„Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!“ (Hebräer 12,14 )

Montag, 22. Dezember 2014

Einladung

 Im Seitenfenster aktualisiert: Weihnachtsbrief von Pastor Saeed Abedini

Hans Elwert ist der Autor des folgenden Gedichts und geht in unsere Gemeinde. Weihnachtsgeschichte und Anwendung pur für unsre Zeit! Mit Genehmigung veröffentliche ich sein Gedicht zu Weihnachten.


Einladung
frei nach Lukas 2, 6 – 18
und Lukas 14, 15 – 24 

Bei Bethlehem, gleich vor der Stadt,
ein Gastwirt eine Weide hat.
Dort steht so etwas wie ein Stall;
nichts Üppiges auf jeden Fall.
In dieser Hütte, unmöbliert,
sind Eheleute einquartiert.
Die junge Frau hat diese Nacht
ihr erstes Kind zur Welt gebracht.
Dasselbe ist, ihr ahnt es schon,
der Retter, Jesus, Gottes Sohn.
In Armut setzt er dort ein Zeichen,
um alle Menschen zu erreichen.

Der erste Schritt war schon passiert:
Die Menschheit wurde informiert
ein paar Jahrhunderte zuvor.
Die Zuversicht man nie verlor,
dass irgendwann auf diese Erde
ein starker Retter kommen werde.
Man war gespannt und hoffnungsvoll
im Blick auf den, der kommen soll.

Um dieser Hoffnung nachzugehen,
lädt Gott nun ein, das Kind zu sehen.
In den betreffenden Distrikt
wird gleich ein Engel losgeschickt.
Er soll den Menschen, die dort leben,
die gute Nachricht weitergeben.
Sie klingt uns jetzt noch in den Ohren:
„Euch ist der Retter heut geboren!
 
Zu einem Bauern, jung und reich,
der Himmelsbote eilt sogleich
mit seinem Angebot für jeden –
der Bauer lässt ihn erst mal reden.
Dann stammelt er gequält, weswegen
der Zeitpunkt sei ihm ungelegen:
„Hab ich doch grad vor ein paar Stunden
ein Sonderangebot gefunden:
Zehn Ochsen für den Preis von acht,
drum muss ich dringend, noch heut Nacht,
die Neuanschaffung mir besehen –
behüt’ Sie Gott, ich muss jetzt gehen.“

Der Engel denkt, das macht nichts aus,
dann geh ich halt ins Nachbarhaus.
Dort residiert ein Architekt,
der hinter seinen Plänen steckt,
die er gewissenhaft studiert
und kaum den Engel registriert.
Der trägt ihm gleich die Botschaft vor –
der Mann hört zu mit halbem Ohr
und sagt dann schließlich: „Tut mir leid,
ich gebe Ihnen dann Bescheid.
Im Augenblick gilt meine Kraft
dem Feld, das ich mir angeschafft.
Soeben erst ist das geschehen,
ich geh gleich los, es anzusehen.
Ein solcher Schritt ist angebracht,
selbst jetzt noch, mitten in der Nacht.
Dann grüßen sie mal Ihren Herrn.
Ein andres Mal, da komm ich gern.“

Der Engel führt gleich fort die Runde,
ein Lehrer ist der nächste Kunde.
Der hört geduldig alles an 
und meint nach kurzer Pause dann:
„Vor einem Jahr noch, ungelogen,
wär ich sofort dort hingezogen.
Zu dumm, Sie sind zu spät gekommen,
denn eine Frau hab ich genommen,
gerade erst vor ein paar Tagen.
Es tut mir leid, doch ich muss sagen:
Ich hab jetzt alles, was ich brauch – 
für meine Liebste gilt das auch.“

Der Engel, weiter motiviert,
im Ort von Haus zu Haus marschiert.
Doch ganz egal, ob arm, ob reich,
der Denkansatz ist immer gleich:
Der eigne Plan, man meint verwegen,
sei dem von Gott weit überlegen.
                     
Der Engel, wer kann’s ihm verwehren,
erwägt, allmählich umzukehren;
da sieht er plötzlich in der Ferne
ganz schwach, im fahlen Licht der Sterne
noch ein paar Hirten, die im Kalten
bei ihren Schafen Wache halten.

