„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Mittwoch, 26. Februar 2025

10-40 10/40 10:40 zehn/vierzig

Völlig egal, wie man es schreibt - diese Zahlen sollten jeden Christen unruhig machen.

Als 10/40 Fenster bezeichnet man das Gebiet zwischen dem 10. und 40. nördlichen Breitengrad. Diese Region erstreckt sich von Nordafrika über den Mittleren Osten bis nach Zentral- und Südostasien. Ca 97 % aller vom Evangelium unerreichten Volksgruppen (sie haben nie das Evangelium gehört!) finden sich in diesem Gebiet sowie etwa 82 % der Ärmsten der Armen. Herkömmliche Missionsarbeit ist in dieser Region kaum möglich, da es die Hochburg des Islam, Hinduismus und Buddhismus ist.

Man würde meinen, die Gemeinde Jesu würde ein besonderes Augenmerk legen auf die Gebiete, die vom Evangelium unerreicht sind. Man würde meinen, neue Sendungen von Missionaren würden in diese Gebiete gehen und ein großer Teil der finanziellen Bemühungen würden sich auf diese Länder konzentrieren. Tatsache ist, dass nur ca 2% aller Missionare im 10/40 Fenster arbeiten und weniger als 2% aller Missionsspenden in die Evangelisierung dieses Gebietes fließen.

Immer wieder wird (richtigerweise) betont, dass ja auch die westliche Welt (Europa, USA etc.) evangelisiert werden muss! Ein lautes AMEN! dazu. Lasst uns das tun. Am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft, in der Familie und Verwandtschaft und wo immer sich die Möglichkeit findet. Lasst uns heute damit beginnen oder fortfahren. Die Frage ist jedoch nicht, ob wir unser Zeugnis "zu Hause" aufgeben sollten, um nur noch unter den "Unerreichten" zu missionieren. Die Frage ist die nach der Verhältnismäßigkeit.

Warum konzentrieren sich alle möglichen Hilfsorganisationen zur Zeit auf Hilfen im Ausland? Gibt es in unserem eigenen Land keine Not mehr? Warum setzen sich Menschenrechtsorganisationen besonders für Länder ein wie den Sudan, China, Nordkorea, Afghanistan etc.? Gibt es bei uns im Land keine Menschenrechtsverletzungen? Die Antwort ist klar: Es ist eine Frage der Verhältnismäßigkeit. Das eine tun und das andere nicht lassen. Wir als Christen müssen heute den Schwerpunkt auf die (geistlichen) Krisengebiete legen - dort wo die Not am größten ist.

Lasst uns die Menschen um uns herum einladen in unsere Gemeinden und Häuser. Last uns sie beschenken mit Bibeln und guten Büchern. Lasst uns sie auf die vielen Radio- und Fernsehsendungen aufmerksam machen, die das Evangelium in unserem Land verkündigen. Lasst uns all die Möglichkeiten ausnützen, die uns die Freiheit in unserem Land erlauben. Niemand, aber auch NIEMAND! muß in unserem Land unerreicht bleiben. Selbst der Mensch, der nie einem Christen begegnet, hat die Möglichkeit, durch Medien oder Literatur den Weg zu Jesus zu finden. Und dafür wollen wir Jesus danken.

Gleichzeitig wollen wir uns auf die geistlichen Krisengebiete konzentrieren. Die Länder, in denen der Glaube an Jesus illegal ist, in denen Radio und Fernsehen zensiert wird, in denen Bibeln nicht verkauft werden und Christen sich nicht als solche zeigen dürfen. Als Jesus uns den Auftrag gegeben hat, ALLE Menschen zu Jüngern zu machen, hat er nicht nur die gemeint, die "leicht" erreichbar sind, sondern ALLE!

