Gestern ging es um die junge Familie John und Betty Stam mit ihrer Tochter Helen. In China tobte der Bürgerkrieg und Familie Stam war nur eine kurze Zeit im Land vergönnt, bevor sie ihr Leben als Märtyrer verloren. Nur die 3 Monate alte Hellen blieb auf wunderbare Weise am Leben.
Vielen stellt sich die Frage: Wozu das Ganze? Warum hat Gott sie sterben lassen, bevor ihr Dienst überhaupt richtig begann? Warum hat Gott den jungen Eltern so viel Herzeleid zugemutet? (Während der Geiselnahme versteckte Betty ihre kleine Tochter in einer Unterkunft, wo sie 2 Tage später gefunden und gerettet wurde.) Hätte Gott nicht anders, nicht wunderbarer, nicht segensreicher wirken können, wenn Er sie am Leben erhalten hätte? Lässt Gott Menschen aufwachsen, sendet sie dann in die Mission ... und lässt sie kurze Zeit später grausam sterben? Solche Fragen sind berechtigt und normal. Und es gibt Antworten, nicht immer so klar wie im Fall der Familie Stam.
Zunächst müssen wir Gottes Wort konsultieren und uns sagen lassen, dass Gottes Gedanken für uns nicht immer verständlich sind. Er ist eben der unbegrenzte Gott und wir nur begrenzte Geschöpfe. Durch den Propheten Jesaja erklärt Gott (Jesaja 55:8+9):
Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr; sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, so viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.
Zum anderen dürfen wir sehen, dass manchmal das positive Ergebnis menschlichen Leidens das Leiden selbst übertrifft. Hiob ruft nach seinem Leid aus (Hiob 42:5):
Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen.
Hiob blieb am Leben, John und Betty Stam nicht. Aber auch ihr kurzes Leben brachte Frucht, deren Auswirkungen kaum zu glauben sind:
Eine ganze Reihe Berichte erwähnen, wie der Tod des Ehepaares sich auf die Mission ausgewirkt hat. Eine Quelle schreibt:
Die Nachricht vom Märtyrertod von John und Betty Stam wurde weltweit verbreitet. Als sie von diesem tragischen Bericht hörten, widmeten sich Hunderte junger Männer und Frauen der Ausbreitung des Reiches Gottes in der Auslandsmission. Im Jahr 1941 wurden fünf chinesische Christen von einem einheimischen Pastor in der Stadt Tsingteh (der Stadt, in der Stams sich gerade mal 2 Wochen niedergelassen hatten bevor sie entführt wurden,) getauft. Heute gibt es in ganz China Hunderttausende von Christen, die nach wie vor zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit suchen. In der Tat sind das Opfer und das Martyrium von John und Betty Stam ein mächtiges Zeugnis der Liebe zu Gott und seinem Reich, der Liebe zu den Menschen, und „sie liebten ihr Leben nicht bis in den Tod“.1
Natürlich war der Tod der Stams besonders schockierend für die Eltern von Betty, die selbst als Missionare in China tätig waren. Bettys Vater, Dr. Scott, sagte, seine Tochter und sein Schwiegersohn seien „nicht umsonst gestorben. Das Blut der Märtyrer ist nach wie vor der Same der Kirche. Wenn wir unsere geliebten Kinder sprechen hören könnten, wüssten wir aufgrund ihrer Überzeugungen, dass sie Gott preisen würden, weil Er sie für würdig erachtet hat, um Christi willen zu leiden.“2
Und die kleine Helen? Ein Journalist fragte die 14-jährige: ‚Nach allem, was deine Eltern und du durchgemacht habt, nachdem sie enthauptet wurden und du plötzlich zur Waise geworden bist – was empfindest du jetzt gegenüber den Chinesen? Hasst du sie?‘ Sie antwortete sofort: ‚Oh, ich finde sie einfach wunderbar. Ich liebe sie.“ Und dann sagte sie zu mir: „Stell dir mal vor: Ich lebe heute noch, weil ein Chinese meinen Platz eingenommen hat und für mich gestorben ist.“3 (siehe Andacht gestern)
Einige Wochen vor seinem Tod hatte John Stam noch einen Brief an seinen Vater geschrieben, den er mit den Worten beendete: „Der Herr segne euch und leite euch – und was uns betrifft: Möge Gott verherrlicht werden, sei es im Leben oder im Tod.“4 Dann fügte er ein Gedicht hinzu, das 1931 von E. H. Hamilton zum Gedenken an den Märtyrertod von Jack Vinson verfasst wurde. Hier die deutsche Übersetzung:
Angst? Wovor?
Die freudige Befreiung des Geistes zu spüren?
Vom Schmerz in vollkommene Ruhe einzugehen,
Den Streit und die Anspannung des Lebens hinter sich zu lassen?
Angst – davor?
Angst? Wovor?
Angst, das Antlitz des Erlösers zu sehen,
Seinen Willkommensgruß zu hören und zu erblicken,
Wie die Herrlichkeit aus den Wunden der Gnade strahlt?
Angst – davor?
Angst? Wovor?
Ein Blitz, ein Krachen, ein durchbohrtes Herz –
Dunkelheit, Licht, o Kunst des Himmels!
Eine Wunde Seines Ebenbildes!
Hast du Angst davor?
Angst? Wovor?
Durch den Tod zu vollbringen, was das Leben nicht vermochte –
einen steinernen Boden mit Blut zu taufen,
bis Seelen an dieser Stelle erblühen?
Hast du Angst davor?5
John und Betty Stam hatten sicher andere Pläne und Wege geplant, aber die Bibelverse auf ihren Grabsteinen bezeugen ihren wirklichen Wunsch:
John Cornelius Stam: (dass) „wie allezeit, so auch jetzt, Christus hochgepriesen wird an meinem Leib, es sei durch Leben oder durch Tod.“ (Philipper 1:20)
Betty Scott Stam: “Denn für mich ist Christus das Leben, und das Sterben ein Gewinn.“ (Philipper 1:21)6
Und wieder hat sich der Spruch des Kirchenvaters Tertullian aus dem 3. Jahrhundert bewahrheitet:
„Das Blut der Märtyrer ist der Samen der Kirche“

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