„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Mittwoch, 17. Februar 2010

Ich bin klein, mein Herz mach rein …

"… soll niemand drin wohnen als Jesus allein! Amen!"

Kürzlich hörte ich ein Bekehrungszeugnis, in dem die Person erklärte: "Das war das Gebet, durch das ich Christ wurde."

Ein Formgebet. Ein auswendig gelerntes Gebet. Ein Gebet, das zumindest in der Vergangenheit tausende von Kindern so oder ähnlich vor sich hin sagen, ohne die Bedeutung zu verstehen. Ein Gebet, das man gedankenlos herunterleiern könnte, wenn man es wollte. Auch ich habe dieses Gebet als Kind so oft gesprochen - allerdings genauso gedankenlos wie ich viele andere auswendig gelernte Gebete gesprochen habe.

Nachdem ich dann eine Entscheidung für Jesus getroffen hatte, lernte ich mehr und mehr, "frei" zu beten. So "frei", dass ich mich innerlich den Gebeten gegenüber verschloss, die "auswendig gelernt" waren - einschließlich dem Vater Unser. Ich war einfach "zu cool", was Vorgekautes nachzuplappern. Ich war zu kritisch, etwas, das Millionen von Menschen runterrasseln, als legitim zu akzeptieren, wenn es von Herzen kommt.

GOTT SEI DANK, DASS ER HERZEN VERÄNDERT!

Mittlerweile hat Gott mich eines Besseren belehrt. Sein Mustergebet MUSS zwar nicht wort-wörtlich nachgesprochen werden, wer das aber grundsätzlich verachtet, steht nicht mehr auf dem Boden der Schrift. Tatsache ist, dass wir ein ganzes Buch im Alten Testament finden, das durchaus als Gebetsbuch durchgehen könnte: Die Psalmen. Und welch ein Segen, diese Juwelen im Wort Gottes nicht nur zu lesen, sondern laut und von Herzen nachzubeten.

Ich schäme mich nicht zu bezeugen, dass der Herr mich gesegnet hat durch Gebete, in die Er andere geführt hat, die dann aufgeschrieben und veröffentlicht wurden. Ob es Gebete der Anbetung waren, der Hingabe, der geistlichen Kampfführung oder für Erweckung - solche Gebete von Herzen mitzubeten hat mich oft mit hinein genommen in die Gegenwart Gottes. Um ehrlich zu sein - das geschieht nicht häufig, aber immer wieder mal. Gottes Geist weht eben nicht nur WO er will, sondern auch WIE er will!

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,

dass ich liebe, wo man sich hasst;
dass ich verzeihe, wo man sich beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben. (Franz v. Assis; 1181-1226)

Montag, 15. Februar 2010

Karneval

Auch auf die Gefahr hin, dass es jemanden gibt, der heute meinen Blog zum letzten Mal liest, aber ich muss es einfach sagen: Karneval ätzt! Die Büttenreden kann man sich kaum 30 Sekunden anhören, ohne nicht mit Sex oder Gotteslästerung konfrontiert zu werden. Eine Orgie, die auf den Wellen des Alkohols, der Unmoral und der Exzesse hineintreibt in das Chaos weiterer zerbrochener Ehen, kaputter Familien, ungewollter Schwangerschaften mit all den daraus resultierenden Nöten. Und das alles für ein paar Stunden Ausgelassenheit und einem Kater.

Im Fernsehen lief ein Interview, in dem eine Kölner Karnevalsnärrin ins Mikrofon sagte: „Es ist einfach schön. Man ist nicht mehr so selbst-bestimmt. Man treibt so mit der Masse mit. Vielleicht auch dahin, wo man gar nicht hin möchte. Aber es ist so schön!“

Wenn der Mensch es als schön empfindet, sich ohne Selbstbestimmung von der Menge dorthin treiben zu lassen, wo er möglicherweise gar nicht hin möchte, dann gibt es dafür nur wenige Beschreibungen. Eine lautet: Blindheit!

Viele Menschen werden sich in einer Woche wünschen, das Rad der Zeit zurückdrehen zu können. Dann nämlich, wenn sich der Blick klärt und man den Scherbenhaufen erkennen kann, den man angerichtet hat, oft nicht nur im eigenen Leben, sondern auch im Leben anderer. Und man beginnt zu basteln und zu puzzeln, zu stückeln und zu kleben – und muss doch feststellen, dass selbst eine gute Rekonstruktion immer nur ein schwacher Abglanz des Originals ist.