Last uns beginnen, für die Unerreichten zu beten. Das ist der erste Schritt! Lasst uns gezielt die Arbeit unter den Unerreichten finanziell fördern! Und lasst uns darauf hinarbeiten, in unseren Gemeinden Menschen zu Jüngern zu machen, die die Kosten nicht scheuen, die Unerreichten zu erreichen. Jünger, die bereit sind, das Evangelium dahin zu tragen, wo der Name unseres Retters und Königs noch unbekannt ist. Die meisten davon leben im 10/40 Fenster!


Denn "wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden" Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wenn sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben steht (Jesaja 52,7): "Wie lieblich sind die Füße der Freudenboten, die das Gute verkündigen!" (Römer 10:13-15)

Informationen zum 10/40 Fenster 
in Englisch HIER
in Deutsch HIER

Dienstag, 25. Februar 2025

Jetzt reicht's!

Ja, es reicht. Zwar redet noch jeder von dem Wahlergebnis, aber so langsam gewöhnen wir uns an die neue Realität und auch hier im Blog soll dies der letzte Beitrag zum Thema sein. 

Endlich verschwinden all die Gesichter, Plakate und Phrasen wieder von unseren Laternenpfosten Verkehrsschildern und Gehwegen. Endlich haben die grotesken Wahlwerbungen im Fernsehen aufgehört und endlich das endlos Geschimpfe und Gejammere über unsere Regierung und wie schlecht es uns geht. 

Natürlich sehen die einen jetzt den Weltuntergang Deutschlands während die anderen noch auf der ersten Euphoriewelle des Optimismus reiten.

Allen Unkenrufen zum Trotz können wir Jesusjünger zuversichtlich und mit viel Hoffnung in die Zukunft schauen, egal, wer unser Land die nächsten 4 Jahre regieren wird. Hier ist, warum:

Jesus Christus spricht:

„Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet!“ (Matthäus 6:25a)

Nahrung – mit Speise und Getränken wird der Herr uns versorgen. Sicher nicht täglich mit den besten Speisen des Landes, aber täglich mit dem, was wir brauchen. Wohlgemerkt, nicht immer mit dem, was wir uns wünschen, aber mit dem, was wir brauchen, denn Jesus sagt:

Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie? (Matthäus 6:26)

Jesus Christus spricht:

Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen? (Matthäus 6:28-30)

Jesus hat den Seinen keine Designerkleidung versprochen, aber Er hat versichert, dass Er sich darum kümmern wird, dass wir bekleidungsmäßig das haben, was wir brauchen – nicht, was wir meinen, zu brauchen, sondern, was wir brauchen. Vielleicht brauchen wir viel weniger, als wir meinen.

Jesus Christus spricht:

Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt? Wenn sie euch aber führen werden in die Synagogen und vor die Machthaber und die Obrigkeit, so sorgt nicht, wie oder womit ihr euch verantworten oder was ihr sagen sollt. (Matthäus 6:27; Lukas 12:11)

Anfeindungen gegen Nachfolger Jesu werden zunehmen. Verfolgung wird zunehmen, Intoleranz und Diskriminierungen. Auch in Deutschland. Trotzdem muss sich – nein, soll sich deswegen niemand Sorgen machen, denn unser Sorgenkiller und Anwalt ist bei uns und wird uns in solchen kniffligen Situationen die rechten Worte geben. Er sagt: 

Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit. (Matthäus 28:10)

Das betrifft natürlich bisher alles Mögliche im Leben des Einzelnen. Aber wohin führen die politischen Entwicklungen in unserem Land und weltweit? Kein Grund zur Sorge? Säbelrasseln in Europa … Flüchtlingsdramen ohne Ende, Erdbeben, Taifune, Wirbelstürme, Erdbeben … dazu kommt weltweiter Terrorismus, KI und dazu die Drohgebärden der Mächtigen dieser Welt, sogar, wenn sie uns "Freunde" nennen. Kein Grund zur Sorge?

