„Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!“ (Hebräer 12,14 )

Mittwoch, 1. Juli 2020

Verjährt!?

In den Nachrichten: Der 74jährige James DeAngelo hat gestanden! Jahrelang wurde er gejagt. Jahrelang hielt er Kalifornien in Angst und Schrecken. Als einen grausamen, intelligenten, sadistischen Serienmörder bezeichnet ihn eine Staatsanwältin. 13 brutale Morde, 45 Vergewaltigungen, Entführungen, 120 Einbrüche – alles war dabei, nichts ließ der ehemalige Polizist aus. Von 1975 – 1986 trieb er sein Unwesen, wurde aber erst über 30 Jahre später gefasst. Da er an mehreren Tatorten DNA hinterließ, wurden die Ermittler auf einer Plattform für Ahnenforschung auf ihn aufmerksam. Genetische Fingerabdrücke eines Verwandten führten zu DeAngelos Festnahme. Vorgestern, am 29. Juni 2020 stand er vor Gericht. Das Verfahren wird vermutlich bis zu zehn Jahren dauern und bis zu 20 Millionen US Dollar kosten.

Als vor zwei Tagen 13 Mordanklagen gegen ihn verlesen wurden, bekannte er sich 13x schuldig. Das Geständnis erspart ihm die Todesstrafe, die ihn sonst erwartet hätte. Neben der 13-fachen Mordanklage gibt es weitere 160 Verbrechen, die schon verjährt sind.

Und hier wird man natürlich stutzig. 160 Verbrechen, von Einbruch über Raub bis hin zu Vergewaltigungen, die verjährt sind. Die schwerstkriminell waren – zumindest im umgangssprachlichen Sinn – und wie „nicht geschehen“ behandelt werden – eben: verjährt!

Solche Nachrichten erinnern (manchen) unweigerlich an Gottes Wort. Bei dem allgegenwärtigen, allwissenden und ewigen Gott, bei dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in eine zeitlose Dimension verschmelzen – bei Gott verjährt nichts!

Meine und Deine Streitereien und Lügereien als Kind sind weder verjährt noch verblichen.
Unsere ausufernden Partys, Eifersüchteleien und Trinkgelage als junge Menschen sind nicht ungeschehen gemacht, nur, weil sie viele Jahre zurückliegen.
Unser Streben nach Ruhm, Ehre und Reichtum im besten Alter werden nicht verjähren, selbst wenn wir alt sind.
Und all das, was wir hätten Gutes tun können und nicht getan haben …

Gottes Wort sagt uns:
Ich sage euch aber, dass die Menschen am Tag des Gerichts Rechenschaft geben müssen von jedem unnützen Wort, das sie geredet haben. (Matthäus 12:36)
Wer nun Gutes zu tun weiß und es nicht tut, für den ist es Sünde. (Jakobus 4:17)
Und es wurden Bücher geöffnet, und ein anderes Buch wurde geöffnet, das ist das Buch des Lebens; und die Toten wurden gerichtet gemäß ihren Werken, entsprechend dem, was in den Büchern geschrieben stand. (aus Offenbarung 20:12)

Diese Verse müssen uns keineswegs beängstigen. Klar, sie sollen uns warnen, zu denken, dass Sünde bei Gott verjährt. Sünde verjährt nicht. Nicht in Ewigkeit, denn Sünde ist Auflehnung gegen den ewigen Gott und das hat ewige Folgen. Es sei denn …

Ja, es gibt eine Lösung. Keine menschengemachte. Sünde gegen den ewigen Gott erfordert eine göttliche Lösung. In Hebräer 10:10 (stellvertretend für viele Verse) heißt es:

Und Gott will, 
dass wir durch das Opfer des Leibes von Jesus Christus
ein für alle Mal geheiligt werden.

So ewig, wie ungesühnte Schuld an uns haften wird, so ewig ist auch die Vergebung dieser Schuld, wenn sie durch Jesus bezahlt wird. Nicht „Verjährt“, sondern „Vergeben“ steht dann über unserer Anklageschrift. Nicht mehr „Beschuldigt“, sondern „Bezahlt“!

Frei von Schuld, frei von Sünde, frei von Anklage, frei von Gericht – frei für ein befreites Leben mit und durch Jesus. Freier geht’s nicht! Lass Dich einladen zu Jesus! Er vergibt!
 
