„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Donnerstag, 5. Juni 2025

3 Tage vor Pfingsten

Aber die Jünger hatten doch den Heiligen Geist. In Johannes 20:22 lesen wir doch schwarz auf weiß, wie Jesus seine Jünger anbläst und sie den Heiligen Geist empfangen lässt.

Und nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an
und sprach zu ihnen: Empfangt Heiligen Geist!

Klare Aussage: Jesus haucht sie an und spricht ihnen zu: Empfangt!

Und Pfingsten? Müssen sie 2x empfangen? Ist es ein neuer Empfang? John Piper erklärt den Unterschied mit einem Bild. Er schlägt ein Gleichnis vor, um die Erfahrung des Geistes vor und nach Pfingsten zu veranschaulichen.

Man stelle sich einen riesigen Staudamm für Wasserkraft vor, der sich noch im Bau befindet – groß, wie etwa der Assuan-Staudamm am Nil. Der hat eine Höhe von 111 Metern und ist fast 4 km lang. 1953 wurde der Plan angekündigt; 1971 wurde der Damm fertiggestellt. 

12 Turbinen mit einer Kapazität von 10 Milliarden KW-Stunden setzten genügend Strom frei, um jede Stadt Ägyptens zu beleuchten

Während der 11jährigen Bauzeit (1960-1971) wurde der Nil nicht vollständig gestoppt. Zwar sollte sich der Stausee füllen, aber ein Teil des Wassers durfte vorbeifließen. Die Bevölkerung flussabwärts war davon abhängig. Sie tranken das Wasser, sie wuschen sich damit, es bewässerte ihre Ernte und drehte ihre Mühlenräder. Im Mondlicht segelten sie auf dem Wasser und schrieben Lieder darüber. Das Wasser des Nils war ihr Leben. 
Aber an dem Tag, als der Stausee durch die 12 Turbinen floss, wurde eine Kraft freigesetzt, die sich weit über die geringe Bevölkerung flussabwärts hinaus im ganzen Land ausbreitete. Diese neue Kraft brachte Möglichkeiten, von denen sie nur träumen konnten.

Die verheißene Bevollmächtigung – die Kraft des Heiligen Geistes aus der Höhe ist wie die Einweihung jenes Staudamms. Bereits vor Pfingsten blies Jesus Seine Jünger an und sagte: Empfangt den Heiligen Geist! Bereits vor Pfingsten segnete der Herr sie durch das Wasser des Heiligen Geistes und schenkte ihnen Leben. Aber an Pfingsten gehen die Turbinen an; die Kraft des Heiligen Geistes breitet sich aus, um die ganze Welt zu erleuchten. 

Von dem Segen, den der Geist Gottes vor Pfingsten brachte, wurde nichts weggenommen. Aber 10 Milliarden KW-Stunden (um im Bild zu bleiben) wurden hinzugefügt, damit die Jünger bevollmächtigt wurden, jeder Sprache, jedem Stamm und jeder Nation das Licht des Evangeliums der Herrlichkeit Jesu zu bringen.

Erkennen wir den Unterschied zwischen der Versiegelung mit dem Heiligen Geist als Eigentum Gottes … und der Bevollmächtigung mit dem Heiligen Geist zum Dienst für Gott?

Die Bevollmächtigung zum Dienst für Gott mit der Kraft aus der Höhe wird in Apg 1:5 auch: die Taufe mit dem Heiligen Geist genannt. Sie ist durch nichts zu ersetzen. Vor ca 150 Jahren schrieb der Theologe Asa Mahan: 

"Es gibt keine natürliche, intellektuelle, erzieherische, moralische oder kirchliche Gabe, die die Taufe mit dem Heiligen Geist ersetzen könnte."

Pfingsten – Gott erinnert uns daran, dass wir nicht in eigener Kraft leben und nicht in eigener Kraft Ihm dienen müssen. Er möchte uns mit Seiner Kraft erfüllen. Danke, Herr!
 
"Ihr werdet Kraft empfangen, 
wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, 
und ihr werdet meine Zeugen sein 
in Jerusalem 
und in ganz Judäa 
und Samaria 
und bis an das Ende der Erde!"
(Apostelgeschichte 1:8)

Mittwoch, 4. Juni 2025

Karfreitag - Ostern - Himmelfahrt - Pfingsten

Karfreitag und Ostern liegen seit etlichen Wochen hinter uns. Himmelfahrt noch keine Woche - und das nächste große Fest feiern wir in wenigen Tagen. Eine interessante Zeit!

