„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Dienstag, 31. Mai 2011

Abgewiesen!

Auch auf die Gefahr hin, ähnliche Gedanken aufzuschreiben wie gestern, muss ich noch einmal ein verwandtes Thema aufgreifen.

In der Mai Ausgabe der Zeitschrift von OPEN DOORS wird von einem Islamgelehrten berichtet, der sich für Jesus entschieden hat. Auf der Flucht vor seiner Familie und auf der Suche nach einer neuen Glaubensfamilie hoffte er, in einer der bekannten Kirchen seines Landes eine neue Heimat zu finden. Der Priester jedoch hatte Angst vor der Geheimpolizei und wies ihn ab mit dem schlechten Ratschlag, seinen Glauben zu verheimlichen. – Allein der Gnade Gottes ist es zu verdanken, dass der junge Christ seinen Glauben nicht gleich wieder an den Nagel hing. Heute setzt sich dieser Mann dafür ein, dass Muslime weltweit von Jesus hören und zu Ihm eingeladen werden.

Abgewiesen zu werden ist die Erfahrung vieler Ex-Moslems, die in ihrer islamischen Heimat zu Jesus finden. Die Gemeinden scheuen die Geheimpolizei, scheuen die Anklage der Evangelisation unter Moslems, scheuen die Attacken der Familie des Konvertiten, scheuen Unruhen durch die Nachbarschaft – oder auch die Unruhe, die in der eigenen Gemeinde entstehen könnte.

Das alles können wir in der „freien Welt“ gar nicht nachvollziehen. Das muss man erlebt haben, um es zu verstehen, und obwohl es traurig stimmt, sollten wir eine Verurteilung vermeiden, die aus sicherer Entfernung ausgesprochen wird. Vielleicht sollten wir uns sogar Gedanken machen, ob es nicht Parallelen gibt in unseren eigenen Kreisen.

Wen weisen wir ab? „Niemanden!“ höre ich die Antwort. In den 60ger und 70ger Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstand die Calvary Chapel Bewegung, weil Hippies in den herkömmlichen Gemeinden nicht willkommen waren. Sie rochen, kifften, waren anders gekleidet und sie konnten mit der gängigen Kirchenmusik nicht viel anfangen.

Wegen Geruch, Aussehen und persönlichem Geschmack werden bis heute unsichtbare Schranken aufgebaut. Und nicht nur deswegen. Andersartigkeit finden wir auch im Umgang unserer Gemeinden mit Menschen anderer Kulturen. Wie viele ausländische Mitbürger sind in Deiner Gemeinde? Ich weiß nur eins: Bei uns sind es zu wenige! („Jesus, ändere das, bitte!“)

Anstatt einzuladen zu Jesus, laden wir aus. Ohne Worte, versteht sich. Ausladen kann man auch gut durch Verhalten, durch Ignorieren oder durch die simple Falschannahme, dass der Andere eh kein Interesse an Jesus hat, oder dass die Anwesenheit bestimmter Menschen nur die Gemeindeidylle stören würde.

Eines ist sicher: Jesus hätte Millionen Gründe gehabt, MICH abzuweisen (und Dich wahrscheinlich auch). Aber er tat es nicht. Er hat uns nicht ausgeladen sondern eingeladen; nicht weggestoßen, sondern zu sich gezogen; nicht ignoriert sondern beachtet; nicht übersehen, sondern gesucht. Und  damit hat Er selbst den Maßstab gesetzt, das Beispiel gegeben, dem wir folgen sollen.

Wen legt Gott Dir in diesen Tagen aufs Herz?

Montag, 30. Mai 2011

Ein Bethaus für alle!

Es gab nur einen Tempel! Wer immer dem Gott Israels am Passah opfern wollte, musste nach Jerusalem. Jüdische Männer und Frauen aus dem ganzen römischen Reich strömten nach Jerusalem. Die Hauptstadt Israels war Jahr für Jahr überfüllt um diese Zeit.

Aber es waren nicht nur jüdische Frauen und Männer. Der Tempel hatte einen großen Vorhof, in dem Heiden, die den Gott Israel suchten, zu Andacht und Gottesdienst kommen konnten. Allerdings gab es da ein Problem!

Lange Reisen machten es fast unmöglich, Opfertiere mitzubringen. Darum wurden sie in Jerusalem den  Pilgern verkauft. Es gibt Quellen, die von 260.000 Lämmern sprechen, die am Passahfest geschlachtet wurden. Baba ben Buda, ein jüdischer Lehrer, soll einmal 3000 Stück Kleinvieh in den „Vorhof der Heiden“ getrieben haben.