An unserem Jüngerschaftsabend heute um 19:30 Uhr werden wir wieder einige Berichte hören, wie Jesus Menschen frei gemacht hat - von Sünde, von Süchten und von Irrwegen. Wir laden herzlich ein, dabei zu sein!
Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen

Dienstag, 30. Juni 2020

Jesus im 2. Thessalonicherbrief

Der erste Thessalonicherbrief dreht sich inhaltlich immer wieder um das Wiederkommen Jesu. Die Gemeinde in Thessalonich war eine Gemeinde, die Jesu Rückkehr erwartete. Nicht irgendwann, sondern zeitnah, so wie Jesus es wollte. Als sie jedoch merkten, dass Gottes weiser Zeitplan nicht ihrem Wunschzeitplan entsprach, fragten sie sich, wie sie ihr Leben gestalteten sollten. Auf all das nimmt Paulus im 1. Brief an sie Bezug. Er ermutigt und tröstet die Gemeinde mit der Bestätigung ihres Glaubens an Jesu zweites Kommen.

Als Paulus nur kurze Zeit später seinen zweiten Brief schreibt, ist das Thema der Wiederkunft Jesu nicht mehr so dominant, aber immer noch präsent. Paulus muss noch einmal konkret auf Jesu Kommen eingehen, weil Irrlehrer begonnen hatten, eine falsche Lehre zu verbreiten. Die angefochtene Gemeinde benötigte Trost und Ermutigung in Bedrängnis und theologischer Verwirrung.  Die Lehre, die Paulus weitergibt, verbindet er mit dem Tag des Herrn (dem Kommen Jesu), und nimmt damit auch Stellung, wie man mit Irrlehrern in der Gemeinde Jesu umgehen soll und dem Müßiggang, der möglicherweise auch Teil dieser Irrlehren war.

[Gott vergilt] euch aber, die ihr bedrängt werdet, mit Ruhe gemeinsam mit uns, bei der Offenbarung des Herrn Jesus vom Himmel her mit den Engeln seiner Macht, 8 in flammendem Feuer, wenn er Vergeltung üben wird an denen, die Gott nicht anerkennen, und an denen, die dem Evangelium unseres Herrn Jesus Christus nicht gehorsam sind. 9 Diese werden Strafe erleiden, ewiges Verderben, vom Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Kraft, 10 an jenem Tag, wenn Er kommen wird, um verherrlicht zu werden in seinen Heiligen und bewundert in denen, die glauben — denn unser Zeugnis hat bei euch Glauben gefunden. (2. Thess. 1:7-10)
  • Jesus bringt Ruhe, wenn Irrlehre über die Wiederkunft Jesu Unruhe bringt.
  • Jesus vergilt den Irrlehrern, die Gott nicht anerkennen und dem Evangelium den Gehorsam verweigern!
  • Jesus wird kommen, wird verherrlicht werden und wird bewundert werden!
In Kapitel 2 stehen Details der Irrlehre und die Richtigstellung. Falsche Lehrer behaupteten unter Berufung auf Paulus, der Tag des Herrn sei bereits gekommen. Paulus gibt in Versen 1-12 klare Hinweise, was vor der Wiederkunft Jesu geschehen muss. Dazu gehören
  • Jesus ist noch nicht wiedergekommen! (2:2)
  • Der Antichrist muss auf der Weltbühne erscheinen und sich gegen Jesus stellen (Vs 3+4)
  • Er wird ein Höchstmaß an Lästerung fabrizieren und sich im Tempel anbeten lassen (4)
  • Dann wird er von Jesus durch die Erscheinung Seiner Wiederkunft beseitigt. (2:8)
Angesichts solcher Verführer und seiner klarstellenden Worte ermutigt Paulus die Gemeinde:

Er selbst aber, unser Herr Jesus Christus, und unser Gott und Vater, der uns geliebt hat und uns einen ewigen Trost und eine gute Hoffnung gegeben hat durch Gnade, 17 er tröste eure Herzen und stärke euch in jedem guten Wort und Werk!

