Morgen geht's hier frisch weiter!
Bis morgen!
Denn ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu wissen als nur Jesus Christus, und ihn als gekreuzigt. (1 Kor. 2:2)
Schon vor fast 50 Jahren hat es mir Spaß gemacht, durch Werbeprospekte von Blumengeschäften zu blättern. Die Farbenpracht und Vielfalt war atemberaubend. Manchmal habe ich ein Blumenbild ausgeschnitten und damit die Rückseite eines Briefumschlags beklebt, damit sich jeder daran freuen konnte.
Hier (auszugsweise) die Situation:
Nach ewig-langer
Achterbahnfahrt, in der es mehr bergab als bergauf ging, wird das Volk
Israel in die 70-jährige Gefangenschaft geführt! Tempel, Stadt und
Stadtmauer werden pulverisiert, das Volk praktisch ausgelöscht. Es hätte
das Abschlusskapitel der Geschichte Israels sein können. ABER: Gott
hatte verheißen, sie nach 70 Jahren wieder zurückzuführen in ihr Land.
Und was Gott verheißt, das tut er auch; IMMER!
Israel – o Wunder
– erhält die Erlaubnis des Besatzerkönigs, in Ihr Land zurückzukehren.
Sie erhalten – o Wunder – auch noch Mittel zum Wiederaufbau des Tempels
aus dem königlichen Schatz! Nach ca 100 Jahren – o Wunder – steht der
Tempel, stehen ihre Häuser und steht die Schutzmauer um ihre Hauptstadt.
Wie gesagt, dies ist nur eine auszugsweise Beschreibung der vielen
Wunder, die Israel allein in jener Zeit erlebte. Trotzdem war nicht
alles im grünen Bereich.
Man sollte meinen, nach diesen vielen
Wundern müsste das Volk Gottes doch für ihren Herrn brennen, dankbar,
hingegeben und abgesondert sein. Pustekuchen! Durch den Propheten
Maleachi erfahren wir mehr. Er schreibt in Kapitel 1:2:
»Ich habe euch geliebt«, spricht der Herr. Aber ihr fragt: »Worin hast du uns geliebt?«
Dieser
Vers hat fast Schockwirkung, denn Israel hatte ja nicht nur in den
vergangenen hundert Jahren Gottes liebende Fürsorge erfahren, sondern
durch ihre ganze Geschichte als Volk Gottes hindurch.
Während der 40-jährigen Wüstenwanderung hatte er sie TÄGLICH mit Brot versorgt und
immer wieder mit zusätzlicher Nahrung und Wasser. Ihre Kleidung hatte
sich nicht abgenutzt, Er hatte sie bewahrt und geführt. Im Land Kanaan
hatte er sie durch die Wirren der Richterzeit nie aufgegeben, während
der Zeit der Könige – auch der gottlosen Könige - hatte er immer wieder
seien Treue bezeugt. Und auch ihren Götzendienst, der schlimmer war als
der ihrer heidnischen Lehrherren, hatte Gott ihnen vergeben. Er hatte
ihnen Seine Liebe überdeutlich erwiesen. Und sie fragen ihn: »Worin hast du uns geliebt?«
Man
sollte doch meinen, sie hätten mehr als genügend Beweise der Liebe
ihres Gottes erfahren. Aber die Worte sind gesprochen, die Frage ist
gestellt. »Worin hast du uns geliebt?«
So etwas darf man doch nicht sagen, oder? Und denken? Darf man so etwas denken? Kann man es verhindern, so etwas zu denken?
Zunächst einmal ist es bei Gott gleich, ob wir es denken oder aussprechen. Psalm 139: 4 sagt:
„Das Wort ist noch nicht auf meiner Zunge – siehe, HERR, du weißt es genau.“
Zum anderen sollten wir uns unseren Fragen stellen. Und die haben wir doch, oder?
»Worin hast du uns geliebt?«
Gott,
wenn du mich wirklich liebst, warum sind die Dinge dann momentan so,
wie sie sind? Warum muss ich dann durch all das durch, wo ich durch
muss? Warum fühle und sehe ich nichts von deiner Liebe?
Die
Zusammenfassung der Antwort Gottes an sein geliebtes Volk (ja, Gott geht
tatsächlich in Liebe auf diese provokative Frage ein und beantwortet
sie) – Gottes Antwort ist folgende:
Verflucht sei, wer das Werk des Herrn lässig treibt
(Jeremia 48:10a /
SchlÜ)
Verflucht sei, wer meinen Auftrag nachlässig ausführt!
(Jeremia 48:10a /
HfA)
Wie hat er sich wohl gefühlt – jener Christ in Prag, der im Herbst 1968 dem jungen Jan Palach versprach, ihm ein Neues Testament vorbeizubringen. Sie hatten miteinander geredet. Jan Palach schien am Evangelium interessiert zu sein und nahm das Angebot gerne an.
