„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Dienstag, 11. Februar 2025

Seine unfassbare Geduld!

Sieben Gemeinden sind es in Offenbarung 2 und 3, die einen Brief von Jesus erhalten, den der Apostel Johannes in Seinem Auftrag schreibt und sendet.

In einer Predigtserie gehe ich gerade durch die 7 Sendschreiben. Dabei fiel mir dieser Tage eine Tatsache besonders auf.

Im Schreiben an die Gemeinde in Ephesus hat Jesus etliche Dinge gelobt. Allerdings hatten sie in Ephesus auch ein schwerwiegendes Problem: Sie hatten ihre erste Liebe verlassen. Das war keine Lappalie.

Im Brief an die Gemeinde in Pergamon hat der Herr zwar auch Positives zu sagen, aber sie duldeten Unmoral, Irrlehre und Götzendienst.

Im Brief an die Gemeinde in Thyatira muss der Herr ganz ähnliche Probleme aufzeigen, aber er lobt ihre Liebe und Geduld, ihren Dienst und ihren Glauben.

Gottes Gemeinde krankt nicht an einer einzelnen Sünde.

Auf jede Gemeinde geht Jesus individuell ein, analysiert sie mit göttlicher Gründlichkeit, sagt ihnen, woran es fehlt und zeigt die Lösung auf. Und es sind keine Kleinigkeiten, die der Herr aufzeigen muss: Da war ein Verlassen der ersten Liebe. Da war Unmoral, Götzendienst falsche Lehre in mehreren Gemeinden. Und trotzdem war auch in diesen Gemeinden nicht alles verloren.

Eigentlich sind das ja alles Megasünden (so würden manche es nennen). Eine Gemeinde, in der Unmoral geduldet wird – das geht ja gar nicht. Das wäre für unsere christlichen Zeitschriften ein gefundenes Fressen. Eine Gemeinde in der Irrlehre geduldet und verbreitet wird, wäre ein wunderbares Spielfeld, auf dem sich die Wächter und Richter unserer Zeit austoben würden. Und was Götzendienst angeht – undenkbar; unvorstellbar! Dabei ist es egal, ob es tatsächliche Götzen / Figuren / Gebilde sind oder ob es die Götzen der Neuzeit sind, wie Reichtum und dergleichen – das muss man doch eigentlich vernichtend verurteilen.

Aber der Herr ...!  In 2. Mose 34:6 gibt Gott sich selbst Zeugnis und erklärt:

„Der Herr, der Herr, der starke Gott, der barmherzig und gnädig ist, langsam zum Zorn und von großer Gnade und Treue.“

Auch der Gemeinde, die ihre erste Liebe verlassen hatte, und den Gemeinden, in denen Unzucht, Irrlehre und Götzendienst zu finden war – ihnen allen begegnet der Herr in Langmut und Güte. Der Prophet Nahum macht klar, dass das nicht bedeutet, dass der Herr Sünde unter den Teppich kehrt. Nahum verkündet (1:3):

„Der Herr ist langsam zum Zorn, aber von großer Kraft, und er lässt gewiss nicht ungestraft.“

Im Schreiben an die Gemeinden der Offenbarung wird deutlich, wie Strafe und Geduld Gottes zusammenhängen. Gott fordert die Gemeinden auf, Buße zu tun, umzudenken, Missstände zu ändern, um Seiner Strafe zu entgehen. Aber Er gibt dazu auch immer die Möglichkeit und damit auch die offene Tür, Seine Güte und Seinen Segen zu erfahren.

Es ist an den Gemeinden und an ihren Mitgliedern – an uns – der Einladung Jesu zu folgen. Und wir dürfen uns freuen, dass bei keinem, der Seiner Einladung folgt und bei keiner Gemeinde, die auf Ihn hört, Hopfen und Malz verloren ist.

Montag, 10. Februar 2025

Dietrich Bonhoeffer (4.2.1906 - 9.2.1945)

Wikimedia CC BY-SA 4.0

(Dieser Eintrag solle eigentlich (vor)gestern erscheinen. Wegen Doppelbelegung am 8.2. erscheint er heute)

Am 4. Februar 1906 wurde Dietrich Bonhoeffer in Breslau geboren. Am 9. April 1945 starb er im KZ in Flossenbürg. Morgen jährt sich sein Todestag. Als lutherischer Theologe und Widerstandskämpfer gegen die Nazis wurde er bekannt. Nicht weniger bekannt wurde er durch das Gedicht: „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, das er weniger als 4 Monate vor seiner Hinrichtung schrieb.

Bonhoeffer – bekennender Christ … begnadeter Theologe ... Autor … Widerstandskämpfer …  Märtyrer  – da fragt man sich schon, was für ein Glaubensheld dieser Dietrich Bonhoeffer gewesen sein muss. Seltener bekannt ist, dass Bonhoeffer durch viele innere Kämpfe ging, die u.a. in seinem Gedicht „Wer bin ich?“ zum Ausdruck kommen.

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich träte aus meiner Zelle
gelassen und heiter und fest,
wie ein Gutsherr aus seinem Schloß.

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich spräche mit meinen Bewachern
frei und freundlich und klar,
als hätte ich zu gebieten.

Wer bin ich? Sie sagen mir auch,
ich trüge die Tage des Unglücks
gleichmütig lächelnd und stolz,
wie einer, der Siegen gewohnt ist.
 
Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen?
Oder bin ich nur das, was ich selbst von mir weiß?
Unruhig, sehnsüchtig, krank, wie ein Vogel im Käfig,
ringend nach Lebensatem, als würgte mir einer die Kehle,
hungernd nach Farben, nach Blumen, nach Vogelstimmen,
dürstend nach guten Worten, nach menschlicher Nähe,
zitternd vor Zorn über Willkür und kleinlichste Kränkung,
umgetrieben vom Warten auf große Dinge,
ohnmächtig bangend um Freunde in endloser Ferne,
müde und leer zum Beten, zum Denken, zum Schaffen,
matt und bereit, von allem Abschied zu nehmen?
 
Wer bin ich? Der oder jener?
Bin ich denn heute dieser und morgen ein andrer?
Bin ich beides zugleich? Vor Menschen ein Heuchler
Und vor mir selbst ein verächtlich wehleidiger Schwächling?
Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer,
das in Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg?

Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott.
Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!

Kennen wir diese Zweifel, diese Fragen – obwohl wir doch Christen sind, Nachfolger Jesu? Männer und Frauen Gottes haben in Zeiten der Anfechtung und der Glaubensprüfung viele Fragen und Zweifel ähnlicher Art durchlebt. Vielleicht zählst Du gerade in diesen Tagen dazu. Männer und Frauen Gottes haben ausgeharrt und sich festgehalten an der Aussage des Petrus (Johannes 6:68+69):

Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens; 69 und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes!

Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!

Sonntag, 9. Februar 2025

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss!

Markus 16:17-20

17 Diese Zeichen aber werden die begleiten, die gläubig geworden sind: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, sie werden in neuen Sprachen reden,
18 Schlangen werden sie aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nichts schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.
19 Der Herr nun wurde, nachdem er mit ihnen geredet hatte, aufgenommen in den Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes.
20 Sie aber gingen hinaus und verkündigten überall; und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die begleitenden Zeichen. Amen. 

Herzliche Einladung zum Gottesdienst:

 Anbetung - Gebet
Gemeinschaft - Predigt
Gemeinsames Mittagessen

  Wir freuen uns auf dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr

Sonntagszitat:

Wer Gott lobt bei den Wundern seiner Wohltaten,
lobe ihn auch bei den Schrecken der Vergeltung.
(Augustinus)

Der Weg der Erlösung ist ein großes Wunder,
das im Herzen Gottes seinen Ausgangspunkt hatte.
(Richard J. Foster)

Samstag, 8. Februar 2025

Gründe genug

Und wer Grund zur Dankbarkeit hat,
soll dem Herrn Loblieder singen.

(Jakobus 5:13b)

Vergangenen Samstag bin ich mit unserem Sohn von der 6-Wochen-Asien-Reise zurückgekehrt. Gut gelaunt kamen wir bei sonnigem Winterwetter in Deutschland an, wurden von einem guten Freund am Flughafen abgeholt und verbrachten einen gemütlichen Tag zu Hause. Abends fing es schleichend an.

Am Sonntag entwickelte sich schrittweise eine ordentliche Erkältung, die (hoffentlich) vorgestern den Höhepunkt überschritten hat. Als ich dann abends im Bett lag, war ich so richtig dankbar! Fast war ich selbst erstaunt, dass man mit Schniefnase und tränenden Augen dankbar und zufrieden sein kann. Was macht(e) mich in dieser Situation dankbar? Gründe dafür gab es genug!

Ich war und bin dankbar, dass ich in einem Bett mit Matratze schlafen konnte. Von den Philippinen kenne ich Freunde, die mit Bandscheibenvorfall auf einer Bastmatte lagen.

Ich war und bin dankbar, dass ich eine warme Decke hatte, mit der ich mich bis zum Hals zudecken konnte.

Ich bin dankbar, dass Medizin zur Verfügung steht, um Erkältung zumindest erträglicher zu machen und dass genügend Geld für Medikamente zur Verfügung steht.

Ich bin dankbar für ein Gesundheitssystem, das – trotz aller Schwächen – bei Notfällen in kurzer Zeit einen Arzt zur Verfügung stellt.

Ich lag also abends im Bett und war dankbar und zufrieden. Und als ich so nachdachte, musste ich denken: Eigentlich habe ich alles, was ich brauche. Sicher ist da etliches, was ich möchte und nicht habe. Aber es sind alles Dinge, die ich nicht brauche.

Und das stärkste Fundament für Zufriedenheit und Dankbarkeit ist mit Abstand die Tatsache, mit Jesus verbunden zu sein. Millionen von Menschen haben nichts von alledem, was ich oben aufgezählt habe. Das ist absolut tragisch! Aber sie haben auch keine Hoffnung und keinen Trost, dass es einmal anders wird. Das ist noch viel tragischer! Denn wer Jesus nicht kennt, kann nicht darauf hoffen, dass sich spätestens nach dem Tod alles zum Guten wendet.

Dem gegenüber stehen Nachfolger Jesu, Menschen, die Jesus kennen. Selbst wenn ihnen alles genommen wird, was sie zum Leben nötig haben, selbst wenn ihr Leben viel Not und Leid beinhaltet – am Ende wartet Jesus und Sein Versprechen des Himmels. Er und Seine Verheißungen sind das stärkste Fundament für Zufriedenheit und Dankbarkeit. Das macht das Leben nicht unbedingt einfacher. Das lindert keine körperlichen Schmerzen und stillt auch keine irdischen Bedürfnisse wie Hunger, Liebe oder Sicherheit. Aber es vermittelt Zuversicht.

Die lebendige Verbindung mit Jesus und das Festhalten an Seinen Verheißungen schenkt Hoffnung und Perspektive. Es ist kein Vertrösten auf das Jenseits, sondern es ist erfahrbarer Trost im Diesseits!

Denn ich bin überzeugt, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll. (Römer 8:18)