„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Dienstag, 5. Februar 2013

Vom Donnersohn zum Apostel der Liebe

Eigentlich war er ein ganz normaler Bürger, ich würde sagen, ein Mensch, wie Du und ich! Er war in einer normalen Familie groß geworden, mit Geschwistern aufgewachsen, bei seinem Vater ins Geschäft eingestiegen und konnte sich nicht beklagen. Der Familie gings gut, sie hatten genügend zum Leben und außerdem auch ein paar gute Beziehungen zu solchen, auf deren Freundschaft man vielleicht irgendwann im Leben mal angewiesen sein könnte.
Dann kam Jesus. „Komm, folge mir nach!“ sagte er zu Johannes und seinem Bruder Jakobus. Komisch! Sie kannten ihn nicht, sie wussten nicht, wo er herkam, wohin er ging und wo er die nächste Nacht verbringen würde. Aber sie standen auf, verließen ihre Fischernetze und ihren Vater – und folgten Jesus nach. Dieser Jesus hatte was.

In den folgenden Jahren erlebten sie, was sich kein Mensch auf Erden vorstellen oder erträumen kann. Worte und Predigten, die den Himmel öffneten. Wunder und Taten wie sie nie zuvor geschehen waren. Liebe und Barmherzigkeit aus einer anderen Welt! Der Umgang mit Jesus hinterließ seine Spuren, gewiss! Aber es brauchte Zeit.

Einmal zog Jesus mit Seiner Jüngerschar Richtung Jerusalem. Man sandte Boten in ein Samariterdorf auf dem Weg, um dort Übernachtungsmöglichkeiten zu reservieren. Aber weil die Samariter die Juden hassten und Jesus auf dem Weg nach Jerusalem war, verwehrte man ihnen eine Übernachtung. Gastfreundschaft zu verwehren war keine kleine Sünde. Und genau an dieser Stelle verdienten sich Johannes und Jakobus ihren Spitznamen: „Donnersöhne“. Sie waren so erbost über die Verweigerung des Nachtlagers durch die Samariter, dass sie Jesus fragten (Lukas 9:54):
Herr, willst du, daß wir sprechen, daß Feuer vom Himmel herabfallen 
und sie verzehren soll, wie es auch Elia getan hat?
 
Das war Johannes. Das WAR Johannes, aber der Umgang mit Jesus hinterließ deutliche Spuren.

Täglich von Jesus hören, täglich Ihn sehen, täglich in der Begegnung mit Ihm leben – das veränderte den Donnersohn, der ein ganzes Dorf grillen wollte.

Als Johannes in hohem Alter niederschreibt, was wir heute von ihm haben: Johannesevangelium, 3 Briefe und die Offenbarung – da ist er ein geläuterter Mensch. Nichts mehr zu erkennen vom Donnersohn. Er schreibt in 1 Johannes 1:1+3:

„Was von Anfang war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen haben, was wir angeschaut und was unsere Hände betastet haben vom Wort des Lebens (...) was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir euch“

Dann folgt ein Brief voller Leben, Freude, Liebe – voll mit Jesus!

Johannes ging in die Kirchengeschichte ein nicht als der Donnersohn, der er einmal war. Er wurde bekannt als der „Apostel der Liebe“. Die Überlieferung berichtet: Als Johannes als alter Mann in Ephesus lebte, musste er auf den Armen seiner Jünger zur Gemeinde getragen werden. Bei den Treffen war es seine Gewohnheit, nicht mehr zu sagen, als: „Kindlein, liebet einander!“ Nach einer Weile war es den Jüngern überdrüssig, immer die gleichen Worte zu hören, und sie baten: „Meister, warum sagst Du immer dasselbe?“ – „Es ist das Gebot des Herrn!“ kam die Antwort des alten Apostels. „Und allein das zu befolgen, ist genug!“

Vom Donnersohn zum Apostel der Liebe – eine krasse Veränderung. Was wäre unsere Bezeichnung? Donnersohn? Suffkopp? Schwätzer?  Meckerbolzen? Plappermaul? Brummelbär? Quasseltante? Grieskram? Giftzwerg? Vielleicht auch irgendetwas anderes? Johannes, der vom Donnersohn zum Apostel der Liebe wurde, lehrt uns, dass die Begegnung mit Jesus verändert. IHN zu hören, zu "Sehen“ und mit Ihm jeden Tag zu leben, wird auch Dein Leben verändern. Garantiert!