Der Lärm der Händler, das Blöken unzähliger Schafe, das Schreien der Wechsler – all das machte es den Heiden unmöglich, zur Andacht zu kommen. Ganz abgesehen vom Dreck und Gestank, den die Tiere erzeugten. Hier diskutierten ein paar Männer miteinander ihren Kauf, dort feilschten andere um den Wechselkurs. Das rege Treiben, der Transport von Vögeln und Schafen, das Hin- und Herlaufen von jüdischen Männer und Frauen, die den Vorhof durchqueren mussten – wie sollte man da noch Gott begegnen?

Juden, Hoher Rat, Tempelverwaltung – sie alle hatten vergessen, dass in diesem Bereich die Heiden Gott finden sollten. Man hatte den Vorhof der Heiden für persönlichen Gewinn Beschlag genommen und eine Gottesbegegnung unmöglich gemacht.

dann kommt Jesus. Mit heiligem Zorn! Mit einer Peitsche in der Hand. Und mit den Worten:

„Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker?
Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht.“ (Markus 11:17)

Jesus reinigt das Haus, das ein Bethaus sein soll von dem, was die Menschen vom Gebet abhält. Der Glaube war korrupt geworden. Geld war kostbarer als Seelen. Formalitäten wichtiger als Gottesdienst. Anstatt ein Haus zu sein, in dem Wohlgeruch verbreitet wurde, wurde Gestank verströmt. „Heiden“ wurden abgestoßen vom Glauben. Das Volk Gottes stand den Zöllnern und Sündern im Weg zum Heil.

Kann es sein, dass wir heute eine neue Tempelreinigung brauchen? Kann es sein, dass Gott heute zu mancher Gemeinde (und manchem einzelnen Gläubigen) sagen muss:

"Der Name Gottes wird euretwegen unter den Nationen gelästert" (Römer 2:24)

Lust nach Sünde statt Last für Seelen. Toter Formalismus statt totale Freude. Gier statt Gebet! Wie anziehend ist eigentlich unser Glaube? Wie offen sind unsere Gottesdienste für die Heiden unserer Tage?

Anstatt jetzt in die Ferne zu schauen und die Fehler bei der Gemeinde, anderen Gemeinden oder sonst wo zu finden – lasst uns unser eigenes Leben unter die Lupe nehmen. Wir Jesusjünger sind der „Tempel des Heiligen Geistes.“ Erlauben wir Jesus, aus unserem Leben auszutreiben, was anderen im Wege steht, Jesus zu sehen. Die Folgen in unserem Leben werden Kreise ziehen bis in unsere Gemeinden hinein und darüber hinaus!

Sonntag, 29. Mai 2011

Raupe, Schmetterling und Du

Es war einmal ein hübscher Prinz, der sich zum Sterben in eine wunderschöne Jungfrau verliebte. Aber der Feind des Prinzen stellte dem Mädchen eine Falle, entführte sie und hielt sie in einem hohen Turm in Schottland gefangen. Natürlich hatte der Prinz Pläne, sie zu retten – und zwar mit Hilfe von zwei kleinen Tieren, einer Raupe und einem Schmetterling. Die Raupe hieß Berti und der Schmetterling Claudi

Das waren natürlich zwei verschiedene Kreaturen. Raupe Berti war eine gewöhnliche Raupe, bereit zu helfen – aber mit Eigenarten. Man wusste nie: Ist Berti mit dem falschen Fuss aufgestanden, hat sie Migräne? Was ist los? Gelegentlich auch mal hilfsbereit war sie in der Regel verärgert, missmutig, griesgrämig, miesepetrig & verschwitzt. Als sie loszog, um die Jungfrau zu informieren, dass Rettung durch den Prinzen auf dem Weg war, schaute sie nach draußen. Es war ein herrlicher Sonnentag, aber Berti gehörte zu der Art Raupe, die sich beschwerte. „Oh!  SUPER! Es muss natürlich die Sonne scheinen. Das ist alles, was mir noch gefehlt hat!“ Denn Berti hatte ein wenig Übergewicht für eine Raupe und sie schwitzte, als sie so durch den Staub kroch.

Aber, wie es das Schicksal so will, zogen einige Wolken auf und ein milder Sprühregen setzte ein. Berti’s Reaktion war typisch: Ohhh! Natürlich. Das musste ja kommen: Regen! Es regent immer, wenn ich unterwegs bin!

