„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Dienstag, 1. Juli 2025

Ein blutrünstiger Gott? (Das größte Opfer - Teil 2)

Gestern ging es um Jesus, als das größte, wichtigste, stärkste, all umfassendste, endgültige Opfer. Wir hatten die Gedanken gestern abgeschlossen mit dem Vers aus Hebräer 10:18:

Sind aber die Sünden vergeben,
dann ist kein Opfer mehr nötig.

Wir hatten auch ins Alte Testament geschaut und festgestellt, dass es über die Jahrhunderte Millionen und Abermillionen von Tieren gewesen sein müssen, die als Opfer dargebracht wurden. Manch einem stellt sich die Frage: Warum all das Sterben und all das Blut?

Gott benötigte keine Tieropfer im Alten Testament, um den Menschen ihre Sünden zu vergeben. Es waren die Menschen, die die Opfer brauchten, um sich an die tödlichen Folgen der Sünde zu erinnern. 

Wir tendieren dahin, Sünde zu bagatellisieren. Wir haben uns so daran gewöhnt, dass wir gelernt haben, mit der Sünde zu leben, Sünde zu tolerieren, kleinzureden, zu entschuldigen und sie oft sogar zu verteidigen. Nur: Sünde ist weder zu entschuldigen noch zu verteidigen. Nie! Wir benötigen entweder einen Stellvertreter, der die Strafe für unsere Schuld auf sich nimmt, oder wir müssen sie selbst tragen. Die Opfer des Alten Testaments erinnern daran, dass Sünde drastische Folgen hat. Das Opfer Jesu erinnert daran, dass Er den ultimativen Preis bezahlt hat, schrecklicher, als alle Tieropfer zuvor zusammen.

Bedeutet das nicht, dass wir einen blutrünstigen Gott haben, wie uns manche Zeitgenossen vorwerfen? Nein, absolut nicht! Die Opfer wurden nicht eingesetzt, weil Gott blutrünstig wäre, sondern gerade im Gegenteil: Die Opfer wurden eingesetzt, weil Gott eben nicht den Tod des Sünders will. Darum, stellvertretend für den Tod des Sünders, wurden im Alten Testament die verschiedenen Opfer eingesetzt.

Wir leben in einer Kultur, die Toleranz und Freiheit fordert. Die Toleranz der Menschen gegenüber Sünde ist ins Astronomische gestiegen. Selbst viele von denen, die noch an Gott glauben, basteln sich einen Gott, der nur aus Liebe, Güte und Vergebung besteht - ohne Strafe.

Im Alltag denken und handeln wir ganz anders. Da fordern wir Strafe, Rache und Blut! Wir töten Alte, Junge und sogar Ungeborene. Wir erfinden neue, „gerechte“ Definitionen für alte, ungerechte Schandtaten. Wir nennen gut, was Gott böse nennt und böse, was Gott gut nennt. Wir verlassen Gottes Maßstäbe, setzen unsre eigenen und klagen an, was uns an Gott nicht gefällt.

Tatsache ist – und darunter müssen wir uns beugen: Es ist Gott, der die Maßstäbe setzt. Er war vor uns! Er hat uns geschaffen, gewollt, geliebt, und Er liebt uns bis heute! Aber als heiliger Gott kann Er Sünde nicht einfach ignorieren. Gott beschreibt Seine Gnade und Gerechtigkeit in 2. Mose 34:7, wenn Er erklärt:

Ich lasse Menschen meine Liebe erfahren über Tausende von Generationen. Ich vergebe Schuld, Unrecht und Sünde, doch ich lasse nicht alles ungestraft. Wenn jemand an seiner Schuld festhält, dann muss er die Folgen tragen, und nicht nur er, sondern auch seine Kinder, Enkel und Urenkel!

Gott vergibt jedem die Schuld, der nicht an ihr festhält. Wer Gott als blutrünstig bezeichnet, hat weder den Abgrund der Sünde, noch die Liebe und Gerechtigkeit Gottes erkannt.

Dank sei dem himmlischen Vater, der die Welt so geliebt hat, dass Er Seinen einzigen Sohn, Jesus, hingab, um als Opfer für unsere Sünden zu sterben!

Dank sei Jesus, dem Sohn Gottes, der Sein Leben gegeben hat, um unsere Schuld zu vergeben, und der Sein Leben wieder genommen hat, auferstanden ist, um uns neues Leben zu schenken!