Montag, 4. Februar 2013

Sex oder Gebet?

Vor geraumer Zeit schrieb Patrik Schwarz einen Leitartikel für "Die Zeit". Auf Seite 1 war zu lesen:

"Sogar den meisten Christen fällt es leichter, über Sex zu reden als über das Beten."

Schwarz meint, dass zu dem Wenigen, das den Leuten heute noch peinlich ist, der Satz gehört: "Ich bete".  Im Folgenden zeigt er auf, dass Gebet öfter praktiziert wird, als man im allgemeinen meint und keineswegs etwas Abartiges ist. Ein interessanter Artikel, den man hier nachlesen kann.

Was natürlich ins Auge fällt ist der oben zitierte, provokative Satz. Stimmt er wirklich? Oder bewegen wir uns darauf zu? Woran würde das liegen? Es kann verschiedene Gründe geben:

  • Wir sind so sehr mit dem Leben in dieser Welt verbunden, dass es uns in allem geprägt hat, auch in den Themen, über die wir mit Leichtigkeit reden.
  • Wir haben den Blick Gottes dafür verloren, was in der Öffentlichkeit besprochen werden sollte und was nicht.
  • Wir sind uns nicht der Tatsache bewusst, dass Sex ein Geschenk Gottes für die Ehe ist. Darum fachsimpeln oder scherzen wir darüber mit einer Leichtigkeit, die dieses Gottesgeschenk verunglimpft und den Schöpfer verspottet.
  • Wir schwimmen mit dem Strom. Das ist (fast) immer das Einfachste.
  • Wir beten nicht! Wer nicht betet, hat zu dem Thema wohl auch nichts Bedeutungsvolles zu sagen. Also verlagert man das Thema auf ein Gebiet, wo jeder mitreden kann, selbst, wenn oft auch hier nicht viel von Bedeutung gesagt wird.
Die provokative Aussage aus dem "Zeit" Artikel fordert mich heraus, nicht zu den erwähnten "meisten Christen" zu gehören. Als Jesusjünger gehören wir eh zu einer Minderheit. In dieser Minderheit noch einmal zu einer Minderheit zu gehören, ist dann nur noch zweitrangig. Mit David bete ich:

"Herr, stelle eine Wache an meinen Mund, bewahre die Tür meiner Lippen!"  (Psalm 141:3)

und mit Timotheus möchte ich mir sagen lassen:

"Schäm dich also nicht, dich in aller Öffentlichkeit zu unserem Herrn Jesus Christus zu bekennen." (2. Timotheus 1:8)

Sonntag, 3. Februar 2013

Herzliche Einladung zu unserem Gottesdienst

Heute wieder mit Sonntagszitat: 
Amos 3:1-15:

9 Laßt es hören auf den Palästen von Asdod und auf den Palästen im Land Ägypten und sprecht: Versammelt euch auf den Bergen von Samaria und seht, welch wildes Treiben darin herrscht und was für Bedrückungen dort vorkommen!
10 Sie sind unfähig, das Rechte zu tun, spricht der Herr; sie häufen durch Unrecht und Gewalt in ihren Palästen Schätze an.
11 Darum, so spricht Gott, der Herr: Der Feind wird kommen und dein Land umzingeln; er wird deine Macht zu Boden stürzen, und deine Paläste werden geplündert!
12 So spricht der Herr: Wie ein Hirte aus dem Rachen des Löwen zwei Schenkel oder ein Ohrläppchen rettet, so sollen die Kinder Israels, die in Samaria wohnen, errettet werden: Sie werden nur die Kopfecke des Sofas und den Damast des Ruhebettes retten!
13 Hört und legt Zeugnis ab gegen das Haus Jakob! spricht der Herrscher, der Herr, der Gott der Heerscharen.
14 An dem Tag, da ich die Übertretungen des Hauses Israel an ihnen heimsuche, werde ich auch die Altäre von Bethel heimsuchen, so daß die Hörner des Altars abgehauen werden und zu Boden fallen.
15 Und ich will den Winterpalast samt der Sommerresidenz zertrümmern, und die Elfenbeinhäuser sollen untergehen und die großen Häuser verschwinden! spricht der Herr.
 