Zwei Gedanken kommen mir in den Sinn. Der erste hat mit Vergebung und Neuanfang zu tun. Danach werden sich viele sehnen, die diese Tage nur „wie im Traum“ durchleben. Gott bietet an, zu Vergeben und nicht mehr zu gedenken. Einfach Vergangenheit Vergangenheit sein zu lassen. Das kann Gott tun, ja, das möchte Er tun. In Sprüche 28:13 sagt er es ganz deutlich:

"Wer seine Schuld verheimlicht, dem wird es nicht gelingen, wer sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen. "

Und wie gründlich Gott es meint, sagt er uns in Jesaja 43:25:

"Ich, ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen, und an deine Sünden will ich nie mehr gedenken!"

DAS IST GOTT!

Der zweite Gedanke hat damit zu tun, von wem ich mich bestimmen und treiben lassen möchte. Mein Entschluss steht fest: Nicht von der Menge, nicht ins Ungewisse und schon gar nicht dahin, wo ich gar nicht hin möchte.

Ich möchte mich von Gottes Geist leiten und treiben lassen. Er ist der Geist des guten Hirten. Da weiß ich, was auf mich zukommt: Grüne Auen, frisches Wasser und viele Plätze der Ruhe in der Gegenwart des Hirten!

„Warte Berg, du sollst mir eine Burg werden!“

Vor gut zwei Wochen war ich mit einer Gruppe von Bibelschülern zur Besichtigung der Wartburg in Eisenach. Beeindruckend war's! Nicht nur die Tatsache, dass Luther hier Zuflucht fand und das gesamte Neue Testament in nur zehn Monaten in die deutsche Sprache übersetzte. Auch die Tatsache der Entstehung dieser eindrucksvollen Burg war imponierend.

Erbauer der Burg ist Ludwig der Springer aus Franken. Auf einer Jagd soll ihm das 400 Meter hoch liegende Felsplateau in Thüringen aufgefallen sein. Voll Begeisterung rief er daraufhin aus: "Warte Berg, du sollst mir eine Burg werden!"

Als ob der Bau mittelalterlicher Burgen nicht schon Mühe und Kosten genug beinhaltet hätte, gab es hier noch ein weiteres Problem. Ludwig der Springer war von Franken und damit nicht Besitzer des Felsplateaus. Um dieses Problem zu lösen, ließ er Erde aus seinem eigenen Territorium auf dem Berg schaffen, um die Burg anschließend darauf zu errichten. Vor dem Kaiser konnte er dann bei seiner Ehre schwören, die Wartburg auf eigenem Grund und Boden erbaut zu haben.

Ich will nicht sagen: "Ehrbar!" aber "Faszinierend!" Als ich Einzelheiten dieser Geschichte erfuhr, kam mir sofort Kaleb in den Sinn. In Josua 14:12 sagt er zu seinem Freund Josua:

"Und nun gib mir dieses Gebirge, von dem der HERR an jenem Tag geredet hat!"

Wie Ludwig der Springer hatte auch Kaleb einen Berg vor Augen. Während der Berg in Thüringen unbewohnt war, war der in Kanaan von einer Rasse bewohnt, die als Riesen bezeichnet wurden. Ludwig der Springer karrte Erde aus Franken, um das Gebiet, auf dem die Wartburg stand, sein Eigen nennen zu können. Kaleb musst es im Kampf erobern - und tat das. Denn er verließ sich auf ein Versprechen Gottes. "Gott hat gesagt … und darum gib mir diesen Berg!" "Warte Gebirge, du sollst mir Heimat werden!" oder: "Wartet, ihr Gewaltigen, ihr sollt mir untertan werden!" Diese Einstellung gefällt mir: "Gott hat es verheißen - und darum fordere ich es!"

Wir alle kennen solche Gebirge? Scheinbar nur granitharter Felsen. Trocken. Gigantisch emporragend. Ohne alle Farbe. Ohne Lebenszeichen. Bewohnt nur von Riesen!

Gerne würde ich sagen: Kopf hoch und durch. Gott wird's schon machen! Aber das klingt hohl. Falls unser Berg auf einem Gebiet steht, das Gott uns klar verheißen hat, dann gilt es, uns an Seine Verheißungen zu klammern und in Anspruch zu nehmen, was Er uns gegeben hat. Wenn wir allerdings keine eindeutige Verheißung haben, gilt es, nahe bei Jesus - und im festen Vertrauen auf Ihn weiterzugehen. Wir sind Überwinder in Ihm. Wir haben den Sieg in Ihm. Er wird uns führen und uns nie alleine kämpfen lassen.

