„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Donnerstag, 3. August 2023

Der betende Hyde

Hier ein Auszug aus einem Internetartikel zum Thema: Gebet

John „Praying“ Hyde war amerikanischer Missionar, der von der Presbyterianischen Kirche nach Nord-Indien ausgesandt wurde. Er war als Beter das Hauptwerkzeug einer Erweckung unter den Hindus, die so weit um sich griff, dass man diese später „The Punjab People‘s Movement“ nannte
(Die Punjabi Volksbewegung).

Es kamen dabei Zehntausende zum Glauben. Im Frühjahr 1904 schloss sich John Hyde mit anderen Missionaren der gleichen Region (Punjab) zur Punjab Prayer Union zusammen. Die Mitglieder dieser Vereinigung beantworteten folgende fünf Fragen mit Ja und bekräftigen das mit ihrer Unterschrift:

  1. Betest Du um Erweckung in Deinem eigenen Leben, im Leben Deiner Mitarbeiter und in der Gemeinde?
  2. Sehnst Du Dich nach größerer Kraft des Heiligen Geistes in Deinem Leben und deiner Arbeit und bist Du davon überzeugt, dass Du ohne Seine Kraft nicht weiterkommst? 
  3. Wirst Du darum bitten, dass Du dich des Namens Jesus nicht schämst?
  4. Glaubst Du, dass Gebet das wichtigste Mittel ist, um diese geistliche Erweckung zu erreichen?
  5. Bist Du bereit, jeden Tag so bald wie möglich nach 12 Uhr Mittags eine halbe Stunde zu reservieren für das Gebet um diese Erweckung?
  6. Bist Du bereit, so lange zu beten, bis die Erweckung kommt? (Carré, Praying Hyde)
Das hört sich für unsere Ohren natürlich fast gesetzlich an, für manche Ohren nicht nur “fast”. Andererseits sind diese Fragen von Menschen gestellt worden, die wussten, was Gebet ist, was Gebet kostet und was die richtige Einstellung zum Gebet ist.

Auch während der Erweckung, die unter Jeremiah Lanphier aufgrund von Mittagsgebeten entstand, (tägliche Treffen von 12-13 Uhr,) gab es ganz konkrete Richtlinien, um die Treffen lebendig und geordnet, aber trotzdem unter der Leitung des Heiligen Geistes zu veranstalten. So sollte pünktlich begonnen und geschlossen werden, damit jeder pünktlich an seinen Arbeitsplatz zurück kam. Zu Beginn wurde ein Lied gesungen, ein Vers gelesen, vielleicht noch ein kurzes Wort gesagt und dann wurde gebetet. Die Gebete mussten kurz gehalten werden, damit jeder sich beteiligen konnte. All das war weder gesetzlich noch kleinkariert. Es war vielmehr wohl durchdacht und geistgeleitet, denn aufgrund dieser Gebete begann eine Erweckung, die Hunderttausende ins Reich Gottes brachte.

Christen heute sind schnell dabei, Gebetsgemeinschaften zu kritisieren, Formen zu kritisieren oder einander zu kritisieren. Lasst uns doch mal andersherum beginnen: Lasst uns die 6 Fragen stellen, die John Hyde stellte. Und dann lasst uns zusammenkommen und beten, mit Inbrunst, mit Verlangen, mit Sehnsucht – und miteinander. Erweckungen begannen immer auf diese Weise.
 
Gebetsversammlungen sind nicht da, um etwas zu empfangen, sondern um etwas zu geben: Zeit, Interesse und Anteilnahme für Gottes Anliegen und für die Freuden und Leiden unserer Mitgeschwister und Mitmenschen. (Wolfgang Bühne) 

Wer zu Hause täglich nur fünf Minuten im Gebet zubringt, wird kaum Interesse daran haben, mit der Gemeinde fünfzig Minuten zu beten!
(Wolfgang Bühne)

Mittwoch, 2. August 2023

Angst vor Gebet?

Angst vor Gebet? So fragte vor einigen Jahren ein Internetblogger in seinem Eintrag. Dann berichtet er unter Berufung auf die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte über Wachpersonal in einer kubanischen Haftanstalt, die Gefängnisinsassen ein Zusammenkommen zu Andacht und Gebet verboten hatte. Das Verbot erhielt nicht nur diese eine Gruppe.