Gottes-dienst
Gottes Wort !
Gesang!
Gebet!
Gemeinschaft !
Glaubenswachstum!
Gemeinsames Mittagessen! 

Komm doch mal vorbei!
 
Calvary Chapel Freier Grund
Am hohen Rain 20
57290 Neunkirchen-Zeppenfeld
Beginn: 10:30 Uhr
 
SONNTAGSZITAT:

„Der Himmel ist ein Zustand der Dankbarkeit,
dass wir erhalten haben, was wir nicht verdient haben
und dass wir nicht erhalten haben, 
was wir verdient haben."

"Sei dankbar für das, was Du hast,
 und klage nicht über das, was Du nicht hast!"
   (beide Zitate: Eigenübersetzung; Autoren unbekannt)

Samstag, 2. Februar 2013

Aufwärmen - gut oder schlecht?

Pastor Wilhelm Busch wird von Christen, Pastoren und Predigern gerne zitiert. Auch heute geht es wieder um Aussagen von Wilhelm Busch, aber einem anderen. Es geht um Wilhelm Busch, den humoristischen Dichter, unter anderem durch seine Bubengeschichte "Max und Moritz" bekannt. Und wer kennt sie nicht, die beiden Jungen, deren böse Streiche sie schließlich teuer zu stehen kamen. In ihrem zweiten Streich klauen sie einer Witwe ihre Brathühner aus dem Ofen, als diese sich gerade im Keller Sauerkraut holt. Nach guter Wilhelm Busch Dichtmanier heißt es:

Eben geht mit einem Teller Witwe Bolte in den Keller,
Dass sie von dem Sauerkohle eine Portion sich hole,
Wofür sie besonders schwärmt, wenn er wieder aufgewärmt.

Der letzte Satz hat es mir angetan. Kürzlich las ich ihn in einem völlig anderen Zusammenhang! Es ging um die Ehe. (Wer dies aber liest und noch Single ist, wird trotzdem was lernen. Also bitte weiterlesen!)

Ist Aufwärmen nun gut oder schlecht? - Kommt ganz drauf an, was aufgewärmt wird. Ein aufgebackenes Brötchen kann man noch vertragen. Sauerkraut offensichtlich auch. Solche Art Lebensmittel kann man beruhigt aufwärmen. Aber es gibt auch Nahrungsmittel und Nichtnahrungsmittel, die man NICHT aufwärmen sollte. Darunter fallen Verfehlungen und Streitigkeiten von gestern. Und jetzt kriegen einige sicher Herzklopfen, denn was bei Witwe Bolte aufs Sauerkraut zutraf, trifft bei vielen Menschen auf Streitigkeiten zu:

Wofür man besonders schwärmt, wenn sie wieder aufgewärmt.

Wie oft halten wir fest an Verfehlungen anderer uns gegenüber (nicht beachtend, dass auch wir gefehlt haben). Wie oft wärmen wir Streit, Argumente und den Müll von gestern wieder auf, weil wir es versäumt haben, sie früh genug zu entsorgen. Wer aber seinen Müll nicht regelmäßig entsorgt, der hat sich irgendwann eingemüllt und bei dem stinkts ganz gehörig. Gelegentlich liest man dann in der Zeitung, dass solche eingemüllten Leute von Rettungskräften befreit werden müssen. - Das geistlich anzuwenden, überlasse ich jedem selbst!  Die Lösung zum Problem dieses gefährlichen Aufwärmens ist ganz einfach. Der Herr sagt uns in Epheser 4:26:

"Sündigt nicht, wenn ihr zornig seid", und lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen.

Tja, so einfach ist das. Abends den "Müll" raus bringen. Mit meinem Nächsten reden, mit meinem Ehepartner reden oder beten, ein Anruf, eine ehrliche Mail - einfach den Müll raus bringen, bevor die Sonne untergeht. Dann entstehen auch keine Müllberge, über die ich irgendwann nicht mehr hinwegblicken kann. ABER: Wenn die bereits da sind:
  • und ich immer wieder aufwärme, was längst entsorgt sein sollte
  • und es an mir klebt und ich es irgendwie nicht mehr loswerde
  • und es sich eingenistet und eingebrannt hat
selbst dann ist Gott bereit, uns zu neuer Freiheit zu verhelfen. Wir sind Gemeinde, Geschwister in Jesus, Rettungskräfte füreinander - in der Kraft und im Auftrag Gottes.