Jesus Christus spricht:

Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören; habt acht, erschreckt nicht; denn dies alles muss geschehen; aber es ist noch nicht das Ende. (Matthäus 24:6)  Ich will dich nicht aufgeben und dich niemals verlassen! (Hebräer 13:5b)

Und die Umwelt? Wasserstoffbomben, Genmanipulation, radioaktive Verseuchung, Klimaerwärmung … Was, wenn die Regierungen dies nicht weiter nach oben rücken auf ihrer Agenda?

Jesus Christus spricht:

Von nun an soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht, solange die Erde besteht! (1 Mose 8:22)

Aber das soziale Umfeld, die Kontrolle (oder Freiheit) für die Gesellschaft? Die Eindämmung von Kriminalität? Die Überwachung der Sicherheit? Läuft hier nicht bereits jetzt schon alles aus dem Ruder?

Jesus Christus spricht:

Böse Menschen aber und Betrüger werden es immer schlimmer treiben, indem sie verführen und sich verführen lassen. Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und was dir zur Gewissheit geworden ist, da du weißt, von wem du es gelernt hast. (2 Timotheus 3:6+7)

Wir könnten das Wort Gottes weiter zitieren. Es wird nicht besser auf der Erde, weder mit dieser Regierung, noch wäre es besser geworden mit einer anderen. (Dennoch sind Wahlen sinnvoll und Regierungen unterschiedlich!) Aber für Menschen, die Jesus und Sein Wort kennen, gilt die gewaltige Zusage: Sorgt Euch nicht! Fürchtet Euch nicht! Erschreckt nicht einmal!

Jesus Christus spricht:

Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat. (Matthäus 6:24) Sorgt euch um nichts; sondern in allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden. (Philipper 4:6)

So, gewählt ist! Das Ergebnis steht fest – und die große Welt und unser kleines Deutschland sind weiterhin fest in Jesu Hand. Möge unser Vertrauen auch fest gegründet sein in Jesus. Nicht nur für die Zukunft der Welt oder die Zukunft unseres Landes. Möge Dein Vertrauen fest gegründet sein in Jesus für den heutigen Tage und alle Entscheidungen, die auf uns zukommen. Jesus steht fest! Jesus hält fest! Jesus bleibt treu!

Montag, 24. Februar 2025

Nach der Wahl! Und jetzt?


Deutschland hat gewählt. Wir haben gewählt. Während ich diese Zeilen (am Vorabend des Ergebnisses) schreibe, ist der Ausgang noch offen. Immer wieder hat es in den vergangenen Jahren Überraschungen gegeben. Andererseits: während Du jetzt diese Zeilen liest, ist alles gelaufen, ausgezählt und bekanntgegeben. Die einen feiern – die anderen sind frustriert oder verärgert. Die einen singen, die anderen schimpfen.  

Und wir Christen? Einige von uns sind froh, andere sind frustriert. Und wie bringen wir unsere Freude oder unseren Frust zum Ausdruck? So, wie Gott es möchte. 

„Sagt allezeit Gott, dem Vater, Dank für alles,
in dem Namen unseres Herrn Jesus Christus“ (Epheser 5:20)

Seid in allem dankbar; denn das ist der Wille Gottes
in Christus Jesus für euch. (1 Thessalonicher 5:18)

Das scheint im ersten Moment für die einen selbstverständlich, für die anderen unvernünftig. Wie kann ich in und für eine Wahl dankbar sein, die knapp oder sogar weit von meinem Wunschergebnis entfernt ist? Versuch es einmal so zu sehen:

Du hast vor der Wahl gebetet, dass Gott über alles wacht und dass Sein weiser Wille geschieht. Jetzt ist die Entscheidung so gefallen, wie sie gefallen ist. Wer vorher gebetet hat und jetzt schimpft, der schimpft mit Gott. Besser ist, Ihm und Seiner Weisheit zu vertrauen.