Beruhigend klingt’s aus seinem Mund:
„Zum Fürchten habt ihr keinen Grund!“
Vor Leidenschaft strahlt sein Gesicht,
als er von großer Freude spricht,
für alle Völker, überall,
und einem Retter, der im Stall
in Bethlehem zur Welt gekommen –
für alle, nicht nur für die Frommen!

Ein Engelchor beginnt zu singen,
um Lob und Ehre Gott zu bringen.
Sie preisen ihn aus voller Kehle,
ihr Lobgesang berührt die Seele.
Sie singen auch von einem Frieden,
der hier den Menschen wird beschieden.

Die Hirten überlegen nun,
was wohl das Beste wär zu tun.
Ein ältrer, weiser Mann, ganz schlicht,
zusammenfassend schließlich spricht:
„Gewartet haben wir schon ewig
auf diesen Retter, diesen König.
Was wär der Grund, jetzt noch zu warten?
Wenn’s keinen gibt, dann lasst uns starten.“

Sie gehn, von Zuversicht getrieben,
und finden alles wie beschrieben:
Da ist der Stall, in dem sie sind:
Maria, Josef und das Kind,
die Krippe auch, so muss es sein –
die Hirten treten leise ein.
Vor Ehrfurcht still, stehn sie im Raum.
Jetzt merken sie, das ist kein Traum.

Verändert kehren sie zurück
als neue Menschen, voller Glück.
Sie fühlen sich von Gott gesegnet –
dem Retter waren sie begegnet.
Sie, Menschen, die in Anspruch nahmen
die Einladung, die sie bekamen.

Wer aber die Geschichte kennt,
mit Recht vielleicht, mich „Ketzer“ nennt,
denn so steht diese wirklich nicht
in unsrem biblischen Bericht.
Doch ist’s nicht gänzlich übertrieben,
denn Jesus selbst hat sie beschrieben,
die Menschen, welche Gründe finden,
sich ganz diskret herauszuwinden
aus dieser Einladung zum Fest,
das Gott für uns bereiten lässt.

Der hier beschrieb’ne Sachverhalt
ist zweifellos schon ziemlich alt.
Die gute Nachricht ist jedoch:
Die Einladung gilt heute noch;
und das nicht nur zur Weihnachtszeit:
„Kommt her zum Fest, es ist bereit!“
© Hans Elwert 2014

Eine herzliche Einladung auch zu unserem Heiligabendgottesdienst:
24. Dezember - 16:00 Uhr
Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5 (hinter der Volksbank)
57290 Neunkirchen   

Sonntag, 21. Dezember 2014

Herzliche Einladung! Wir feiern den 4. Advent!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss

Lukas 2:1-7:

1 Es begab sich aber in jenen Tagen, daß ein Befehl ausging von dem Kaiser Augustus, daß der ganze Erdkreis sich erfassen lassen sollte.
2 Diese Erfassung war die erste und geschah, als Kyrenius Statthalter in Syrien war.
3 Und es zogen alle aus, um sich erfassen zu lassen, jeder in seine eigene Stadt.
4 Es ging aber auch Joseph von Galiläa, aus der Stadt Nazareth, hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt, weil er aus dem Haus und Geschlecht Davids war,
5 um sich erfassen zu lassen mit Maria, seiner ihm angetrauten Frau, die schwanger war.
6 Es geschah aber, während sie dort waren, da erfüllten sich die Tage, daß sie gebären sollte.
7 Und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen, und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in die Krippe, weil für sie kein Raum war in der Herberge. 



Herzliche Einladung zum Gottesdienst!
 
Anbetung   
Predigt
Gemeinschaft vor und nach dem Gottesdienst
Auf Wunsch Gebet
Einladung zum Mittagessen
Beginn: 10:30 Uhr 
 
  Herzlich willkommen!
Wir freuen uns auf Dich!
Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5 (hinter dem VB Gebäude)  
57290 Neunkirchen-Zentrum
Sonntagszitat:
 
 "Wenn Jesus unser Herz regiert, 
bringt uns die Erfüllung Seiner Verheißungen mehr Segen
als die Erfüllung unsrer Wünsche"

Samstag, 20. Dezember 2014

Gut, dass Gott wusste …

Als Gott die Schöpfungswoche beendet hatte, sah er alles an, das Er geschaffen hatte und erkannte, dass es sehr gut war. (1 Mose 1:31) Es dauerte nicht lange, da fand Sünde Eingang in Gottes sehr schöne Welt und Zerstörung und Zerfall fingen an. Zur Zeit Noahs hatte die Sünde so überhand genommen, dass es heißt:  