In Saudi Arabien ist nicht nur der Bau kirchlicher Gebäude verboten. Auch die Bibeleinfuhr ist illegal. Reisende dürfen nicht mal eine persönliche Bibel bei sich tragen. Gebetstreffen und anderer religiöse Versammlungen außerhalb des Islam werden bestraft.

Über die Situation in Eritrea heißt es: „Bibelstunden und Gebetstreffen in Privathäusern sind seit Mai 2002 illegal. Jegliche unkontrollierte Anbetung wird kriminalisiert. Hausdurchsuchungen und Festnahmen gehören zum bitteren Alltag für Christen“

In Indien nehmen die Übergriffe zu, nicht nur auf Gottesdienste, sondern auch auf Gebetstreffen. Auch in Aserbeidschan und anderen früheren Sowjetrepubliken werden Treffen von Christen, einschließlich Gebetstreffen verfolgt.

Schlimm ist es in den Konzentrationslagern Nordkoreas, wo Christen nicht einmal gestattet ist, ihren Blick vom Boden gen Himmel zu erheben. Sie können allein für den Blick nach oben mit dem Leben bezahlen.

Warum haben Menschen solche Angst vor dem Gebet? Bei einigen ist es vielleicht nur Hass auf die Christen und ihren Gott. Bei anderen vielleicht der Aberglaube, dass das Gebet der Christen wirklich „irgendwie funktioniert“. Was immer es ist, irgendwo schwingt bei solchen Verboten, Überfällen oder Drohungen oft eine unterschwellige Angst mit. Vielleicht berechtigt!

In Seinem Wort ermutigt uns Jesus, zu beten, fleißig zu beten und ohne Unterlass zu beten. Jesus ermutigt uns, alleine zu beten und darin nicht müde zu werden. Aber Er ermutigt uns auch, in der Gemeinschaft mit anderen zu beten, zu zweit, zu mehreren oder mit vielen. Durch Gottes Wort werden Christen aufgefordert, an den Gebetsstunden ihrer Gemeinde teilzunehmen. Und zusätzlich zu den Verheißungen für das Gebet generell setzt Jesus noch einmal eins oben drauf und gibt denen Verheißungen, die sich zum gemeinsamen Gebet treffen:

Wenn zwei von euch auf Erden übereinkommen 
über irgend eine Sache, für die sie bitten wollen, 
so soll sie ihnen zuteil werden 
von meinem Vater im Himmel.
(Matthäus 18:19)

Gebet ist die direkte Leitung in den Himmel zum Ohr des dreieinigen Gottes. Unsere Gebete werden alle gehört und keines geht verloren. Und irgendwann wird Gott reagieren. Kein Wunder, dass Menschen Angst vor den Gebeten der Christen haben. Denn ihre Gebete werden erhört.

Ich ermutige jeden, an dem wöchentlichen Gebetstreffen seiner Gemeinde teilzunehmen. Manche Gemeinden bieten mehrere Gebetstreffen an. Nimm mindestens an einem Treffen teil. Gebetstreffen sind das Rückgrad Deiner Gemeinde.

Dienstag, 1. August 2023

Ein besonderer Vers aus dem Buch des Propheten Daniel

Mitte Juli haben wir in unserem Gottesdienst das Buch des Propheten Daniel abgeschlossen. Natürlich habe ich den besonderen Vers betont, der mir bereits vor 5 Jahren ins Auge gefallen war. Eine herrliche Verheißung an alle, die auf der Seite Gottes stehen:

„Die Leute aber, die ihren Gott kennen,
werden fest bleiben und handeln.“
(Daniel 11:32b)

 Hier wird die größte Notwendigkeit im Leben und im Sterben genannt, die Lösung unserer Probleme, die Rettung unserer Seele, das A & O, das jeder Mensch auf diesem Globus wissen MUSS: Jesus kennen!

„Die Leute aber, die ihren Gott kennen,
werden fest bleiben und handeln.“
(Daniel 11:32b)

Stimmt das so? Kann man das so generell und verallgemeinernd sagen, wie Daniel es hier tut?

Zunächst einmal ist es nicht Daniel, der das sagt. Er schreibt diesen besonderen Vers zwar auf, aber gesagt hat es Gott selbst in einer Offenbarung an Daniel. Damit ist es unumstößlich, eine göttliche Wahrheit!

Wer seinen Gott kennt: wer Jesus als Seinen Retter kennt, wird festbleiben und handeln. Gott kann das sagen, weil die Fülle der Gottheit in Jesus ist. Jesus hat alles, was wir brauchen.