Jan Palach wurde am 11. August 1948 in Prag geboren. Er studierte an der Karlsuniversität in seiner Heimatstadt. Im Herbst `68 hörte er das Evangelium und wartete auf ein Neues Testament. Am 16. Januar 1969 übergoss er sich mit Benzin und zündete sich aus Protest gegen den Einmarsch der Sowjetunion und die Niederschlagung des Prager Frühlings an. 3 Tage später starb er in einem Krankenhaus.
Und der junge Christ, der das NT versprochen hatte? Er war voller guter Absichten, ließ aber Wochen verstreichen, bevor er das Neue Testament überhaupt besorgte. Dann schob er es immer wieder auf, es vorbeizubringen. Wer will diesen Mann verurteilen? Ich kann es nicht, weil mich die Situation zu sehr an Begebenheiten aus meinem Leben und Umfeld erinnert. Aber man kann es auch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Immerhin sagt der Herr durch Jeremia auch zu uns:
Verflucht sei, wer meinen
Auftrag nachlässig ausführt!
(Jeremia 48:10a / HfA)
Der Bibellehrer, William MacDonald, schreibt zu diesem Vers:
Das Werk des Herrn ist so wichtig, dringend, erhaben und ehrfurchtgebietend, dass ein Fluch auf jedem liegt, der es nachlässig tut. Gott, der das Beste will und auch verdient, kann Faulheit, Zögern, Halbherzigkeit und schlampige Methoden nicht ertragen. Wenn wir an die unendlich wichtigen Dinge denken, um die es geht, wundert uns das nicht.
Gute Vorsätze sind nicht genug. Es wird oft gesagt, dass die Straßen der Hölle mit guten Vorsätzen gepflastert sind. Aber durch sie wird die Arbeit nicht getan. Sie müssen in Taten umgesetzt werden. Im folgenden einige Möglichkeiten, wie das geschehen kann:
Schließlich: Tun wir es zur Ehre Gottes. „Ob ihr nun esst oder trinkt oder irgendetwas tut, tut alles zur Ehre Gottes“ (1. Korinther 10,31).
Amy Carmichael (1867-1951, englische Indienmissionarin und Dichterin) war erfüllt mit der Gesinnung: „Die Gelübde Gottes sind auf mir. Ich kann mich nicht aufhalten, mit Schatten zu spielen oder irdische Blumen zu pflücken, bis ich mein Werk getan und darüber Rechenschaft abgelegt habe.“
1. Mai – Tag der Arbeit. Und während wir uns für gute Arbeitsbedingungen einsetzen und viele sogar an ihrem freien Tag dafür auf die Straße gehen, demonstrieren und kämpfen, lasst uns als Christen jeden Tag mit Eifer für Jesus unser Bestes geben. Lasst uns nicht müde – und nicht abgelenkt werden – weder durch Corona, noch durch Dinge, die uns nicht passen, noch durch Ersatz, den wir leicht finden, um den Dienst für den Herrn zu ersetzen. Lasst uns das Werk des Herrn nicht lässig – sondern eifrig treiben und Seinen Auftrag nicht vernachlässigen.
Glückselig ist jener Knecht, den sein Herr,
wenn er kommt, bei der Arbeit finden wird.
(Matthäus 24:46)
J. R. Sizoo schreibt: „Vergessen wir nie: Glamour ist nicht Größe; Applaus ist nicht Ruhm; Prominenz ist nicht Erhabenheit. Der Mann der Stunde ist nicht der Mann der Ewigkeit. Ein Stein mag funkeln, aber das macht ihn noch nicht zu einem Diamanten; Menschen mögen Geld haben, aber das macht sie noch nicht erfolgreich. Es ist das, was die "Unwichtigen" tun, das wirklich zählt und den Lauf der Geschichte bestimmt. Die größten Kräfte im Universum sind nie spektakulär. Sommerregen sind wirkungsvoller als Hurrikane, aber sie erhalten keine öffentliche Aufmerksamkeit. Die Welt würde bald untergehen ohne die Treue, Loyalität und Hingabe derer, deren Namen scheinbar wertlos und unbesungen sind.
Wahre Worte, die die Bibel bestätigt. Und doch fällt es vielen Menschen nicht leicht, mit Freude unbekannt und unbemerkt dem Herrn zu dienen.