Als aber der Herr sah, dass die Bosheit des Menschen sehr groß war auf der Erde und alles Trachten der Gedanken seines Herzens allezeit nur böse, da reute es den Herrn, dass er den Menschen gemacht hatte auf der Erde, und es betrübte ihn in seinem Herzen. (1 Mose 6:4-5)

Gott machte einen Neuanfang mit Noah. Aber Er wußte auch, dass es keinem Menschen möglich sein würde, die Sünde zu besiegen und Heil zu bringen.

Bereits zur Zeit Adams hatte Gott einen Hinweis gegeben, dass allein ein stellvertretendes Opfer Hilfe bringen kann. Hätte es einen anderen Weg gegeben, wäre Gott ihn gegangen. Oder, wie jemand anders es ausgedrückt hat:

Wenn unsere größte Not das Bedürfnis nach Information gewesen wäre, hätte Gott uns einen Erzieher geschickt. Wäre unser größtes Bedürfnis Technologie gewesen, hätte Er uns einen Wissenschaftler geschickt. Wenn unser größtes Bedürfnis Geld gewesen wäre, hätte Er uns einen Ökonom geschickt. Wenn das größte Bedürfnis Vergnügen gewesen wäre, hätte Gott uns einen Unterhalter geschickt. Aber unser größtes Bedürfnis war ein anderes. Unser größtes Bedürfnis war das Bedürfnis nach Vergebung: Darum hat Gott uns einen Retter gesandt!

Hat der Schreiber nicht recht? Leider ist das den meisten Menschen nicht bewusst. Wenige erkennen, dass die Rettung, die Jesus uns bringt, die wichtigsten Fragen und größten Nöte in ihrem Leben lösen würde.

Advent und Weihnachten erinnert uns an unsere wahren Bedürfnisse – und an den, der gekommen ist, um unseren Bedürfnissen zu begegnen: JESUS!

Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen 
und selig zu machen, was verloren ist. 
(Lukas 19:10) (w)

Freitag, 19. Dezember 2014

Wunder gibt es immer wieder ...

Mit diesem Lied kam Katja Ebstein 1970 auf Platz 3 des Eurovison Song Contest. Im Lied gehts um Glück, Liebe und das Leben.

Wunder wünschen wir uns alle. Der eine braucht Finanzen, der andere Gesundheit, der Dritte ganz etwas anderes. Nur: Wunder lassen sich nicht kaufen. Es gibt sie auch nicht wie Sand am Meer. Und trotzdem ist unser Gott ein Gott der Wunder tut. In Psalm 77:15 freut sich der Psalmist:

Du bist der Gott, der Wunder tut;
du hast deine Macht erwiesen an den Völkern!“

Wer Wunder braucht, der sollte sich an Jesus wenden. Wer übernatürliches Eingreifen braucht, der wende sich an Jesus. Wer eine Machterweisung Gottes benötigt, der wende sich an Jesus!

In einer Ausgabe der DMG Zeitschrift „DMG informiert“ erzählt eine Missionarin von einem Briefkastenwunder. Ihr Gehalt kommt durch Spenden zusammen. Um grünes Licht zur Ausreise nach Afrika zu erhalten, fehlen noch mehrere Tausend Euro. Der Flug ist gebucht – wohlgemerkt: im Glauben an einen wunderwirkenden Gott. Sie wendet sich an Gott, bespricht ihr Bedürfnis nach einem Wunder mit Ihm. Das erste Wunder geschieht: Gott antwortet! Er spricht ihr zu:

„Werft nun euer Vertrauen nicht weg!
 Es wird sich erfüllen, worauf ihr hofft.“ (Hebräer 10:35)

Dann geschieht das zweite Wunder! Sie schreibt: „Auf einmal hatte ich inneren Frieden und die Gewissheit, dass Gott mich rechtzeitig und gut versorgen würde.“  Allerdings zahlte dieser innere Frieden nicht für das Flugticket. Aber dann geschieht das dritte Wunder! Sie schreibt:
„Am nächsten Morgen fand ich einen Umschlag mit vielen tausend Euro in meinem Briefkasten – anonym, nur mit einem computergeschriebenen Zettel, dass die Spende für meine Arbeit bestimmt sei.“

Jesusjünger auf der ganzen Welt erleben ähnliches – mit oder ohne Geld (vergleiche Blogeintrag vom 16.8.2010 oder 3.8.2011).

