„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Mittwoch, 11. Mai 2011

Hilfe, ich bin angefochten (3)


Viele Anfechtungen kommen nach geistlichen Gopfelerlebnissen. Andere Anfechtungen kommen, weil wir auf Menschen hören oder geistlich lau geworden sind. Es gibt noch einen weiteren Grund.

Hiob musste GANZ untendurch. Seine Biographie ist das Zeugs, aus dem Filme gemacht werden. Und wenn es nicht in der Bibel stünde, würde es mancher nicht glauben.

Hiob war reich gesegnet mit 10 Kindern, davon 7 Söhne, was zu seiner Zeit unter den Menschen als Zeichen des Segens und Wohlgefallens Gottes galt. Hiob war steinreich. Nicht eine Schafherde, die in jeden größeren deutschen Garten passen würde. Seine Schafherden bedeckten das Land. Kamele ohne Ende, Rinder, Esel – nenne, was Du willst! Verständlicherweise brauchte – und hatte er Personal soviel er wollte. All das machte ihn zum reichsten Mann des Ostens. Aber das betrachtete er nicht als seinen größten Reichtum. Hiob war ein frommer und gerechter Mann. Sein Anliegen war nicht nur Frömmigkeit für sich selbst sondern auch für seine Familie. Und dann fing all das an ...

Zunächst fallen Feinde über Hiobs Herden her, töten die Hirten und stehlen das Vieh. War es Neid auf Hiobs Reichtum? War es Hass? Die Bibel sagt es nicht. Aber alles stirbt oder wird gestohlen. Zu guter Letzt kommen bei einer Familienfeier der Geschwister alle Kinder Hiobs durch einen heftigen Wüstenwind ums Leben, der das Haus, in dem sie feiern, zum Einsturz bringt. Über Nacht wird Hiob vom reichsten Mann des Ostens zum elendsten Mann des Ostens. Unglaublich seine Worte:

Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen; 
der Name des Herrn sei gelobt! (Hiob 1:21)

Nicht lange danach wird Hiob auch das noch genommen, was er noch hatte. Von Kopf bis Fuß brachen böse Geschwüre an ihm aus. Seine Frau war ihm in dieser Zeit keine Stütze, denn sie riet ihm, dem Glauben abzusagen und zu sterben. Wiederum unglaublich Hiobs Worte:

Wenn wir das Gute von Gott annehmen, 
sollten wir da das Böse nicht auch annehmen? (Hiob 2:10)

Warum all das? Das Buch Hiob gibt viele herrliche Lektionen, die es sich zu lesen lohnt. Aber zur Beantwortung dieser Frage springen wir in das Kapitel 42. Nicht ein geistliches Höhenerlebnis oder irgendeine Art Ungehorsam riefen diese Anfechtungen hervor. Nein, Hiob ging durch Not, die Teil der Schule Gottes in seinem Leben werden sollte. Ich bin überzeugt – hätten wir Hiob am Ende seines Lebens gefragt: „Würdest du Zeit der Anfechtung gerne aus deiner Biographie entfernen?“ dann hätte er geantwortet: „Blos nicht! Das war die wichtigste Zeit meines Lebens!“ Die Anfechtung brachte Hiob an den Punkt, dass er freudig ausruft:

Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört, 
aber nun hat mein Auge dich gesehen. (Hiob 42:5)

Durch die Anfechtung hatte Gott seine geistlichen Augen ganz enorm geöffnet. Außerdem machte Hiob glaubensstärkende Erfahrungen mit Gott, die man nur in solchen Anfechtungen lernen kann.

Anfechtungen nach Gipfelerfahrungen!
Anfechtungen nach Ungehorsam!
Anfechtungen als geistliche Wachstumshormone!

Seid stille vor Gott dem HERRN, denn des HERRN Tag ist nahe 
 (Zephanja 1:7)

Dienstag, 10. Mai 2011

Hilfe, ich bin angefochten (2)


Gestern haben wir festgestellt, dass es oftmals die Gipfelerlebnisse sind, die den Feind Gottes motivieren, uns durch Anfechtungen zu zermürben. Ein gutes Zeugnis, der erfahrene Segen Gottes, der Wandel im Geist, die gesegnete Gemeinschaft in der Stille mit dem Herrn – das hasst der Teufel.  Nicht immer sind es Gipfelerlebnisse, die Anfechtungen hervorrufen.

