„Wenn ich auf fünfzig Jahre Dienst zurückblicke, erinnere ich mich an unzählige Prüfungen, Schwierigkeiten und Zeiten erdrückenden Schmerzes. Aber durch all das hindurch hat sich der Herr als treu, liebevoll und vollkommen wahrhaftig in all seinen Verheißungen erwiesen.“ (David Wilkerson)

Dienstag, 16. Dezember 2025

Erwartungen (Gedicht von Hans Elwert)

Wie zuletzt jedes Jahr auch diesmal ein Gedicht zur Weihnachtszeit von meinem Freund, Hans Elwert. Es darf kopiert werden.

ERWARTUNGEN

Erwartung kann man gut verstehen,
wenn wir die Kinderaugen sehen,
die, wochenlang gewartet habend,
jetzt fiebern auf den Heiligabend
und die Geschenke, die im Traum
bereits sich türmen unterm Baum.
Doch nicht bei unsern Kleinen bloß
ist die Erwartung manchmal groß –
nur, dass im Gegensatz zum Kind,
bei uns die Träume teurer sind.

Wenn man sich’s richtig überlegt
zeigt sich Erwartung unentwegt
und sei es nur, dass möglichst nicht
mein Stuhl gleich unter mir zerbricht.

Mit der 
Erwartung übergroß,
hofft mancher auf das große Los
und deshalb, voller Euphorie,
setzt auf die Sonntagslotterie.

Enttäuschung ist vorprogrammiert,
wenn die Erwart
Erwartungung eskaliert.
Man sollte hier vielleicht betonen:
Gewinnchance 1 : 10 Millionen. 

Erwartung kommt auch dort zum Tragen,
wo man vergisst, uns Dank zu sagen.
Geschuftet hat man und geackert,
hat sich für andere abgerackert,
und all die Anerkennung geht
an einen, der nur Däumchen dreht.
Zuletzt wird man noch kritisiert –
kein Wunder, ist man ganz frustriert!

Geburtstage, speziell die runden
sind mit 
Erwartungen verbunden.
Je nach Kultur geht’s mehr ums Schenken,
bei andern eher ums Drandenken.
Enttäuschung sich bemerkbar macht,
wenn dann kein Mensch an uns gedacht. 

Erwartungen sind sehr konkret,
wenn es um Gottes Handeln geht.
Man ist enttäuscht, wenn dieses nicht
dem eigenen, guten Plan entspricht.
Da kommt der Glaube schnell ins Wanken
gefolgt von bitteren Gedanken.

Nicht besser scheint es allemal
mit Gottes Bodenpersonal. 
Erwartungenie sich Christen nennen
und ganz speziell gilt das, bezogen
auf Geistliche und Theologen.
Sie müssten doch, das leuchtet ein,
in ihrem Wesen anders sein;
nicht so viel Eifersucht und Streit,
Konflikt und Selbstgerechtigkeit.
Geduld und Demut wär‘ stattdessen
im höchsten Maße angemessen. 

Erwartungen, die hatten schon
im Volk der Juden Tradition.
Seit langem war er prophezeit:
Ein Retter, der das Volk befreit.
Dabei hat jeder nur gedacht
an der verhassten Römer Macht.
Die Juden wurden unterdrückt;
manch Anschlag war bereits missglückt.
Man bräuchte zum Erfolg wohl nicht
so einen, der von Liebe spricht;
nicht einen Schwätzer – doch anstatt
so einen Mann wie Goliath!

Jedoch, was uns gefangen hält,
sind nicht die Mächte dieser Welt.
Es ist gezielt die Macht des Bösen,
von der uns Jesus will erlösen.
Und nicht die Juden nur allein –
die Römer schließt das auch mit ein.
Weil Gott nicht halbe Sachen macht,
hat er auch gleich an uns gedacht.

Man fragt vielleicht – ganz zögerlich:
Hat Gott 
Erwartungen an mich?
Ganz unwillkürlich neigt man schnell
zu Schuldgefühlen generell.
Man denkt an Vorschrift und Verbot 
und alles, wofür Strafe droht.

Vielleicht jedoch ist Gott nicht der,
an den man glaubte wie bisher.
In erster Linie geht’s ihm nicht
um Forderungen und um Pflicht.
Gott will das alles nur benützen,
uns Menschen vor uns selbst zu schützen,
es bliebe sonst im Lauf der Zeit
für Menschen nur Unmenschlichkeit.

Gewusst hat Gott das lange schon
und sandte Jesus, seinen Sohn.
Er brachte auf dem Weg zum Ziel,
als Trumpf, die Liebe mit ins Spiel.
Sehr treffend hat er es beschrieben:
„Gott, deinen Vater, sollst du lieben;
des Weiteren erwarte ich:
Lieb deinen Nächsten so wie dich.

Mit dem, was in der Weisung steckt,
ist alles andre abgedeckt.“ Matth. 22,37-40

Vielleicht sogar hat Jesus auch 
Erwartungen an unsern Brauch,
wie sein Geburtstag, unbeirrt,
an Weihnachten gefeiert wird.
Hast du schon mal daran gedacht,
wie man ihm eine Freude macht?
Es wäre schön, an ihn zu denken
und obendrein ihn zu beschenken.
Vertrau auf ihn, vertrau noch heut,
das wär’s, was ihn am meisten freut.

                                          Hans Elwert 2025

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