Ja, Wunder gibt es immer wieder. Aber Gott verschleudert sie mit Sicherheit nicht wie Billigware. Er schenkt sie als Antwort auf Gebet. Er schenkt sie offen und deutlich oder in einer Verpackung, in der sie manchmal zunächst gar nicht als Wunder zu erkennen sind. Aber solche, die mit ihren Anliegen zu Gott kommen, seien es große oder kleine Anliegen, denen wird Gott begegnen. Er ist der Gott, der Wunder tut; Er hat Seine Macht erwiesen – und tut es bis heute. (w)

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Hausgans oder Wildgans?

Antoine de Saint-Exupery erzählt von einer Gruppe zahmer Gänse, deren Horizont nie weiter reichte als ihr Stall, ihr Fresstrog und der Weg zum Weiher. Das war ihre Welt.

Wenn zur Zeit des herbstlichen Vogelflugs Schwärme von Wildenten und Wildgänsen über ihre Köpfe hinweg ziehen, bleibt ihnen das nicht verborgen. An einem sonnigen Herbsttag zieht eine Kette von Wildgänsen in Dreiecksform über den Weiher, und es entsteht eine nervöse Bewegung unter den Hausgänsen. Sie beginnen, mit den Flügeln zu schlagen, die allerdings das Fliegen nie gelernt haben. Sekundenbilder entstehen in ihren kleinen Gänsehirnen. Bilder der Sehnsucht nach Wäldern, Seen und Bergen, nach geheimen Flugrouten, die zum Aufbruch in die Ferne locken. Der Ruf der Wildgänse weckt lang verschüttete Emotionen. Aber man ist zahm geworden und hat sich an das Leben in Gefangenschaft gewöhnt. Der Versuch zu fliegen bricht nach wenigen Augenblicken ab.
Die Freiheit der Wilden, die Unabhängigkeit der Zugvögel bleibt Wunschdenken und gerät erneut in Vergessenheit.

Eine einleuchtende und gleichzeitig traurige Geschichte. Und zehntausendfach nacherlebt von Jesusjüngern auf der ganzen Welt. Zur Freiheit wurde ihnen Leben gegeben. Paulus schreibt:
 
Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht.“ (Galater 5:1)

Als uns Jesusjüngern Leben gegeben wurde, war es ein Leben in und für die Freiheit. Wir wurden befreit, um zu fliegen. Zu Beginn war das eine große Freude. Aber dann vergaßen viele, dass Jesus uns durch Paulus warnt:

„Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“

Und das geschieht leider so oft und so schnell. Gesetzlichkeit, Egoismus, Exklusivität, Irrlehre und andere Gründe führen uns zurück in die Trostlosigkeit und Enge der Sklaverei. Und da ist es schwer, wieder heraus zu kommen. Eine Wildgans, erst einmal eingefangen, wird sich wohl zähmen lassen. Man beschneidet ihre Flügel, mästet sie bis zur Fettleibigkeit setzt und füttert sie eine Weile unter einem Gitter – und bevor man sich versieht, hat sie ihre Freiheit verloren. Eine zahme, harmlose Hausgans dann wieder zu einer Wildgans auszuwildern – das gerät selten.

Jesusjünger – bewahr’ Dir Deine Freiheit, zu der Christus Dich befreit hat. Schätze sie! Halte sie hoch! Lass Dir nicht die Freude an Deiner Beziehung zu Deinem Befreier rauben. Hüte Dich vor denHausgänsen, die Dich in ihr Gittergehege locken wollen. Du bist zu Höherem berufen! (Johannes 8:36; Galater 5:1)

Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.“ 
Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht .Steht nun fest
und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!"
(w)

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Ich packe meinen Koffer und nehme mit ...

"Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn." 
Philipper 1:21

Wirklich? An einem Unterrichtsmorgen in der Bbelschule war ich als Beobachter im Unterricht, den unsere Praktikanten durchgeführt haben. Einer der Verse, die besprochen wurden, war der zitierte Vers aus Philipper 1:21. Wofür lebe ich eigentlich und was wird bleiben, wenn ich "meinen Koffer packe" und meinen letzten Atemzug gemacht habe? Was werde ich hier auf der Erde zurücklassen, um Staub zu sammeln und was werde ich mitnehmen können in die andere Welt, in die Ewigkeit?