In 1 König 13 wird uns eine interessante und gleichzeitig ernste Geschichte erzählt. Ein Prophet erfüllt einen Auftrag Gottes, hat aber die Anweisung, weder Brot noch Wasser anzunehmen und einen anderen Heimweg zu wählen. Er hält sich auch eine ganze Weile daran. Aber eben nur ‚eine ganze Weile’ nicht ganz! Ein anderer Prophet verführt ihn durch Lügenrede, lädt ihn ein und der erste Prophet verläßt die Anweisungen des Herrn und akzeptiert die angeboteneGastfreundschaft. Als er sich dann auf den Heimweg macht, überlebt er die Reise nicht. Was war sein Problem? Er hörte auf Menschen anstatt auf Gott. Er pflegte (in diesem Beispiel) den falschen Umgang.

Bei David lag der Fall etwas anders. Anstatt sich um seine königlichen Pflichten zu kümmern, nimmt er sich (vielleicht zur falschen Zeit?) eine Auszeit. Seine Augen sehen eine Frau beim Baden. David begeht Ehebruch mit ihr. Eine Reihe anderer Sünden folgen seinem Versagen.

Nicht, weil sie ein geistliches Gipfelerlebnis gehabt haben, sondern,
-         weil sie nicht den Platz eingenommen hatten, der ihnen von Gott zugewiesen war
-         weil sie auf Menschen, statt auf Gott gehört hatten
-         weil sie ihrer Bequemlichkeit frönten
-         weil sie ihre Augen ruhen ließen, wo es unangebracht war

darum fielen sie in der Anfechtung. Durch Ungehorsam und Unachtsamkeit, durch Gleichgültigkeit wurden der Anfechtung Tür und Tor geöffnet. Das erkannten sie nicht – oder nicht rechtzeitig.
Es gibt also auch diese Art der Anfechtung: völlig unnötige Anfechtungszeiten, weil wir lässig oder geistlich überheblich geworden sind. Gott hat uns ein Warnschild an unseren Lebensweg gestellt, dass uns vor dieser Anfechtung warnt. Wir können diese Art Anfechtung vermeiden, indem wir befolgen, was uns Psalm 1:1-3 sagt:

Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern seine Lust hat am Gesetz des Herrn und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht. Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und alles, was er tut, gerät wohl.

Montag, 9. Mai 2011

Hilfe, ich bin angefochten (1)


Das Schlechte: Anfechtung fühlt sich nicht gut an. Man weiß, was richtig ist und wird gedrängt zu tun, was falsch ist. Man weiß, was Freude ist, spürt aber überhaupt nichts davon. Man weiß, was Hoffnung ist, sitzt aber in einem abgrundtiefen Loch.

Das Gute: Du bist nicht allein, Du kämpfst nicht allein und die Anfechtung muss nicht siegen. – Aber warum dann der ganze Zinnober.

Dieser Tage las ich in meiner Stillen Zeit in Markus 1:9-13, wo es heißt:

Und es geschah in jenen Tagen, daß Jesus von Nazareth in Galiläa kam und sich von Johannes im Jordan taufen ließ. Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er den Himmel zerrissen und den Geist wie eine Taube auf ihn herabsteigen. Und eine Stimme ertönte aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe! Und sogleich treibt ihn der Geist in die Wüste hinaus. Und er war 40 Tage dort in der Wüste und wurde von dem Satan versucht; und er war bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm.