Schwärm nicht länger für Aufgewärmtes! Schmeiß den Müll raus und erlebe neue Frische!

Freitag, 1. Februar 2013

Wie oft trainieren?

Kürzlich fing ich folgenden Satz auf:

"Wir trainieren hier jeden Tag. Das alles für einen Tag, um dann an der Spitze zu stehen."

Es war ein Eiskunstläufer, der diese Aussage machte. Täglich musste er trainieren. Tägliches Trainieren brachte ließ ihn gut werden in seinem Fach und machte ihn zu einem Gewinner. Seine Aussage erinnerte mich an das Gespräch zwischen einem Pianisten und einem Bewunderer. Der Fan fragte den Meister, wie oft er denn übe? "Täglich!" kam die Antwort. Jeden Tag mehrere Stunden. "Und wenn Sie einen Tag ausfallen lassen?" war die nächste Frage? "Dann merke ich es am nächsten Tag?" "Und zwei Tage ohne Übung?" - "Dann merkt es meine Frau!" "Und wenn sie drei Tage nicht üben?" - "Dann merken es meine Fans!" antwortete der Meister.

Regelmäßigkeit ist entscheidend. Nicht nur im Eiskunstlauf und Klavierspielen. Regelmäßigkeit ist auch entscheidend im geistlichen Leben. Als Christen leben wir in Gemeinschaft mit unserem Herrn, Jesus. Er möchte uns einsetzen für Seine herrlichen, göttlichen Ziele. Er möchte unser Leben erfüllen und bereichern. In Johannes 10:10 sagt uns Jesus:

"Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben."

In diesem Überfluss zu leben ist nur im Plan Gottes möglich. Um im Plan Gottes zu leben braucht es Regelmäßigkeit. Ein Tag ohne innige Gemeinschaft mit Jesus - und wir merken es. Einige Tage ohne innige Gemeinschaft mit Ihm, und unsere Geschwister merken es. Wirklich! Längere Zeit ohne innige Gemeinschaft mit Ihm - und die Menschen um uns herum, denen wir Salz und Licht sein sollen, merken es. Besser ist, wir trainieren jeden Tag, damit wir all das sind, was Jesus für uns im Sinn hat. Ihm bringt es Ehre, uns Sein Leben im Überfluss.

Donnerstag, 31. Januar 2013

Wunschkonzert

7:45 Uhr komme ich ins Büro. Licht an – Computer an – Gitarre in die Hand – Lied gesungen – Computer gebootet – Lied im Seitenfenster dieses Blogs angeklickt – Email online gecheckt – abgemeldet – die Logout Seite weggeklickt. HALT! Stand auf der Logout Seite was von Gott? – Zurückgeklickt. Tatsächlich! Ein älterer Herr blickt mich freundlich-nachdenklich an und die Frage erscheint: „Was ist Dein Wunsch an Gott?“  Ich denke: „WAS? Web.de macht Werbung für Gott?“ Das Fenster wechselt. Der ältere Herr schaut mich immer noch. Aber jetzt erscheint in einer Sprechblase sein Wunsch an Gott: „Mein Wunsch an Gott ist, dass ich noch einmal eine Frau kennen lernen darf.“ _ „Ok,“ denke ich, „Partnervermittlung oder Werbegag. Wunschkonzert bei Gott.“ Ich schwanke zwischen angeekelt, traurig und genervt.