Oder Du hast vor der Wahl nicht gebetet. Nun, wenn Du das vernachlässigt hast, dann hast du gar kein Recht zu schimpfen. Alle unsere Anliegen sollen wir mit Flehen und Danksagung vor Gott kundwerden lassen. (Philipper 4:6)  Wenn Du das versäumt hast, solltest Du auch das Schimpfen versäumen. Vielleicht hat das Wahlergebnis ja auch mit der Gebetslosigkeit von uns Christen zu tun.

Und jetzt? Was ist mein Plädoyer? Sei dankbar! Epheser 5:20 (siehe oben)!  Sei bedacht auf das, was wahrhaftig, ehrbar, gerecht, rein, liebenswert wohllautend und lobenswert ist. (Philipper 4:8) Lass Deine Freude nicht zur Schadenfreude mutieren, sondern lass sie ein Katalysator zur Dankbarkeit sein. Lass auch Deinen Frust nicht zum Feuerholz für Ärger und faules Gerede werden. Gib ihn an Gott ab. Er kann damit umgehen.

Über allem halte Dich an Gottes Wort, das uns auffordert (vor der Wahl wie nach der Wahl):

„Erinnere sie, 
dass sie sich den Regierenden und Obrigkeiten unterordnen
und gehorsam sind, zu jedem guten Werk bereit“ (Titus 3:1)

„Am wichtigsten ist, dass die Gemeinde nicht aufhört zu beten. 
Betet für alle Menschen; bringt eure Bitten, Wünsche, eure Anliegen 
und euren Dank für sie vor Gott. Betet besonders für alle, 
die in Regierung und Staat Verantwortung tragen,
damit wir in Ruhe und Frieden leben können, 
ehrfürchtig vor Gott 
 und aufrichtig unseren Mitmenschen gegenüber.“  
(1 Timotheus 2:1+2 / NLÜ)

Haben wir vor der Wahl für unsere Obrigkeit gebetet, wollen wir damit nicht aufhören!
Haben wir es vorher versäumt, wollen wir jetzt damit beginnen.

Schon gewählt?

Sonntag, 23. Februar 2025

Herzliche Einladung zum Gottesdienst - auch am Wahltag!

Heute mit aktuellem Zitat am Schluss!

Bibelverse mit politischer Aussage

Daniel 2:21:
Er führt andere Zeiten und Stunden herbei; er setzt Könige ab und setzt Könige ein; er gibt den Weisen die Weisheit und den Verständigen den Verstand.

Sprüche 21:1:
Gleich Wasserbächen ist das Herz des Königs in der Hand des HERRN; er leitet es, wohin immer er will.

1 Petrus 2:13:
Ordnet euch deshalb aller menschlichen Ordnung unter um des Herrn willen, es sei dem König als dem Oberhaupt 

Titus 3:1+2:
Erinnere sie, dass sie sich den Regierenden und Obrigkeiten unterordnen und gehorsam sind, zu jedem guten Werk bereit; dass sie niemand verlästern, nicht streitsüchtig sind, sondern gütig, indem sie allen Menschen gegenüber alle Sanftmut erweisen.

Römer 13:1+2:
Jedermann ordne sich den Obrigkeiten unter, die über ihn gesetzt sind; denn es gibt keine Obrigkeit, die nicht von Gott wäre; die bestehenden Obrigkeiten aber sind von Gott eingesetzt. Wer sich also gegen die Obrigkeit auflehnt, der widersetzt sich der Ordnung Gottes; die sich aber widersetzen, ziehen sich selbst die Verurteilung zu.

1 Petrus 2:17:
Erweist jedermann Achtung, liebt die Bruderschaft, fürchtet Gott, ehrt den König!

1. Timotheus 2:1+2:
So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen Bitten, Gebete, Fürbitten und Danksagungen darbringe für alle Menschen, für Könige und alle, die in hoher Stellung sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Gottesfurcht und Ehrbarkeit.