Kann man sich die Situation halbwegs realistisch vorstellen? Dreieinhalb Jahre waren die Jünger mit Jesus durch die Lande gezogen, hatten gehört, beobachtet, gelernt und auch selbst Aufträge ihres Herrn ausgeführt. Vieles hatte Er ihnen gesagt, von dessen Bedeutung sie keinen Schimmer hatten. Dann war etwas eingetreten, das Er vorhergesagt hatte, sie aber erst begriffen, als es geschah: Jesus wurde gefangen genommen, gefoltert und ermordet. Warum? Wussten sie auch nicht. Dann kam der nächste Hammer - einige von ihnen behaupteten, Er sei auferstanden. Stunden der Verwirrung - dann die Gewissheit: Es stimmte! Er war zurück! Er lebte! Nun konnte es also weiter gehen - die nächsten dreieinhalb Jahre, vielleicht mehr - diesmal mit der erfolgten Auferstehung als Trumpf im Ärmel. Aber so wollte es Jesus nicht. Seine Zeit war gekommen, zurückzukehren an den Ort, von wo Er gekommen war: den Himmel. Sie mussten Ihn also wieder loslassen, sie würden wieder allein sein. Loslassen - ja! Allein sein - nein! Pfingsten stand vor der Tür.

Bereits lange vor Seiner Himmelfahrt hatte Jesus angekündigt, dass Er zurückgehen würde zu Seinem Vater. Aber, anstatt sie als Waisen zurückzulassen, würde Er Ihnen einen Beistand senden, der immer bei ihnen bleiben würde. Immer? - Ja, bis in Ewigkeit! Das hatte Jesus versprochen:

"Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch bleibt in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit …"
(Johannes 14:16-17a)

Na, das war doch was! Bis zu diesem Zeitpunkt war Jesus entweder bei ihnen - oder Er war es nicht. Wenn Er selbst auf dem Berg war, die Jünger aber auf dem Meer, dann war Er eben nicht bei ihnen. Schickte Er zwei von ihnen nach Jerusalem, und Er blieb bei den zehn, dann waren die Zwei allein. Das sollte sich nun ändern. In alle Himmelsrichtungen würden sie bald nach Pfingsten auseinander gehen. Vervielfältigen würden sie sich, die Christen würden zu einer Macht werden auf Erden. Eine jährliche Konferenz in Jerusalem, um mal bei Jesus zu sein, würde nicht nötig sein. Durch den Heiligen Geist würde jeder von ihnen ständig die Gegenwart Jesu erfahren.

"Es ist gut für euch, dass ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden."
(Johannes 16:7)

Und dann kam er, der Heilige Geist. Zunächst drückte Jesus Seinen Jüngern vor Seiner Himmelfahrt Seinen "Eigentumsstempel" auf. Davon lesen wir in Johannes 20:22:

"Und nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt Heiligen Geist!"


Und sie empfingen ihn, wurden zu neutestamentlichen Gläubigen, zu Christen (wiewohl man sich den Namen erst später gab). Paulus drückt es in Epheser 4:30 mit anderen Worten aus. Er spricht von der "Versiegelung" mit dem Heiligen Geist auf den Tag der Erlösung. Wie gut unser Herr doch ist. Wer an Ihn glaubt, empfängt das Eigentümersiegel, deklariert als Eigentum Gottes bis zum Tag der Erlösung, wenn Jesus selbst uns in Empfang nehmen wird. Halleluja!

Bildquelle HIER

Und dann legt Jesus noch eins oben drauf: Nur wenige Tage später tauft (Apostelgeschichte 1:5) oder erfüllt (Apostelgeschichte 2:4) Er seine Jünger mit diesem Geist der Kraft, rüstet sie aus zu dem Werk, das Er für sie hat. Nicht Furcht, sondern Kraft, Liebe und Besonnenheit soll ihr Leben kennzeichnen. Kraft, ihr Leben zu meistern und Seine Zeugen zu sein. Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Enthaltsamkeit soll in ihrem Leben wachsen und blühen. Kraft, anders zu sein! Anbetung und Dank (nicht nur in den Sonnenstunden des Lebens) und die Fähigkeit, sich unterzuordnen, wird bei ihnen erkennbar sein. Hätte es kein Pfingsten gegeben, hätten die Jünger die Kraft des Heiligen Geistes nie kennengelernt. So aber wurde die Verheißung der "Ausrüstung mit Kraft aus der Höhe" in ihrem Leben zur Wirklichkeit und ein Leben in Kraft für ihren Herrn war die Folge. Kraft Gottes - Kraft des Heiligen Geistes! Die Kraft von Pfingsten!