Folgendes wurde mir deutlich

  1. Jesus hatte gerade ein verschlüsseltes, aber machtvolles Zeugnis abgelegt vor der sichtbaren und unsichtbaren Welt: ‚Ich werde die Sünde der Menschheit tragen!’  Satan hasste das!
  2. Gott im Himmel stellte sich zu Seinem Sohn und erklärte: ‚Dies ist mein Sohn! An Ihm habe ich Wohlgefallen.’ Satan hasste das!
  3. Jesus wurde von Geist Gottes geleitet. Satan hasste das!
  4. Jesus fastet, begegnet dem Vater in der Stille, bereitete sich auf Seinen Dienst vor. Satan hasste das!
  5. Nach all diesen richtigen und positiven Erfahrungen wird Jesus körperlich schwach. Satan wittert was!
  6. Wilde Tiere – Gefahren! – umgeben Jesus. Satan wittert was!
  7. Aber Gott läßt Ihn nicht allein. Engel dienen Jesus! Am Schluss zieht Satan den Kürzeren!

Warum die Anfechtungen? Die kommen nicht selten nach einem Zeugnis für unseren Herrn – oder nach  Erfahrungen des Segens – oder nach Bestätigungen des Vaters – oder wenn wir vom Geist geleitet werden, im Geist leben – oder wenn wir dem Herrn in der Stille begegnen. Wenn wir denken: alles läuft so gesegnet und gut – dann hasst das der Gegenspieler Gottes und wir müssen mit Anfechtungen rechnen. Läuft alles prima in Deinem Leben? Pass auf die Fallen des Teufels auf! Lies weiter in Markus 1 und Du wirst feststellen, dass die Anfechtungen und Versuchungen sich wie ‚recht vernünftige Vorschläge’ anhören. Hör nicht auf ihn! Er ist der Feind, nicht der wohlmeinende Freund. Er ist der Wolf im Schafspelz.

Wie reagieren wir in diesen Anfechtungen: Lies weiter in Markus. Du wirst es erkennen. Luther hat weitergelesen und kam zu den Entschluss:


Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen,
so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen.
Der Fürst dieser Welt, wie sau’r er sich stellt,
tut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht’:
ein Wörtlein kann ihn fällen.

Sonntag, 8. Mai 2011

Zum Muttertag

Liebe Mütter,

Danke! Danke für Eure Mühe, die Ihr Euch macht und gemacht habt für Eure Lieben. Danke, dass Ihr Eure Gaben und Begabungen, Eure Talente und Kräfte einsetzt, um Eurer Familie ein "Zuhause" zu geben!  Danke, dass Ihr uns ertragt, wenn wir krank, schlecht drauf und quatschig sind. Danke, dass wir Euch wichtiger sind als alles andere. Danke, dass Ihr da seid.

Eure Kinder

Samstag, 7. Mai 2011

Und Er erhört uns doch!

In Ihrem März Rundschreiben berichtet Open Doors von Bibel Verteilaktionen in China in den Jahren 1972 und 1981. Über 1 Million Bibeln wurden ins Land gebracht. Überall im Land verbreiteten Gottes Kinder diese Bibeln. Das Resultat: Hausgemeinden wachsen und wo Bibeln verteilt werden, wird der Glaube unkontrollierbar. Selbst die staatlich kontrollierten Kirchen werden mehr und mehr zu lebendigen Gemeinden. Konservativ geschätzt kommen in China täglich 10.000 Menschen zu Glauben.

In derselben Ausgabe (März 2011) berichtet das Werk über die Freilassung des Usbekischen Christen, Dmitry Shestakov. 4 Jahre war er in Haft. Weltweit wurde für ihn gebetet. Jetzt ist er frei!

Über Monate riefen verschiedene Organisationen zum Gebet auf für den inhaftierten, beinamputierten Said Musa. 9 Monate wurde der Vater von sechs Kindern wegen „Abfall vom Islam“ in Afghanistan inhaftiert. Am 21. Februar durfte er das Land mit unbekanntem Ziel verlassen.

Anfang des Jahres schaute die Welt recht pessimistisch auf die Volksabstimmung über die Unabhängigkeit des christlichen Südsudan. Die Christenheit betete! Wider Erwarten wurde es eine friedvolle Abstimmung mit überwältigender Zustimmung für die Unabhängigkeit. UND DIE REGIERUNG AKZEPTIERTE DAS ERGEBNIS! Im Juli soll die Trennung wirksam werden.

