„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Donnerstag, 18. Dezember 2025

Habt Ihr eine Antwort? (2)

Bei meinem gestrigen Eintrag habe ich begonnen, laut nachzudenken und mal einige Fragen loszuwerden, auf die es keine schnelle Antwort gibt. Um den letzten Blogeintrag nicht zu sprengen, habe ich die letzten zwei Fragen für heute aufbewahrt.

Eine weitere Frage, die mich immer wieder umtreibt, ist diese:

4) Warum braucht es in der Mongolei nur 222 Christen, um einen Missionar zu finanzieren und auszusenden, während es in Deutschland 7226 Christen sind, die einen Missionar finanzieren. Und das auf dem Hintergrund, dass der Durschnitts-Mongole 455 Euro im Jahr und der Durchschnitts-Deutsche 36,460 Euro im Jahr verdient. (Die Statistiken sind nicht ganz neu, aber die Relation ist vergleichbar)

Ist es vielleicht die verschiedene Lebenseinstellung, eine Frage des Lebenssinns und der Prioritäten? Kann es sein, dass Paulus hiervon spricht, wenn er in Kolosser 3:2 schreibt:

"Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist."

Und schließlich die letzte Frage, die mir dieser Tage durch den Kopf schwirrte:

5) Warum leben die meisten Christen mittlerweile nicht mehr in der "christlichen" Welt, sondern in den Ländern der Zweiten und Dritten Welt, also in Asien, Afrika und Südamerika? Warum nimmt die Zahl der Christen dort zu, bei uns aber ab?Ist es vielleicht möglich, dass die Gemeinde Jesu in diesen Ländern weniger abgelenkt ist? Weniger abgelenkt durch ein Überangebot an Freizeitangeboten, an Medien und dergleichen? Kann es sein, dass auch Paulus sich nicht ablenken lassen wollte und darum in Philipper 1:21 schreibt:

"Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn."

Wie gesagt, dies sind Fragen, die mir durch den Kopf gehen. Gäbe es eine einfache Antwort, sähe es auf der Welt und in unserem Land sicher anders aus. Die Bibelverse, die mir in den Sinn gekommen sind, sollen nicht als Totschläger dienen, sondern als mögliche Inspiration zum Weiterdenken.

Aber wenn jemand diese Zeilen liest (oder die gestern) und auch Antwortvorschläge machen möchte, würde ich mich über weitere Inspirationen freuen. Entweder als Kommentar im Blog (öffentlich) oder via E-Mail an frieden[at]pobox.com  ([at] durch @ ersetzen) - privat.

Mittwoch, 17. Dezember 2025

Habt Ihr eine Antwort? (1)

Die Biografie von Henry Martyn habe ich bereits mindestens zweimal gelesen. Während ich so über diesen Mann lese, der in 6 Jahren das Neue Testament in 3 Sprachen übersetzt hat, die er erst selbst noch lernen musste, kommen mir eine ganze Reihe von Fragen in den Sinn. Antworten kann ich nur erahnen und ich bin mir nicht mal sicher, ob ich mit meinen Ahnungen richtig liege. Meine Fragen bewegen sich in diese Richtung:

1) Warum lese ich, dass frühere Generationen von Christen Fußmärsche von 2 Stunden (oder länger) in Kauf nahmen, um einen Gottesdienst zu besuchen? Und ich höre von anderen Ländern, in denen das bis heute üblich ist. Und mir fällt es schwer, 20 Minuten mit dem Auto zu fahren.

Hatte man damals vielleicht weniger Ablenkungen? Die Gemeinde versorgte das Leben der Christen mit sozialen Kontakten. Kann es sein, Apostelgeschichte meint gerade das in Kapitel 2:46:

„Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen.“

2) Warum liest man von Gemeinden oder Gruppen, meist in der nicht-westlichen Welt, die stundenlang im Gebet verharren? Noch heute gibt es die Gebetstreffen in Korea, wo Christen sich morgens täglich von 5-6 Uhr treffen, um gemeinsam zu beten. Hat man vielleicht weniger Alternativen als wir? Entweder wendet man sich direkt an Gott, oder man kann gleich einpacken – während ich erst mal alles andere ausprobiere, bevor ich Gott „belästige.“ Kann es sein, Paulus meinte gerade das in Philipper 4:6:

Sorgt euch um NICHTS; sondern in ALLEM lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden.