  • Wenn wir verloren sind, Ihn aber kennen, ist Er unser Retter!
  • Wenn wir schwach sind, Ihn aber kennen, ist Jesus stark!
  • Wenn wir traurig sind, aber Jesus kennen, ist Er unser Trost!
  • Wenn wir verärgert sind, aber Ihn kennen, ist Er unser Friede!
  • Wenn wir nicht mehr weiter wissen, ist Er unsere Weisheit!
  • Wenn wir niedergeschlagen sind, ist Er unsere Hoffnung!
  • Wenn wir gefangen sind, ist Er unser Befreier!
  • Wenn wir voller Sünde sind, ist Er unser Opfer!
  • Wenn wir am Versagen sind, macht Er uns zu Überwindern!
  • Wenn wir nervös sind, bringt Er uns zur Ruhe!
  • Wenn unsere Herzen beschwert sind, ist er unsere Freude!

Die Liste lässt sich leicht fortsetzen. Aber um diese Erfahrungen zu machen, müssen wir Gott kennen, müssen wir Ihn kennen, müssen wir Jesus kennen – im Herzen!

Jesus kennen!

Ihn wieder neu kennen!

Ihn immer besser kennen!

In eine dieser Gruppen passt jeder von uns hinein. Lerne Jesus kennen! Darum geht es im Leben und im Sterben. Wer allerdings stirbt, ohne Ihn kennengelernt zu haben, hat die Gelegenheit verpasst und wird in Ewigkeit ohne Ihn und Seine Segnungen verbringen müssen.

„Die Leute aber, die ihren Gott kennen,
werden fest bleiben und handeln.“
(Daniel 11:32b)

Montag, 31. Juli 2023

Hoffnung

Die Hoffnung stirbt zuletzt“ – so heißt die Phrase, an der sich Millionen Menschen jeden Tag festhalten. Da klingt nicht viel Zuversicht heraus. Eher der Strohhalm-Gedanke: dass man sogar noch nach dem letzten Hoffnungshalm greift, der am Ende übrig bleibt.

In einem Buch las ich kürzlich folgende Geschichte eines U-Bootes, das vor einigen Jahren abseits der Küste von Massachusetts gerammt wurde und sank.

„Es sank sehr schnell auf den Grund. Die gesamte Crew war in diesem Todeshaus gefangen und saß in der Falle. Andere Schiffe kamen an den Ort der Katastrophe geeilt, und obwohl die Situation hoffnungslos war, schickte die Navy Taucher nach unten um zu prüfen, ob es noch irgendeinen Weg der Rettung gab. Schließlich erreichte einer von ihnen den Schiffsrumpf des beschädigten U-Boots. Als er seinen behelmten Kopf an die Seite des Schiffsfahrzeugs legte und lauschte, hörte er ein klopfendes Geräusch. Er erkannte, dass jemand mit Morsezeichen an die Wand klopfte. Die Frage kam nur langsam: „Gibt … es … noch … Hoffnung?“ Tragischerweise war das nicht der Fall.“*

In den vergangenen Tagen gab es so einige Unglücke. Unglücke mit Flüchtlingen im Mittelmeer. Unwetter. Auto- und Motorradunfälle mit z.T. schrecklichen Ergebnissen. In anderen Ländern sind es Verfolgungen, Entführungen und dergleichen. Ein Hoffen und Bangen.

Wir leben in einer Welt mit viel Elend. Wir alle brauchen Hoffnung. Hoffnung für die Notlagen in der Welt, für  Notlagen in unserem Umfeld oder in unserem eigenen Leben. Letzteres geht uns natürlich besonders nahe.

Weil wir die Welt nicht verändern, unser Umfeld bestenfalls beeinflussen können und selbst unser eigenes Leben nicht komplett in der Hand haben, brauchen wir Hoffnung. Wir brauchen Hoffnung, dass sich Umstände ändern, dass wir Kraft bekommen, auszuhalten oder einfach nur Hoffnung, dass wir die Hoffnung nicht verlieren.

Wer Jesus, den Gott der Hoffnung kennt, braucht sich an keinem Strohhalm festzuhalten. Bei Jesus ist immer Hoffnung. Nicht immer ändert sich alles Äußerliche zum Guten, aber immer ist Jesus die Hoffnung derer, die Ihm vertrauen.

