„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Mittwoch, 26. Mai 2021

Eifersucht, Neid, Bitterkeit

Mit Eifersucht, Neid und Bitterkeit haben wir drei bösartige Tumore vor uns, die im wahrsten Sinne des Wortes tödlich enden können, sowohl geistlich wie auch physisch. Eifersucht, Neid und Bitterkeit sind Geschwüre, die die Seele vergiften, Herz und Augen verdunkeln und Beziehungen zerstören. Das zeigt uns auch Gottes Wort in 1 Mose 30:1.

“Als aber Rahel sah, dass sie dem Jakob keine Kinder gebar, wurde sie eifersüchtig auf ihre Schwester und sprach zu Jakob: Schaffe mir Kinder! Wenn nicht, so sterbe ich!“  

Lea wurde von ihrem Mann, Jakob, benachteiligt. Gott sah das und schenkte ihr 4 Kinder. Zur selben Zeit stellte Jakobs Lieblingsfrau, Rahel, fest, dass sie unfruchtbar war. Das löste in ihr schmerzliche Trauer und zerstörerische Eifersucht aus auf ihre Schwester Lea. Das Verhältnis zu ihr dürfte – im besten Fall – „angespannt“ gewesen sein. Das Verhältnis zu ihren 4 kleinen Neffen vermutlich ebenfalls. Das Verhältnis zu ihrem Mann – ihren Worten nach zu urteilen – vorwurfsvoll. Auch ihr Verhältnis zu sich selbst war ungesund. Sie war voller Eifersucht. Sterben würde sie, wenn Jakob ihr keine Kinder verschaffte – so ihre Drohung an ihren Mann.

Eifersüchtig kann man sein auf die Kinder der andern, auf deren Wohlstand, Autorität, Gaben, Begabungen oder Position. Oder auf die Beliebtheit, den Bekanntheitsgrad, die Stimme, die Schönheit oder sonst irgendetwas, was ein anderer hat und einem selbst (manchmal nur scheinbar) verwehrt blieb. Rahels Eifersucht machte vielen Menschen um sie herum das Leben schwer, stürzte ihre Seele in die Tiefe und lähmte gewiss auch ihr geistliches Leben.

Von Kain heißt es am Anfang der Bibel (1 Mose 4-5):

Und es geschah nach geraumer Zeit, dass Kain dem Herrn ein Opfer darbrachte von den Früchten des Erdbodens. Und auch Abel brachte ein Opfer dar von den Erstlingen seiner Schafe und von ihrem Fett. Und der Herr sah Abel und sein Opfer an; aber Kain und sein Opfer sah er nicht an. Da wurde Kain sehr wütend, und sein Angesicht senkte sich.

Die Geschichte ist bekannt. Abel brachte dem Herrn ein wohlgefälliges Opfer dar. Kain nicht! Kain missbilligte die Gunst, die Gott seinem Bruder Abel entgegenbrachte und wurde so bitter, dass er nicht mal mehr die Augen aufheben – und ehrlich nach vorne blicken konnte. Gott sprach zu ihm. Gott bot ihm Seelsorge und Hilfe an. Aber Kain war so verbittert, dass er Gottes Angebot gar nicht als solches erkannte. Dann tat er das Undenkbare: Er beging den ersten Mord, der auf der Erde geschah und brachte unsagbares Leid über sich selbst, seine Eltern und seine Nachkommen. Was hätte aus Kain werden können, hätte er seine Bitterkeit und seinen Zorn an Gott abgegeben. Tat er aber nicht, sondern brachte Zerstörung und Tod in sein Leben und das Leben anderer.

Bis heute halten Menschen fest an Eifersucht, Neid und Bitterkeit. Solange sie aber daran festhalten oder diese Tumore nur mit hellem Make-up überdecken, wachsen sie, fressen sie und führen am Ende zu einem Rahel oder Kain Resultat. Die Hoffnung kommt durch die göttliche Seelsorge (1 Mose 4:7)

„Wenn du Gutes tust, so darfst du dein Haupt erheben. Wenn du aber nicht Gutes tust, so lauert die Sünde vor der Tür, und ihr Verlangen ist auf dich gerichtet; du aber sollst über sie herrschen!“

Gottes Wort verspricht (Johannes 8:36):

Wenn euch nun der Sohn frei machen wird, so seid ihr wirklich frei.