3) Warum erscheinen die Menschen in der Dritten Welt glücklicher, soviel weniger gejagt und gestresst als ich?

Ist man vielleicht einfach weniger gejagt vom Verlangen und Druck nach MEHR Sicherheit, MEHR Absicherung, MEHR Komfort, MEHR Freizeit, MEHR Verdienst, MEHR Urlaub, MEHR, MEHR, einfach MEHR. Kann es sein, Paulus meint gerade das in 1 Timotheus 6:8:

„Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, soll uns das genügen!“

Ich behaupte nicht, dass die Antworten derart einfach zu finden sind. Man sucht sich einen Bibelvers, und schon ist das Problem gelöst. Wir leben in einer komplexen Welt und auf einem Kontinent, wo man nicht alles 1:1 mit der Situation anderer Länder vergleichen kann. Andererseits ist der Glaube, der uns mit Christen früherer Zeiten und mit Christen heute auf anderen Kontinenten verbindet, ein zeitloser Glaube an einen zeitlosen Gott, der gestern, heute und in Ewigkeit derselbe ist.

Ich jedenfalls möchte weiter nachdenken, nachforschen und nach Gottes Antwort Ausschau halten. Mehr darüber morgen.

Dienstag, 16. Dezember 2025

Erwartungen (Gedicht von Hans Elwert)

Wie zuletzt jedes Jahr auch diesmal ein Gedicht zur Weihnachtszeit von meinem Freund, Hans Elwert. Es darf kopiert werden.

ERWARTUNGEN

Erwartung kann man gut verstehen,
wenn wir die Kinderaugen sehen,
die, wochenlang gewartet habend,
jetzt fiebern auf den Heiligabend
und die Geschenke, die im Traum
bereits sich türmen unterm Baum.
Doch nicht bei unsern Kleinen bloß
ist die Erwartung manchmal groß –
nur, dass im Gegensatz zum Kind,
bei uns die Träume teurer sind.

Wenn man sich’s richtig überlegt
zeigt sich Erwartung unentwegt
und sei es nur, dass möglichst nicht
mein Stuhl gleich unter mir zerbricht.

Mit der 
Erwartung übergroß,
hofft mancher auf das große Los
und deshalb, voller Euphorie,
setzt auf die Sonntagslotterie.

Enttäuschung ist vorprogrammiert,
wenn die Erwart
Erwartungung eskaliert.
Man sollte hier vielleicht betonen:
Gewinnchance 1 : 10 Millionen. 

Erwartung kommt auch dort zum Tragen,
wo man vergisst, uns Dank zu sagen.
Geschuftet hat man und geackert,
hat sich für andere abgerackert,
und all die Anerkennung geht
an einen, der nur Däumchen dreht.
Zuletzt wird man noch kritisiert –
kein Wunder, ist man ganz frustriert!

Geburtstage, speziell die runden
sind mit 
Erwartungen verbunden.
Je nach Kultur geht’s mehr ums Schenken,
bei andern eher ums Drandenken.
Enttäuschung sich bemerkbar macht,
wenn dann kein Mensch an uns gedacht. 

Erwartungen sind sehr konkret,
wenn es um Gottes Handeln geht.
Man ist enttäuscht, wenn dieses nicht
dem eigenen, guten Plan entspricht.
Da kommt der Glaube schnell ins Wanken
gefolgt von bitteren Gedanken.

Nicht besser scheint es allemal
mit Gottes Bodenpersonal. 
Erwartungenie sich Christen nennen
und ganz speziell gilt das, bezogen
auf Geistliche und Theologen.
Sie müssten doch, das leuchtet ein,
in ihrem Wesen anders sein;
nicht so viel Eifersucht und Streit,
Konflikt und Selbstgerechtigkeit.
Geduld und Demut wär‘ stattdessen
im höchsten Maße angemessen. 