Dank sein dem Geist Gottes, der uns überführt hat von Sünde, Gerechtigkeit und Gericht und uns Jesus vor Augen gemalt hat!

Montag, 30. Juni 2025

Das größte Opfer

Irgendwo las ich die Geschichte eines kleinen Mädchens namens Liz, das an einer seltenen und schweren Krankheit litt. Ihre einzige Chance auf Genesung schien eine Bluttransfusion von ihrem fünfjährigen Bruder Danny zu sein, der die gleiche Krankheit wie durch ein Wunder überlebt und die nötigen Antikörper entwickelt hatte.

Der Arzt erklärte Danny die Situation und fragte den Jungen, ob er bereit wäre, seiner Schwester sein Blut zu spenden. Er zögerte kurz, bevor er tief durchatmete und sagte: „Ja, ich mache es, wenn es Liz rettet.“

Während die Transfusion lief, lag er neben seiner Schwester im Bett und lächelte, wie all die anderen auch, die zusahen, wie die Farbe in Liz‘ Wangen zurückkehrte. Dann aber wurde Danny ernst, und sein Lächeln verblasste. Er blickte zum Arzt auf und fragte mit zitternder Stimme: „Werde ich jetzt sofort sterben?“ Der Junge, klein wie er noch war, hatte den Arzt missverstanden. Er dachte, er müsse seiner Schwester sein ganzes Blut geben.

In den vergangenen Wochen habe ich viel über Opfer nachgedacht. Im Alten Testament waren es im Laufe der Jahre Tausende und Abertausende von Opfern, die regelmäßig geopfert werden mussten. Dazu kamen freiwillige Opfer, die, selbst bei Einzelevents, die 100.000der Grenze überschritten; so, z.B., bei der Überstellung der Bundeslade in den Tempel Salomos oder erneut bei der Einweihung dieses Tempels kurze Zeit später. Beim Passahfest wurden nach den Schriften des jüdischen Historiker, Josephus, jedes Jahr um die 256.000 Schafe geopfert. Und das über Jahrhunderte.

Wozu? Gott benötigte keine Tieropfer, um den Menschen zu vergeben. Es waren die Menschen, die die Opfer brauchten, um sich an die tödlichen Folgen der Sünde zu erinnern. Die Tieropfer vermochten nicht einmal Sünden zu vergeben, wie Hebräer 10:4 deutlich sagt:

Denn unmöglich kann das Blut von Stieren und Böcken Sünden hinwegnehmen!

Und doch forderte Gott sie! Wozu? Zum einen als Erinnerung an den Sünder, dass seine Sünde den ewigen Tod zur Folge hat. Aber, wichtiger noch, als vorläufige Sühnung. Das hebräische Wort für Sühnung trägt den Gedanken des Zudeckens. Das Blut der Tieropfer deckte die Sünde der Menschen zu, bis das Blut des vollkommenen Opfers vergossen werden würde. Davon spricht Hebräer 10:10,14+18:

Aufgrund dieses Willens sind wir geheiligt durch das ein für alle Mal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi. ... Denn mit einem Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer vollkommen gemacht. ... Sind aber die Sünden vergeben, dann ist kein Opfer mehr nötig.

Einerseits Meere aus Blut, Berge aus Opfertieren im Alten Testament; Opfer, die immer wieder wiederholt werden mussten, nur zudecken konnten, aber immer erinnerten, dass Sünde den Tod zur Folge hat. Andererseits das eine Opfer Jesu, des Sohnes Gottes: sündlos, rein, vollkommen, ein für alle Mal – für die Sünden der ganzen Welt von Adam bis zum letzten Menschen, der auf dieser Erde geboren wird. 1. Johannes 2:2 belehrt uns:

Er ist das Sühnopfer für unsere Sünden, aber nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.

Was für eine nie dagewesene Kraft des Blutes, Kraft des Blutes Jesu, des Lammes Gottes.

Kraft, die vergibt! Kraft, die erlöst! Kraft, die befreit! Kraft, die erneuert! Kraft, die Hoffnung gibt! Kraft, die es so nie gegeben hat und nie wieder geben wird: die Kraft des Blutes Jesu!

Kennst Du die Kraft des Blutes Jesu? Sein Opfer war das ausschlaggebende, das letzte und das vollkommene Opfer, wie Hebräer 10:18 bezeugt:

Sind aber die Sünden vergeben, dann ist kein Opfer mehr nötig.

Sonntag, 29. Juni 2025

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss!

