„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Dienstag, 16. Juni 2015

Wir haben es uns schwer gemacht!

In vielen Gemeinden sind die Gottesdienste gut besucht, die Bibelstunden durchschnittlich bis schlecht besucht und die Gebetsstunden schlecht besucht bis nicht mehr vorhanden. Warum das? Wie kommt’s?

Sicher gibt es dafür mehr als einen einzigen Grund. Nächsten Dienstag mehr dazu. Den einen  Grund, den wir heute beleuchten möchten, ist die Tatsache, dass wir das Gespräch mit unserem Vater so verkompliziert haben, dass es ätzend geworden ist. Inspiriert zu dieser Aussage haben mich Gedanken auf der Blogseite eines anderen Bloggers (Quelle HIER). Überschrieben waren seine Überlegungen mit den Worten: „Wie Gebete enden“ Unter dieser Überschrift heißt es:

Christen beten. Das weiß jeder. Wir reden mit einem lebendigen Gott. Manchmal alleine oder auch in Gemeinschaft. Aber kann es sein, dass es uns manchmal schwer fällt ein gutes Ende für unser Gebet zu finden?

Entweder zu abrupt und man fühlt sich als hätte man ermutigender oder weiser aufhören müssen. Oder man gerät ins schwafeln, weil man meint: Ich muss noch so viel sagen.

Es ist echt seltsam wie kompliziert wir Christen manchmal über ein einfaches Gespräch mit Gott denken und wie viele indirekte Regeln wir uns festsetzen. Aber irgendwie fühlt es sich auch schön an einen guten Abschluss zu haben, der unseren vielfältigen Gefühlen Ausdruck verleiht. Paulus hat dafür eine wundervolle Lösung gefunden. Er betet zum Abschluss eines Gebetes:

"Dem, der so unendlich viel mehr tun kann
als wir erbitten oder erdenken
und der so mit seiner Kraft in uns wirkt,
ihm gebührt die Ehre in der Gemeinde und in Jesus Christus
von Generation zu Generation
in alle Ewigkeit. Amen."
(Eph. 3, 20-21)
                        
Gottes Wissen ist größer als die Beschränktheit meiner Bitten.
Seine Kraft ist stärker als ich es glauben kann.
Seine Kreativität übersteigt meine kühnsten Träume.
Diesem wundervollen Gott gebührt zu jeder Zeit und überall unsere Ehre.

Soweit das Zitat. Wie einfach hat Gott es uns gemacht. So einfach wie das Gespräch eines Kindes mit seinem Papa – unkompliziert, vertrauensvoll, nicht vor- oder ausformuliert. Stammelnd? –Das ist ok! Für menschliche Ohren fast ein unverständliches Durcheinander? – Auch das ist ok, denn Gott hört auf unsere Herzen. Es kommt nicht auf einen wohlformulierten Einstieg an ... oder auf ein flüssig gesprochenes Gebet ... oder auf einen wohlkingenden Abschluss. Hauptsache, wir beten überhaupt. Noch einmal die letzten Worte des Zitats:

Gottes Wissen ist größer als die Beschränktheit meiner Bitten.
Seine Kraft ist stärker als ich es glauben kann.
Seine Kreativität übersteigt meine kühnsten Träume.

Das darf uns allen Mut machen in unserer Schwachheit zu unserem starken Gott zu kommen.

Montag, 15. Juni 2015

Die Anderen

Wieder einmal war ich unterwegs und nahm unter anderem an einem Treffen teil, das von Pastoren und Pfarrern, Leitern und Laien, Rednern und Schweigsamen – und alle aus verschiedenen Kirchen, Gemeinden und Gemeinschaften besucht wurde. Und wieder erinnerte mich der Herr an eine Lektion, die Er mit mir in ähnlicher Weise bereits einmal vor einigen Jahren durchgegangen war.

Eine Andacht wurde vom Leiter einer Glaubensgemeinschaft gehalten, in der es viel Licht und Schatten gibt. Biblisches Christentum, wie es grundsätzlich im evangelikalen Lager vertreten wird, ist in dieser Glaubensgemeinschaft rar. Und dann sprach der gute Mensch von seinem Dienst für Jesus, seiner Erfüllung durch Glauben und seiner Freude daran, Menschen zu Jesus zu führen. Ich war begeistert.