Freiheit in Christus! Freiheit von Eifersucht! Freiheit von Neid! Freiheit von Bitterkeit! Freiheit von Sünde. Was das bedeutet, kann nur der bezeugen, der in diese Freiheit hineingetauft wurde. Es ist ein Zeugnis der Freude!

Wenn euch nun der Sohn frei machen wird, so seid ihr wirklich frei.

Jesus macht frei! Sein Wort gibt uns wertvolle Hinweise, wie wir unserem Nächsten in seiner Not helfen und beistehen können. In unsrer Bibelstunde heute Abend um 19:30 Uhr schließen wir heute das Buch Hiob endgültig ab mit dem Thema: „Hilfen zur Seelsorge aus dem Buch Hiob“. Wir laden herzlich dazu ein, im Gemeindesaal und im Livestream (Hinweise HIER)

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen

Dienstag, 25. Mai 2021

Gottes Verheißungen im Buch der Klagelieder

Was wissen wir eigentlich über das Buch der Klagelieder des Propheten Jeremia? Das Grundthema wird bereits in der Bezeichnung des Buches deutlich: Klage und Wehleid.

Der Prophet klagt über die Zerstörung Jerusalems, die Schmach der Stadt die durch die schweren Gerichte Gottes in Schutt und Asche gelegt wurde.

Bekannt sind die Klagelieder vielen Bibellesern allerdings nicht durch die düsteren Schatten der Zerstörung, sondern durch das Licht der Hoffnung auf die Barmherzigkeit Gottes.

In Klagelieder 2:17 lesen wir zwar keine Verheißung, aber wir lesen über die Verheißungen Gottes. Es heißt:

Der Herr hat vollbracht, was er sich vorgenommen hatte;
er hat sein Wort genau erfüllt,
das er von alters her hat verkündigen lassen. 

Wie herrlich, wie ermutigend, wenn wir zurückblicken und bekennen können: Gott erfüllt alle Seine Verheißungen. Und dann drehen wir uns in all unserem Chaos um und blicken nach vorne und halten uns fest an die Verheißungen, die Gott uns in Kapitel 3:21-26 zurufen:

 21 Dieses aber will ich meinem Herzen vorhalten, darum will ich Hoffnung fassen: 22 Gnadenbeweise des Herrn sind’s, dass wir nicht gänzlich aufgerieben wurden, denn seine Barmherzigkeit ist nicht zu Ende; 23 sie ist jeden Morgen neu, und deine Treue ist groß! 24 Der Herr ist mein Teil!, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen. 25 Der Herr ist gütig gegen die, welche auf ihn hoffen, gegen die Seele, die nach ihm sucht. 26 Gut ist’s, schweigend zu warten auf die Rettung des Herrn.

Hier ist die Rede von Hoffnung! Von der Gnade, die Gott Seinem Volk gegenüber beweist! Die Verheißung, dass Gottes Barmherzigkeit nicht zu Ende ist (obwohl es jedem so geschienen haben muss)! Die Verheißung lautet: Jeden Morgen ist die Barmherzigkeit Gottes neu. Jeden Morgen die Möglichkeit eines Neuanfangs. Auch nach der Zerstörung und dem Gericht des Höchsten bleibt Seine Treue groß; nicht nur vorhanden, sondern groß! DAS ist berechtigter, biblischer, göttlicher Grund zur Hoffnung. Sicher, auch auf Gottes Kinder kommt es an – dass sie nicht in der Vergangenheit leben, dass sie sich nicht in der Gegenwart nur um sich selbst drehen, sondern dass sie nach vorne schauen und auf den Gütigen hoffen und nach Ihm suchen und fragen. Aber aus jedem Vers sprechen Zusagen Gottes und die Verheißungen: Ich gebe euch Grund zur Hoffnung. Meine Barmherzigkeit ist jeden Morgen neu!

Herrlicher Zuspruch!

Auch am Ende des dritten Kapitels finden wir noch einmal eine wunderbare Verheißung in diesem Klagebuch (3:32+33):

“… sondern wenn er betrübt hat, so erbarmt er sich auch nach der Fülle seiner Gnade; 33 denn nicht aus Lust plagt und betrübt Er die Menschenkinder.“

Wenn Gott betrübt hat – und sei es auch so schwer und so schlimm, wie es im Fall des völlig zerstörten Jerusalems war, so dürfen wir doch wissen: Er erbarmt sich wieder, nicht im Minimalbereich, sondern nach der Fülle Seiner Gnade. Da ist immer genug für jeden, der kommt und sucht – auch für Dich und für mich!