Erwartungen, die hatten schon
im Volk der Juden Tradition.
Seit langem war er prophezeit:
Ein Retter, der das Volk befreit.
Dabei hat jeder nur gedacht
an der verhassten Römer Macht.
Die Juden wurden unterdrückt;
manch Anschlag war bereits missglückt.
Man bräuchte zum Erfolg wohl nicht
so einen, der von Liebe spricht;
nicht einen Schwätzer – doch anstatt
so einen Mann wie Goliath!

Jedoch, was uns gefangen hält,
sind nicht die Mächte dieser Welt.
Es ist gezielt die Macht des Bösen,
von der uns Jesus will erlösen.
Und nicht die Juden nur allein –
die Römer schließt das auch mit ein.
Weil Gott nicht halbe Sachen macht,
hat er auch gleich an uns gedacht.

Man fragt vielleicht – ganz zögerlich:
Hat Gott 
Erwartungen an mich?
Ganz unwillkürlich neigt man schnell
zu Schuldgefühlen generell.
Man denkt an Vorschrift und Verbot 
und alles, wofür Strafe droht.

Vielleicht jedoch ist Gott nicht der,
an den man glaubte wie bisher.
In erster Linie geht’s ihm nicht
um Forderungen und um Pflicht.
Gott will das alles nur benützen,
uns Menschen vor uns selbst zu schützen,
es bliebe sonst im Lauf der Zeit
für Menschen nur Unmenschlichkeit.

Gewusst hat Gott das lange schon
und sandte Jesus, seinen Sohn.
Er brachte auf dem Weg zum Ziel,
als Trumpf, die Liebe mit ins Spiel.
Sehr treffend hat er es beschrieben:
„Gott, deinen Vater, sollst du lieben;
des Weiteren erwarte ich:
Lieb deinen Nächsten so wie dich.

Mit dem, was in der Weisung steckt,
ist alles andre abgedeckt.“ Matth. 22,37-40

Vielleicht sogar hat Jesus auch 
Erwartungen an unsern Brauch,
wie sein Geburtstag, unbeirrt,
an Weihnachten gefeiert wird.
Hast du schon mal daran gedacht,
wie man ihm eine Freude macht?
Es wäre schön, an ihn zu denken
und obendrein ihn zu beschenken.
Vertrau auf ihn, vertrau noch heut,
das wär’s, was ihn am meisten freut.

                                          Hans Elwert 2025

Montag, 15. Dezember 2025

Letzter Männerabend im Jahr 2025!

 Herzlich Willkommen!

Wir Männer feiern Weihnachten!

19:30 Uhr!

Mann? Dann komm und sei dabei!

Gedanken zum 3. Advent

Jetzt sind es drei Kerzen, die die Altäre in den Kirchen und die Adventkränze in den Häusern zieren. Mehr Licht, als noch vor einer Woche. Das erinnert uns, dass es nicht mehr lange ist, bis wir an Weihnachten das erste Kommen Jesu feiern – und an Sein Versprechen, ein zweites Mal zu kommen … und an die vielen Hinweise darauf. Diese Zeichen, die (kurz) vor Seinem zweiten Kommen auftreten werden, hat Er uns beschrieben. Leider ignorieren zu viele Menschen leichtfertig diese Zeichen. Zeichen aber hat Gott uns gegeben, damit wir darauf achten und entsprechend reagieren – so, wie es die Morgan Seezigeuner taten, von denen David Sargent berichtet: 

Am 26. Dezember 2004 erlebte die Welt mit Horror die Tsunami Katastrophe in Südost-Asien. Ein Erdbeben unter dem Indischen Ozean rief eine riesige, bis zu 30 Meter hohe Flutwelle hervor, die dann über das Land in der gesamten Region hereinbrach. Der Tsunami brachte die Zerstörung bis an die 7500 km entfernte Ostküste Afrikas. Über eine Viertelmillion Menschen kamen in den wütenden Wassern und der anschließenden Verwüstung ums Leben. Ganze Inselbevölkerungen und Küstenorte wurden ausgelöscht, in manchen Fällen alle Männer, Frauen und Kinder. 

Gemäß dem AP Nachrichtendienst gab es eine bemerkenswerte Ausnahme: das kleine Fischervolk der Morgan Seezigeuner. Sie verbringen einen guten Teil des Jahres auf ihren Fischerbooten und fischen zwischen Indien, Indonesien und Thailand. Jedes Jahr im Dezember, zwischen den Fangzeiten, leben sie in kleinen Strohhütten am Strand von Thailand. In jenem Dezember lebten sie direkt in der Bahn der Tsunami - Katastrophe. Doch jedes einzelne Mitglied des Stammes überlebt, während die meisten ihrer Nachbarn in den tobenden Wasser verschwanden. 