Und so kroch Berti zum Turm und fand ein Klettergewächs, das sich vom Boden bis zum Turmfenster emporrankte. Es war ein Rosenbusch – und während Berti langsam seinen Weg nach oben erklomm konnte man ihn hören: „Autsch!  -  Autsch  -  Autsch, Autsch, Autsch!“ Er schien jede Dorne zu treffen, die der Rosenbusch zu bieten hatte.

Als er endlich am Dachfenster ankam und das wunderschöne Mädchen sah, begann er zu reden: „Hey, Mädchen, bist du das Mädchen in Not?“
„Ja! Warum?“ kam die Antwort der Gefangenen.  Berti musterte die junge Frau noch einmal von oben bis unten und meinte dann: „Ich schnall das nicht! Ich hab keine Ahnung, was auch immer der Prinz an dir findet. Wie auch immer – Der Prinz kommt um 5 Uhr. Sei fertig. Verstanden?“   Damit machte er sich auf den Rückweg.

Als nächstes kam Claudi, der Schmetterling. Anmutig und fröhlich flatterte er im Turmzimmer herum, bis er die Aufmerksamkeit der Jungfrau hatte. Die streckte ihren Finger aus, Claudi ließ sich darauf nieder und übermittelte die Botschaft des Prinzen:

„Liebliches und geliebtes Mädchen. Der Prinz liebt dich über alles. Wenn Du um 5 Uhr seine Stimme hörst, dann spring aus dem Fenster in seine Arme. Er kommt, um dich zu retten!“

„O, herzlichen Dank!“ ewiderte die Jungfrau. „Aber, Schmetterling, erklär mir: Die Raupe Berti war vor kurzem auch hier – aber, Mann, die war so unfreundlich, grob, ärgerlich und lieblos.  Es war so eine gute Nachricht, die sie brachte, aber in solch einer furchtbaren Art.“

Der Schmetterling lächelte und meinte: „Ach ja, das ist Berti! So ist er nun mal! Aber weißt du: Bevor ich verändert wurde, war ich genau so.“

Wandlung – Veränderung – Transformation – das ist das Herz des Evangeliums. Wer zu Jesus gehört, wird nicht mehr wie früher sein.

Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; 
das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden! (2 Korinther 5:17)

Samstag, 28. Mai 2011

So – Du hast keine Zeit zu beten?

Das ist doch oft unsere Begründung, oder? Und diese Begründung ist universal.

Man denkt, dies sei die Begründung von einem Überbeschäftigten, der eine 80-Stunden-Woche hat. Falsch! Der Halbtagsbeschäftigte hat genauso wenig Zeit zum Gebet!
Man denkt, dies sei die Begründung von jemandem, der als Arbeiter oder Angestellter den ganzen Tag konzentriert mit Maschinen oder Papieren arbeiten muss. Falsch! Missionare und Pastore haben das gleiche Problem! (Ich weiß, wovon ich spreche.)
Man denkt, dies sei die Begründung derer, die mitten im Leben stehen und versuchen, Beruf, Familie und Alltagsstress unter einen Hut zu bringen. Falsch! Teenager und Rentner empfinden ähnlich.

Tatsache ist: ZEIT IST NICHT DAS PROBLEM!

Während der vergangenen Konferenzwoche fielen einige markannte Sätze über das Gebet. Der Redner drehte den unlogischen Ausredensatz einfach um – und es wurde Logik draus. Sinngemäß übersetzt (aus dem Englischen) sagte er:

„Wir können uns die Zeit nicht leisten zum Gebet? Wir müssen uns die Zeit FREIMACHEN zum Gebet, denn wir können es uns nicht leisten, NICHT zu beten!“

Recht hat er. Der Herr sagt uns klipp & klar, schwarz auf weiß:

„Ihr habt es nicht, weil ihr nicht bittet.“ (Jaklobus 4:2)

Es ist nicht der Zeitfaktor, der uns am Beten hindert, sondern der Bequemlichkeitsfaktor, der Blindheitsfaktor (wir sind blind für Gottes Vision) und der Egofaktor (wir meinen, allein zurecht zu kommen, allein entscheiden zu können etc.).

Zeit ist mit Sicherheit KEIN Hinderungsgrund zum Gebet. Denn wir haben für ALLES Zeit, wofür wir Zeit haben MÜSSEN.

