-15a (HfA) lesen wir:

Dabei ist mir klar, dass ich dies alles noch lange nicht erreicht habe und ich noch nicht am Ziel bin. Doch ich setze alles daran, es zu ergreifen, weil ich von Jesus Christus ergriffen bin. 13 Wie gesagt, meine lieben Brüder und Schwestern, ich weiß genau: Noch bin ich nicht am Ziel angekommen. Aber eins steht fest: Ich will vergessen, was hinter mir liegt, und schaue nur noch auf das Ziel vor mir. 14 Mit aller Kraft laufe ich darauf zu, um den Siegespreis zu gewinnen, das Leben in Gottes Herrlichkeit. Denn dazu hat uns Gott durch Jesus Christus berufen. 15 Wir alle, die wir auf dem Weg zum Ziel sind, wollen uns so verhalten.

Das Problem ist nicht, dass wir „es“ noch nicht erreicht haben oder dass wir noch nicht am Ziel sind. Das Problem ist, nicht zielstrebig zu sein, um das Ziel zu erreichen. Das Problem ist, den Siegeskranz, den Gott für jeden von uns hat, gering zu schätzen und die Dinge dieser vergänglichen Welt höher zu schätzen den Segen Gottes in der  Welt.

Möge der Herr uns allen ein Herz geben wie Bens, der nur ein Ziel hatte, nicht zu ruhen, bis er zu Hause war. Oder ein Herz wie das von Paulus, der auch schon mal versagte; der aber immer wieder aufstand, und mit aller Kraft weiterpaddelte (weiterlief), weil ihm der Siegeskranz aus der Hand Jesu alles wert war.

Ich wünsche Dir heute einen guten Lauf mit Jesus. Paddel mutig weiter!

Donnerstag, 28. Mai 2020

Olympische Spiele 2004: Matt Emmons

Gestern ging es um Bannister und Landy, die Läufer bei den die Olymischen Spielen 1954 in Vancouver. 50 Jahre später erlebte ein olymischer Sportschütze eine ähnliche Enttäuschung.

Im Jahr 2004 fanden die Olympischen Spiele in Athens tatt. Der Sportschütze, Matt Emmons, hatte die Goldmedaille in Sicht. Er war nur einen Schuss entfernt vom Sieg und der Medallie. Nur einen Schuss. Er benötigte nicht einmal ein Volltreffer, um zu gewinnen. Sein letzter Schuss musste nur nahe genug an der Mitte des Ziels sein. Emmons zielte – und schoß.

Normalerweise hätte sein Schuss die Punktzahl von 8,1 erhalten und wäre mehr als genug für eine Goldmedaille gewesen. Aber ihm passierte das Unvorstellbare, ein Missgeschick, das als "äußerst seltener Fehler im Wettbewerb der Besten" beschrieben wird: Emmons schoss auf das falsche Ziel. Er stand auf Spur 2 und schoss auf das Ziel in Spur 3. Was war die Punktzahl für einen guten Schuss auf das falsche Ziel? Null!

Anstelle einer Medaille landete Emmons auf dem 8 Platz.  Es spielt keine Rolle, wie genau wir sind, wie gut wir unsere Sache machen – wenn wir das falsche Ziel anstreben. 

Denken wir an den Apostel Paulus, der sehr genau war in allem was er tat. Und gut war er auch in alledem. Paulus hätte vielerlei gehabt, auf das er hätte stolz sein können.

Und über genau diese hohe Meinung von sich selbst wäre Paulus fast gestolpert. In Philipper 3:4-6 schreibt er:

Wenn ein anderer meint, er könne auf Fleisch vertrauen, ich viel mehr: 5 beschnitten am achten Tag, aus dem Geschlecht Israel, vom Stamm Benjamin, ein Hebräer von Hebräern, im Hinblick auf das Gesetz ein Pharisäer, 6 im Hinblick auf den Eifer ein Verfolger der Gemeinde, im Hinblick auf die Gerechtigkeit im Gesetz untadelig gewesen.

Das hört sich für evangelikale Ohren nicht lobenswert an. Aber für den Hintergrund, aus dem Paulus kam, konnte es nichts Besseres geben. Wie der Sportschützenspezialist, Matt Emmons, bei den Olymischen Spielen in Athen gut war auf seinem Fachgebiet, war Paulus gut in seinem Bereich. Er hatte einen guten Lauf. Nur schoss Paulus schlussendlich am Ziel vorbei, weil er das falsche Ziel fixiert war.

Viele Menschen investieren ihr ganzes Leben damit, das falsche Ziel zu erreichen. Selbst Christen scheinen falschen Zielen nachzujagen: sie strengen sich an, gute Christen zu sein. Wenn das ihnen scheinbar gelingt, werden sie stolz. Andere zielen auf irdische Ziele, die sie allesamt einmal zurücklassen müssen und für die es keinen ewigen Preis gibt.