Dienstag, 3. Juni 2025

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde

Immer wieder muss die Wissenschaft ihre bewiesenen Fakten ändern und die Bücher umschreiben. Ende 2024 schrieben alle möglichen Zeitungen und Zeitschriften über die neusten "wissenschaftlichen" Erkenntnisse / Vermutungen. Der Mond soll 40 Millionen Jahre älter sein als gedacht.

Bereits 2016 wurden Bilder vom Hubble-Weltraumteleskop zusammengefasst, das über 200 Milliarden (200.000.000.000) Galaxien zeigt. Das Universum soll demnach 10 Mal größer sein, als bis dahin behauptet und dehnt sich 5-9 Mal schneller aus als bisher angenommen. 

2017 entdeckten Forscher Werkzeuge und Fossilien in Marokko, die 300.000 Jahre alt – und damit 100.000 Jahre älter sind als die bisher bekannten Homo sapiens Funde in Afrika.

Dass sich die „wissenschaftlich bewiesenen Fakten“ auf allen möglichen Gebieten immer wieder als „Fake News“ herausstellen und umgeschrieben werden müssen, amüsiert mich immer wieder. Es erinnert an die Anekdote, die über Abraham Lincoln erzählt wird. Als ein hartnäckiger Gegner einmal nicht von Lincoln überzeugt war, sagte Lincoln: „Lass uns mal sehen, wie viele Beine eine Kuh hat.“ „Vier, natürlich“, kam die genervte Antwort.

„Stimmt!“, erwiderte Lincoln. „Jetzt nehmen wir mal an, Sie würden den Schwanz der Kuh als Bein bezeichnen. Wie viele Beine hätte die Kuh dann?“ „Na, fünf, natürlich!“, kam die überzeugte Antwort.

„Da liegen Sie ordentlich falsch“, sagte Lincoln. „Den Schwanz einer Kuh als Bein zu bezeichnen, macht ihn noch lange nicht zu einem Bein.“ 

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde! (1 Mose 1:1)

Selbstverständlich wird diese Tatsache von der selbsterklärten Wissenschaft verachtet und verspottet. Aber dieser Vers aus 1 Mose 1 wurde vor Tausenden von Jahren niedergeschrieben, nimals korrigiert und wird seither von Millionen und Abermillionen Menschen auf der ganzen Erde geglaubt und aus guten Gründen für bare Münze gehalten, als Tatsache festgehalten. 

Manch einer betont, dass der Glaube an einen mysteriösen Urknall mehr Glauben erfordert als der Glaube an die Schöpfung durch Gott. Selbst viele nicht christliche Wissenschaftler halten ein „intelligentes Design“ – eine übergeordnete Intelligenz hinter der Entstehung von allem – als wahrscheinlicher als eine zufällige Entstehung all dessen, was ist. 

Wie herrlich ist es, zu wissen, wo wir herkommen und wo wir hingehen. Wie herrlich ist es zu wissen: Wir sind von Gott gewollt, geliebt und leben in einem einzigartigen Umfeld, das Er für uns Menschen geschaffen hat. Wie beruhigend zu wissen, dass Sein Wort ewig, ewig gültig und unabänderlich ist und niemals einer Korrektur bedarf.  

„Der Himmel ist durch das Wort des Herrn gemacht und all sein Heer durch den Hauch seines Mundes.“ (Psalm 33:6)

„Ich habe die Erde gemacht und den Menschen auf ihr geschaffen. Ich bin’s, dessen Hände den Himmel ausgespannt haben, und all seinem Heer habe ich Befehl gegeben.“ (Jesaja 45:12)

„Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen.“ (Kolosser 1:16)

Montag, 2. Juni 2025

Handy & Bibel

1992 gab es in Deutschland das erste kommerzielle Handy in der Art, wie wir es heute kennen. Bis dahin kamen wir ohne aus. Vor 2000 Jahren (gleich mit dem Beginn der Gemeinde) begann Gott, uns sein Wort in Form des Neuen Testaments (NT) zu offenbaren. Bereits einige Tausend Jahre vorher offenbarte Er das, was wir hinführend zum NT wissen sollten. Gott wusste, was viele Menschen heute nicht (mehr) wissen: Der Mensch kann ohne Kommunikation mit Gott nicht bestehen. Folgenden Vergleich fand ich im Internet und er machte mich nachdenklich.