Zur Zeit Esras hatte sich Israel gegen den ausdrücklichen Willen Gottes mit einem heidnischen Volk vermischt. Sie hatten sich schwer versündigt. Aber selbst im Licht schwerere Versündigung verkündigt Esra im Namen Gottes:

„Wir haben unserem Gott die Treue gebrochen, dass wir fremde Frauen aus den Völkern des Landes heimgeführt haben. Nun aber ist noch Hoffnung für Israel in dieser Sache!“ (Esra 10:2)

Aber auch den Bedürftigen und Erschöpften spricht Gottes Wort Hoffnung zu:
“Denn der Arme wird nicht für immer vergessen; die Hoffnung der Elenden wird nicht stets vergeblich sein.“ (Psalm 9:19)

Wer sich an die Zusage Gottes hält, bekennt mit Zuversicht:
Nur auf Gott wartet still meine Seele; denn von ihm kommt meine Hoffnung. (Psalm 62:6)

Im Neuen Testament betet Paulus für die Gläubigen:

“Und er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid, wie reich die Herrlichkeit seines Erbes für die Heiligen ist.“ (Epheser 1:18)

Möge der Herr auch Dir und mir erleuchtete, offene Augen schenken, damit wir die Hoffnung erkennen und ergreifen können, die Er für uns hat. Er ist der Gott der Hoffnung! 

* „Die Ehe – ein Geschenk für uns“ von Ken Ortize © Calvary Books, Hannover, S. 260

Sonntag, 30. Juli 2023

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat!

 Predigt:
Ja, die gibts auch heute! 😃

(Text zur Zeit dieser Einstellung noch unbekannt)

Psalm 136:1 Dankt dem HERRN, denn er ist gütig; denn seine Gnade währt ewiglich!
2 Dankt dem Gott der Götter; denn seine Gnade währt ewiglich!
3 Dankt dem Herrn der Herren; denn seine Gnade währt ewiglich!
4 Ihm, der allein große Wunder tut; denn seine Gnade währt ewiglich!
5 der die Himmel in Weisheit erschuf; denn seine Gnade währt ewiglich!
6 der die Erde über den Wassern ausbreitete; denn seine Gnade währt ewiglich!

Anbetung - Predigt 
Gebet - Gemeinschaft
Einladung zum Mittagessen
Beginn: 10:30 Uhr
 
Herzlich willkommen! Wir freuen uns auf Dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen

"Ihr dürft die Bibel nicht nur hören und lesen, 
sie muss auch tief in eure Herzen gedrungen sein. 
Glaubt! Seid davon ergriffen! Liebt das Wort Gottes!  
Bedenkt, wie wertvoll es ist, sich oft der Bibel zuzuwenden, 
um zu hören, wie der große Gott selbst zu euch redet."
(Jonathan Edwards / Erweckungsprediger)

Samstag, 29. Juli 2023

Guten Appetit!

Der alte Indianer sass mit seinem Enkel am Lagerfeuer. Es war bereits dunkel und das Feuer knisterte, während die Flammen in den Himmel züngelten.

Nach einer Weile brach der Alte das Schweigen: "Weisst du, wie ich mich manchmal fühle? Es ist, als ob zwei Wölfe in meinem Herzen kämpfen: einer rachsüchtig, aggressiv und  grausam. Der andere aber ist liebevoll, sanft und mitfühlend."

Der Junge hörte aufmerksam zu, bevor er fragte: "Welcher der beiden wird den Kampf um dein Herz gewinnen?" "Der Wolf, den ich füttere," lautete die Antwort!
(Quelle unbekannt)

Eigentlich müsste sich jeder mit den inneren Kämpfen des alten Indianers identifizieren können. Wer kennt nicht den Kampf gegen den eigenen „inneren Schweinehund“? Den Kampf gegen Gefühle der Bitterkeit, der Rachsucht, der Lust, der Unaufrichtigkeit und dergleichen. Und wer kennt nicht das Verlangen, im Geist der Nächstenliebe, der Versöhnung und Freundlichkeit zu handeln? Selbst der Apostel Paulus gibt diesen Kampf zu. Im Römerbrief, Kapitel 7,19:

Denn ich weiß, daß in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht.

Paulus bleibt nicht in diesem Dilemma stecken. Die Frage: „Wer wird mich erlösen von diesem Leib des Todes?“ beantwortet er in Römer 7:25 mit den Worten:

Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn! So diene ich selbst nun mit der Gesinnung dem Gesetz Gottes, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde.

Die entscheidenden Worte sind: DURCH JESUS!