Auch Paulus erkannte die Gefahr, das Ziel aus den Augen zu verlieren. Man würde zwar meinen, ein derart geistlicher Apostel könne das richtige Ziel nie aus den Augen verlieren. Aber auch Paulus erkannte die Gefahr. Darum schreibt er in 1 Korinther 9:26 (NLB):

“So halte ich mir stets das Ziel vor Augen
und laufe mit jedem Schritt darauf zu.
Ich kämpfe wie ein Boxer,
aber nicht wie einer, der ins Leere schlägt.”

Es ist ein stetes „Dranbleiben“, sich das Ziel vor Augen zu halten!
Es ist ein aufs-Ziel-Zulaufen mit jedem Schritt!
Es ist ein Kampf, um zu gewinnen.
Heute Morgen möchte ich Dich ermutigen, Jesus zum Ziel dieses Tages und Deines ganzen Lebens zu machen, Ihn vor Augen zu haben und Dich nicht durch andere Ziele ablenken zu lassen. Der Herr segne Dich!

Mittwoch, 27. Mai 2020

Olympische Spiele 1954: Bannister & Landy


 Ich vergesse, was dahinten ist,
und strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt,
und jage auf das Ziel zu,
den Kampfpreis der himmlischen Berufung Gottes
in Christus Jesus. (Philipper 3:13+14)

Im August 1954 fanden die Britischen Commonwealth Spiele in Vancouver / Kanada statt. Hier standen sich der Kanadier Roger Bannister und der Australier John Landy gegenüber. Am Rennen nahmen noch viele andere Läufer teil, aber die Augen der Welt waren auf Bannister und Landy gerichtet. Landy war der bessere Ausdauerläufer der Beiden, Bannister der bessere Sprinter. Heute gilt das Rennen als das Jahrhundertrennen. Jeder der Beiden wollte das bis dahin menschlich Unmögliche schaffen: die Meile unter 4 Minuten zu laufen. Diese Meile von 1954 wird heute die „Wundermeile“ genannt.

Das ganze Rennen über führt Landy manchmal mit einigen Schritten, manchmal hauchdünn. Immer war ihm Bannister auf den Versen. Dann kommt die letzte Kurve vor dem Ziel. Der Australier Landy führt und will wissen, wie groß sein Vorsprung vor Bannister ist. Im Laufen dreht er seinen Kopf nach links, um über seine Schulter hinter sich zu blicken. In der selben Sekunde zieht Bannister an, überholt ihn auf der rechten Seite und gewinnt das Rennen in 3 Minuten, 58.8 Sek. – Landy hatte einen Moment das Ziel aus den Augen gelassen, nach hinten geblickt und das Rennen verloren.

Jesus möchte uns davor bewahren, das Ziel aus den Augen zu verlieren. Was unser Rennen – unser Unterwegssein – mit Jesus betrifft, sind die Ablenkungen weitaus breiter gefächert und die Attraktionen, die unseren Blick vom Ziel wegziehen wollen weit häufiger. Wir leben in einer Welt, die eine ungeteilte Aufmerksamkeit kaum mehr toleriert.
Internet, soziale Medien, fortwährende Erreichbarkeit durch Handy oder iPhone machen es schwer, ein geistliches Ziel im Leben zu haben und die Augen unverwandt auf dieses Ziel zu richten. Hunderte von TV Sendern geben uns ein 24 Stunden Auswahl an immer neuen Filmen und Dokus und die Forderungen, informiert zu sein über das, was gerade geht und über das, was gerade vor 10 Minuten neues geschehen ist in der Welt sind immens.

Ein kurzer Blick nach links – weg vom Ziel – trug dazu bei, dass es nicht Landy, sondern Bannister war, der den Preis erhielt. Seine Augen waren auf das Ziel fixiert, sein Herz wollte nur eins: den Preis gewinnen.

Mit dem gleichen Eifer rannte auch Paulus auf das Ziel zu: dem Kampfpreis der himmlischen Berufung Gottes in Jesus. An Paulus möchte ich mir ein Beispiel nehmen und möchte auch Dich dazu einladen:

Wir wollen uns ausstrecken, geradeaus zu schauen – besser noch: nach oben zu schauen, uns nicht ablenken zu lassen. Natürlich stehen wir alle mit beiden Beinen im Leben. Aber das an sich ist noch keine Ablenkung. Lasst uns unsere Augen jeden Tag neu auf Jesus richten, lasst uns unser Ziel, für das wir leben, nicht aus den Augen verlieren: Jesus Ehre zu bringen, Ihm Freude zu machen, Seinen Namen bekannt zu machen und Ihm mit Freude zu dienen.

Schlüssel eines solchen Lebens ist die Fixierung unseres Blicks auf Jesus, unser Ziel. Verlier Ihn nie aus den Augen!

Der Jüngerschaftsabend heute um 19:30 Uhr dient dazu, unseren Blick auf Jesus zu schärfen und durch Ihn immer wieder neu Kraft und Hilfe zu erfahren, das Ziel vor Augen zu bewahren.

Der Jüngerschaftsabend findet live in der Gemeinde statt. Die vorgeschriebenen Sicherheitsregeln findest Du in dem kurzen Video HIER. Der Livestream wird aber auch weiterhin übertragen. Herzlich Willkommen!