Paradoxerweise läuft nebenher immer noch das Lied dieser Blogseite – ein Lied, das mich immer wieder berührt. Rita Springer singt sich ihr Herz aus dem Leib. Sie singt:
„Bittet, und es wird euch gegeben.
Betet, und ich werde vom Himmel her hören und euer Land heilen
Du sagst:
‚Meine Herrlichkeit wird die Erde erfüllen wie Wasser das Meer.’ 
Der Schrei meines Herzens ist dieser:
„Du sagst: ‚Fordere die Völker von mir und ich willst sie dir geben’.
O Herr – DAS ist der Schrei meines Herzens!
Die fernen Küsten und die Inseln sollen Dein Licht erkennen...
O Herr, wir bitten Dich für die Völker
Du sagst: ‚Fordere die Völker von mir und ich willst sie dir geben’.
O Herr – DAS ist der Schrei meines Herzens!“

Meine Güte, Gebet ist doch kein himmlisches Wunschkonzert! Natürlich, wir dürfen alle unsere Anliegen, Wünsche, Nöte, Freuden – ALLES! – zu Gott bringen. Besser wir plaudern mit ihm völlig unnkonventionell und untheologisch, als überhaupt nicht. Aber Gebet ist mit Sicherheit kein himmlisches Wunschkonzert, in dem ich einem himmlischen Gönner meine Wunschliste hinhalte: Herr, ich möchte nochmal eine Frau kennen lernen ... Herr, ich hätte gerne einen Zweitwagen, eine größere Wohnung, eine Gehaltserhöhung, einen Lottogewinn oder einen neuen Teppich.

Versteht mich nicht falsch. Manchmal, wenn ich mit Gott plaudere, dann kann schon mal was Ähnliches dabei rauskommen, denn ich plaudere manchmal einfach mit meinem Vater (Papa) im Himmel. Aber Gebet, von dem die Bibel spricht, ist nicht das Einreichen unserer persönlichen Wunsch- oder Bestellliste. Das Lied von Rita Springer gibt uns ein paar gute, biblische Hinweise, was Gebet ist:
·        Bereits der Titel „Du hast gesagt“ ermutigt: Bete auf der Grundlage des Wortes Gottes
·        Dann werden verschiedene Verheißungen zitiert. Erinnere Dich selbst – und „erinnere“ Gott an Sein Wort.
·        Dann wird zum Ausdruck gebracht, worum es Gott in allem geht: Dass Sein Name auf der ganzen Erde gesehen, erkannt und gepriesen wird.
·        Jetzt machen wir uns eins, ordnen unseren Willen und unsere Wünsche dem Willen Gottes unter, identifizieren uns mit Gottes Willen und akzeptireen ihn als den unseren.
·        Schließlich erbitten wir, dass genau das geschieht und wir teilhaben an Gottes Willen!

DAS ist Gebet!

„Was ist Dein Wunsch an Gott?“

„Herr, dass Dein Wille geschieht und Dein Name in aller Welt gepriesen wird. Wenn das besser geschehen kann, indem ich noch einmal eine Frau kennenlerne, einen Zweitwagen habe, von meiner Krankheit geheilt werde, eine größere Wohnung finde oder neue Möbel bekomme, dann danke ich Dir dafür. Nicht meine Wünsche, sondern Dein Wille geschehe!“

„Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes 
und nach seiner Gerechtigkeit,
so wird euch dies alles hinzugefügt werden!“ (Matthäus 6:33) 

Mittwoch, 30. Januar 2013

Habt Ihr eine Antwort? (Teil 2 und Schluß)

Bei meinem gestrigen Eintrag habe ich begonnen, laut nachzudenken und mal einige Fragen loszuwerden, auf die es keine schnelle Antwort gibt. Um den letzten Blogeintrag nicht zu sprengen, habe ich die letzten zwei Fragen für heute aufbewahrt.

Eine weitere Frage, die mich immer wieder umtreibt, ist diese:

  • 4) Warum braucht es in der Mongolei nur 222 Christen, um einen Missionar zu finanzieren und auszusenden, während es in Deutschland 7226 Christen sind, die einen Missionar finanzieren. Und das auf dem Hintergrund, dass der Durschnittsmongole 455 Euro im Jahr und der Durchschnittsdeutesche 36,460 Euro im Jahr verdient.
Ist es vielleicht die verschiedene Lebenseinstellung, eine Frage des Lebenssinns und der Prioritäten? Kann es sein, dass Paulus hiervon spricht, wenn er in Kolosser 3:2 schreibt:

"Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist."

