Ungern möchte ich die gestern begonnene Miniserie „Warum ich glaube“ durch eine Biographie unterbrechen, die nicht zum Thema passt. Darum habe ich eine kurze Recherche gemacht zum Thema „Kämpfe und Zweifel im Glaubensleben" und habe interessante Ergebnisse bekommen. Auch bekannte Christen haben massive Kämpfe im geistlichen Leben durchlaufen, meist theologischer Art, aber auch mit Zweifel am Glauben schlechthin:
Martin Luther zweifelte u.a. daran, ob Gott ihm wirklich gnädig sein würde, ob er in Gottes Gericht bestehen würde und ob seine Berufung zum Reformator wirklich von Gott war.
John Bunyan, der baptistische Pastor und Autor des Klassikers „Die Pilgerreise ging jahrelang durch geistliche Kämpfe und Angst, nicht erwählt zu sein. Außerdem befürchtete er, die unvergebbare Sünde begangen zu haben und hatte Zweifeln an Gottes Verheißungen.
Charles Spurgeon, der britische Prediger, auch als „Prinz der Prediger“ bezeichnet, litt immer wieder unter schweren Depressionen. Er verheimlichte dies nicht, sondern sprach offen über Zeiten, in denen ihm Gott fern erschien und er kaum Hoffnung empfand. Allerdings warnte er selbst davor, jede Glaubenskrise vorschnell als geistliches Versagen zu beurteilen. Körperliche und seelische Faktoren könnten die Wahrnehmung des Glaubens stark beeinflussen.
Dr. Billy Graham, der bekannte Evangelist, kannte Zweifel an der Zuverlässigkeit der Bibel und an der theologischen Gewissheit. Mit diesen Zweifeln kämpfte er besonders zu Anfang seines Dienstes. Sie kamen zu einem Ende, als er sich entschloss, sein Vertrauen auf die Heilige Schrift als Gottes Wort zu setzen.
Francis Schaeffer, der Theologe und Apologet (Glaubensverteidiger), kannte Zweifel, geistliche Trockenheit und Zeiten persönlichen Ringens im Glauben.
Corrie ten Boom – wer kennt sie nicht, die Zeugin der NS-Zeit und Unterstützerin der Juden im Dritten Reich. Gemeinsam mit ihrer Schwester erlebte sie die Konzentrationslager der Hitlerzeit. Ihre Schwester überlebte es nicht. Corrie rang mit der Frage: „Wie kann ich Gottes Güte glauben, nachdem ich solches Leid gesehen habe?“
David Brainerd Missionar unter den Indianern Amerikas, litt unter Depressionen, Einsamkeit und geistlicher Niedergeschlagenheit.
William Cowper Dichter und Liederdichter, kämpfte mit schweren Depressionen und der Angst, von Gott verworfen zu sein.
C. S. Lewis ging nach dem Tod seiner Frau durch eine heftige Glaubenskrise, wobei er Gottes Güte radikal infrage stellte.
Adoniram Judson überlegte nach vielen Rückschlägen und persönlichen Katastrophen, zum Buddhismus zu konvertieren. Gott begegnete ihm mitten in der Krise und erneuerte seine Berufung.
Warum glauben wir? Nicht, weil der Glaube uns immer vor Zweifeln, Nöten, Krankheiten und Leid verschont. Wir glauben, weil mitten in Zweifeln, Nöten, Krankheiten und Leid Gott sich als Hirte, Lehrer und Freund erweist. In der Dunkelheit erfahren wir ihn als Licht, in den Durststrecken als das lebendige Wasser und in der Verlorenheit als unseren Hirten.
Niemand muss verzweifeln oder aufgeben, wenn Satan durch Not, Leid oder andere Anfechtungen angreift. Wir blicken zuerst auf Jesus und dann auf die, die vor uns den Glaubensweg gegangen sind. Gott hat sie durch dick und dünn getragen und sie sicher ans Ziel gebracht. Das wird Er auch mit uns tun!
Da wir nun eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, so lasst uns jede Last ablegen und die Sünde, die uns so leicht umstrickt, und lasst uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der vor uns liegt, 2 indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts achtete, und der sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat. 3 Achtet doch auf ihn, der solchen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht müde werdet und den Mut verliert! (Hebräer 12:1-3)

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