Hast Du Dich jemals gefragt, was geschehen würde, wenn wir mit unserer Bibel umgehen würden wie mit unseren Handys?

 


  • Was, wenn wir sie in unsern Hand- und Hosentaschen herumtragen würden?
  • Was, wenn wir mehrmals am Tag darin rumblättern würden?
  • Was, wenn wir umkehren würden, wenn wir sie vergessen hätten?
  • Was, wenn wir sie benutzen würden, um Botschaften durch den Text zu bekommen?
  • Was, wenn wir sie behandeln würden, als könnten wir nicht ohne sie leben?
  • Was, wenn wir sie unseren Kindern als Geschenk geben würden?
  • Was, wenn wir sie unterwegs auf Reisen benutzen würden?
  • Was, wenn wir sie in Notfällen heranziehen würden?
Recht hat er, der unbekannte Autor dieser Zeilen. Vieles im Leben hat heute einen höheren Stellenwert als Gottes Wort, auch bei uns Christen. Natürlich leben wir in einer anderen Zeit als Moses, David oder Paulus. Das aber verringert die Bedeutung des Wortes Gottes keineswegs – im krassen Gegenteil – es macht die Beschäftigung mit Gottes Gedanken umso wichtiger! Wir müssen wieder neu die Liebe und Begeisterung für die Kommunikation mit dem Allmächtigen entdecken, die die Schreiber der Bibel kannten – und die viele Christen in der Verfolgung erfahren.
  • Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute findet. (Ps 119:162)
  • Um Mitternacht stehe ich auf, um dir für deine gerechten Gesetze zu danken. (Ps 119:62)
  • Wie wird ein junger Mann seinen Weg unsträflich gehen? Indem er ihn bewahrt nach deinem Wort (Ps 119:9)
  • Ich bewahre dein Wort in meinem Herzen, damit ich nicht gegen dich sündige (Ps 119:11)
  • Der Morgendämmerung bin ich zuvorgekommen und habe um Hilfe gerufen. Auf deine Worte habe ich gehofft. (Ps 119:147)
  • Das Wort Gottes hat die Kraft, von Sünde zu überführen (Apostelgeschichte 2:37)
  • Es hat die Macht, die Wiedergeburt zu bewirken (1 Petrus 1:23)
  • Es hat die Macht, Glauben zu erzeugen (Römer 10:17)
  • Es schenkt Gewissheit des ewigen Lebens (1 Johannes 5:13)
  • Es hat die Kraft, Freude hervorzubringen (Psalm 119:162)
  • Es hat die Macht, zu verändern (Johannes 17:17)
  • Es ist effektiv gegen Satan, Sünde und die Welt (Epheser 6:17)
Herr, dein Wort, die edle Gabe,
diesen Schatz erhalte mir;
denn ich zieh es aller Habe
und dem größten Reichtum für.
Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten,
worauf soll der Glaube ruhn?
Mir ist's nicht um tausend Welten,
aber um dein Wort zu tun.


Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf (1700 - 1760)

Sonntag, 1. Juni 2025

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss!

2 Thessalonicher 1:11+12

11 Deshalb beten wir auch allezeit für euch, dass unser Gott euch der Berufung würdig mache und alles Wohlgefallen der Güte und das Werk des Glaubens in Kraft zur Erfüllung bringe,
12 damit der Name unseres Herrn Jesus Christus in euch verherrlicht werde und ihr in ihm, gemäß der Gnade unseres Gottes und des Herrn Jesus Christus.

Herzliche Einladung zum Gottesdienst:

--- HEUTE KEINE LIVE ÜBERTRAGUNG! ---

 Anbetung - Gebet
Missionsbericht - Andacht
Gemeinsames Mittagessen

  Wir freuen uns auf dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr

Sonntagszitat:

„Ein Glaube, der nichts gibt, nichts kostet und nichts erleidet,
ist nichts wert.“
(Martin Luther)

 „Das Evangelium ist nur dann eine gute Nachricht, 
wenn es rechtzeitig ankommt.“
(C.F.H. Henry)

„Jeder Gerettete diesseits des Himmels
schuldet das Evangelium jedem Verlorenen diesseits der Hölle.“

(David Platt)

Samstag, 31. Mai 2025

Eine wahre Geschichte?