Unmittelbar kommt eins der Zitate meines früheren Theologielehrers in den Sinn. „In Gottes Garten blühen viele Blümchen!“ pflegte er zu sagen, wenn es um Unterschiede zwischen Christen geht. Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr Aussagen kommen mir in den Sinn, in denen Gottes Wort zu diesem Thema spricht. In Johannes 17:20+21 betet Jesus:

Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden, auf dass sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; auf dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast

In Galater 3:28 schreibt Paulus:
Jetzt ist es nicht mehr wichtig, ob ihr Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, Männer oder Frauen seid: In Christus seid ihr alle eins.

Als Jesus mit seinen Jüngern unterwegs war, nahmen diese Anstoß an Gläubigen, die dem Herrn dienten und ihm  nachfolgten, aber nicht in ihrer Gruppe. Jesus korrigiert ihre Einstellung mir den Worten:

Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.  (Markus 9:40)

Wie harmonisch könnte es unter uns Christen aussehen, wenn wir nicht so permanent gegen die Erhörung des Gebets Jesu arbeiten würden! Welch geballte geistliche Macht könnte freigesetzt werden, wenn wir nicht so viel unserer Kraft gegeneinander verschwenden würden, sondern gegen unseren gemeinsamen Feind. Jesus sagt: „Wer nicht gegen uns ist, ist für uns!“ und dann betet Er, dass wir eins sind, wie Er mit dem Vater eins ist.

Mir war die kleine Reise wieder neu eine Erinnerung aus dem Himmel, dass es in Gottes Garten wirklich farbenfroh zugeht, dass Gott Seine Kinder nicht nur in den Gemeinden hat, in denen ich mich zu Hause fühle, und dass ich aufpassen muss, Menschen nicht danach zu richten, mit welchem Namen sich ihre Gruppe schmückt. Ich bin Gott dankbar für die Vielfalt an Blümchen, mit denen Er leben kann, die Er alle liebt, und die Er alle auf Seine Weise gebraucht. (w)

Sonntag, 14. Juni 2015

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Ende 

Worum es im heutigen Gottesdienst geht, weiß selbst ich noch nicht. 
Es wäre sicher interessant, vorbei zu kommen! 


Wir laden herzlich ein zu unserem Gottesdienst: 

Herzliche Einladung zum Gottesdienst! 
(parallel Kindergottesdienst)   
Predigt
Anbetungszeit
Heute wieder mit Mittagessen @ CCFG
Gemeinschaft vor und nach dem Gottesdienst   
Beginn: 10:30 Uhr      
Wir freuen uns auf Dich! 

Calvary Chapel Freier Grund  
Bitzegarten 5 (hinter dem VB Gebäude)
 57290 Neunkirchen-Zentrum  

Sonntagszitat:
Als einziges unter all den Lastern 
ist die Feigheit ausschließlich schmerzhaft - 
sie ist entsetzlich, wenn man sie kommen sieht, 
entsetzlich, wenn man sie empfindet, 
und entsetzlich, wenn man sich ihrer erinnert.
(C.S. Lewis)
         
Am Ende werden nur zwei Gruppen von Menschen vor Gott stehen - 
jene, die zu Gott sagen: "Dein Wille geschehe", 
und jene, zu denen Gott sagt: "Dein Wille geschehe". 
Alle, die in der Hölle sind, haben sie sich erwählt. 
(C.S. Lewis)

Samstag, 13. Juni 2015

Was bringt's?

Vor einiger Zeit war ich auf einem Treffen, das mit einer Andacht zum Thema „Was bringts?“ begann. Ich will versuchen, einige Gedanken dieser Andacht zusammenzufassen und für uns anzuwenden.

Zunächst wurden Fragen gestellt. In einer Zeit der sozialen Ungerechtigkeit einer Arbeit nachzugehen? – Was bringts? In einer Zeit finanzieller Unsicherheiten sparen? – Was bringts? Nach mehreren erfolglosen Therapien eine weitere, vom Arzt empfohlene Therapie beginnen? - Was bringst? Wenn alle schummeln, lügen und betrügen – an biblischen Maßstäben festhalten? – Was bringts? Die Liste ließe sich fortführen. Was bringts, 8 Stunden am Tag für einen Hungerlohn zu arbeiten? Was bringts, sich um die arme Person zu kümmern? Es gibt Tausende wie sie in Deutschland. Was bringts?