Titus 2:11-14

11 Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen,
12 und unterweist uns, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in dem jetzigen Zeitlauf,
13 indem wir die glückselige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Jesus Christus erwarten.
14 Der hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns loskaufte von aller Gesetzlosigkeit und sich selbst ein Eigentumsvolk reinigte, das eifrig sei in guten Werken.

Herzliche Einladung zum Gottesdienst

 Anbetung - Gebet
- Predigt - Gemeinschaft
gemeinsames Mittagessen

  Wir freuen uns auf dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr

Sonntagszitat: 

Ein Mensch, der wahre Gottesfurcht im Herzen hat,
ist wie die Sonne, die da scheinet und wärmt,
wenn sie auch nicht redet.
(Matthias Claudius)

Nicht das, was wir tun, gibt unserem Leben Bedeutung, 
sondern dass wir Gottes Eigentum sind.
(Max Lucado)

Samstag, 28. Juni 2025

Wie feiern wir Gottesdienst?

CC BY-SA 3.0
Das war eine interessante Erfahrung am vergangenen Sonntag. Sicher nicht interessant für jeden Mitarbeiter unserer Gemeinde. Eine Stunde vor Beginn des Gottesdienstes, als das Anbetungsteam proben und die Technik sich vorbereiten wollte, lief gar nichts mehr. Das interne WLAN, das viele der Geräte im Raum steuerte, war ausgefallen. Die Musiker konnten sich nicht gegenseitig über Bluetooth hören, der Beamer zur Liedanzeige funktionierte nicht, das schnurlose Mikro auch nicht. Der Livestream war nicht optimal ... und das sind nur die Probleme, die mir zu Ohren kamen. Alle betroffenen Mitarbeiter arbeiteten fieberhaft, um den Fehler zu finden. Noch kurz vor Gottesdienstbeginn stand eine Leiter vor der Bühne, lagen Kabel quer durch den Raum – vergebens! Der Gottesdienst musste auf einige technische Hilfsmittel verzichten.

Mir kamen die Geschwister in den Sinn, die in Israel, Gaza oder im Iran Gottesdienst feierten. Viele von ihnen hatten vermutlich nicht mal bequeme Stühle, die wir immer noch hatten. Viele hatten vermutlich überhaupt keine Technik, da ihre Treffen im Untergrund stattfanden. Andere waren vielleicht froh, wenn sie irgendein Instrument besaßen, um das Singen zu begleiten.

Und Jesus? Damals? Als Er zu 4000+ und 5000+ Zuhörern predigte? Auch das geschah ganz ohne irgendeine Anlage.

Ich bin dankbar, dass wir einen guten Gottesdienst feiern durften, auch wenn es für unsere Technik und das Anbetungsteam recht stressig gewesen sein muss. Tatsache ist: Der Herr war gegenwärtig. Aber die Frage stellt sich in solchen Situationen: Was ist eigentlich wichtig, wenn wir Gottesdienst feiern. Was MUSS dabei sein, was nicht? Was ist mit unserer inneren Einstellung?

Vor wenigen Wochen fiel auf dem Open Doors Tag in Karlsruhe ein Satz über Gottesdienste in Nordkorea, der mich aufhorchen ließ. Dass Nordkorea das für Christen gefährlichste Land der Welt ist, ist weithin bekannt. Dass Christen dort überhaupt in irgendeiner Weise Gottesdienst feiern, ist beachtenswert, denn wer dabei erwischt wird, ist so gut wie tot.

Der Satz, der mich bewegte lautete: „Nordkoreanische Christen im Untergrund feiern ihre Gottesdienste so, dass es ihr letzter sein kann (oder: als wäre es ihr letzter)“ Was bewegt diese Glaubensgeschwister überhaupt, sich unter Lebensgefahr zu treffen – oft nur zu zweit oder zu dritt – und gemeinsam Gottesdienst zu feiern? Was bewegt Christen in den Arbeitslagern, das Abendmahl heimlich in den verschmutzten Latrinen der Lager zu feiern? Immer mit dem Tod vor Augen, wenn sie erwischt werden?

Sicher hat es damit zu tun, dass sie verstanden haben, dass Gottesdienst ein Dienst zur Ehre Gottes ist, bei dem es auf unsere Herzen ankommt – mehr als auf das Funktionieren des äußeren Drumherums. Es ist eine Zeit der Gemeinschaft mit Gott und miteinander. Wenn der Inhalt stimmt, ist alles andere zweitrangig.