Das sind einige Beispiele, die bezeugen, wie Gott Gebet erhört. Andere Organisationen berichten über eigene Erfahrungen mit Gott. Gleichzeitig erfahren Christen täglich rund um die Welt, wie Gott ihnen zur Seite steht, ihren Dienst in Schwachheit gebraucht, Menschen rettet, tröstet, heilt, leitet oder bewahrt.

Anfang dieser Woche war es mir nicht möglich, an der wöchentlichen Gebetsversammlung unserer Gemeinde teilzunehmen. Parallel dazu hatte ich eine andere Verpflichtung. Allerdings lief für mich der Abend so gut, dass ich mich selbst wunderte. Noch am selben Abend erfuhr ich, dass im Gebetskreis verstärkt für mich gebetet worden war. Gott hatte diese Gebete klar und deutlich erhört.

Wir haben einen Gott, der lebt, der hört, der sich kümmert und der in unserem Leben aktiv sein möchte. Keiner soll sagen: Gott schweigt! Er redet, Er hört und Er erhört.
 
Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; 
klopft an, so wird euch aufgetan!
Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; 
und wer anklopft, dem wird aufgetan. (Matthäus 7:7)

Freitag, 6. Mai 2011

Konkurrenz

Regelmäßige Blogleser stellen fest, dass mir diese Woche das Thema „Gebet“ sehr am Herzen liegt. Ich habe berichtet von einer weltweit tätigen Organisation, die seit 60 Jahren jeden Werktag mit einer Stunde des Gebets beginnt, integriert in die Tagesarbeitszeit. Gestern ging es uns um die Frage: „Was geschah mit der Gebetsversammlung?“ Das Fazit war: sie wurde fast unmerklich kompromittiert und schließlich zu Grabe getragen. Nachdem der Artikel geschrieben war, habe ich weiter darüber nachgedacht. Die Frage lässt mich nicht los: „Was hindert Jesusjünger, eine Stunde in der Woche im Gespräch mit ihrem Retter und Meister zu verbringen?“  Natürlich stelle ich mir diese Frage selbst. In meiner Zeit mit Jesus bin ich absolut nicht dort angekommen, wo ich gerne wäre. Und so sind die Antworten eine Mischung meiner persönlichen Antworten, den Antworten von anderen und meinen Beobachtungen. Was also hält Jesusjünger vom gemeinsamen Gebet ab?

Lange Arbeitstage!  Wer einen vollen Tag gearbeitet hat, fühlt sich abends oft zu müde, noch eine Stunde im Gebet dranzuhängen. Das ist verständlich! Wichtig ist es, Gebetsstunden abwechslungsreich zu gestalten, mit kurzen Unterbrechungen (Lieder, Anliegen) und kurzen Gebeten von 1-2 Anliegen pro Gebet. Sonst wird es möglicherweise eine sehr stille Stunde.

Familienzeit! Heute ist die Familienzeit durch äußerst viele Faktoren angegriffen. Dazu gehören die Berufstätigkeit beider Elternteile, Überstunden am Arbeitsplatz, Arbeitsstress, Anforderungen an die Kinder, Medien etc. Oft wird die gemeinsame Gebetszeit geopfert, um Zeit für die Familie zu haben.

Medien! Die Medienlandschaft ist dermaßen explodiert, dass man ihr Angebot nicht mehr mit dem Angebot Mitte des letzten Jahrhunderts vergleichen kann. JEDEN Abend läuft was Interessantes in einem der 200 Digitalprogramme. Oder ich hole eine Film per Internet nach, den ich am Abend zuvor verpasst habe. Tatort steht bei den Deutschen ganz hoch im Kurs, auch wenn er nicht an den Wochentagen läuft, die traditionelle Gebetstage waren. Aber der Tatort Krimi hat wachsende Konkurrenz, UEFA und Champions League sind nur zwei davon.

Das Wetter! Im Sommer ist Grillwetter, im Herbst Regen, im Winter Dunkelheit und Glatteis und im Frühling bin ich zu müde.