Petrus scheint eine ähnliche Frage gehabt zu haben. In Markus 10:28-31 lesen wir: Da begann Petrus und sprach zu ihm: 
Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt! 
Jesus aber antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage euch: 
Es ist niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern 
oder Vater oder Mutter oder Frau oder Kinder 
oder Äcker verlassen hat um meinetwillen
und um des Evangeliums willen, 
der nicht hundertfältig empfängt, jetzt in dieser Zeit
Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter 
und Kinder und Äcker unter Verfolgungen,
und in der zukünftigen Weltzeit ewiges Leben.
Aber viele von den Ersten werden Letzte sein und die Letzten Erste.

Petrus fragt praktisch: „Herr, wir haben alles verlassen um Deinetwillen. Was bringts?“ Und die Antwort Jesu ist überwältigend. Jesus sagt: Niemand gibt irgendetwas umsonst um meinetwillen auf! Was es bringt? Freunde, Brüder und Schwestern, Gottes Segen, selbst in Verfolgung (diesen Teil des Segens haben die wenigsten von uns geschmeckt. Aber wir wissen es durch die Kirchengeschichte und die verfolgte Gemeinde bis heute!). Jesus zu folgen bringt den Segen der Erfüllung, den Segen, dass wir jemanden haben, zu dem wir kommen können, den Segen, dass Jesus, dem alle Gewalt gegeben ist, uns hört und hilft. Den Segen gläubiger Kinder oder den Segen, uns für die Errettung unserer Kinder an die höchst mögliche Adresse wenden zu dürfen, den Segen, im Reich Gottes mit Jesus Hand in Hand arbeiten zu dürfen. Den Segen des ewigen Lebens! Und wir sollten auch das Verhältnis nicht überlesen:

Es ist niemand, der … verlassen hat um meinetwillen … 
der nicht hundertfältig empfängt …

Nachfolge Jesu bringt ein Segensverhältnis von 1:100. Was bringts? Jesus beantwortet die Frage: Es bringt ALLES, Jesus zu folgen, und es bringt NICHTS, Ihm aus dem Weg zu gehen.

Denk nicht, Dein Aufgeben um Jesu Willen, Dein Kampf, Deine Treue oder die Last, die Du um Jesu Willen trägst, seien umsonst getragen. 1:100 ist das Verhältnis. Gib nicht auf. Sei Ihm treu. Das bringts!

Freitag, 12. Juni 2015

Er weiß es immer besser

E. Cowman erzählt in seinem kleinen Buch: „Alle meine Quellen sind in Dir“ von einem Mönch in früheren Zeiten, der Öl brauchte und darum einen Ölbaum pflanzte. Mönche beten, und so betete auch er: „Herr, mein Bäumchen braucht Regen. Die zierlichen Wurzeln müssen trinken, damit sie wachsen können. Herr, sende doch einen milden Regen!“ Der Herr erhörte das Gebet und sandte einen milden Regen.

Als nächstes war der Mönch besorgt, dass sein Bäumchen genügend Sonne bekam. „Herr, lass doch Sonne auf mein Bäumchen scheinen!“ Und die Sonne kam und vertrieb die dunklen Regenwolken. „Jetzt ist es Zeit, den Frost zu senden, guter Herr. Das Gewebe muss gestärkt werden.“ rief der Mönch. Es dauerte nicht lang, und das kleine Bäumchen klitzerte im Frost. Aber als es Abend wurde, ging es ein.

Das verwunderte den Mönch, der zur Nachbarzelle seines Glaubensbruders ging und ihm seine seltsamen Erfahrungen mitteilte.

„Auch ich habe ein Bäumchen gepflanzt!“ kam die Antwort. Es wächst und ist eine Freude für die Augen.  Allerdings hab' ich mein Bäumchen in Gottes Hände befohlen. Der Herr hat es geschaffen und Er weiß am besten, was mein Bäumchen braucht – viel besser als ich. Darum habe ich Ihm auch weder Bedingungen gestellt, noch Vorschriften gemacht. Ich habe einfach gebetet: „Was immer mein Bäumchen braucht – Sturm, Sonnenschein, Wind, Regen oder Frost – gib Du es ihm, denn Du hast ihn gemacht. Du weißt es am besten“. (frei nacherzählt)