Eine Stunde nach dem Unterricht strampelte ich ordentlich auf dem Fahrrad im Fitness Center, wo ich die Biographie von Amy Carmichael las. Ursprünglich kam sie aus wohlhabenden Hause, aber sie war bereit, Philipper 1:21 auszuleben. Sie achtete ihr Leben nicht über die Maßen, aber dafür das Reich Gottes umso mehr. Sie hätte mit ihrer Mutter in einem normalen Zuhause leben können, aber sie hatte eine innere Last für die Armen in den Slums von Ancoat, im Nordwesten Englands. Darum entschloss sie sich, in den Slums zu wohnen, in denen die Wände dünn wie Papier waren, betrunkene Männer ihre Frauen verprügelten und wo Ratten, Kakerlaken und allerlei anderes Ungeziefer jede Wohngelegenheit zu ihrem Domizil machten. In Janet und Geoff's Benges Buch "Amy Carmichael" Seite 53 liest man: "Trotz all der Kakerlaken, Ratten und rauhen Männer wollte Amy hier wohnen. Sie hatte den [Armen] immer und immer wieder gesagt, dass sie Frieden und Freude im Leben finden könnten, und für sich selbst musste sie wissen, dass es möglich war ein frohes Christsein zu leben inmitten von Schwierigkeiten und Ungeziefer." (eigene Übersetzung)

Als ich das las, habe ich mich gefragt, was ich wohl brauchen würde, um fröhlich, erfüllt und zufrieden zu sein. Wofür lebe ich eigentlich? Für mich selbst? Ruhm, Ehre Bequemlichkeit, Spaß? Tatsache ist, dass all diese Dinge SEHR kurzlebig sind. Manche dauern ein paar Stunden, andere einige Jahre. Dann verblassen sie. Wenn ich dafür lebe, anstatt für Christus (Phil 1:21), dann bringt der Tod vielleicht gar nicht den großen Gewinn, auch nicht, wenn ich Christ bin. Aber für Christus zu leben, sein Reich zuerst zu suchen, das bringt tiefe und bleibende Zufriedenheit und lässt uns mit gespannter Vorfreude auf die Ewigkeit zugehen. (w)

Dienstag, 16. Dezember 2014

Erhört Gott unsere Gebete oder was?

Eine Frau, die Jesus nachfolgt, berichtet über ihre Arbeit mit der belgischen Partnerorganisation von „Mütter in Kontakt“. Dabei handelt es sich um Gebetsgruppen von Müttern, die sich regelmäßig treffen, um für ihre Kinder, deren Schulen, Mitschüler und Lehrer zu beten.

Die Frau berichtet von einem Treffen, das kürzlich stattfand. Jemand betete für die vielen Frauen im Kongo, der bis 1960 eine belgische Kolonie war. In den vergangenen Jahren des Bürgerkrieges wurden viele Frauen dort Opfer von Vergewaltigung und Unterdrückung. Eine weitere Frau schloss sich dem Gebet an und betete, dass auch politische Leiter aufstehen würden, um auf höherer Ebene etwas gegen dieses Unrecht zu unternehmen. – Gottes Antwort ließ nicht lange auf sich warten!
Eine Woche später wurde in den Nachrichten verbreitet, dass der belgische König einen Brief an die Vereinigten Nationen überbringen ließ, in dem er die UNO bat, bei ihrer Kongo Mission ausreichende Maßnahmen im Kampf gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen zu ergreifen.  Dass der belgische König einen persönlichen Brief an eine internationale Institution schreibt, ist äußerst selten.  Was für eine machtvolle Erhörung der Gebete.

Jesus sagt auch uns in Matthäus 7:7-11:

Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan! Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan. Oder ist unter euch ein Mensch, der, wenn sein Sohn ihn um Brot bittet, ihm einen Stein gibt, und, wenn er um einen Fisch bittet, ihm eine Schlange gibt? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wie­viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten!