Hier die Begründungen, die ich hätte, die Woche ohne Gebetsstunde auszukommen:
Montag – mein freier Tag
Dienstag – Champions League
Mittwoch – Bibelstunde
Donnerstag – Überstunden
Freitag – Familientag
Samstag – Freunde eingeladen
Sonntag – Tatort

Natürlich ist das nur ein theoretisches Beispiel. Aber repräsentativ, oder? Satan hasst Gebet. Er lacht über alle gebetslosen Bemühungen, über alle geistlosen Gefühlswallungen, über alles Menschen-gemachte Predigen. Er zittert, wenn all dies unter Gebet geschieht. Darum überlegt er sich immer mehr „Konkurrenzunternehmen“ zur wöchentlichen Gebetsstunde (wenn’s die mal noch gibt). Lasst uns Satan mal eine ordentliche Migräne zufügen und das gemeinsame Gebet suchen. Satan wird’s hassen - Gott wird’s lieben!

Donnerstag, 5. Mai 2011

Was geschah mit der Gebetsversammlung?

Ich muss noch einmal auf das Thema vom Beginn der Woche zurückkommen – wahrscheinlich nicht zum letzten Mal. Mir geht ein Traktat nicht aus dem Kopf, das ich vor vielleicht 3 Jahrzehnten gelesen habe. Aufgelegt wird es meines Wissens nicht mehr. Eine Kopie ist in meinem Ordner über Gebet. Titel des Traktats: „Was geschah mit der Gebetsversammlung?“

Es geht um den allmählichen Abbau der wöchentlichen Gebetsstunde. Zunächst finden in der Gemeinde sowohl eine Bibelstunde als auch eine Gebetsstunde statt. Das geistliche Leben hält sich. Aber nach und nach wird es dem Volk Gottes zu viel, zu lang, zu eintönig. Man überlegt sich, die Bibelstunde und die Gebetsstunde zusammen zu legen. Und so läuft es eine ganze Weile. Der Abend gestaltet sich zu 50% aus einer gekürzten Gebetsstunde und zu 50% aus einer gekürzten Lehrstunde. Damit kann man leben.

Mit der Zeit verlagert sich das Gewicht der Bibel- und Gebetsstunde. Die Lehrzeit wird wieder länger. Das ist gut! Gesunde Lehre ist rar und wertvoll. Gleichzeitig wird die Gebetszeit kürzer. Das ist schlimm. Nicht nur schlecht – nein, schlimm! Und heute ist die Gebetsstunde in vielen Gemeinden gestorben, zu Grabe getragen, nicht mehr existent.

Die Gemeinde existiert sehr wohl weiter. Der Chor existiert, Männer- und Frauenarbeit existieren, CVJM, Jungschar, Royal Rangers, Bibelstunde, Jugendstunde – das alles gibt es noch. Aber nicht mehr das Standbein der Gebetsstunde. Man betet zu Beginn aller Treffen, und bevor man wieder auseinander geht. Man schickt auch von zu Hause ein Stoßgebet nach oben. Das aber muss reichen. Nur fehlt es in den Stunden. Es fehlt nicht an Gemeinschaft oder Spaß – es fehlt an Geist, an Vollmacht an Hunger und Durst nach Gerechtigkeit. Denn vieles kann von menschlicher Seite organisiert und kompensiert werden – aber nicht die Kraft und Vollmacht Gottes. Und die kam zu allen Zeiten als Antwort auf Gebet.

Was tun? Das kommt darauf an, an welchem Punkt des Sterbeprozesses sich die Gemeinde befindet. Gibt es noch eine Gebetsstunde oder Gebetskreise. BESUCHE SIE REGELMÄßIG! Das wirkt dem Sterbeprozess entgegen: Gottes Geist – durch Gebet – bewirkt Leben.

Gibt es keine Gebetsstunde mehr, besteht vielleicht die Möglichkeit, einen Gebetskreis zu bilden. Auf die Anzahl der Teilnehmer kommt es dabei nicht an.

„Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind,
da bin ich in ihrer Mitte.“ (Matthäus 18:20)

Wo die Gründung eines Gebetskreises unerwünscht ist oder es an Interessenten fehlt, da gibt es die Möglichkeit, sich an Gebetskreisen anderer Gemeinden oder an übergemeindlichen Gebetstreffen zu beteiligen. Gesucht sind nicht Gebetsweltmeister, Fürbitte-Supermenschen, Lobpreis-Champions, sondern solche, die zu Gott schreien: „Herr, lehre uns beten!“ (Lukas 11:1)

Das Schlimmste und Gefährlichste ist, alles beim Alten zu lassen, auf Erweckung und Erneuerung zu verzichten und sich mit dem Status Quo zufrieden zu geben.