Die Namen von Abraham, Mose, David, Salomo, Jeremia, Hesekiel, Petrus, Paulus, Timotheus und dergleichen kennt jeder. Aber wie sieht es aus mit:
Bezalel und Oholiab, die beiden Künstler, die maßgeblich zur Arbeit an der Stiftshütte beigetragen haben? (2. Mose 31)
Jabez, der für sein Gebet bekannt ist und nur ein Mal in der Bibel erwähnt wird. (1 Chronik 4)
Epaphroditus, ein treuer Teamkollege des Paulus, der im Dienst fast gestorben wäre. (Philipper 2)
Die Prophetin Anna, die die dem Herrn jahrelang treu im Tempel diente, bis sie Jesus sah! (Lukas 2)
Simeon, der gottesfürchtige Mann, der eine Prophetie über Jesus im Tempel ausspricht. (Lukas 2)
Ananias aus Damaskus, der erste Christ, dem Paulus in Damaskus begegnet. Er wird von Gott gebraucht um Paulus zu heilen und zu segnen. (Apostelgeschichte 9)
Eutychus, ein junger Mann, in dessen Leben Jesus sich auf außerordentliche Weise offenbarte. (Apostelgeschichte 20)
Mnason, ein alter Jünger aus Zypern, der Paulus und seinem Team Gastfreundschaft anbot. (Apostelgeschichte 21)
Agabus, der zweimal in der Apostelgeschichte erwähnt wird. Einmal sagt er eine Hungersnot voraus, ein anderes Mal das Leiden des Paulus. (Apostelgeschichte 11 und 21)
Phoebe war Diakonin, die von Paulus für ihr vorbildliches Zeugnis gelobt wurde. (Römer 16)
Der eine oder andere Name mag bekannt sein, andere nicht. Dazu kommen ungezählte Christen, deren Namen in keine Bücher Eingang gefunden haben. So lesen wir, als Paulus in Puteoli in Italien ankam (Apostelgeschichte 28:14+15):
Dort fanden wir Brüder und wurden von ihnen gebeten, sieben Tage zu bleiben; und so machten wir uns auf den Weg nach Rom. 15 Und von dort kamen uns die Brüder, als sie von uns gehört hatten, entgegen bis nach Forum Appii und Tres Tabernae. Als Paulus sie sah, dankte er Gott und fasste Mut.
In 1 Korinther 1:27-29 schreibt Paulus:
Gott hat das auserwählt, was in den Augen der Welt gering ist, um so diejenigen zu beschämen, die sich selbst für weise halten. Er hat das Schwache erwählt, um das Starke zu erniedrigen. 28 Er hat das erwählt, was von der Welt verachtet und gering geschätzt wird, und es eingesetzt, um das zunichtezumachen, was in der Welt wichtig ist, 29 damit kein Mensch sich je vor Gott rühmen kann.
Glamour ist nicht Größe. Matthäus 23:11 fasst zusammen, was Jesus im Leben vorgelebt hat und was Er von Seinen Jüngern erwartet: Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein.
Darum wollen wir mit Freude Jesus dienen; ungesehen, ungenannt, ungeehrt; in Diensten, über die niemand redet und die auf der Erde niemand beachtet – die aber im Himmel aufgeschrieben - und die unerlässlich sind für den Bau des Reiches Gottes – wie die oben erwähnten biblischen Beispiele zeigen.Philipper 1:12-18
12 Ich will aber, Brüder, dass ihr erkennt, wie das, was mit mir geschehen ist, sich vielmehr zur Förderung des Evangeliums ausgewirkt hat,
13 sodass in der ganzen kaiserlichen Kaserne und bei allen Übrigen bekannt geworden ist, dass ich um des Christus willen gefesselt bin,
14 und dass die meisten der Brüder im Herrn, durch meine Fesseln ermutigt, es desto kühner wagen, das Wort zu reden ohne Furcht.
15 Einige verkündigen zwar Christus auch aus Neid und Streitsucht, andere aber aus guter Gesinnung;
16 diese verkündigen Christus aus Selbstsucht, nicht lauter, indem sie beabsichtigen, meinen Fesseln noch Bedrängnis hinzuzufügen;
17 jene aber aus Liebe, weil sie wissen, dass ich zur Verteidigung des Evangeliums bestimmt bin.
18 Was tut es? Jedenfalls wird auf alle Weise, sei es zum Vorwand oder in Wahrheit, Christus verkündigt, und darüber freue ich mich, ja, ich werde mich auch weiterhin freuen!
Herzliche Einladung zum Gottesdienst:
Anbetung - Gebet
Predigt - Gemeinschaft
Gemeinsames Mittagessen
Wir freuen uns auf dich!
Sonntagszitat:
Predigen hat wenig Wert, außer es stehe in direkter Verbindung mit dem Gebet. Neutestamentliche Verkündigung gibt es nur da, wo auch neutestamentliches Gebet vorhanden ist.
(E.M. Bounds)