Montag, 24. Mai 2021

Pfingstwoche - Ausklang

Aber die Jünger hatten doch den Heiligen Geist. In Johannes 20:22 lesen wir doch schwarz auf weiß, wie Jesus seine Jünger anbläst und sie den Heiligen Geist empfangen lässt.

Und nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an
und sprach zu ihnen: Empfangt Heiligen Geist!

Klare Aussage: Jesus haucht sie an und spricht ihnen zu: Empfangt!

Und Pfingsten? Müssen sie 2x empfangen? Ist es ein neuer Empfang? John Piper erklärt den Unterschied mit einem Bild. Er schlägt ein Gleichnis vor, um die Erfahrung des Geistes vor und nach Pfingsten zu veranschaulichen.

Man stelle sich einen riesigen Staudamm für Wasserkraft vor, der sich noch im Bau befindet – groß, wie etwa der Assuan-Staudamm am Nil. Der hat eine Höhe von 111 Metern und ist fast 4 km lang. 1953 wurde der Plan angekündigt; 1971 wurde der Damm fertiggestellt. 

12 Turbinen mit einer Kapazität von 10 Milliarden KW-Stunden setzten genügend Strom frei, um jede Stadt Ägyptens zu beleuchten

Während der 11jährigen Bauzeit (1960-1971) wurde der Nil nicht vollständig gestoppt. Zwar sollte sich der Stausee füllen, aber ein Teil des Wassers durfte vorbeifließen. Die Bevölkerung flussabwärts war davon abhängig. Sie tranken das Wasser, sie wuschen sich damit, es bewässerte ihre Ernte und drehte ihre Mühlenräder. Im Mondlicht segelten sie auf dem Wasser und schrieben Lieder darüber. Das Wasser des Nils war ihr Leben. 

Aber an dem Tag, als der Stausee durch die 12 Turbinen floss, wurde eine Kraft freigesetzt, die sich weit über die geringe Bevölkerung flussabwärts hinaus im ganzen Land ausbreitete. Diese neue Kraft brachte Möglichkeiten, von denen sie nur träumen konnten.

Die verheißene Bevollmächtigung – die Kraft des Heiligen Geistes aus der Höhe ist wie die Einweihung jenes Staudamms. Bereits vor Pfingsten blies Jesus Seine Jünger an und sagte: Empfangt den Heiligen Geist! Bereits vor Pfingsten segnete der Herr sie durch das Wasser des Heiligen Geistes und schenkte ihnen Leben. Aber an Pfingsten gehen die Turbinen an; die Kraft des Heiligen Geistes breitet sich aus, um die ganze Welt zu erleuchten. 

Von dem Segen, den der Geist Gottes vor Pfingsten brachte, wurde nichts weggenommen. Aber 10 Milliarden KW-Stunden (um im Bild zu bleiben) wurden hinzugefügt, damit die Jünger bevollmächtigt wurden, jeder Sprache, jedem Stamm und jeder Nation das Licht des Evangeliums der Herrlichkeit Jesu zu bringen.

Erkennen wir den Unterschied zwischen der Versiegelung mit dem Heiligen Geist als Eigentum Gottes … und der Bevollmächtigung mit dem Heiligen Geist zum Dienst für Gott?

Die Bevollmächtigung zum Dienst für Gott mit der Kraft aus der Höhe wird in Apg 1:5 auch: die Taufe mit dem Heiligen Geist genannt. Sie ist durch nichts zu ersetzen. Vor ca 150 Jahren schrieb der Theologe Asa Mahan: 

"Es gibt keine natürliche, intellektuelle, erzieherische, moralische oder kirchliche Gabe, die die Taufe mit dem Heiligen Geist ersetzen könnte."

Pfingsten – Gott erinnert uns daran, dass wir nicht in eigener Kraft leben und nicht in eigener Kraft Ihm dienen müssen. Er möchte uns mit Seiner Kraft erfüllen. Danke, Herr!

Sonntag, 23. Mai 2021

Herzliche Einladung zum Pfingstgottesdienst!