Herzliche Einladung zum Gottesdienst:

 Anbetung - Gebet
Gemeinschaft - Predigt
Gemeinsames Mittagessen

  Wir freuen uns auf dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr

Sonntagszitat:

"So wähle das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen"
(3. Mose 30:19b)

Wir haben immer die Wahl: klagen, jammern, Schuld zuweisen -
oder aufstehen, glauben, beten, handeln.
(Astrid Eichler)

Samstag, 22. Februar 2025

Letzter Tag vor der Wahl

Ich musste staunen, als ich las, wie er uns Nehemia in seinem Buch in Kapitel 2 beschrieben wird. Da heißt es:

1 Im Monat Nisan des zwanzigsten Jahres des Königs Artahsasta, als Wein vor ihm stand, nahm ich den Wein und gab ihn dem König, und ich stand traurig vor ihm. 2 Da sprach der König zu mir: Warum siehst du so traurig drein? Du bist doch nicht krank? Das ist's nicht, sondern sicher bedrückt dich etwas. Ich aber fürchtete mich sehr 3 und sprach zum König: Der König lebe ewig!

Der erste Satz von Nehemias Antwort hat mich – besonders in Anbetracht dieser Wahlwoche – angesprochen.

Nehemia ist in babylonischer Gefangenschaft! Er muss in der Fremde für die heidnische, persische Regierung arbeiten, während seine Heimat so zerstört ist, dass er keinen Herzensfrieden finden kann. Wäre nicht Groll, Bitterkeit und Rachegelüste das „Normale“ gewesen? Wäre nicht Kritik am heidnischen König die menschlich verständliche Reaktion gewesen?  Aber das erste was Nehemia zu dem heidnischen König sagt ist: „Der König lebe ewiglich!“ 
 
Das erste, was Nehemia als Gefangener im fremden Land über einen heidnischen König, dem er dienen muss, ausspricht, ist ein Segen Gottes. Nehemia jammert nicht, sondern segnet.

Uns geht es heute in unserem Land so viel besser, als es Israel damals in Babylon ging oder auch in Jerusalem. Wir leben in einer Demokratie und werden morgen eine neue Regierung wählen. Wir haben dieses Vorrecht. Lasst uns von Nehemia lernen, wie gottesfürchtige Menschen über ihre Regierung reden.

Christen haben politische Überzeugungen – und recht so – aber wir Christen sind keine Rebellen.
Christen äußern sich zur Politik – aber in einer Weise, die Jesus Ehre macht.
Christen finden keine Vorbilder in der Bibel, die sich abfällig, respektlos oder verleumderisch über ihre Regierungen geäußert haben. Im Gegenteil! Nehemia segnet die Regierung, der er dienen muss und viele Christen in der Verfolgung tun dasselbe.

Christen sind anders. Wir sind nicht von dieser Welt. Unser erstes Bürgerrecht ist nicht auf der Erde, sondern im Himmel. Unsere Staatsbürgerschaft ist auf der Erde – die ist wichtig, vielleicht sogar sehr wichtig – aber sie ist zweitrangig. Erstrangig ist unser Bürgerrecht im Himmel.

Lasst uns weise sein wie Nehemia und Jesus-ähnlich, gerade auch an diesem Wochenende der Bundestagswahl. Segne Deine Obrigkeit und bete für sie.

Nicht nur für unsere Regierung sollen wir ein Segen sein. Auch für die Menschen um uns herum:

„Segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen.
(Lukas 6:28)

„Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Schmähung mit Schmähung,
sondern im Gegenteil segnet, weil ihr wisst,
dass ihr dazu berufen seid, Segen zu erben.“
(1 Petrus 3:9)

Freitag, 21. Februar 2025

Tag 2 vor der Wahl

Unsere höchste, christliche Verantwortung als Jünger Jesu liegt im Auftrag, für Jesus zu leuchten. Alles andere ordnet sich dahinter ein.