Noch ein Nachschlag:
Ludwig der Springer "besiegte" den Berg auf dem die Wartburg heute steht. An dieser Stelle übersetzte Martin Luther die Bibel in unsere Sprache. All das kam nicht ohne Mühe, aber welch gewaltiger Segen ging - und geht bis heute daraus hervor.

Kaleb besiegte die Riesen im Gebirge um Hebron. Anschließend wurde Hebron eine Freistadt, die für viele Verfolgte und ihre Familien zur Rettung wurde. All das kam nicht ohne Kampf, aber welch ein segensreiches Ergebnis ging daraus hervor.

Wenn Du in an diesem Tag oder in dieser Woche vor einem Berg - oder gar einem Gebirge stehst, dann bleib nahe bei Jesus. Nimm in Anspruch, was Er Dir verheißen hat und halte fest an der Tatsache, dass auch du in Ihm und durch Ihn ein Überwinder bist, der den Sieg hat

Samstag, 13. Februar 2010

… UND ER SUCHT IMMER NOCH!

Heute morgen wurde ich ganz neu erinnert und berührt, dass Jesus gerade denen nachgeht, die von den meisten anderen aufgegeben sind. Im ERF Fernsehen sah ich den Videoclip "Healing Rain" von Michael W. Smith. Inhaltlich geht es darum, dass der Regen der Gnade Gottes sich nähert. Die Verlorenen und Gefundenen werden erreicht, Tränen weggewaschen. Heilender Regen kommt. Der Menschensohn kann den Aussätzigen aufstehen lassen … usw. Drei Personen werden im Clip besonders hervorgehoben: Ein Obdachloser, eine Drogenabhängige und ein alkoholabhängiger Geschäftsmann. Sie alle strecken sich aus nach dem heilenden Regen Gottes, während der Rest der Gesellschaft nur zusieht.

Was drängt sich auf? Lukas 5:31! Dort sagt Jesus:

"Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken." (Schl)

Wir haben so viele "Kranke" um uns herum! Nicht nur Obdachlose, Drogenabhängige und alkoholabhängige Geschäftsleute. Die auch, ganz gewiss! Und dazu die Menschen am Existenzminimum, die chronisch Kranken, die Trauernden, die Ratlosen, die Prostituierten, die überforderten Alleinerziehenden, die sich nach Arbeit sehnenden Arbeitslosen, die Vergessenen, die Überlasteten, die Einsamen, die …

Jesus sagt:

"Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken." (Lk 5:31)

Und

"Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist".
(Lk 19:10)

So viele "Kranke" und Verlorene. Und die anderen (auch Kranke, aber sie meinen, sie seien gesund) - die stehen rum und schauen sich die Leute unbeteiligt an, die im Regen der heilenden Gnade Gottes stehen.

Mir kommt ein anderer Vers in den Sinn. Auch in dem Zusammenhang geht es um Gesunde und Kranke. Nachdem alle möglichen "Eingeladenen" die Einladung Jesu gleichgültig ablehnten, schickte der Herr seine Jünger zu anderen. In Matthäus 22:9 sagt Jesus:

"Deshalb geht hinaus an die Straßenecken und ladet jeden ein, dem ihr begegnet." (NL)

Das eine tun und das andere nicht lassen. Vielleicht befindet sich unter den Gleichgültigen ja noch jemand, dem der letzte Anstupser fehlt - die wollen wir anstupsen! Ansonsten wollen wir in die Richtung blicken, in die Jesus blickt: zu den Kranken, den Verlorenen und den Verzweifelten. Die wissen eher, dass sie den heilenden Regen der Gnade Gottes nötig haben. Wen könnten wir zum nächsten Gottesdienst einladen?

Das Video kann man sich übrigens ansehen unter: http://www.myvideo.de/watch/5280947/Michael_W_Smith_Healing_Rain

Freitag, 12. Februar 2010

Nix Neues unter der Sonne

Ganz so schlimm ist es nicht. Aber diese Blogseite wird wohl ein wenig auf "Neues" warten müssen. Bin krank, hab 'ne Nase wie die in Kölle (nur meine ist echt) und mein Kopf brummt (auch nicht aus den gleichen Gründen wie bei denen in Kölle!)

Wenn ich wieder klar denken kann, kommt auch hier wieder was Neues hin. Bis dann, Wolfgang

PS:
Ein guter Gastredner hat für Sonntag zugesagt. Wer kommt, wird nicht enttäuscht werden.

Mittwoch, 10. Februar 2010

10-40 10/40 10:40 zehn/vierzig

Völlig egal, wie man es schreibt - diese Zahlen sollten jeden Christen unruhig machen.