Und in Jakobus 4:2 sagt er: “Ihr habt nicht, darum daß ihr nicht bittet!“

In diesen Versen haben wir beides: Zum einen die Aufforderung zum Gebet einschließlich der Verheißung, zu Empfangen – und zum anderen den Grund, warum wir nicht empfangen – weil wir nicht bitten. (Es lohnt sich, Jakobus 4:2 im Zusammenhang zu lesen, um wichtige Hinweise zu erhalten, wie wir erhörlich beten können und was unsere Gebete zerstört.)

Unterm Strich sagt uns Gott: BETET!  SUCHT!  KLOPFT AN! – Ich bin da und reagiere!
Und das Beispiel aus Belgien ist eins von vielen, die Gottes Wort unterstreichen!

Bete wieder oder bete weiter! Gott (er)hört! (w)

Montag, 15. Dezember 2014

Malala’s Rede

Ich bewundere das Auftreten und den Mut der 17jährigen Malala aus Pakistan. Bereits bevor sie am 9. Oktober 2012 von den Taliban lebensgefährlich verletzt wurde, habe ich meiner Bibelschulklasse einen Video aus ihrem Heimatgebiet, dem Swat-Tal, gezeigt. Darin erklärt die damals ca 10jährige unter Tränen, dass sie gerne studieren möchte. Sie ging mutig zur Schule, bis sie Jahre später ermordet werden sollte. Sie erholte sich von dem missglückten Anschlag und erhielt in diesem Monat als jüngste Empfängerin den Friedensnobelpreis. Sie kämpft öffentlich für die Rechte von Frauen und Mädchen auf Bildung.

Was mir an ihrer mutigen Rede sofort ins Ohr fiel, waren die Worte:

'Ich hatte zwei Optionen, die eine war, zu schweigen und darauf zu warten, getötet zu werden. Und die zweite war, die Stimme zu erheben und dann getötet zu werden. Ich habe mich für die zweite entschieden.'
 
Für diese Worte gab es begeisterten Applaus! Auch ich applaudiere ihre mutige Rede.

Meine Gedanken gehen zurück zu einem christlichen Ehepaar, die im medizinischen Dienst in einem der ärmsten Ländern der Welt den Armen halfen. Unterstützt wurden sie durch die jungen Pflegehelferinnen, Anita Grünwald und Rita Stumpp, die 2009 ein Praktikum in einem Krankenhaus in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa machten. In einem Artikel heißt es: „[Sie wollten] ihr Leben dazu einsetzen, dass es auf der Welt etwas gerechter zugeht.“

Bei einem Ausflug werden sie erschossen. Die deutsche Familie mit ihren drei Kindern, die sie unterstützen, wird entführt. Zwei der Kinder kommen frei, die anderen drei für tot erklärt. Ihr Vergehen: Der Einsatz für die Armen, der Einsatz für eine bessere Welt, die Tatsache, dass sie Christen waren.

Die Presse war laut und vernichtend. Die Leserbriefe hasserfüllt, unbarmherzig und gemein, allen Verwandten und Trauernden gegenüber.

Malalas mutige und lobenswerte Worte entzünden den Applaus der Welt. Deutsche Reporter, die aus dem zerbombten Aleppo berichten oder die irgendwelche Kampftruppen bei ihren Einsätzen an der Front begleiten – sie alle erhalten Worte des Lobes und der Anerkennung für ihre (gut bezahlte) Selbstlosigkeit. Das Rote Kreuz, das sich in die Krisengebiete der Welt wagt, um Notleidenden zu helfen, wird moralisch und finanziell unterstützt.

All das darf man auch als Christ tun – solange man seinen Glauben verschweigt. Malalas Worte: ‚Ich hatte zwei Optionen, die eine war, zu schweigen und darauf zu warten, getötet zu werden. Und die zweite war, die Stimme zu erheben und dann getötet zu werden. Ich habe mich für die zweite entschieden’ darf man als Christ nicht sagen. Dann gilt man als extrem, fundamentalistisch und unverantwortlich.

Als Christen müssen wir uns daran gewöhnen, mit einem anderen Maß gemessen zu werden. Was für Nichtchristen Applaus hervorruft, ruft für uns Verachtung hervor. Was anderen als Mut angerechnet wird, wird uns als Verantwortungslosigkeit ausgelegt. Menschen messen mit zweierlei Maß. Und wir? Wie reagieren wir? Jesus gibt uns die Antwort in Matthäus 5: 11-12:

Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen. Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden.“