Unsere höchste, christliche Pflicht, die uns als Christen von Nichtchristen unterscheidet, ist, dass wir unter Gebet der Stadt Bestes suchen.

Und wie steht es um die Inhalte? Viele Christen lamentieren (zu Recht), dass es keine Partei gibt, die ihre Politik auf die Grundlage der Bibel stellt. Wer will behaupten, dass dies überhaupt möglich ist? In einer säkularen Welt muss man Zugeständnisse machen, denn wir leben heute nicht mehr in einer Theokratie, in der Gott regiert, wie das für Israel im Alten Testament gedacht war. Darum bleiben uns verschiedene Fragen? Soll ich überhaupt wählen? Wenn ja, wen? Sollte es die Partei sein, mit deren Programm ich mich am meisten identifiziere? Auch, wenn diese Partei keine Chance hat, die 5% Hürde zu knacken? ... usw.

An dieser Stelle wird es keine Antwort auf diese Fragen geben. Solche Fragen sind nicht für alle gültig mit einem „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten. Als Christen müssen wir einander die Freiheit geben, unserem Gewissen zu folgen. Als Jünger Jesu ist es sicher unser Anliegen, Gott zu fragen, was Sein Wille ist – ja, sogar für unser Kreuzchen auf dem Wahlschein.

Aber gewiss ist es legitim und weise, sich Gedanken zu machen - über den menschlichen Umgang der Politiker miteinander - sowohl innerhalb der eigenen Partei, wie auch gegenüber der Opposition. Aber auch über das Wahlprogramm der Parteien, die um unsere Stimme werben.

Und hier wird es natürlich kompliziert. Denn was dem einen wichtig ist, ist dem anderen egal.
Der eine „gibt alles für Klima und Natur“, für den anderen (hoffentlich nicht für Christen!) steht „die Ehe für alle“ mit an oberster Stelle. Dem einen ist die Rentenpolitik wichtig, dem anderen bessere Möglichkeiten für Frauen im Beruf durch beitraglose Kitas. Für den Dritten ist das Recht auf Abtreibung oder das Recht auf Leben für Ungeborene der wichtigste Faktor. Innenpolitik, Außenpolitik, Wirtschaftspolitik, Umweltpolitik … Politik ist komplex und die Bereiche vielfältig. Welche Entscheidungshilfen gibt uns Gott?

Micha 6:8 kommt in Erinnerung, wo Gott durch den Propheten sagt:

Es ist dir gesagt, o Mensch, was gut ist
und was der Herr von dir fordert: 
Was anders als Recht tun, Liebe üben 
und demütig wandeln mit deinem Gott?

Für die meisten Durchschnittsbürger ist es weder interessant noch zeitlich realistisch, sich durch sämtliche Parteiprogramme durchzulesen. Aber als Christen gibt Gott uns Hilfestellungen. Er möchte, dass wir Recht tun, Liebe üben und demütig mit Jesus leben. Unsere Wahl am kommenden Sonntag sollte u.a. das im Blick haben: Hilft die Partei meiner Wahl, dass das weitestmöglich umgesetzt wird, was Gott in Seinem Wort als Recht beschreibt? (Dazu muss ich Gottes Wort natürlich kennen.) Ist das Programm dieser Partei ein Programm, das uns Menschen hilft, einander zu lieben – und hier geht es nicht um die gängige Definition von „Liebe“, die sich nur durch Toleranz und „jeder darf was er will“ definiert, sondern um Liebe, wie Gott sie in Seinem Wort definiert. (Auch dafür müssen wir Gottes Wort kennen.) Und erlaubt uns das Programm dieser Partei, unser Leben mit Jesus gemäß dem Wort Gottes auszuleben. Keine Partei hat die Bibel als Wahlprogramm. Aber nach biblischen Massstäben dürfen wir uns umschauen und fragen: Wie denken die Parteien über das, was Gott sagt?