Mit dem Fleisch, „dem bösen Wolf“ werden wir zu tun haben, solange wir leben. Aber dieser „böse Wolf“ hat nichts mehr zu bestellen, seit Jesus in unserem Leben Einzug gehalten hat. Der Böse ist entmachtet! Es ist nun an uns, ihn auszuhungern, zu schwächen und ihn nicht weiter zu füttern. Das Fleisch, den „bösen Wolf“ auszuhungern geht am besten dann, wenn wir den Geist nähren. Auch dazu gibt uns Paulus eine Hilfestellung in Philipper 4:8:

Im übrigen, ihr Brüder, alles, was wahrhaftig, was ehrbar,
was gerecht, was rein, was liebenswert, was wohllautend,
was irgend eine Tugend oder etwas Lobenswertes ist, 
dem denket nach!

Guten Appetit! 

Genau das werden wir auch morgen in unserem Gottesdienst machen: Nachdenken über das, was unserem Glauben gut tut. Jesus wird im Mittelpunkt stehen, Ihm werden wir Lieder singen und durch Ihn Gemeinschaft miteinander haben.

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen 
Beginn: 10:30 Uhr

Freitag, 28. Juli 2023

Der Funkspruch

Die Geschichte, die erzählt (und vertont) wird ist alt und spielt zur Zeit, als Radar noch nicht zur Standardausrüstung der Schiffe gehörte. Kapitäne auf ihrer Brücke mussten nach Sicht fahren.

Ein amerikanisches Kriegsschiff ist unterwegs als der Kapitän plötzlich in einiger Entfernung ein Licht erkennt, das sich scheinbar ständig nähert. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden sendet er sofort Warnsignale und die Botschaft: „Drehen Sie um 10 Grad Süd!“ Die Antwort war alles andere als entspannend. „Gehen SIE auf Kurs 10 Grad Nord, um eine Kollission zu vermeiden!“ Die Stimme des Kapitäns wird härter: „Gehen Sie auf Kurs 10 Grad Süd! Ich bin der Kapitän!“ Umso irritierender die Antwort: „Ändern SIE ihren Kurs um 10 Grad Nord. Ich bin einfacher Seemann.“

Jetzt zieht der Kapitän alle Register seiner Autorität und signalisiert wütend: „Ich sage Ihnen: Ändern Sie ihren Kurs sofort um 10 Grad Süd. Wir sind ein Kriegsschiff und werden uns andernfalls empfehlen!“ Keine Änderung geschah. Stattdessen kam die Antwort: „Und ich sage IHNEN: Ändern SIE ihren Kurs um 10 Grad Nord. Wir sind ein Leuchtturm.“

Ob und wie sich dieser Vorfall tatsächlich abgespielt hat, mag offen bleiben. Die Lektion ist unübersehbar: So wie der Kapitän des Schiffes sich verhält, verhalten sich heute die Massen der Menschen. Sie fühlen sich stark, unbesiegbar, auf dem richtigen Weg und wollen sich von niemandem reinreden lassen. Mit dieser Einstellung laufen sie allerdings in ihr sicheres Verderben, da ihre Sicht begrenzt und fehlerhaft ist.

Auf der anderen Seite steht der Leuchtturm. Fest, sicher und immer mit dem richtigen Überblick. Vom Leuchtturm aus kommen die Anweisungen, die jedem Schiff die sichere Fahrt ermöglichen. – Und doch argumentieren die Kapitäne immer wieder mit dem Leuchtturm und wollen ihren eigenen Vorstellungen folgen.

Wir Christen sind davon nicht ausgeschlossen. Wir sollten es eigentlich am besten wissen. Wir haben Dank der Gnade Gottes bereits den schlimmsten Fehlweg verlassen. Aber auf dem Weg der Nachfolge argumentieren auch wir viel zu oft mit unserem Leuchtturm. Wir meinen, wir seien Kapitäne mit Autorität. Wir meinen, machtvolle Schiffe zu dirigieren. Wir geben Befehle und erwarten, dass der „Andere“ sich danach richtet. Und dann, anstatt unseren Vorstellungen zu folgen, kommt eine Anweisung von unserem Gegenüber. Manchmal fühlen wir uns in unserer Unabhängigkeit verletzt, manchmal wollen wir uns nicht „bevormunden“ lassen. Oft denken wir, wir wüssten es besser. Tatsache ist, unser Leuchtturm wird immer das letzte Wort behalten. Und Er liegt immer richtig.