 

Heute wieder mit Sonntagszitat:

Predigttext:
3 Mose 6:1-6

1 Und der HERR redete zu Mose und sprach:
2 Gebiete Aaron und seinen Söhnen und sprich: Dies ist das Gesetz vom Brandopfer. Das Brandopfer soll auf seiner Feuerstelle auf dem Altar die ganze Nacht bis zum Morgen verbleiben, und das Feuer des Altars soll auf ihm in Brand gehalten werden.
3 Und der Priester soll sein leinenes Gewand anziehen und sein Fleisch in die leinenen Beinkleider hüllen und soll die Fettasche abheben, zu welcher das Feuer auf dem Altar das Brandopfer verzehrt hat, und sie neben den Altar schütten.
4 Dann lege er seine Kleider ab und ziehe andere Kleider an und schaffe die Fettasche hinaus vor das Lager an einen reinen Ort.
5 Aber das Feuer auf dem Altar soll auf ihm brennend erhalten werden, es soll nicht erlöschen; darum soll der Priester Morgen für Morgen Holz darauf anzünden und das Brandopfer darauf zurichten und die Fettstücke der Friedensopfer darauf in Rauch aufgehen lassen.
6 Ein beständiges Feuer soll auf dem Altar in Brand gehalten werden; es soll nie erlöschen!
 
Anbetung - Gottes Wort
Gebet - Gemeinschaft

Calvary Chapel Freier Grund 
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn:10:30 Uhr

Du bist herzlich willkommen, live dabei zu sein. Bitte die Corona- Hinweise beachten!

HIER eine wichtige Information für alle, die gerne live in der Gemeinde dabei sein möchten! (bitte Aktualisierung beachten) 

HIER geht's zum Livestream für alle, die lieber noch zu Hause bleiben möchten!
 
Sonntagszitat:  
 
"Die Ausgießung des Geistes 
ist nicht auf das erste Pfingsten beschränkt, 
sondern bleibt bis zum Jüngsten Tag in Gang."
(Peter Brunner)

 Viele Christen leben, als ob Pfingsten noch vor uns läge.
(Corrie ten Boom)

Samstag, 22. Mai 2021

Frohe Ostern! Pfingstwoche - Tag 6

Wer weiß? Vielleicht liest der eine oder andere diesen Eintrag nur, weil die Überschrift nicht stimmt. Aber es ist schon interessant: An Weihnachten – einem der „großen Drei“ im Kirchenjahr, wünscht man sich ein „Frohes Fest!“. Man weiß, um was es geht: Der Retter ist geboren. Darum geht es auch in der Weihnachtspredigt. Karfreitag wünscht man sich in der Regel keinen „Frohen Karfreitag!“, aber man weiß doch, worum es geht: Der Retter ist gestorben. Das wird verkündigt. Nur 3 Tage später wünschen wir uns „Frohe Ostern!“, denn jeder weiß: Der Retter ist auferstanden. Diese Botschaft muss raus. Und dann, nur wenige Wochen später ist Pfingsten. „Frohe Pfingsten!“ – ja, der eine oder andere mag das schon mal gehört haben, aber üblich ist es nicht. Worum geht es eigentlich an Pfingsten? Ach ja, der Retter sendet den Heiligen Geist. Aber da lassen es viele bei bleiben. Zu viel Mystik, zu viel Gefühl, zu viele negative Pfingstfestberichte, zu vieles, was man nicht versteht. Darum geht es in der Predigt auch nicht so oft um den Heiligen Geist, sondern um Kraft, Freude und unser Zeugnis von Jesus. Nicht schlecht, nicht falsch, aber warum nicht über den Anlass des Tages predigen? Es gibt einige machtvolle Zeugnisse von Dienern Gottes, die HIER zu finden sind:


John Wesley (1703-1791)
Wesley, Gründer der Methodisten, bezeugte einen "zweiten Segen", den er als Heiligungserfahrung verstand. Nach seiner Bekehrung beim Anhören von Luthers Vorrede am 24.05.1738 bezeugt er eine weitere tiefe Erfahrung im Januar 1739:
"Ungefähr um 3 Uhr morgens, als wir anhielten im Gebet, kam die Kraft Gottes mächtig auf uns nieder, so dass viele von uns vor überströmender Freude laut schrien und auch zu Boden fielen. Sobald wir uns von der Furcht und Verwunderung ob der Gegenwart seiner heiligen Majestät ein wenig erholt hatten, brachen wir mit einer Stimme aus: Wir preisen Dich, o Gott, wir bekennen, dass Du der Herr bist!"
Wesley predigte von da an noch gewaltiger als vorher. Die Menschen wurden dabei von ihren Sünden überführt, schrien laut und fielen zu Boden.(...)Es geschahen auch auffallende Heilungswunder in Wesleys Dienst.