Als 10/40 Fenster bezeichnet man das Gebiet zwischen dem 10. und 40. nördlichen Breitengrad. Diese Region erstreckt sich von Nordafrika über den Mittleren Osten bis nach Zentral- und Südostasien. Ca 97 % aller vom Evangelium unerreichten Volksgruppen (sie haben nie das Evangelium gehört!) finden sich in diesem Gebiet sowie etwa 82 % der Ärmsten der Armen. Herkömmliche Missionsarbeit ist in dieser Region kaum möglich, da es die Hochburg des Islam, Hinduismus und Buddhismus ist.

Man würde meinen, die Gemeinde Jesu würde ein besonderes Augenmerk legen auf die Gebiete, die vom Evangelium unerreicht sind. Tatsache ist, dass nur ca 2% aller Missionare im 10/40 Fenster arbeiten und weniger als 2% aller Missionsspenden in die Evangelisierung dieses Gebietes fließen.

Immer wieder wird (richtigerweise) betont, dass ja auch die westliche Welt (Europa, USA etc) evangelisiert werden muss! Ein lautes AMEN! dazu. Lasst uns das tun. Am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft, in der Familie und Verwandtschaft und wo immer sich die Möglichkeit findet. Die Frage ist nicht, ob wir unser Zeugnis "zu Hause" aufgeben sollten, um nur noch unter den "Unerreichten" zu missionieren. Die Frage ist die nach der Verhältnismäßigkeit.

Warum arbeiten alle möglichen Hilfsorganisationen zur Zeit auf Hochtouren in Haiti? Gibt es in unserem eigenen Land keine Not mehr? Warum setzen sich Menschenrechtsorganisationen besonders für Länder ein wie den Sudan, China und Nordkorea? Gibt es bei uns im Land keine Menschenrechtsverletzungen? Die Antwort ist klar: Es ist eine Frage der Verhältnismäßigkeit. Das eine tun und das andere nicht lassen. Dabei müssen wir als Christen den Schwerpunkt auf die (geistlichen) Krisengebiete legen - dort wo die Not am größten ist.

Lasst uns die Menschen um uns herum einladen in unsere Gemeinden und Häuser. Last uns sie beschenken mit Bibeln und guten Büchern. Lasst uns sie auf die Radio- und Fernsehsendungen aufmerksam machen, die das Evangelium verkündigen. Lasst uns all die Möglichkeiten ausnützen, die die Freiheit in unserem Land erlauben. Niemand, aber auch NIEMAND! muss in unserem Land unerreicht bleiben. Selbst der Mensch, der nie einem Christen begegnet, hat die Möglichkeit, durch die Medien oder Literatur den Weg zu Jesus zu finden. Und dafür wollen wir Gott danken.

Gleichzeitig wollen wir uns auf die geistlichen Krisengebiete konzentrieren. Die Länder, in denen der Glaube an Jesus illegal ist, in denen Radio und Fernsehen zensiert wird, in denen Bibeln nicht verkauft werden und Christen sich nicht als solche zeigen dürfen. Als Jesus uns den Auftrag gegeben hat, ALLE Menschen zu Jüngern zu machen, hat er nicht nur die gemeint, die "leicht" erreichbar sind, sondern ALLE!

Last uns beginnen, für die Unerreichten zu beten. Das ist der erste Schritt! Lasst uns gezielt die Arbeit unter den Unerreichten finanziell fördern! Und lasst uns daraufhin arbeiten, in unseren Gemeinden Menschen zu Jüngern zu machen, die die Kosten nicht scheuen, die Unerreichten zu erreichen. Jünger, die bereit sind, das Evangelium dahin zu tragen, wo der Name unseres Retters und Königs noch unbekannt ist. Die meisten davon leben im 10/40 Fenster!

Denn "wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden" Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wenn sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben steht (Jesaja 52,7): "Wie lieblich sind die Füße der Freudenboten, die das Gute verkündigen!" (Römer 10:13-15)

Dienstag, 9. Februar 2010

Winter Dejavue

Ich bin wahrlich kein Wintermensch. Eher der erste, der die frühen Sprosse der Schneeglöckchen und Krokusse entdeckt. Aber dieses Jahr bereitet mir der Winter Freude. Ich fühle mich zum ersten Mal in Jahrzehnten in meine Kindheit zurückversetzt: Schneeberge am Straßenrand, ungeräumte Nebenstraßen, Schneemänner und Iglus in Nachbars Garten, klirrende Kälte, trockenen Pulverschnee und tagelang frischen Nachschub (soll ja wieder was kommen). Das hat es lange nicht mehr gegeben.