„Betet ohne Unterlass!“ (1 Thess 5:17)

Mittwoch, 4. Mai 2011

Gefährlicher als Osama Bin Laden

Dass Osama Bin Laden ein Massenmörder und Terrorist ist, haben wir bereits gestern erwähnt. Ebenso, dass es positiv ist, dass er selbst nicht mehr aktiv werden kann. Mittlerweile, nur Stunden nach der Euphorie über seinen Tod, macht sich neue Angst breit. Angst vor Vergeltungsschlägen der Al Kaida. Aber es gibt Gefährlicheres als Osama Bin Laden und Schlimmeres als seine immer noch operierende Organisation.

Das Internet:
Nicht alles im Internet ist schlecht. Offenbar nicht. Danke, dass Ihr diesen Blog lest. Viele von Euch regelmäßig. Dennoch ist das Internet hochgefährlich. Ich möchte behaupten: gefährlicher als Osama Bin Laden. Eine christliche US Webseite offenbart schockierende Statistiken: (http://www.archomaha.org/pastoral/se/pdf/PornStats.pdf)

  • 72% der Männer besuchen pornographische Webseiten. 34% der Leserinnen einer christlichen Zeitschrift bekennen sich ebenfalls dazu.
  • In 2 von 3 Scheidungen spielt  das Internet eine Rolle.
  • Jede Sekunde sind 28,258 Internetnutzer auf pornographischen Seiten
  • 12% aller Webseiten (4,2 Millionen) sind Pornoseiten
  • Durchschnittsalter bei der ersten Berührung mit Pornographie im Internet: 11 Jahre (!)
Muss ich meine Behauptung weiter untermauern?

Hunger:
Es heißt, dass Hunger und Unterernährung bis heute die #1 Gefahr für die Gesundheit sind, gefährlicher als AIDS, Malaria und Tuberkulose zusammen. Jeder 7. Menschen erhält zu wenig zu essen, um gesund und aktiv zu sein. 3½ Millionen sind in den ersten 4 Monaten dieses Jahres bereits an Hunger gestorben. Ist meine Behauptung (siehe oben) abwegig?  

Intoleranz:
Obwohl lieblose Intoleranz grundsätzlich verwerflich ist, ist nicht jede Form der Intoleranz gefährlich. Die gefährliche Sorte breitet sich weiter und weiter auf der Erde aus. Man mag die Einzelheiten der Folter gar nicht hören, mit denen Menschen von Menschen gequält werden. Viele aus politischen Gründen, viele aus Glaubensgründen. 100 Millionen Christen leiden zu dieser Stunde unter Intoleranz und Verfolgung. In den letzten 100 Jahren starben mehr Christen den Märtyrertod als in den vorangegangenen 1900 Jahren zusammen. Viele davon unter anerkannten Regierungen.

Sicher kann man diese Argumentation anfechten. Akzeptiert. Aber vielleicht kann sie uns zum Nachdenken bringen. Oft sehen wir die lauten, offensichtlichen, blutigen Gefahren und nehmen sie ernst. Aber die kleinen, unscheinbaren, akzeptierten Gefahren, die werden leicht übersehen oder runtergespielt. Das Internet ist anonym, der Hunger betrifft uns nicht und die Märtyrer um Jesu willen sind ganz weit weg. Nachrichten über diese Gefahren sind selten.

Die allergrößte Gefahr aber betrifft fast alle Menschen um uns herum. Gottes Wort sagt es so:
Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm. Jeder Mensch muss einmal sterben und kommt danach vor Gottes Gericht. (Johannes 3:36 und Hebräer 9:27)

Jünger Jesu, stimmt Ihr mir zu, dass es Gefährlicheres gibt als Osama Bin Laden und Schlimmeres als seine immer noch operierende Organisation? Wie reagieren wir?

... und morgen gehts dann erst mal wieder ohne Bin Laden weiter!