Charles Finney (1792-1875)
"Ich empfing eine mächtige Taufe mit dem Heiligen Geist. Ohne die geringste Erwartung, ohne auch nur einen Gedanken gehabt zu haben...kam der Heilige Geist auf mich hernieder in einer Weise, dass es mich nach Leib und Seele zu durchdringen schien...wie Fluten flüssiger Liebe...wie der Odem Gottes...keine Worte können die Liebe schildern, die in mein Herz ausgegossen wurde. Ich weinte laut vor Freude und Wonne und musste meinen Gefühlen schließlich durch lautes Schreien Ausdruck geben..."

Dwight L.Moody (1837-1899)
"Ich meinte zwar, ich hätte Kraft. Ich hatte die größte Zuhörerschaft in Chicago, und es gab viele Bekehrungen...Doch dann entstand in meiner Seele ein großer Hunger. Ich wusste nicht, was es war. Ich begann, zu Gott zu schreien...und seufzte die ganze Zeit, dass Gott mich mit seinem Geist erfüllen möchte. Da, eines Tages, mitten in der Stadt New York...ich kann es nicht beschreiben...es ist fast eine zu heilige Erfahrung...ich kann nur sagen, dass sich mir Gott offenbarte...ich hatte ein solches Erlebnis seiner heiligen Liebe, dass ich ihn bitten musste einzuhalten...Ich möchte jetzt für nichts in der Welt dahin zurückkehren, wo ich vor dieser gesegneten Erfahrung gestanden habe."

Dr. R.A. Torrey (1856-1928)
"Es ist eine Sache, wiedergeboren zu sein durch den Heiligen Geist, es ist eine andere Sache, die noch hinzukommen muss, getauft zu sein mit dem Heiligen Geist. Dies geht klar aus dem fünften Vers im ersten Kapitel der Apostelgeschichte hervor. Jesus sagt ihnen: "Ihr sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen." Es ist ganz klar, dass sie in dieser Weise bis dahin noch nicht getauft waren. Sie waren aber durch die Kraft des Heiligen Geistes wiedergeboren. Denn Christus sagt zu denselben Männern in Johannes 15,3: "Ihr seid schon rein um des Wortes willen, dass ich zu Euch geredet habe." Was meint nun aber "rein durch das Wort"? Wir finden die Antwort in 1. Petrus 1,23, wo wir lesen, dass der wahre Christ wiedergeboren ist, nicht aus vergänglichem Samen, sondern aus unvergänglichem Samen, durch das Wort Gottes. Demnach waren nach des Herrn Jesu eigener Erklärung diese Männer wiedergeboren, aber sie waren noch nicht mit dem Heiligen Geist getauft. Wir lesen in 1.Korinther 11, dass es ein Geist sei, aber eine große Mannigfaltigkeit von Gaben. Jedoch wird in jedem einzelnen Fall Kraft da sein. Ich könnte hier von vielen Männern und Frauen erzählen, die aus einem Zustand der Schwachheit herausgetreten sind in einen Zustand der Kraft im Dienste Gottes, einfach dadurch, dass sie die Gabe, die ihnen verheißen war, in Anspruch nahmen."

Denn Johannes hat mit Wasser getauft,
ihr aber sollt mit Heiligem Geist getauft werden
nicht lange nach diesen Tagen. …
Ihr werdet Kraft empfangen,
wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist,
und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem
und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde!
(Aposelgeschichte 1:5+8)

Frohe Pfingsten (im Voraus)!

Freitag, 21. Mai 2021

Pfingstwoche - Tag 5

Pfingsten - die Kraft Gottes!

Über 400 Jahre lebte Israel in Ägypten. Schlussendlich waren sie versklavt – also wirklich, richtig und hoffnungslos versklavt! Sie waren zwar ein Millionenvolk – aber ein Millionen – Sklavenvolk. Und dazu noch uneinig untereinander. Als Mose einen Ägypter erschlug, wurde er von denen angegriffen, denen er zu helfen versuchte. Es dauerte dann noch weitere 40 Jahre, bis sie aus der Sklaverei befreit wurden. Wie geschah dieses Menschenunmögliche? Gott öffnete den Himmel und wirkte durch Seine himmlische Kraft, durch Zeichen und Wunder. Gott tat Sein Werk, und Israel wurde frei.