Geht es uns nicht oft ähnlich im Leben und in den Herausforderungen in denen wir stehen?
Manchmal meinen wir, wir wüssten es besser als Gott oder Er brauche Arbeitsanweisungen von uns. Nun, wir wissen viel, auch viel Richtiges. Aber Gott weiß es besser! Immer! In dem Wissen zu ruhen, dass Gott schon weiß, was Er tut und dass wir nur unser Leben in Seine Hände zu legen brauchen – das befreit uns von unnötigem Planen, Überorganisieren und Sorgen. Wir dürfen wissen: Gott weiß, was Er tut. Manchmal schickt Er Regen, wenn wir um Sonne beten würden, manchmal Sonne, wenn wir gerne Frost hätten. Lass Gott Gott sein und bleiben. Er weiß es immer besser, was für Dich nötig und zum Segen ist. Lass Ihn Dein Leben leiten. Sei Ihm dankbar für Sonne, Wind und Regen und vertrau Ihm im Sturm, Frost und Hagel. Alles wird gebraucht um Dich in die Person zu formen, die Er im Sinn hat und die Ihn und Dich glücklich macht. (w)

Donnerstag, 11. Juni 2015

Hoffnung(-slos)

Vor Wochen hörte ich die Geschichte eines Mannes aus Nordkorea, einem der ärmsten, brutalsten und geheimnisvollsten Länder der Welt. Der junge Mann schlug sich durch als Bettler und Gelegenheitsarbeiter. Er verlor einen Teil seiner Familie und war manches Mal dabei, sein Leben wegzuwerfen und aufzugeben. Warum tat er es nicht? Weil zwischendrin immer wieder mal Hoffnung aufkam, dass sein Leben vielleicht doch besser würde.

Hoffnung ist für uns Menschen ganz wichtig. Ein Sprichwort sagt: „Hoffnungslosigkeit ist der beste Freund des Bestatters“ Menschen ohne Hoffnung lassen sich gehen.

Ein Therapeut, der das Nazi Konzentrationslager überlebte, beschreibt, wie Gefangene mental und körperlich ganz schnell abbauen, wenn sie die letzte Hoffnung verlieren. Er schreibt:

Solche Gefangenen ohne Hoffnung geben plötzlich von einem Tag zum anderen auf. Andere Gefangene versuchen, ihnen Mut zu machen – aber vergeblich! Die Aufseher beginnen, sie zu schlagen – aber vergeblich! Sie liegen nur noch in ihrer Hoffnungslosigkeit – bis sie sterben.

Auch in der Bibel wird uns von Menschen erzählt, die keine Hoffnung mehr hatten: König Saul verlor seinen letzten militärischen Einsatz und die feindlichen Soldaten saßen ihm schon im Nacken. Ohne Hoffnung stürzt er sich in sein eigenes Schwert und bringt sich um. Der ungerechte Judas verkauft den gerechten Jesus an die Feinde. Als er erkennt, was er getan hat, verliert er alle Hoffnung, nimmt sich einen Strick und hängt sich auf.

Der Apostel Paulus predigt in der Stadt Philippi das Evangelium. Zum Dank werden er und sein Freund Silas brutal gefoltert und in ein dunkles Gefängnis geworfen. Aber die beiden haben große Hoffnung. Sie beten und singen trotz ihrer Schmerzen und Gott hört sie. Durch ein Erdbeben öffnen sich die Gefängnistüren. Jetzt ist der Gefängniswärter völlig hoffnungslos. Er hat Angst, dass ihm alle Gefangenen entfliehen und er dafür zur Rechenschaft gezogen wird. Als er sich in seiner Hoffnungslosigkeit das Leben nehmen will, ruft ihm Paulus zu und sagt: Tu’s nicht! Wir sind alle noch hier. Anschließend erzählt Paulus dem Mann von Jesus. Der Wärter kriegt neue Hoffnung und fängt ein neues Leben an.

Auch heute ist Hoffnungslosigkeit ein großes Problem. Menschen haben die Hoffnung verloren, weil sie unfair behandelt wurden, weil sie all ihren Besitz verloren haben, weil sie ganz schlimm krank sind oder weil sie so viel Böses getan haben, dass sie keine Hoffnung haben, in ihrem Leben noch einmal neu und mit neuer Hoffnung beginnen zu können.