Wo ich den folgenden Bericht aufgeschnappt habe und ob er sich so oder ähnlich tatsächlich abgespielt hat, weiß ich nicht. Aber er veranschaulicht wunderbar, was Jakobus im Sinn gehabt haben mach, als er diese Verse schrieb (Jakobus 2:1-9):

Liebe Brüder, wie könnt ihr behaupten, an Jesus Christus, den Herrn der Herrlichkeit, zu glauben, wenn ihr bestimmte Menschen bevorzugt? 2 Nehmen wir zum Beispiel an, in eure Gemeinde kommen ein teuer gekleideter Mann mit kostbarem Schmuck und ein armer Mann in schäbiger Kleidung. 3 Und ihr würdet dem Reichen besondere Aufmerksamkeit schenken und ihm einen guten Platz anbieten, zu dem Armen aber sagen: »Du kannst stehen bleiben oder dich da drüben auf den Boden setzen.« 4 Zeigt diese unterschiedliche Behandlung nicht, dass ihr euch von falschen Motiven leiten lasst? 5 Hört mir zu, meine lieben Brüder! Hat Gott nicht besonders die Armen in dieser Welt dazu erwählt, im Glauben reich zu sein? Sie werden das Reich Gottes erben, das er denen versprochen hat, die ihn lieben. 6 Und doch beleidigt ihr den Armen. Dabei sind es die Reichen, die euch unterdrücken und in Rechtsstreitigkeiten verwickeln. 7 Sind sie es nicht, die Jesus Christus verspotten, dessen ehrenvollen Namen ihr tragt? 8 Wirklich gut handelt ihr, wenn ihr dem königlichen Gebot unseres Herrn gehorcht, wie es in der Schrift steht: »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.« 9 Wenn ihr aber einen Menschen bevorzugt, werdet ihr schuldig, denn ihr missachtet dieses Gesetz.

In einer stattlichen Kirche besuchte ein auffallend unordentlich gekleideter Mann zum ersten Mal die Kirche. Er wurde von einem der elegant gekleideten Platzanweiser empfangen, der ihn sofort in eine hintere Bank führte, damit sein ungepflegtes Aussehen und sein übler Geruch den Ruf der Kirche nicht störten.

Ein weiterer Erstbesucher stand im Foyer. Er war gepflegt und machte in seinem dunklen, Nadelstreifenanzug einen guten Eindruck. Einer der Platzanweiser schritt stolz mit ihm den Gang entlang und wies ihm einen Platz vorne in der Kirche zu.

Nach dem Gottesdienst lud der Leiter der Gemeinde den Mann zum Abendessen ein. Als sie um den Tisch saßen, wurde das Essen herumgereicht. Der Besucher nahm sich die köstlich aussehenden Kartoffeln und legte sie auf seinen Teller. Doch dann tat er etwas Seltsames: Er schaufelte die Kartoffeln in die Jackentasche seines Anzugs. Die Anderen beobachteten, wie er dasselbe mit den Karotten und dem Fleisch tat.

Unfähig, länger zu schweigen, fragte der Leiter: „Warum schüttest du das Essen in deine Jackentasche?“ Der Besucher lächelte und antwortete höflich: „Nach dem Platz zu urteilen, an dem Sie den Gottesdienstbesucher platziert haben, der vor mir hereinkam, schließe ich, dass Sie meinen Anzug zum Mittagessen eingeladen haben, also füttere ich ihn.“

Krass! Aber vielleicht doch was dran? Wenn sich nun ein Bettler in unsere Gemeinden „verirren“ würde, oder ein dunkler, bärtiger Fremder mit einer verschleierten Frau, oder ein angetrunkener Unrasierter, der in der Nacht zuvor scheinbar kaum geschlafen hatte, oder eine Person – offensichtlich aus dem Rotlichtmilieu ...

Mir gehen die Verse des Jakobus unter die Haut – ebenso wie Erinnerungen an Situationen, in denen ich selbst versagt habe. Darum möchte ich mir ganz neu Jesus zum Vorbild nehmen, der Huren, Zöllner und Halsabschneider ebenso einlud und willkommen hieß wie ehrbare Väter und Mütter. An Jesus möchte ich mich orientieren!