Jesus ist unser Trost, unsere Hoffnung und der, der uns auch im Angesicht verwirrender Lehre stärkt und weiterkämpfen lässt!
Nicht ausschließlich schreibt Paulus im 2 Thessalonicherbrief über Jesu Wiederkunft. Aber dieses spannende, für Christen trostreiche und heute hochaktuelle Thema ist immer wieder beliebter Stoff für Spötter und Irrlehrer. Paulus ermutigt uns: Jesus wird kommen! Aber erst müssen die Voraussetzungen geschaffen werden! Haltet die Lehre rein, sortiert die Irrlehrer aus und redet und lebt für Jesus!

Montag, 29. Juni 2020

Treue

Treue – für viele ein Begriff, den man mehr mit dem Haushund verbindet als mit Menschen. Treue – so heißt es in einem Roman: „ist zu nichts anderem da, als gebrochen zu werden.

Treue ist ein Begriff, der im Umgang miteinander ganz viel an Bedeutung und Gewicht verloren hat. Nehmen wir das klassische Beispiel der Ehe: Im Jahr 1900 lag die Scheidungsrate bei 2%, heute bei 33%. Zwischendurch – 2005 – lag sie bei 53%. Treue – nicht nur in der Ehe, ist eine seltene Eigenschaft geworden.

Aber die Traube der Treue, die zur Frucht des Heiligen Geistes gehört, die Treue, die von Gott kommt – die schmeckt immer noch genauso süß und rein, wie sie immer war – und Gott lässt sie immer noch wachsen. 1.Korinther 4:2 bezeugt, wie hoch Gott „Treue“ bewertet:

Im Übrigen wird von einem Haushalter nur verlangt,
dass er treu erfunden wird.

Preis dem Herrn! Gott erwartet keine Sündlosigkeit von Dir. Er erwartet wohl, dass Du der Sünde widerstehst und den guten Kampf des Glaubens kämpfst. Aber Gott weiß, dass wir hier und da fallen. Er hält uns und hilft uns auf – jedes Mal, wenn wir unsere Hand zu Ihm ausstrecken, denn Er ist treu!

Gott erwartet auch nicht, dass Du ein geistlicher Superheld bist oder wirst. Er möchte sehr wohl, dass Du geistlich lebst und dass Dein Leben Deinen Glauben reflektiert. Aber Gott weiß, dass Du ein Mensch bist und bleibst, kein Übermensch.

Wir mühen uns manchmal ab, weil wir überzeugt sind, dass Gott jemanden mit unseren Schwächen und Fehlern nicht gebrauchen kann. Aber Gott erwartet keine fehlerlosen Menschen. Er erwartet auch keine Starken. Im Gegenteil! Jesus sucht die Schwachen geradezu – die sich treu an Ihn halten, weil sie wissen, dass sie Ihn brauchen – jede Minute, jeden Tag!

Was aber ist es dann, das Gott von uns erwartet? Es ist Treue. Und selbst von der Treue erwartet Er nicht, dass wir sie in eigner Kraft produzieren. Aus eigener Kraft können wir Ihm nicht treu sein. Dazu müssen wir uns erfüllen und stärken lassen durch Seinen Heiligen Geist, der dann die Traube der Treue in uns wachsen lässt. Wir können nur treu sein, weil Treue Gottes Wesen ist und Er in uns wohnt, wie 1 Korinther 1:9 uns belehrt:

Gott ist treu, durch den ihr berufen seid
zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn.

Dieser Gott, dessen Wesen Treue ist, lebt in uns. Wenn wir in Ihm bleiben, wird Sein Geist in uns Seine Treue wachsen lassen, diese süße Traube, die uns Jesus ähnlicher werden lässt.

Dabei bezieht sich das Thema Treue auf ganz verschiedene Bereiche:
  • auf des Festhaltens am Glauben: dazu benötigen wir Treue
  • den Dienst für Jesus – auch dazu benötigen wir Treue
  • auf Lebens in der Heiligung: da brauchen wir Treue
  • und auch auf den Bereich der tagtäglichen Nachfolge brauchen wir Treue
Treue ist keine Last! Treue ist eine Tugend, eine süße Traube, Frucht des Heiligen Geistes. Halte fest an Jesus und diese Frucht wird wachsen und blühen; wohlschmeckende Frucht bringen und die die Blicke anderer auf Jesus lenkt!