Warum? Der Stammesführer erklärt: "Seit Generationen haben uns unsere Väter gewarnt und gesagt: Wenn das Wasser plötzlich schnell zurückgeht, wird es auch schnell und in gleicher Menge zurückkehren." 

Am 26. Dezember, als das Meer plötzlich abfloss, liefen viele der Nachbarn mit Körben zum Strand um gestrandeten Fisch aufzulesen. Nicht so die Morgan Seezigeuner. Der Chef befahl seinem Stamm, in die entgegengesetzte Richtung zu laufen, nämlich in die Berge und damit in Sicherheit. Als der Tsunami kam, blieb der gesamte Stamm verschont. 

Es gibt einen weiteren Fall von außergewöhnlicher – ja, globaler Proportion, der zu einem bestimmten, zukünftigen Zeitpunkt auftreten wird: die Rückkehr Jesu! 

Niemand, nur der Himmel allein weiß genau, wann Jesus zurückkehren wird. Unerwartet wird dieser "Tag des Herrn" sein wie ein "Dieb in der Nacht". Dieser „Advent“ könnte jeden Augenblick kommen! Der Schlüssel ist, bereit zu sein! 

Wenn Jesus kommt, wird Er die Welt in Gerechtigkeit richten (Apostelgeschichte 17:31). Diejenigen, die Jesu Angebot des Heils angenommen haben, werden in den Himmel aufgenommen. Wer Jesus und Sein Angebot abgelehnt hat, wird ins ewige Feuer gehen, das für Satan und seine Engel vorbereitet wurde. So erklärt es die Bibel! 

Jesu zweiter Advent – sein zweites Kommen – wird kommen, aber wir können darauf vorbereitet sein. Jesus wird alle retten, die an Ihn glauben (Apostelgeschichte 16:30-31) alle, die sich von ihren Sünden abwenden (Apostelgeschichte 17:30-31), Ihn als ihren Herrn bekennen und Ihm nachfolgen. Für jeden, der bereit ist für Jesu zweiten Advent, müssen die Zeichen der Zeit nicht erschreckend sein, sondern eher ein herrlicher Klang, dass Jesus bald kommt. Bist du bereit?

Sonntag, 14. Dezember 2025

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss!


Lukas 1:5-17
 
5 In den Tagen des Herodes, des Königs von Judäa, lebte ein Priester mit Namen Zacharias, aus der Abteilung Abijas; und seine Frau war von den Töchtern Aarons, und ihr Name war Elisabeth.
6 Sie waren aber beide gerecht vor Gott und wandelten untadelig in allen Geboten und Rechtsbestimmungen des Herrn.
7 Und sie hatten kein Kind, weil Elisabeth unfruchtbar war; und beide waren in fortgeschrittenem Alter.
8 Es geschah aber, als er seinen Priesterdienst vor Gott verrichtete, zur Zeit, als seine Abteilung an die Reihe kam,
9 da traf ihn nach dem Brauch des Priestertums das Los, dass er in den Tempel des Herrn gehen und räuchern sollte.
10 Und die ganze Menge des Volkes betete draußen zur Stunde des Räucherns.
11 Da erschien ihm ein Engel des Herrn, der stand zur Rechten des Räucheraltars.
12 Und Zacharias erschrak, als er ihn sah, und Furcht überfiel ihn.
13 Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Denn dein Gebet ist erhört worden, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Johannes geben.
14 Und er wird dir Freude und Frohlocken bereiten, und viele werden sich über seine Geburt freuen.
15 Denn er wird groß sein vor dem Herrn; Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken, und mit Heiligem Geist wird er erfüllt werden schon von Mutterleib an.
16 Und viele von den Kindern Israels wird er zu dem Herrn, ihrem Gott, zurückführen.
17 Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft Elias, um die Herzen der Väter umzuwenden zu den Kindern und die Ungehorsamen zur Gesinnung der Gerechten, um dem Herrn ein zugerüstetes Volk zu bereiten.