Freitag, 30. Mai 2025

Die Vision des Himmels*

Gestern ging es um die Frage, wie viel wir bereit sind, für Jesus (auf)-zu-geben, damit Sein Auftrag erfüllt wird und alle Welt von Ihm hört. Wir erkennen vielleicht, dass ein opferbereiter Dienst für Jesus dazu notwendig ist. Wir wünschen uns, das Werk zu Ende zu bringen, auch dort, wo es gefährlich ist. Wir staunen über die Opferbereitschaft früherer Missionare, die ihre irdischen Güter in Särgen mitnahmen, weil sie wussten, dass sie nicht in ihre Heimat zurückkehren würden. Ist unsere Vision vom Himmel stark genug, auch selbst solche Opfer aufrecht zu erhalten?

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Tatsache ist, dass die Meisten einen “nur-für-dieses-Leben“ Lebensstil adoptiert haben. Neue Missionare erwarten Zusagen für Versicherungen, Altersvorsorge, Privatunterricht ihrer Kinder und einen westlich orientierten Lebensstil bevor sie sich verpflichten. Vor 50 Jahren war es eine wochenlange Schiffsreise mit 2 oder 3 Fässern, heute verschifft man seine Güter in einem 10 Meter Container und fliegt in ein paar Stunden zum Ziel. Ein alter Wycliff Missionar drückte es einmal so aus: “Als ich vor 30 Jahren kam, kamen wir mit der Einstellung, alles für Jesus aufzugeben. Heute will man alles mitnehmen.“

Unsere materialistische Einstellung lässt uns nur selten an den Himmel denken. Wir halten eine „Diesseitsorientierung“ aufrecht, weil es uns so gut geht auf der Erde. Es ist zu befürchten, dass wir die himmlische Vision verloren haben, die bereit ist, für Jesus Wagnisse einzugehen; die Vision, die uns zum Opfern motiviert wegen des Lohns jenseits des Grabes.

Bernie May, ein früherer US Wycliff Direktor nennt 4 Gründe, warum Missionare aufgeben:
  1. Sie sind nicht bereit, Familie und Freunde zurückzulassen.
  2. Sie sind nicht bereit, einen Unterstützerkreis aufzubauen und mit geringem Einkommen zu leben.
  3. Sie sind besorgt um Gesundheit und Sicherheit – der eigenen und der ihrer Familien.
  4. Sie sind nicht bereit, den niedrigen Lebensstandard auf sich zu nehmen, der mit der Missionsarbeit kommt.
Das sind vielleicht berechtigte Bedenken, die aber mit einer Vision vom Himmel überwunden werden können. Die Vision vom Himmel befähigt, Entbehrungen um Jesu willen auf sich zu nehmen. Eine Vision des Himmels motiviert zu großen, mutigen Opfern. Warum sonst blieb Paulus – und mit ihm Millionen verfolgter Christen heute – standhaft in Drangsal? Paulus erklärt:

„Hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit, 
die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, 
nicht aber mir allein, sondern auch allen, 
die seine Erscheinung lieb haben.“ (2 Timotheus 4:8)

Ohne eine solche Vision des Himmels bleiben wir an die Erde gebunden, und bewerten Gesundheit, Wohlstand und Bequemlichkeit höher als Gehorsam, Opfer und Leiden, damit die die noch unerreichte Welt die Frohe Botschaft zum ersten Mal erfährt.

„Niemand weiß wirklich, wofür er lebt,
bis er weiß, wofür er bereit ist zu sterben!“  (Martin Luther King)

* frei übersetzt u. gekürzt: „Losing Our Heavenly Vision“ – kompletter Artikel in Englisch: hier

Donnerstag, 29. Mai 2025

Zwei Listen

Vorgestern lag der Schwerpunkt der Andacht auf vom Evangelium unerreichten Volksgruppen. Gestern haben wir von Werner gelesen, der bereit war, alles zu geben, damit sein Freund Jesus finden würde. Vor wenigen Jahren, zur starken Zeit des IS, fanden irakische Spezialeinheiten in Mossul eine ISIS Geheimliste, auf der 173 Namen von Männern mit Fotos und Herkunftsland standen. Die gelisteten Männer aus Asien, dem Mittleren Osten und Europa, waren bereit, terroristische Anschläge zu verüben und dafür ihr Leben zu opfern.