Der Apostel Paulus bekennt: „Jesus Christus ist unser Retters und unsere Hoffnung!“ (nach 1 Timotheus 1:1). An anderer Stelle ermutigt er die Hoffnungslosen: (nach Phililipper 4:6): „Macht euch keine Sorgen! Ihr dürft Gott um alles bitten. Sagt ihm, was euch fehlt, und dankt ihm!”

Christen müssen nicht verzweifeln. Wenn irgendjemand auf der Welt Grund zur Hoffnung hat, dann sind es die Menschen, die Jesus persönlich kennen und Ihm nachfolgen. Ihre grundsätzliche Zuversicht ist, dass Jesus Jesus ihr Herz gereinigt hat und in diesem Moment einen Platz in der Herrlichkeit des Himmels für sie vorbereitet. Weiter ist ihre Zuversicht, dass Er ihre Nöte kennt und ihnen in ihren Sorgen begegnet, dass Ihm kein (KEIN!) Ding unmöglich ist, auch, wenn es menschlich unvorstellbar ist und dass Er alles gut und richtig machen wird. Das erkannt auch der Psalmist:


Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? 
Harre auf Gott, denn ich werde(!) ihm noch danken 
für die Rettung, die von seinem Angesicht kommt! (Psalm 42:6)

Mittwoch, 10. Juni 2015

Vergebung

Der alte Martin lag im Sterben. Jahrelang hatte er mit Walter, seinem Nachbarn, im Streit gelebt. Aus bester Freundschaft hatte sich eine erbitterte Feindschaft entwickelt. Als er nun merkte, dass sein Ende nahe war, ließ er Walter rufen, um sich mit ihm zu versöhnen. Als der Nachbar ins Krankenzimmer trat, erklärte ihm Martin, dass er nicht in Frieden in die Ewigkeit hinübergehen könne mit dem jahrelangen Streit zwischen den beiden Ex-Freunden.
Dann, zögernd und mit äußerster Mühe bat Martin um Vergebung für all die bösen Worte und Taten, die von ihm ausgegangen waren. Er sicherte Walter auch Vergebung zu für dessen Vergehen. Alles schien wunderbar – bis zu dem Moment, als Walter das Zimmer verlassen wollte. Als dieser die Türe aufmachte, um zu gehen, hörte er die Martins Stimme hinter ihm: „Aber denk dran: sollte ich mich wieder erholen, gilt das alles nicht mehr!“

Der eine wird über diese Geschichte lachen, der andere erschrocken sein. Aber sind unsere Regungen nicht manchmal ganz ähnlich, wenn es darum geht, unserem Nächsten zu vergeben? Wer so handelt, schadet sich selbst. Bitterkeit und Unversöhnlichkeit machen krank! Wahre Vergebung ist anderes. Gott verspricht in Jesaja 43:25:

„Ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen,
und an deine Sünden will ich nie mehr gedenken!”

Nach diesem Muster sollen auch wir vergeben. Das ist auch die Art und Weise, wie Jesus unsere Sünden vergibt. Sehnst Du Dich nach echter, himmlischer Vergebung, nach einem neuen Start und Annahme bei Gott. All das findest Du bei Jesus. Dem, der es ernst meint, vergibt Er 100% und schenkt neues Leben.

Dienstag, 9. Juni 2015

Manasse: Anhaltendes Gebet – bis zur Erhörung*

Und er [Manasse] tat, was böse war in den Augen des HERRN, nach den Gräueln der Nationen, die der HERR vor den Kindern Israel ausgetrieben hatte“ (2. Könige 21,2). Wer diese Überschrift über das Leben eines Menschen liest – hier über das Leben eines Königs von Juda – der hat keine Hoffnung für ihn. Und wer ausschließlich den Bericht über diesen König im 2. Buch der Könige anschaut, wird in dieser Auffassung bestärkt. Denn hier lesen wir nichts von einer Umkehr – nur von bösen Wegen und schrecklichen Sünden. Aber wir sollten einen Menschen nie aufgeben, bis nicht Gott dessen Geschichte zu Ende „geschrieben“ hat. Das lernen wir gerade bei Manasse!

Denn wir sehen in dem Parallelbericht über die spätere Geschichte dieses Königs: „Und als er [Manasse] bedrängt war, flehte er den HERRN, seinen Gott, an und demütigte sich sehr vor dem Gott seiner Väter und betete zu ihm; und er ließ sich von ihm erbitten und erhörte sein Flehen, und brachte ihn nach Jerusalem in sein Königreich zurück. Da erkannte Manasse, dass der HERR Gott ist“ (2. Chronik 33,12.13).