  •  über „Die Heiligkeit des Lebens“, (Fragen der Abtreibung und Sterbehilfe)
  • über „Die biblische Definition der Ehe“
  • über „Genderfragen“ (im gesamten breiten Spektrum)
  • über „Biblische Gerechtigkeit“
  • über „Glaubensfreiheit“
  • über „Menschenhandel“
  • über „Prostitution“ (heute leider auch ein politisches Thema)
  • über „Nächstenliebe“
  • über „Israel-Beziehungen“ 
  • usw.
In alledem konsultieren wir für unsere Entscheidungen Gottes Wort, denn 

„Dein Wort ist meines Fußes Leuchte
und ein Licht auf meinem Weg.“
(Psalm 119:105)

Gottes Wort schreibt niemandem vor, wen wir zu wählen haben und wen nicht. Aber Gottes Wort wirft Licht auf den Weg, der gut ist und den wir gehen sollen. Das mag uns bei unserer Wahlentscheidung am Sonntag helfen, aber auch im Alltag am heutigen Tag.

Donnerstag, 20. Februar 2025

Tag 3 vor der Wahl

Zur Zeit Jeremias hatte der Prophet eine interessante Aufforderung an sein Volk. Diese Aufforderung ist heute in aller (Christen-) Munde, allerdings unvollständig. Wie tragisch wäre es, Römer 6:23 unvollständig zu lesen und zu verstehen:

Denn der Lohn der Sünde ist der Tod …

Tragisch! Das Wichtigste fehlt. Das, was Hoffnung bringt, fehlt:

aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben
in Christus Jesus, unserem Herrn.

Entstellungen entstehen, wenn Verse zusammenhanglos gelesen oder zerstückelt werden. Der Prophet sagte seinerzeit zu seinem Volk:

„Und sucht den Frieden der Stadt, …
in die ich euch weggeführt habe,“
(Luther: „Suchet der Stadt Bestes…“)
(Jeremia 29:7)
 
Viele Christen kennen diesen Vers, setzen sich ein für ihre Mitmenschen, begründen ihr politisch-soziales Engagement mit der Aussage des alttestamentlichen Propheten – und vergessen, dass dieser Satz einen wichtigen zweiten Teil hat, in dem es heißt:

 „… und betet für sie zum Herrn;
denn in ihrem Frieden werdet auch ihr Frieden haben!“

Der Stadt Bestes suchen (vermeintlich) alle der 41 an der Bundestagswahl teilnehmenden Parteien. Aber wenn die Fortsetzung des Jeremiawortes unbeachtet bleibt, sollte sich niemand auf diesen Vers berufen. 
 
Der Eintrag heute richtet sich daher bewusst an Menschen, die Jesus nachfolgen: politisch Interessierte und politisch Desinteressierte. Gottes Wort fordert auch uns auf: „Suchet der Stadt Bestes … und betet für sie zum Herrn!“ Lasst uns nicht der Stadt Bestes suchen, ohne zu beten, denn das Beste ohne Gebet ist weit entfernt vom Besten. Lasst uns das als „Bestes“ definieren, was Gottes Wort als „Bestes“ definiert, nicht was Menschen uns als das „Beste“ verkaufen wollen. Um das „Beste“ nach Gottes Herzen beurteilen zu können, müssen wir Ihn suchen, in Seinem Wort und im Gebet.

Die Gefahr liegt darin, zu viel zu „suchen“ und zu wenig zu „beten“. „Suchen“ ist eine andere Art der Arbeit, eine andere Aktivität, als die des Betens. „Suchen“ bringt uns auf die Beine und in Bewegung. „Beten“ bringt uns auf die Knie und in die Kammer. „Der Stadt Bestes zu suchen“ gibt den Eindruck, was bewegen zu können. Für die Stadt zu „beten“ wird eher in die Ecke der Bequemlichkeit und Untätigkeit gerückt.