Wofür sind wir bereit, unser Leben zu opfern? Wofür bist Du bereit, ALLES zu geben? Für nichts? Für Dich selbst? Deine Kinder? Oder milder gefragt: Wofür bist Du bereit, Dich aufzuopfern? Für Deine Familie? Für Deine Mitmenschen außerhalb Deiner Familie? Für Jesus?

Ich werde erinnert an einen Artikel, der die Suche eines geeigneten Themas für eine Missionskonferenz beschreibt. Die Konferenz hatte zum Ziel, für die Arbeit im 10/40 Fenster* zu mobilisieren. Außergewöhnlichster Vorschlag: „Komm, und stirb für Jesus!“  
Menschen für die Arbeit Jesu im 10/40 Fenster zu gewinnen, kann einen frühen Tod bedeuten. Aber wäre dies nicht die direkte Fortsetzung dessen, was wir in der Bibel finden? 10 der 11 Jünger Jesu starben als Märtyrer, einer im Exil.

Wieder stellt sich mir die Frage: Wofür bin ich bereit, mein Leben zu opfern oder auch nur mich aufzuopfern, mich mit aller Kraft einzusetzen? Für nichts? Für mich selbst? Meine Kinder? Für meine Mitmenschen außerhalb meiner Familie? Für Jesus?

Die Nachrichten berichten immer wieder von Fanatikern, die bereit sind, alle Andersgläubigen in mörderischem Hass zu massakrieren und ihrem eigenen Leben bewusst ein Ende zu setzen.

Im Gegensatz dazu schreibt Paulus in Römer 14:8:

Leben wir, so leben wir dem Herrn; 
sterben wir, so sterben wir dem Herrn.
Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.

Wenn Jesusjünger bereit sind, sich aufzuopfern oder sogar ihr Leben zu riskieren - wie es Tausende und Abertausende von hingegebenen Christen getan haben - dann hat das mit Fanatismus so wenig zu tun wie eine Glühbirne mit einer Abrissbirne. Nicht Hass motiviert Jesusjünger, ihr Leben für Jesus zu riskieren, sondern Liebe, aufopfernde Liebe. Nicht Menschenverachtung treibt sie zu ihrem Tun, sondern Mitmenschlichkeit. Ihr Wunsch ist nicht, Menschen zu töten, sondern ihnen Leben zu bringen. Ihr Ziel ist es nicht, für ihren Gott zu sterben, sondern für Ihn zu leben. Ihre Waffen sind nicht Schnellfeuergewehre, Granaten und Bomben, sondern übernatürliche Liebe, die nicht nur Gleichgesinnten und Freunde liebt, sondern auch Andersdenkende und Feinde.

Die irakischen Spezialeinheiten kamen in den Besitz einer Liste mit 173 Namen von Männern, deren Herz mit Hass und Mordgelüsten gefüllt war und deren einziger Wunsch es war, Chaos und Unheil zu säen.

Ob Gott eine Gegenliste hat? Wer weiß? Aber kann es nicht sein, dass der allwissende Gott eine ungeschriebene, oder sogar geschriebene, Namensliste besitzt? Eine Liste mit den Namen derer, deren Herzen erfüllt sind mit Jesu übernatürlichen Liebe? Menschen, die leben möchten, aber bereit sind, mit Gott durch dick und dünn zu gehen – selbst, wenn es ihnen das Leben kostet. Nur ein Ziel, nur eine Person ist solche Kosten wert: JESUS!  Aber Er ist es wert und nichts weniger als das.

Leben wir, so leben wir dem Herrn; 
sterben wir, so sterben wir dem Herrn.
Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.
(Römer 14:8)
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„Wenn Jesus Christus Gott ist und für mich gestorben ist, 
dann kann mir kein Opfer zu groß sein, um es für ihn zu bringen.“
(C.T.Studd)
 
* Ca 97 % aller vom Evangelium unerreichten Volksgruppen (sie haben nie das Evangelium gehört und die meisten haben nie einen wiedergeborenen Christen getroffen!) finden sich in diesem Gebiet, dem 10/40 Fenster. Etwa 82 % der Ärmsten der Armen leben hier. Herkömmliche Missionsarbeit ist in dieser Region nötig, aber kaum ohne Opfer möglich, da es die Hochburg des Islam, Hinduismus und Buddhismus ist.