Und schließlich die letzte Frage, die mir dieser Tage durch den Kopf schwirrte:
  • 5) Warum leben die meisten Christen mittlerweile nicht mehr in der "christlichen" Welt, sondern in den Ländern der Zweiten und Dritten Welt, also in Asien, Afrika und Südamerika? Warum nimmt die Zahl der Christen dort zu,  bei uns aber ab?
Ist es vielleicht möglich, dass die Gemeinde Jesu in diesen Ländern weniger abgelenkt ist? Weniger abgelenkt durch ein Überangebot an Freizeitangeboten, an  Medien und dergleichen? Kann es sein, dass auch Paulus sich nicht ablenken lassen wollte und darum in Philipper 1:21 schreibt:

"Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn."

Wie gesagt, dies sind Fragen, die mir durch den Kopf gehen. Gäbe es eine einfache Antwort, sähe es auf der Welt und in unserem Land sicher anders aus. Die Bibelverse, die mir in den Sinn gekommen sind, sollen nicht als Totschläger dienen, sondern als mögliche Inspiration zum Weiterdenken.

Aber wenn jemand diese Zeilen liest (oder die gestern) und auch Antwortvorschläge machen möchte, würde ich mich über weitere Inspirationen freuen. Entweder als Kommentar im Blog oder via E-Mail an pastor@ccfg.de   (Whg.v.7/2013)

Dienstag, 29. Januar 2013

Habt Ihr eine Antwort?

Ich habe immer gerne im Fitness Center gelesen. Ein Buch, das mich tief beeindruckt hat, ist die Biographie von Henry Martyn. Während ich so über diesen Mann lese, der in 6 Jahren das Neue Testament in 3 Sprachen übersetzt hat, die er erst selbst noch lernen musste, kommen mir eine ganze Reihe von Fragen in den Sinn. Antworten kann ich nur erahnen und ich bin mir nicht mal sicher, ob ich mit meinen Ahnungen richtig liege. Meine Fragen bewegen sich in diese Richtung:

  • 1)      Warum lese ich dass frühere Generationen von Christen Fußmärsche von 2 Stunden (oder länger) in Kauf nahmen, um einen Gottesdienst zu besuchen? Und ich höre von anderen Ländern, in denen das bis heute üblich ist. Und mir fällt es schwer, 20 Minuten mit dem Auto zu fahren.
Hatte man damals vielleicht weniger Ablenkungen? Die Gemeinde versorgte das Leben der Christen mit sozialen Kontakten. Kann es sein, Apostelgeschichte meint gerade das in Kapitel 2:46:

„Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen.“
  • 2)      Warum liest man von Gemeinden oder Gruppen, meist in der nicht-westlichen Welt, die stundenlang im Gebet verharren? Noch heute gibt es die Gebetstreffen in Korea, wo Christen sich morgens täglich von 5-6 Uhr treffen, um gemeinsam zu beten. 
Hat man vielleicht weniger Alternativen als wir? Entweder wendet man sich direkt an Gott, oder man kann gleich einpacken – während ich erst mal alles andere ausprobiere, bevor ich Gott „belästige.“ Kann es sein, Paulus meinte gerade das in Philipper 4:6:

Sorgt euch um NICHTS; sondern in ALLEM lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden.
  • 3)      Warum erscheinen die Menschen in der Dritten Welt glücklicher, soviel weniger gejagt und gestresst als ich?
Ist man vielleicht einfach weniger gejagt vom Verlangen und Druck nach MEHR Sicherheit, MEHR Absicherung, MEHR Komfort, MEHR Freizeit, MEHR Verdienst, MEHR Urlaub, MEHR, MEHR, einfach MEHR. Kann es sein, Paulus meint gerade das in 1 Timotheus 6:8:

„Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, soll uns das genügen!“

Ich behaupte nicht, dass die Antworten derart einfach zu finden sind. Man sucht sich einen Bibelvers, und schon ist das Problem gelöst. Wir leben in einer komplexen Welt und auf einem Kontinent, wo man nicht alles 1:1 mit der Situation anderer Länder vergleichen kann. Andererseits ist der Glaube, der uns mit Christen früherer Zeiten und mit Christen heute auf anderen Kontinenten verbindet, ein zeitloser Glaube an einen zeitlosen Gott, der gestern, heute und in Ewigkeit derselbe ist.

Ich jedenfalls möchte weiter nachdenken, nachforschen und nach Gottes Antwort Ausschau halten. Hast Du Antworten, lass sie mich wissen.  (Whg.v.7/2010)