Lasst das unser Sehnen und Beten sein, wenn wir uns morgen weder in unseren Gemeinden versammeln. Wenn das Äußere, das Programm, eine Methode, ein Plan, die Technik oder etwas dergleichen nicht mitspielt – gib es ab an Gott. Er kommt bestens mit solchen Ausfällen zurecht. Lasst uns vielmehr unsre Herzen vorbereiten, dass Er darin einziehen kann – unabhängig von den äußeren Gegebenheiten! 

Gesegneten Sonntag!

Und sie blieben beständig in der Lehre der Apostel
und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen
und in den Gebeten. (Apostelgeschichte 2:42)

Freitag, 27. Juni 2025

Die Fehler der Jünger

CC BY-NC 4.0
16 Und er berief die Zwölf, und er gab dem Simon den Beinamen Petrus, 17 und Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus, und er gab ihnen den Beinamen Boanerges, das ist Söhne des Donners, 18 und Andreas und Philippus und Bartholomäus und Matthäus und Thomas und Jakobus, den Sohn des Alphäus, und Thaddäus und Simon, den Kananäer, 19 und Judas Iskariot, der ihn auch überlieferte. (Markus 3:16-19)

Ich bin immer wieder ermutigt, wenn ich mir die Jünger Jesu anschaue. Was für eine unterschiedliche Truppe. Wie oft haben sie gestritten, waren unterschiedlicher Meinung, kleingläubig, ängstlich, vorschnell oder übermütig. Wie oft waren sie langsam (!) zu Verstehen – oder haben gar nichts kapiert. Und Jesus hat keinen von ihnen weggeschickt, fallengelassen oder vor anderen bloßgestellt – nicht einmal Judas. Der ging von alleine – ganz freiwillig. Die anderen blieben – trotz ihrer Schwächen – bei Jesus. Gründe, sie abzuweisen und nach Besseren, Qualifizierteren umzusehen, hätte Jesus genug gehabt. Da waren:

ð Simon Petrus: Schnell – oft zu schnell, selbstüberschätzend, am Ende verleugnet er seinen Herrn.

ð Jakobus und sein Bruder Johannes: Kommen oft im Doppelpack. Einmal schlagen sie vor, eine ganze Ortschaft durch himmlisches Feuer zu zerstören; ein andermal wollen sie einen Sonderplatz im Himmel. Nicht gerade gemeinschaftsfördernd.

ð Andreas: Kommt nicht an die Popularität seines Bruders Petrus heran. Stand scheinbar oft in seinem Schatten.

ð Philippus: Verstand nicht immer gleich, was Jesus sagte oder tat.

ð Bartolomeo: Selten erwähnt. Unscheinbar. Personalie ungewiss.

ð Matthäus: Sehr schlechte Voraussetzung zum geistlichen Dienst: großer Freundeskreis im schlechten Milieu.  

ð Thomas: Ok, den kennt man. Allerdings als Zweifler.

ð Jakobus, Sohn des Alpäus: Auch ‚der Jüngere‘ genannt. Kein erhebender Spitzname!

ð Thaddäus auch Lebbäus: Muss man nicht mehr zu sagen. Ein echter „No Name“.

ð Simon, der Kanaaniter: Ein Eiferer, ein Fundi. Ex-Mitglied in einer extremen Sekte.

Sie alle hatten Schwächen. Und ausnahmslos alle, die nach ihnen kamen, auch. Du und ich auch! Aber ihnen allen galt und gilt:

Das Törichte der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen. (1 Korinther 1:27)

Hat nicht Gott die Armen dieser Welt erwählt, dass sie reich im Glauben würden und Erben des Reiches, das er denen verheißen hat, die ihn lieben? (Jakobus 2:5)

Darum habe ich Wohlgefallen an Schwachheiten, an Misshandlungen, an Nöten, an Verfolgungen, an Ängsten um des Christus willen; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark. (2 Korinther 12:10)

Natürlich hätte Jesus Gründe, jeden von uns abzuweisen und sich jemanden zu suchen, der besser, edler und qualifizierter ist als wir. Nur: das will Er gar nicht. Er möchte gerade uns gebrauchen. Er hat uns gerufen und gerettet, weil wir so sind, wie Er uns vorfand. Er hat begonnen, Sein Werk in und durch uns aufzurichten. Darum gilt auch uns 2. Chronik 16:9a:

Die Augen des Herrn durchstreifen die ganze Erde, um sich mächtig zu erweisen an denen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist.