„Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!“ (Hebräer 12,14 )

Montag, 31. März 2025

Wüstenzeiten (1)

Dieser Tage führt mich meine Reise nach Nordafrika. Mit einem kleinen Team besuchen wir Freunde am Rande der Wüste. Sicher eine passende Gelegenheit, einige Tage über Wüstenzeiten nachzudenken. Kennst Du Wüstenzeiten aus Deinem Leben? In 5. Mose 32:9-12 heißt es:

Doch Israel gehört dem Herrn, Jakob ist sein besonderes Eigentum. 10 Er fand sie in einem öden Land, in der weiten, einsamen Wüste. Er umgab sie und wachte über sie, er behütete sie wie seinen Augapfel. 11 Wie ein Adler, der seinen Jungen das Fliegen beibringt, über ihnen schwebt und sie auffängt, seine Schwingen ausbreitet und sie auf seinen Flügeln in die Höhe trägt, 12 so führte der Herr sie; er allein, ohne fremde Götter.

Israel, auch Jakob genannt, ist und bleibt Gottes Volk. Vieles, aber nicht alles, was wir über Israel im Alten Testament lesen, lässt sich auf Gottes Gemeinde des Neuen Testaments übertragen. Die Verse aus dem 5. Buch Mose sind speziell zu Israel gesagt, lassen sich aber durchaus auf diejenigen anwenden, die heute Jesus nachfolgen.

Wenn Du zu Jesus gehörst, gehörst Du dem Herrn.
Du bist Gottes besonderes Eigentum.
In einem einsamen, öden Land hat Er Dich gesehen.
In einer weiten, einsamen Wüste hat Er Dich gefunden.

Die Wüste! Unser Leben VOR unserer Begegnung mit Jesus war eine Wüstenzeit. Wir kannten weder das Brot des Lebens, noch das lebendige Wasser. Wir besaßen kein festes Fundament, und lebten in einem öden Land. Öde? Ja, insofern, dass wir suchen mussten nach Dingen, die uns Erfüllung brachten. Einsam? Ja! Vielleicht nicht immer, aber oft. Wenn irgendeine Wüstenparty zu Ende war, waren wir wieder allein. In mancher Not waren wir allein. Mit unserer Verzweiflung und unseren Sorgen waren wir oft allein. Seit wir Jesus kennen, gilt Sein Zuspruch (Hebräer 13:5):

»Ich will dich nicht aufgeben und dich niemals verlassen!«

Jesu Zuspruch gilt auch uns heute, dass Er über uns wacht, uns behütet, uns auffängt, wenn wir fallen, uns trägt und führt.

Das war nicht immer so. Lange, zu lange, sind wir ziellos in der Wüste herumgestolpert. Und der eine oder andere Leser mag denken. ‚Na ja, ganz so ziellos war ich damals auch nicht!‘ Das mag wohl stimmen. Aber unsere Ziele waren doch mehr eine Fata Morgana, die uns getäuscht hat, die uns Sinn, Wert und Ziel vorgespielt hat, die uns aber nie mit Leben erfüllen konnte.

In der Wüste hat Jesus uns gefunden, in der Irre; auf dem Weg in den sicheren Tod. Er hat Seine Hand ausgestreckt, hat unsere Hand gefasst und uns Leben geschenkt; Leben, bis hinein in die Ewigkeit.

Von vereinzelten Wüstenzeiten sind wir dadurch nicht geschützt. Aber niemand, der Jesus gehört und Ihm nachfolgt, muss weiterhin in der Wüste leben. In der Wüste hat Jesus uns gefunden, gerettet und führt uns jetzt zu frischen Wassern.

Danke Herr! Du hast mich gesehen, gerettet und aus der Wüste herausgeführt zu grünen Auen und frischen Wassern. Bei Dir finde ich Ruhe!

Sonntag, 30. März 2025

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss!

2. Korinther 4:5-10

5 Denn wir verkündigen nicht uns selbst, sondern Christus Jesus, dass er der Herr ist, uns selbst aber als eure Knechte um Jesu willen.
6 Denn Gott, der dem Licht gebot, aus der Finsternis hervorzuleuchten, er hat es auch in unseren Herzen licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi. 
7 Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überragende Kraft von Gott sei und nicht von uns.
8 Wir werden überall bedrängt, aber nicht erdrückt; wir kommen in Verlegenheit, aber nicht in Verzweiflung;
9 wir werden verfolgt, aber nicht verlassen; wir werden niedergeworfen, aber wir kommen nicht um;
10 wir tragen allezeit das Sterben des Herrn Jesus am Leib umher, damit auch das Leben Jesu an unserem Leib offenbar wird.

Herzliche Einladung zum Gottesdienst:

 Anbetung - Gebet
Predigt  - Gemeinschaft
Gemeinsames Mittagessen

  Wir freuen uns auf dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr

Sonntagszitat:

Gott hilft uns nicht immer am Leiden vorbei,
aber er hilft uns hindurch.
(Johann Albrecht Bengel)

Herr, lass uns immer mit der Möglichkeit rechnen, 
dass wir leiden müssen, ehe du wiederkommst. 
Nimm uns die Angst davor und mache uns willig.
(Corrie ten Boom)

Samstag, 29. März 2025

Grablegung einer Gemeinde

Von einem unbekannten Autor stammt der Bericht über folgende Begebenheit:

Kalte Gleichgültigkeit, das war die Atmosphäre hier in X, als Pfarrer Wright sein Amt antrat. Am ersten Sonntag predigte er in einer völlig leeren Kirche. Am zweiten Sonntag war es genauso. Und wenn der Pfarrer an den Werktagen seine Gemeindeglieder besuchte, erging es ihm nicht besser. „Die Kirche ist tot“, so sagte man ihm. Aber am Donnerstag nach jenem trostlosen Sonntag geschah es, dass eine Todesanzeige in der Zeitung erschien. Dort konnte man lesen:

Mit dem tiefsten Bedauern und der Zustimmung der Gemeinde gebe ich den Tod der Kirche zu X bekannt. Die Trauerfeier findet am Sonntag um 11 Uhr statt.   Herbert Wright, Pfarrer zu X


Die Anzeige löste lebhafte Diskussionen aus. Am Sonntag war bereits um halb elf die Kirche gedrängt voll. Als ich die Kirche betrat, sah ich einen Sarg auf einer Bahre vor dem Altar stehen. Pünktlich um 11 Uhr bestieg Pfarrer Wright die Kanzel:

„Meine Freunde, Sie haben mir klargemacht, dass Sie überzeugt sind, unsere Kirche sei tot. Sie haben auch keine Hoffnung auf Wiederbelebung. Ich möchte nun diese Ihre Meinung auf eine letzte Probe stellen. Bitte gehen Sie einer nach dem anderen an diesem Sarg vorbei und sehen Sie sich die Tote an. Dann verlassen Sie die Kirche durch das Osttor. Danach werde ich die Trauerfeier allein beschließen. Sollten aber einige von Ihnen ihre Ansicht ändern und wären auch nur wenige der Meinung, eine Wiederbelebung der Kirche sei vielleicht doch möglich — dann bitte ich diese, durch das Nordtor wieder hereinzukommen. Statt der Trauerfeier würde ich dann einen Dankgottesdienst halten.“

Ohne weitere Worte trat der Pfarrer an den Sarg und öffnete ihn. Ich war einer der letzten in der Reihe vor dem Sarg. So hatte ich Zeit, darüber nachzudenken: „Was war eigentlich die Kirche? Wer würde wohl im Sarg liegen? Würde es vielleicht ein Bild des Gekreuzigten sein?“ Die anderen in der Reihe dachten wohl ähnlich. Ich merkte, wie uns ein Schaudern überkam, je mehr wir uns dem Sarg näherten. Zudem erschreckte uns ein Knarren und Quietschen. Die Tür des Nordtors drehte sich in ihren verrosteten Angeln. Herein trat eine kaum zu zählende Menge.

Nun war es soweit, dass ich die tote Kirche sehen sollte. Unwillkürlich Schloss ich die Augen, als ich mich über den Spiegel beugte. Als ich sie öffnete, sah ich mich selbst — im Spiegel.

Soweit der Bericht des unbekannten Kirchenbesuchers. Er stimmt nachdenklich. Wenn eine Kirche oder eine Gemeinde stirbt – wer stirbt dann eigentlich? Wer ist dann eigentlich für den Tod verantwortlich? Um wessen Grablegung geht es dann?

In 1 Korinther 3:16 und 6:19 wird der Leib eines Christen, aber auch der Leib Jesu, die Gemeinde, als Tempel des Heiligen Geistes bezeichnet. In 1 Korinther 3:16 schreibt Paulus:

Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid, und dass der Geist Gottes in euch wohnt?

Der Tod und das Leben einer christlichen Gemeinschaft hat auch immer mit dem geistlichen Leben und der Verbindlichkeit und Hingabe der einzelnen Glieder zu tun. Wenn die einzelnen Glieder sterben, ist irgendwann die Grablegung der ganzen Gemeinde angesagt. Das muss aber nicht sein. Der Herr hat deutliche Hilfen in Seinem Wort gegeben, damit das nicht passiert:

Dient einander, jeder mit der Gnadengabe, die er empfangen hat, als gute Haushalter der mannigfaltigen Gnade Gottes.
(1. Petrus 4:10)

Und lasst uns unsere Zusammenkünfte nicht versäumen, wie einige es tun, sondern ermutigt und ermahnt einander, besonders jetzt, da der Tag seiner Wiederkehr näher rückt!
(Hebräer 10:25)

Wie ist es nun, ihr Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder von euch etwas: einen Psalm, eine Lehre, eine Sprachenrede, eine Offenbarung, eine Auslegung; alles lasst zur Erbauung geschehen!
(1 Korinther 14:26)

Euch allen einen gesegneten Sonntag in Euren Gemeinden!