Wenn wir Menschen manchmal schnell dabei sind, andere abzuschreiben - Gott nicht! Er arbeitet an vielen Menschen bis zum Schluss. Selbst ein Judas wurde vom Herrn bis zuletzt mit aller Liebe und Zuwendung bedacht, obwohl der Herr von Anfang an wusste, dass dieser der „Sohn des Verderbens“ war, der ewig verloren gehen würde. Aber Christus gab ihn nicht auf, bis Judas selbst endgültig seinen Bestimmungsort wählte.

Bei Manasse war es anders! - Er tat schreckliche Dinge, Sünden, die schlimmer waren als die seiner Vorfahren, schlimmer selbst als die der ungläubigen heidnischen Völker um ihn her. Diese Sünden werden mit denen des schlimmsten Königs in Israel - Ahab - verglichen (2. Könige 21,13). Und das alles, obwohl Manasse aus einem gläubigen und gottesfürchtigen Elternhaus stammte. Und das alles, obwohl sein Vater Hiskia einer der treusten Könige in Jerusalem war. Konnte es da noch eine Möglichkeit zur Umkehr geben? Konnte Gott einem Mann Gnade erweisen, der durch und durch sündig war und gottlos lebte, obwohl er es besser wissen konnte, ja besser wusste? So jemanden muss man aufgeben, oder?

Wer von uns kennt nicht solche gottlosen und bösen Menschen, die aus gläubigem Elternhaus kommen? Und wer von uns hätte nicht solche Menschen längst aufgegeben! Gott tut es nicht. Selbst nicht bei Menschen wie Manasse.

Warten wir ihr Ende ab! Denn Gott hat ihre Geschichte noch nicht zu Ende geschrieben. Aber besser noch: Hören wir nicht auf, für solche zu beten, intensiv und anhaltend! Es lohnt sich. Denn es wird sicher einer dabei sein, der sich am Ende doch noch bekehren wird und zu Gott umkehrt, um Ihm treu zu dienen wie Manasse.

Vielleicht gibt es nicht viele Beispiele dieser Art. Und Manasse ist in gewisser Hinsicht eine Ausnahme. Er ist der einzige (!) gläubige König, von dem wir in der Zusammenfassung seines Lebens lesen: „Und er tat, was böse war in den Augen des HERRN.“ Und trotz dieser schlimmen Charakterisierung werden wir ihn im Himmel wieder sehen. Denn er ist von seinen bösen Wegen umgekehrt. Wir lesen nichts davon, wann diese Umkehr genau stattgefunden hat. Es hat den Anschein, dass sie sehr spät statt fand, so dass sie in die Lebensbeschreibung im Buch der Könige keinen Eingang gefunden hat - nach Gottes Willen. Aber der Zeitpunkt ist für unser Thema des Gebetes nicht von Bedeutung. Denn es gibt solche Menschen - wie den Räuber am Kreuz -, die den Herrn Jesus erst auf ihrem „Sterbebett“ als Retter annehmen. Auch dann kann man sich noch bekehren.[1] Bis dahin kann man für einen Menschen noch beten!

Hast du aus deinem Familien- oder Bekanntenkreis schon jemanden aufgegeben, der eigentlich noch auf deiner Gebetsliste stehen könnte? Oder sollte? Wenn wir von Manasse lesen, sollten uns solche auf dem Herzen brennen, bei denen wir jede Hoffnung aufgegeben haben. Zu Unrecht! Denn noch ist Zeit zur Umkehr - sei es zur Bekehrung, oder sei es von einem falschen Weg.

Ausdauer ist eine der schwierigsten Eigenschaften, die wir lernen können (müssen?).
Auch und gerade, was unser Gebetsleben betrifft.

[1]: Das ist kein Wort an einen Menschen, der noch nicht bekehrt ist oder noch auf einem falschen Weg geht. Denn er weiß nicht, ob Gott ihm noch eine solche Gelegenheit gibt umzukehren. Für einen solchen Menschen gilt: Wenn du heute das Heil durch den Herrn Jesus ablehnst, kann es morgen zu spät sein. Für immer! Ende der Fußnote

* Diesen Artikel von Manuel Seibel fand ich HIER. (Unterstreichungen von mir)