Als Christen müssen wir die Gesamtaussage von Jeremia 29:7 im Auge behalten. Gottes Segensverheißung liegt nicht darauf, wenn Menschen der Stadt Bestes suchen – Punkt! Gottes Segensverheißung liegt darauf, dass Seine Kinder der Stadt Bestes suchen, indem sie das Gebet einbeziehen. Das unterscheidet uns gewaltig von vielen anderen Menschen, die es gut meinen und mitunter gut klingende Gedanken ohne Gebet zu verwirklichen suchen.

Christen bringen gut klingende Gedanken im Gebet zu Gott, lassen sie dort läutern, wachsen, geformt werden – und setzen sie dann um in ihrer Umgebung. Extrem? Nein! Biblisch!

Lasst uns für unsere Stadt, unser Land und die kommende Bundestagswahl beten!

1 Timotheus 2:1+2:
So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen Bitten, Gebete, Fürbitten und Danksagungen darbringe für alle Menschen, für Könige und alle, die in hoher Stellung sind,  damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Gottesfurcht und Ehrbarkeit.

Mittwoch, 19. Februar 2025

Tag 4 vor der Wahl

In Philipper 2:5 weist uns der Herr direkt zu Jesus und fordert uns auf:

„Ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war!“

Klare Worte. Schwere Worte! Erstaunliche Worte. Und in 1 Korinther 11:1 macht Paulus durch den Heiligen Geist eine noch erstaunlichere Aussage. Er sagt:

 „Seid meine Nachahmer,
gleichwie auch ich Nachahmer des Christus bin!“

Paulus hatte sich also Philipper 2:5 zu Herzen genommen und sein Leben an Jesus ausgerichtet. Und dann stellt er sich selbst den Christen in Philippi als Vorbild dar. Ich vermute, nicht zu Unrecht! Es ist das Beste, sich Jesus zum Vorbild zu nehmen. Aber es ist durchaus hilfreich und normal, Vorbilder zu finden unter den Menschen, mit denen wir leben.

Auch dieser Gedanke aus Philipper 2:5 und 1 Korinther 11:1 kann uns zu einer Entscheidungshilfe werden für den kommenden Wahlsonntag. Sicher würden sich die meisten Mitglieder der politischen Parteien nicht als wiedergeborene Christen bezeichnen. Aber vermutlich gibt es in allen Parteien, die sich eine reelle Chance auf den Einzug in den Bundestag ausrechnen, auch wiedergeborene Christen. Welches Vorbild im Leben, im Handeln, in persönlichen Einstellungen, im zwischenmenschlichen Umgang mit Anderen geben die Vertreter der Parteien uns und unseren Kindern? Welche Fußstapfen hinterlassen sie uns? In welche Richtung führen sie diejenigen, die ihnen nachahmen? Wir können das Leben und die Worte der Menschen nicht komplett voneinander trennen.

In einer Bibelstunde unserer Gemeinde haben wir an einem Mittwoch in Matthäus 13 und 14 verglichen, wie Menschen mit Menschen umgehen, und wie Jesus mit Menschen umgeht. Menschen sind nicht ausschließlich böse zueinander, aber das Negative überwiegt, wie die Entwicklung der Menschheitsgeschichte beweist. Da ist unglaublich viel Hass, Verleumdung, und Biestigkeit unter den Menschen, die einander bewusst schaden, übervorteilen und in die Irre führen. Ganz anders Jesus! Er begegnet Menschen in unübertreffbarer Barmherzigkeit, Liebe, Gnade, Fürsorge, Vergebung, Trost, Annahme und vieles mehr.

Menschen wie Jesus gab es nur einmal und auch nur einen: Jesus. Wir sind aufgefordert, Jesus ähnlicher zu werden. Das gelingt uns nur in dem Maße, wie wir uns an Seinem Wort orientieren und Seine Nähe suchen.