Schlußzitat: (Quelle unbekannt)
„Wir sollten auf jeden Fall beten, wenn wir uns danach fühlen. Es wäre schade, solch eine gute Gelegenheit ungenutzt verstreichen zu lassen. Wir sollten aber auch auf jeden Fall beten, wenn wir uns nicht danach fühlen, denn es wäre tragisch, in einem solch gefährlichen Zustand zu verharren“

Freitag, 27. Mai 2011

Unser Auftrag und Ziel


In einem der Konferenzvorträge letzte Woche fiel der Satz:

Wir sind nicht darauf aus, schlechte Menschen zu guten Menschen zu machen – wir sind darauf aus, schlechte Menschen Jesus vorzustellen.*


Das ist herausfordernd, hilfreich und tröstlich zugleich! Es geht uns ja durchaus manchmal durch den Kopf, dass die eine oder andere Person „hoffnungslos“ ist. Und das stimmt – wenn wir meinen, diese Person ändern oder verbessern zu müssen. Wer sind wir denn?

Da kamen einige Heiden zu der Menschenansammlung, die sich um Jesus geschart hatte. Wahrscheinlich hatten sie Jesus nie gesehen, wußten nicht wie er aussah, wie sich seine Stimme anhörte oder wie sie ihn identifizieren konnten. So gehen sie zu einem Seiner Jünger, und sagen:   „Herr, wir möchten gerne Jesus sehen!“ (Johannes 12:21)

In Johannes 1:42 heißt es von Andreas:  „Und er führte ihn (seinen Bruder Petrus) zu Jesus.“
Philippus im selben Kapitel des Johannesevangeliums sagt zu Nathanael: „Komm und sie! (dir Jesus an)“

Sie alle wussten gar nicht recht, was sie sagen sollten. Sie fühlten sich überfordert zu überzeugen, zu verbessern oder zu verändern. Sie nahmen die Leute ins Schlepptau und brachten sie zu dem, der all das konnte: Jesus.

Jesus machte einen Zöllner (damals: korrupten Zolleintreiber) zu einem ehrlichen Mann.
Jesus machte einen Zweifler zu einem Gläubigen.
Jesus machte einen dämonisch belasteten zu einem friedlichen Bürger.
Jesus machte einen Christenhasser zu einem Missionar.

Das mussten die Jünger nicht tun. Hätten sie auch nie fertig gebracht. Sie schleppten die Leute einfach zu Jesus. Und was tun, wenn sie nicht mitkommen wollen? Jesus beantwortet diese Frage in Matthäus 5:16:

So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten,
damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Keinesfalls sollten wir entmutigt aufgeben, weil wir die Menschen nicht verändern können. Jesus kann! Stell ihnen Jesus vor. Durch Worte, durch Liebe, durch Taten, durch Annahme, durch Nachsicht, durch Barmherzigkeit. Lass Dich von Jesus gebrauchen – auch unter denen, für die es menschlich gesehen keine Hoffnung mehr gibt.

* We’re not out to make bad people to become good people. We’re out to make bad people see Jesus!

Donnerstag, 26. Mai 2011

Willst Du gesund werden?

In Johannes 5 wird erwähnt, wie Jesus zum Teich Bethesda geht und dort einen Gelähmten heilt. Viele Kranke liegen dort. Warum liegen sie dort? Sie alle wollen gesund werden ...

... „denn ein Engel stieg zu gewissen Zeiten in den Teich hinab und bewegte das Wasser. Wer nun nach der Bewegung des Wassers zuerst hineinstieg, der wurde gesund, mit welcher Krankheit er auch geplagt war.“ (Johannes 5:4)

Unter all den Kranken richtet sich Jesus an einen einzelnen Gelähmten. Seit 38 (!) Jahren ist er krank! Wie lange er umsonst am Teich Bethesda zugebracht hat, sagt uns die Schrift nicht. Auf diesen geht Jesus zu und stellt ihm eine seltsame Frage:

Willst du gesund werden? (Johannes 5:6)

Das mutet fast ironisch an. Natürlich will der Mann gesund werden. (Und er – als der Eine unter Vielen – wird geheilt.) Aber was soll die Frage Jesu? Ich vermute, Jesus wollte die Aufmerksamkeit des Mannes und die Verbalisierung seines Anliegens. Der Mann bringt zum Ausdruck: Ich möchte gesund werden – und Jesus heilt ihn.  
Nicht immer ist das der Fall!

Willst Du gesund werden? Würde uns diese Frage gestellt, würden wir sicher sofort „Ja!“ sagen. „Ja, Herr, nimm meine Schmerzen, nimm meine Krankheit und gib mir Gesundheit!“ Dabei ist Gesundheit ein sehr hohes, aber NICHT das höchste Gut!

Nicht selten lesen wir in der Schrift, dass der Herr Gesundheit vorenthielt und Krankheit zuließ! Er verwundete, um etwas Gutes zu bewirken. In Johannes 9:2-3 heißt es:

Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Rabbi, wer hat gesündigt, so daß dieser blind geboren ist, er oder seine Eltern? Jesus antwortete: Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern; sondern an ihm sollten die Werke Gottes offenbar werden!

In 2 Korinther 12:7-9 schreibt Paulus:

Gott selbst hat dafür gesorgt, dass ich mir auf die unbeschreiblichen Offenbarungen, die ich gesehen habe, nichts einbilde. Deshalb hat er mir ein quälendes Leiden auferlegt. Es ist, als ob ein Engel des Satans mich mit Fäusten schlägt, damit ich nicht überheblich werde. Dreimal schon habe ich Gott angefleht, mich davon zu befreien. Aber er hat zu mir gesagt: "Meine Gnade ist alles, was du brauchst! Denn gerade wenn du schwach bist, wirkt meine Kraft ganz besonders an dir."

Auch Hiob im Alten Testament wuchs durch seine Krankheit in seiner Beziehung zu Gott und in der Effektivität seines Dienstes.

Ich bin mir sicher, hätte Gott zu Paulus gesagt: „Wenn du schwach bist, wirkt meine Kraft ganz besonders an dir. Aber Du hast die Wahl: Körperlich schwach und geistlich stark oder umgekehrt" – dann hätte Paulus sich für die biblische Variante entschieden.

Willst Du gesund werden? Die Frage ist legitim! Jesus selbst hat sie gestellt! Aber er hat keine Garantie gegeben, dass alle Krankheit auf Erden geheilt werden wird. Natürlich kann Er heilen und tut es auch! Aber Er kann sich auch für die andere Variante entscheiden – die körperlich schmerzhaftere und geistlich gewinnbringende. „Wenn du schwach bist, wirkt meine Kraft ganz besonders an dir!“

Mittwoch, 25. Mai 2011

Deine Gebete interessieren Gott!


Kürzlich erhielt ich eine ganz interessante Mail mit Gedanken von K. Böttcher zu Versen aus der Offenbarung. Ich möchte seine Gedanken aufgreifen und ausführen.

Schätzungen sprechen von 6500 – 7000 verschiedenen Sprachen auf der Welt. Diese wiederum haben eine Unzahl von Dialekten. Über eine Milliarde Menschen sprechen Chinesisch, andere Sprachen werden von weniger als 100 Menschen gesprochen. Menschen aller Sprachgruppen finden sich in einer unüberschaubar großen Gruppe, von der es in Offenbarung 7:9-10 heißt:

„Danach sah ich, und siehe, eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, angetan mit weißen Kleidern und mit Palmzweigen in ihren Händen, und riefen mit großer Stimme: Das Heil ist bei dem, der auf dem Thron sitzt, unserm Gott, und dem Lamm!“

Der ganze Himmel gerät daraufhin in eine Atmosphäre der Anbetung. Die Engel versammeln sich um den Thron Gottes, Älteste und andere Kreaturen fallen in Anbetung auf ihr Angesicht. Einer stimmt in Ehrfurcht der Anbetung des anderen zu. Worte scheinen unzureichend, die heilige Atmosphäre des Himmels zu beschreiben.

Die große Gruppe aus allen Sprachen sind Märtyrer, die um Jesu Willen gestorben sind, die sich  jetzt in der Gegenwart ihres Retters aufhalten und dort getröstet werden. In Vers 17 wird beschrieben, wie liebevoll sich Jesus jetzt um sie kümmert:

„denn das Lamm mitten auf dem Thron wird sie weiden 
und leiten zu den Quellen des lebendigen Wassers, 
und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.“

Liebevoll, aufopfernd, tröstend kümmert sich das Lamm Gottes, Jesus, um die, die für Ihn ihr Leben gelassen haben und die Ihn jetzt ehren und preisen!  UND DANN WIRD ES STILL!

In Offenbarung 8:1 heißt es:

„Und als das Lamm das siebente Siegel auftat, 
entstand eine Stille im Himmel etwa eine halbe Stunde lang.“

Der Himmelschor verstummt! Was ist los? Warum diese Stille? In den Versen 3-4 heißt es:

„Und ein anderer Engel kam und trat an den Altar und hatte ein goldenes Räuchergefäß; und ihm wurde viel Räucherwerk gegeben, dass er es darbringe mit den Gebeten aller Heiligen auf dem goldenen Altar vor dem Thron. Und der Rauch des Räucherwerks stieg mit den Gebeten der Heiligen von der Hand des Engels 
hinauf vor Gott.“

Das himmlische Gotteslob muss verstummen, denn die Gebete der noch lebenden Heiligen werden vor den Thron Gottes gebracht. Menschlich ausgedrückt: Gott wendet Seine volle Aufmerksamkeit den armseligen, schwachen Gebeten Seines „Bodenpersonals“ zu. Nicht, dass Ihm das herrliche Lob der „Himmlischen“ nicht gefällt. Aber ganz wichtig sind Ihm die Gebete derer, die noch auf Erden sind und zu Ihm schreien.

Deine Gebete mögen schwach und gestammelt sein – aber sie haben Gottes volle Aufmerksamkeit!

Dienstag, 24. Mai 2011

Gebet des Glaubens

Was bedeutet es, mit Gott vertraut zu sein? Was bedeutet es, im Glauben zu beten? Als ich vor einigen Tagen folgende Zeilen las, wurden sie mir zur Herausforderung und Ermutigung. Persönlich glaube ich, dass Georg Müller die Gabe des Glaubens gegeben wurde, und dass er darum mit mehr Glauben und Freimut vor Gott gekommen ist als solche, die diese Gabe nicht haben. ABER: Das ist mit Sicherheit keine Ausrede, nicht unseren Glauben durch täglichen Umgang mit Jesus zu stärken. Jemand berichtet:

„Ich fuhr nach Amerika vor ein paar Jahren mit dem Kapitän eines Dampfers. Er war ein sehr hingegebener Christ. An der Küste von Neu-Fundland sagte er zu mir:

Als ich das letzte mal vor fünf Wochen hier vorbeikam, da geschah etwas, was mein ganzes christliches Leben revolutionierte. Wir hatten Georg Müller aus Bristol an Bord. Ich bin 24 Stunden lang auf der Brücke gewesen und habe sie nie verlassen als Müller an meine Seite trat: „Kapitän, ich bin gekommen, um Ihnen zu sagen, daß ich am Samstagnachmittag in Quebec sein muß.“

„Das ist unmöglich“, sagte ich.

„Sehr gut“, sagte Müller, „wenn Ihr Schiff mich nicht dahin bringen kann, wird Gott einen anderen Weg finden – ich habe in 52 Jahren noch nie eine Verabredung verpasst. Lassen Sie uns hinunter in den Kartenraum gehen und beten.“

Ich schaute diesen Mann Gottes an und fragte mich, von welchem Irrenhaus Müller wohl entlaufen war, ich hab nie jemand so etwas sagen hören: „Herr Müller, wissen Sie, wie dick dieser Nebel ist?“ –

„Nein, mein Auge ist nicht auf die Dicke des Nebels, sondern auf den Lebendigen Gott gerichtet, der alle Umstände meines Lebens kontrolliert.“

Müller kniete dann nieder und betete ganz schlicht. Als er aufgehört hatte, wollte ich auch beten, aber Müller legte seine Hand auf meine Schulter und sagte, ich solle nicht beten.

„Erstens glauben Sie nicht, dass Er antworten wird, und zweitens glaube ich, dass Er schon geantwortet hat und dass es überhaupt keine Notwendigkeit mehr gibt, dafür zu beten.“

Ich sah Müller mit Erstaunen an.

„Kapitän“, fuhr Müller fort, „ich kenne meinen Herrn 57 Jahre lang, und es hat niemals an etwas gefehlt, und mir ist immer eine Audienz bei dem König gewährt worden. Stehen Sie auf, Kapitän, und öffnen Sie die Tür, und Sie werden sehen, dass der Nebel weg ist.“

Ich stand auf und in der Tat war der Nebel verschwunden.

Am Samstagnachmittag war George Müller in Quebec pünktlich für seine Verabredung. 
Aus: Roger Steer: Georg Müller – Vertraut mit Gott   - CLV Verlag, 197.

Auf was sind meine Augen gerichtet? Auf meine Unmöglichkeiten oder meinen Gott?