Wie erleichtert wird der Kapitän des Kriegsschiffes gewesen sein, als er erkannte, dass sein Gegenüber den Durchblick – und ihn dadurch bewahrt hatte. – So wird es auch uns ergehen, wenn wir auf die Anweisungen unseres „Leuchtturms“ hören und ihnen folgen. Wer im neuen Jahr darauf verzichtet, mit dem Leuchtturm zu argumentieren und schlicht und vertrauensvoll Seinen Anweisungen folgt, der wird erfolgreich durchs Jahr kommen. Die Bereitschaft, das zu tun, ist sicher eine Kopf- und Herzensentscheidung. Das Umsetzen beginnt mit jedem neuen Morgen im Alltag.

Wie kann ein junger Mensch in seinem Leben
rein von Schuld bleiben?
Indem er sich an dein Wort hält und es befolgt.
(Psalm 119:9 NLÜ)

Vertonung der Geschichte HIER: Gaither Vocal Band: "The Lighthouse"

Donnerstag, 27. Juli 2023

Deine Reste für Gott?

ICH BEKENNE: Wegwerfen fällt mir schwer. Nach 20 Jahren Aufenthalt in der Dritten Welt, wo so gut wie nichts weggeworfen wird, meine ich immer, man könne doch noch reparieren. Wenn man nicht selbst reparieren kann, kann man vielleicht ausbauen, verkaufen oder zumindest jemandem verschenken, der es noch gebrauchen oder wiederherstellen kann. Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft und ich möchte da nicht mitschwimmen. Und so sammeln sich in meinem Büro und Haus „Restposten“ an. Sachen, die wenig wert sind, wenig sinnvoll sind, irgendwo anders rausgeflogen – und bei mir auf Erbarmen gestoßen sind. Reste eben.

Manchmal wird es selbst mir zu viel. Dann sortiere ich aus. Nicht, dass ich viel wegwerfe. Wie könnte ich? Was wirklich nicht mehr gebraucht wird aber noch verwertbar ist, wird gespendet. Das lässt mich nicht nur „nicht schlecht“ fühlen, denn ich schmeiße ja nichts weg. Es hilft mir vielleicht sogar, mich gut zu fühlen, denn ich helfe ja anderen, die sich was Besseres nicht leisten können. Reste abgeben ist eh leichter als wegwerfen, denn es buhlen ja viele um die Reste der Wohlstandsgesellschaft.
  • Der „Second-Hand“ Laden im Nachbarort freut sich über meine wohlerhaltenen Reste aus meinem Haus.
  • Der Altkleidercontainer des Roten Kreuzes freut sich über die Restkleidung, die sich im Laden nicht mehr verkaufen lässt, im osteuropäischen Ausland aber noch dankbare Abnehmer findet.
  • Der Presbyter an der Kirchentüre dankt mir für den Rest Kleingeld, wenn ich die Kirche verlasse.
  • Die Tafel freut sich über fast abgelaufene und nicht mehr ganz so frische Rest-Lebensmittel aus dem Supermarkt.
Wir verstehen es, unsere Reste sinnvoll los zu werden. Leider spielen sich ähnliche Szenen immer wieder in unserer Beziehung mit Gott ab. Gewiss möchte ich niemanden entmutigen, sein Rest-Kleingeld für einen guten Zweck zu spenden oder ein paar Minuten am Ende des Tages in der Stille mit Gott zu verbringen. Behalte das auf jeden Fall bei! Aber ich möchte trotzdem fragen: Ist Gott nicht mehr wert als unsere Reste? Ist Er nur die Rest-Zeit wert, die wir am Abend noch übrig haben – oder sollten wir unseren Zeitplan neu organisieren? Ist Er nur die Restmünzen wert, die gerade zufällig in unserem Portemonnaie sind – oder sollten wir unser Geben zielstrebiger angehen? Ist Er nur den Sonntagmorgengottesdienst wert (wenn wir es so einrichten können) – oder ist Er es wert, dass wir auch unter der Woche eine Zeit freihalten, Ihm in der Gemeinschaft mit anderen zu begegnen? Was ist Gott wert, was ist die Sache Seines Reiches wert, was ist sie Dir wert? Was gibst Du Gott – oder anders: was erhält Gott von Dir? Reste oder mehr?

In Matthäus 22:21b heißt es wörtlich:

So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!

Wie wär’s mit folgender Anwendung:

Behalte, was recht ist. Aber gib Gott nicht nur Reste! 
Gib Gott, was Ihm zusteht!