„Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!“ (Hebräer 12,14 )

Dienstag, 15. September 2026

Biographie: John (und Betty) Stam

John und Betty Stam
Fürchte nichts von dem, was du erleiden wirst! Siehe, der Teufel wird etliche von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr geprüft werdet, und ihr werdet Drangsal haben zehn Tage lang. Sei getreu bis in den Tod, so werde ich dir die Krone des Lebens geben! (Offenbarung 2:10)

John Stam wurde am 18. Januar 1907 in den USA geboren. Sein Vater war aus Holland eingewandert und betrieb mit seinem Vater, John’s Großvater, ein unrühmliches Gasthaus. Um die amerikanische Kultur besser kennenzulernen, las John’s Vater eines Tages in einem Neuen Testament, kam zum Glauben und begann, für Jesus zu leben. In diesem christlichen Umfeld wurde John geboren.

Mit 15 Jahren traf er eine Entscheidung für Jesus und lernte mehr und mehr, Jesus nachzufolgen, obwohl es ihm anfangs schwerfiel, vor Menschen zu sprechen.

Im Moody Bible College lernte er die Missionarstochter, Betty Scott, kennen, deren Eltern mit der China Inland Mission (OMF) in China tätig waren. 1933 heirateten die beiden. Im November 1934 zogen sie mit ihrer neugeborenen Tochter, Helen, nach Tsingteh in China.

In China tobte der chinesische Bürgerkrieg. War es weise, dort als junge Familie dem Herrn zu dienen? John erklärte bei einer Rede am Moody Bible College:

„Sollen wir den Rückzug antreten und von unserer hohen Berufung in Christus Jesus abkehren, oder wagen wir es, auf Gottes Geheiß hin trotz aller Unmöglichkeiten voranzuschreiten? … Erinnern wir uns daran, dass der Missionsauftrag niemals durch Einschränkungen versehen war, die ein Voranschreiten nur dann vorsahen, wenn reichlich Mittel zur Verfügung standen und keine Entbehrungen oder Selbstverleugnung damit verbunden waren. Im Gegenteil, uns wird gesagt, dass wir Bedrängnis und sogar Verfolgung erwarten sollen – aber damit auch den Sieg in Christus.

In Tsingteh hatten sie keine Zeit, sich einzuleben. Bereits nach 2 Wochen stürmte die Rote Armee ihr Haus. John und Betty bedienten sie mit Tee und Keksen bevor sie mit der kleinen Helen in einer zum Gefängnis erklärten Villa eingesperrt wurden. Als Helen zu Weinen begann, wollten die Soldaten sie umbringen. Ein kürzlich freigelassener Häftling bat um ihr Leben und ließ sich stellvertretend hinrichten. Die Grauen jener Zeit waren unbeschreiblich.

Dort im Gefängnis war es John möglich einen Brief an die Leitung der CIM zu schreiben, der später gefunden wurde, eingewickelt in der Kleidung des Babys. Der Brief beschreibt den Hergang der Geiselnahme, die Forderung um $ 20.000 Lösegeld und zitiert Philipper 1:20:

„Möge Christus verherrlicht werden, sei es durch Leben oder Tod.“

Baby Helen
Am folgenden Tag war ein 14 km langer Marsch angesagt. Während dieses Marsches war es Betty Stam bei einer Übernachtung möglich, ihre Tochter Helen in einem warmen Schlafsack zu verstecken und – wie einst Mose – der Gnade Gottes anzuvertrauen. Was für ein Schmerz es für die Mutter gewesen sein muss! Zwei Tage später wurde sie gefunden. Pastor Lo Ke-chou brachte sie zu ihren Großeltern, die noch in China dienten.

John und Betty starben gemeinsam. Befohlen, sich hinzuknien, starben sie als tapferes Zeugnis für ihren Glauben an Jesus.

Und? Was ist nun die Frucht ihres extrem kurzen Dienstes? Was haben sie in der Welt für Jesus bewirkt? Welchen Sinn hat es, dass ein jungverheiratetes Ehepaar geköpft – und ihre 3 Monate alte Tochter zur Waisen wird? Darüber morgen noch einmal etwas mehr. Heute nur die Ermutigung: Es ist möglich, Jesus auch in den ärgsten Widerwärtigkeiten treu zu folgen, wenn unsere Liebe zu Ihm die Liebe zu uns selbst übersteigt. Das war bei John Stam und seiner Frau Betty der Fall.

Und sie haben ihn überwunden um des Blutes des Lammes und um des Wortes ihres Zeugnisses willen und haben ihr Leben nicht geliebt bis in den Tod! (Offenbarung 12:11)

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