Herzliche Einladung zum Gottesdienst

Anbetung - Gebet
Predigt - 
Gemeinschaft

Gemeinsames Mittagessen

 Wir freuen uns auf dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr

Sonntagszitat:

So, wie Sie Zeit für das Essen, Schlafen und Ihre Arbeit einräumen, 
sollten Sie das auch für das Gebet tun.
(John Charles Ryle)

Samstag, 13. Dezember 2025

Vorher! - Nachher!

Wir alle kennen die Werbung: Da steht der 45-Jährige, tiefe Geheimratsecken, gequält und bedrückt in die Kamera schauend, alles auf einem schlecht belichteten Bild. Rechts daneben die (vielleicht) selbe Person, selbstbewusst, ohne Geheimratsecken auf einem gut belichteten Foto. Eins war vorher, eins nachher. Ein paar Seiten weiter ein ähnliches Bild. Eine korpulente Person, schlechte Haltung, übergewichtig. Rechts daneben: Dieselbe (?) Person, gerade Körperhaltung, gesunde Figur. Vorher - Nachher! Und in einer anderen Zeitung scheint das Bild links eine Müllhalde darzustellen, rechts ein Blumenbeet. Der neue Dünger hat gewirkt. Vorher - Nachher. So könnte man fortfahren. In all diesen Fällen: Wer würde sich wohl wünschen, von "Nachher" zurückzukehren zum "Vorher"? Natürlich niemand!

Vorher - Nachher! So könnte man auch das zweite Kapitel des Epheserbriefes überschreiben. Zunächst wird unsere "Vorher" Situation beschrieben. Da heißt es ganz ungeschminkt:

Vorher: Tot in Sünden, Kinder des Zorns, ohne Christus, ohne himmlisches Bürgerrecht, ohne Teilhabe an den Verheißungen, ohne Hoffnung und ohne Gott!
 
Nachher: in Christus, nahe gebracht, im Frieden mit Gott und miteinander, Teilhaber an den Verheißungen,  Heiligung, in Gottes Nähe, gereinigt, befreit und geheiligt durch Jesu Blut und mit Zugang zum himmlischen Vater.

Wer würde sich wohl wünschen, von "Nachher" zurückzukehren zum "Vorher"? Natürlich niemand! Und doch leben so viele Gotteskinder oft eher im Vorher als im Nachher. Und dafür gibt es eine Erklärung: unsere geistliche Staatsbürgerschaft.

In Epheser 2:19 sagt Paulus allen Jesusjüngern:

"So seid ihr nun nicht mehr Fremdlinge ohne Bürgerrecht und Gäste, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen!"

Der Apostel Petrus hingegen ruft in 1 Petrus 2:11 allen Gläubigen zu:

"Geliebte, ich ermahne euch als Gäste und Fremdlinge…"

Fremdlinge, oder nicht? Gäste, oder nicht? Bürgerrecht, oder nicht?  Jesusjünger sind "Gäste" auf Erden (Petrus) - und haben "Heimrecht" im Himmel! (Paulus). Das Wichtige dabei ist: Eine doppelte Staatsbürgerschaft gibt es nicht! Natürlich kann man versuchen, so zu leben, als hätte man eine doppelte Staatsbürgerschaft. Man hat den "Pass des Heils" irgendwo in einer Tasche des Herzens, lebt aber, als ob die Erde das zu Hause wäre. Man ist auf der Pilgerreise in ein herrliches Jenseits, lebt aber so, als ob das Diesseits mehr Freude schenken kann, als das Ziel, auf das wir uns freuen und wo unser Herr auf uns wartet. Und was ist die Folge? Ein lauwarmes Christsein. Ein Mensch, der alle Vorzüge des "Nachher" erhalten hat, und im "Vorher" leben möchte. Das aber funktioniert nicht. Heiß oder kalt - Ja! Ganze Sache? Ja! Aber doppelte geistliche Staatsbürgerschaft - das gibt's nicht! Jeder Versuch muss scheitern. 

