Tja, heute stehen wir doch tatsächlich zum ersten (und
vermutlich) letzten Mal in unserer Serie vor dem Problem, dass es im gesamten
Buch Philemon keine klare Verheißung gibt. Was also tun? Man könnte einen
Segenswunsch äußern und den Eintrag für heute abschließen. Aber es gibt eine
Alternativlösung.
Da keine ausgesprochene Verheißung im Buch Philemon zu
finden ist, wir uns aber mit den Verheißungen Gottes in allen Bibelbüchern
beschäftigen wollen, warum schauen wir uns nicht um, ob wir eine erfüllte
Verheißung Gottes im Buch entdecken!
Den Brief schreibt Paulus aus dem Gefängnis in Rom an
Philemon, in dessen Leben Gott den Apostel Paulus in irgendeiner Weise
gebraucht hatte. In Philemon 19 schreibt Paulus:
„Ich, Paulus, schreibe es eigenhändig: Ich
will es erstatten! Ich will ja nicht davon reden, dass du auch dich selbst mir
schuldig bist.“
Paulus hatte in Rom den Sklaven Onesimus zum Glauben an
Jesus geführt, der von Philemon geflüchtet war. Jetzt sendet Paulus Onesimus
zurück, nicht als Sklaven, sondern als geistlichen Bruder. Paulus erklärt (Vs 15+16):
Denn vielleicht ist er darum auf eine kurze
Zeit von dir getrennt worden, damit du ihn auf ewig besitzen sollst, 16
nicht mehr als einen Sklaven, sondern, was besser ist als ein Sklave, als einen
geliebten Bruder, besonders für mich, wie viel mehr aber für dich, sowohl im
Fleisch als auch im Herrn.
Da auf Flucht eines Sklaven nach römischem Recht die
Todesstrafe stand, war es für Paulus ein Wagnis, Onesimus zu seinem Herrn
zurückzusenden. Für Onesimus war es ausgesprochen mutig, zurückzukehren und
darauf zu vertrauen, dass Philemon den Brief des Apostels wohlwollend lesen
würde.
Aber genau hier kommen wir zum angepassten Thema des
heutigen Blogeintrags. Paulus war sich sicher, dass Gott Seine Verheißungen im
Leben des Philemon wahr gemacht hatte und weiterhin wahr machen würde. Welche
Verheißungen?
In 2 Chronik 16:9a verheißt Gott:
Denn die Augen des Herrn durchstreifen die ganze Erde, um sich mächtig zu erweisen an denen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist.
In 2 Korinther 5:17 verheißt Gott:
Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden!
In Matthäus 7:18 hatte Jesus selbst erklärt:
Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte bringen, und ein schlechter Baum kann keine guten Früchte bringen.
Diesen Verheißungen Gottes vertraute Paulus
offensichtlich, als er Onesiums zurücksandte. Paulus wusste: Gott hat
verheißen, dass ein wiedergeborener Mensch eine neue Schöpfung ist, bereit,
auch auf persönliche Rechte zu verzichten – um Jesu Willen. Paulus vertraute
den Verheißungen Gottes, dass ein durch Jesus „gut“ gemachtes Herz gute Früchte
bringen würde.
Paulus wurde nicht enttäuscht. (Wie sollte er auch
enttäuscht werden? Er verließ sich auf Gottes Verheißungen!) Und so sehen wir im Buch Philemon die
Erfüllung der Verheißungen Gottes: dass Er Menschen neu macht und verändert, wenn
sie Jesus nachfolgen.
Das ganze Leben des Philemon sind aneinander gereihte Erfüllungen
von Verheißungen Gottes, denn – der Überlieferung nach – blieb Philemon ein
treuer Diener Jesu bis zum Schluss. Es wird berichtet, dass er
Bischof der Gemeinde in Kolossä wurde und unter Nero als Märtyrer starb.
Ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht
verlorengehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. (Johannes 10:28)