Besonders gut gefällt es mir, wenn der Winter eine Pause einlegt, ohne dass alles wegschmilzt. In den Tagen wird die weiße Pracht dann grau und schmutzig. Die Wege werden matschig, Die Wiesen kommen hervor, wo Schneemänner gebaut wurden. Das gesamte Bild der Einheitlichkeit und des Friedens erhält einen einen Kratzer – bis zum nächsten Morgen. Wenn über Nacht erneut die Flocken vom Himmel fallen, wird alles wieder weiß und ausgeglichen.

Immer wieder kommt mir der Bibelvers in den Sinn, der vom Schnee spricht. In Jesaja, Kapitel 1, Vers 18 heißt es:


„Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden!“


Gott weiß genau, dass wir Menschen uns manchmal recht grau uns schmutzig fühlen. Wir sehnen uns danach, all die Dinge hinter uns zu lassen, deren unser Gewissen uns anklagt - einfach zuschneien lassen – und auf Nimmerwiedersehen! Der Schnee im Winter kann das nicht bewirken. Aber er kann uns daran erinnern, dass Jesus unser Gewissen schneeweiß machen kann, unbeschwert. Jesus lädt ein:


„Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken!“


Das sind Worte, die betrübte Herzen aufmuntern können – so wie eine frische Schneedecke im Winter.

Montag, 8. Februar 2010

Tripple G - Die 3 G's

Einen ganz markanten Satz schreibt der Prophet Sacharja in seinem 12. Kapitel. Vers 10:

Aber über das Haus David und über die Einwohner von Jerusalem will ich den Geist der Gnade und des Gebets ausgießen, und sie werden auf mich sehen, den sie durchstochen haben, ja, sie werden um ihn klagen, wie man klagt um den eingeborenen [Sohn], und sie werden bitterlich über ihn Leid tragen, wie man bitterlich Leid trägt über den Erstgeborenen.

Das ist Erweckung! Große Erweckung! Nationale Erweckung! Israels Endzeiterweckung. Erweckung, nach er sich ja auch heute so viele Gotteskinder ausstrecken. Und doch etwas anders. Wenn wir heute von Erweckungen lesen oder dafür beten, meinen wir dann nicht häufig einen Ansturm von Glücksgefühle und geistlicher Euphorie? Nicht so in Sacharja 12:10. Sacharjas Erweckung zeichnet sich aus durch Buße, Tränen und Umkehr - wie übrigens die großen Erweckungen vergangener Jahrhunderte.

Wie kommt es zu solchen Gott geschenkten Erweckungen? Es ist nichts, das Menschen produzieren können, nicht durch Worte, nicht durch Musik, nicht durch Methoden oder sonstiges. Der Herr erklärt:

Ich will ich den Geist der Gnade und des Gebets ausgießen, und sie werden auf mich sehen …

Erweckung ist Folge der 3 G's: (Gottes) Geist, Gnade und Gebet. Diese 3 gehören zusammen. Erweckung entspringt dem Willen Gottes, zu Handeln, nicht menschlicher Produktion.

Erweckung geschieht in Verbindung mit einem Ausgießen des Geistes der Gnade und des Gebets! Ein Ausgießen der Gnade gefällt uns vielleicht noch - aber Gebet? Sind wir überhaupt daran interessiert, dass Gott seinen Geist des Gebets über uns ausgießt? Gebet kostet - Zeit, Energie, Konzentration und möglicherweise einiges andere. Aber Gottes Geist ist nicht zerteilt. Eine Ausgießung des Geistes kommt als Ausgießung der Gnade und des Gebets. Die Erweckungsgeschichte bestätigt das Wort Gottes.

Die Merkmale einer Ausgießung des Heiligen Geistes sind ein großes Werk der Gnade und eine Bewegung des Gebets. Und die Folge einer solchen Bewegung ist, dass die Menschen auf IHN sehen werden, und IHN als den Gekreuzigten erkennen und anbeten werden.

Oh, dass der Herr eine solche Erweckung schenken möchte!

Aber es gibt auch die Kehrseite:

Wenn Jesus und sein Werk gering geachtet oder vernachlässigt werden, wenn der Name "Jesus" keine Regung mehr in uns hervorruft - dann ist etwas gewaltig faul! Wenn die Person und das Werk Jesu uns nicht mehr innerlich bewegen, dann ist der "Tod im Topf" und ist es höchste Zeit, eine neue Ausgießung des Heiligen Geistes auf unser Leben zu suchen. Und auf solchem Suchen liegt die Verheißung des Findens!

In Matthäus 5:6 verspricht Jesus:
"Glücklich sind, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie sollen satt werden."