Darum wollen wir zu Herzen nehmen und uns freuen an dem, was Paulus uns zuruft:

"Ihr seid nicht mehr Fremdlinge ohne Bürgerrecht und Gäste, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen" (Epheser 2:19)

Diese eine geistliche Staatsbürgerschaft reicht, zum Leben und zum Sterben!

Freitag, 12. Dezember 2025

Vorgestern

Vorgestern hab ich’s verpasst. Vorgestern hat sich zum 77. Mal der Tag der Menschenrechte gejährt, die am 10. Dezember 1948 durch die UN verabschiedet wurden. Sie beinhalten neben anderem das Recht auf Leben oder auch das Recht auf Freiheit (Gedanken, Gewissen, Religion u.a.)

Immer wieder schießen mir Gedanken, Fragen und Überlegungen durch den Kopf. Die christliche Organisation Open Doors berichtet regelmäßig über Verfolgung, Folter und Gottes Eingreifen, wenn es um Christen in islamischen, buddhistischen, hinduistischen und anderen Ländern geht. Unter den 10 Ländern mit schlimmster Christenverfolgung sind neun Länder, in denen Christen unter islamischen Terrororganisationen leiden. Organisationen wie der Islamische Staat, Al Qaida, Islamischer Dschihad, Taliban, Kaukasisches Emirat, Hamas, Hisb’Allah, ADF, Hay'at Tahrir al-Sham, Abu Sayyaf, El Shabaab, Ansar Bayt al-Maqdis und nicht zuletzt Boko Haram, die in Nigeria und Nachbarstaaten ein schreckliches Unwesen treiben.

Aber es ist bei Weitem nicht nur der Islam. Im bevölkerungsreichsten Land der Welt, Indien, leben fast 1 Milliarde Hindus, die den Christen und anderen Religionen das Leben schwer machen. Indien steht an 11. Stelle der für Christen gefährlichsten Länder. Immer wieder kommt es zu Übergriffen, Mob-Aktivitäten gegen Familien und ganze Gemeinden, Vergewaltigungen und Morden. Hindunationalistische Bewegungen verfolgen die Vision eines reinen Hindustaates und schrecken dabei vor Gewalt und Untergrabung der Menschenrechte nicht zurück.

In buddhistischen Ländern sieht es ähnlich aus. Myanmar, Laos, Sri Langka ... Verfolgung, Folter und Morde derer, die an Jesus glauben. Der immer lächelnde Dali Lama steht einer intoleranten Religion vor, die äußerlich den Eindruck des Friedens und der Toleranz erweckt, im Alltag aber vor Gräueltaten und Missachtung grundlegender Menschenrechte nicht zurückschreckt.

Menschenrechte haben natürlich nicht nur mit uns Christen zu tun. Wir, die wir Jesus nachfolgen, schmerzt es auch dann, wenn Katastrophen nichtchristliche Gebiete heimsuchen, wir helfen in der Liebe Jesu, wenn islamische Länder von Erdbeben heimgesucht werden, wir setzen uns ein gegen die Not in Flüchtlingslagern und wir leiden mit den Familien, die Hab und Gut verlieren, deren Kinder oder Eltern in Israel oder im Gazastreifen durch die Hölle auf Erden gehen. Wir folgen dem Beispiel und dem Auftrag dessen, dem wir gehören: Jesus! Er hat einen Frieden gebracht, den wir den Menschen verkündigen. Diesen Frieden kann jeder erfahren, der Jesus begegnet.

Während die UN 30 Artikeln listet, die die von ihnen formulierten Menschenrechte definieren, sie aber leider nicht umsetzen können, hat Jesus allen Menschen ein Recht angeboten, das alle Menschenrechte der UN in den Schatten stellt. In Johannes 1:12 heißt es:

All denen aber, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, 
gab er DAS RECHT,
Gottes Kinder zu werden.

Während wir:

1. Beten   2. Helfen  3. Geben  4. Uns einsetzen für unsere leidenden Mitmenschen, wollen wir es um keinen Preis vermeiden, sie zu dem Recht einzuladen, das ihnen von Gott angeboten wird!

Für solche, die noch nicht involviert sind, sich für Notleidende und Verfolgte einzusetzen, sei die Webseite von Open Doors empfohlen. Hier findet man hilfreiche Einblicke, Anliegen, Vorschläge und kostenloses Infomaterial.