Nach weiteren 40 Jahren standen sie vor einer unlösbaren Aufgabe. Jericho hatte Mauern wie eine Festung. Und Jericho war vorgewarnt. Die Angst vor Gottes Volk und die Ehrfurcht vor ihrem starken Gott hatte sie vorsichtig und defensiv gemacht. Ich möchte nicht wissen, wie sich die Menschen innerhalb der Stadt gefühlt haben, als Israel 6 Tage lang schweigend – nur mit Trompetenschall – um die Stadt herummarschierte. Vermutlich waren sie total entsetzt, suspekt und gleichzeitig erleichtert über ihre unüberwindbaren Mauern. Ich möchte auch nicht wissen, wie sie sich gefühlt haben, als am siebten Tag der Stadtumrundung durch Israel eine zweite Umrundung folgte. Und eine dritte … vierte … fünfte … sechste – was war da los, was war heute anders? Alles! Bei der siebten Umrundung veranstaltete Israel ein furchtbares Kriegsgeschrei. Und Gott kam herab mit Seiner Kraft von oben und zerstörte die Festung Jericho, so dass Israel die Stadt einnehmen konnte.

Viele Jahre und viele Gotteserfahrungen später stand König Josafat vor einer unlösbaren Aufgabe. Die Könige von 3 Völkern hatten sich mit einer großen Menge Kriegsvolk gegen Gottes Volk versammelt. Gegenwehr war undenkbar. Josafat hatte nur eine Option, und die nahm er an. Er breitete seine Hoffnungslosigkeit und den Berg der Unmöglichkeit vor Gott aus – und der öffnete den Himmel, kam herab mit Seiner Kraft von oben und erledigte den Feind, ohne dass Josafats Armee einen Finger krümmen musste. Begleitet von dem Lob Gottes durch Sein Volk sah der König Gottes Kraft in Aktion.

Bereits zuvor war Israel von feindlichen Armeen belagert worden. Das Volk war buchstäblich am Verhungern. Gottes Prophet verhieß in dieser Zeit eine plötzliche, drastische Linderung der Not. Die Not war allerdings so gravierend, dass einer der höchsten Offiziere des Königs sagte: ‚Selbst wenn der Herr Fenster am Himmel machte, wie könnte dies geschehen?‘ Er kannte weder Gott noch Seine Kraft. Innerhalb weniger Stunden öffnete Gott tatsächlich die Fenster des Himmels, sandte Seine Kraft herab und zerstörte den Feind ohne menschliches Zutun. (2. Könige 7)

Und schließlich haben wir eine weitere Unmöglichkeit im Neuen Testament. Jesus befahl Seinen Jüngern, 11 an der Zahl, dass sie die gesamte Welt (!) mit der Frohen Botschaft von Jesus erreichen sollten. Stellt Euch das mal vor! Die ganze Welt. Und bis dahin hatten sich alle 11 eher durch Versagen als durch einen Überwindergeist ausgezeichnet. 11 Jünger – die ganze Welt – UNMÖGLICH!

Nicht für Gott! An Pfingsten öffnete Er die Pforten des Himmels, sandte die Kraft von oben – Seinen Heiligen Geist - und bevollmächtigte jeden Einzelnen von ihnen zu dem Werk, das Er für sie bestimmt hatte.

Egal, was es ist – Befreiung aus der Sklaverei, das Zerstören von Festungen, der Sieg über die Angriffe des Feindes oder die Erfüllung des großen, weltweiten Auftrags Gottes – der ja für jeden von uns vor der Haustüre beginnt – all das kann nur geschehen, wenn Gott den Himmel öffnet und die Kraft von oben sendet. Daran erinnert Pfingsten! Und dazu fordert uns die Erinnerung an Pfingsten jedes Jahr wieder neu auf: uns zu öffnen für den himmlischen Segen, die Kraft von oben, die Salbung mit dem Heiligen Geist

Donnerstag, 20. Mai 2021

Pfingstwoche - Tag 4

Pfingsten war bereits im Alten Testament ein wichtiges Fest, das Erntefest. Eines der wichtigsten Feste Israels. Aber in dem Jahr, als sich Apostelgeschichte 2 abspielte, gab es ein Pfingstfest, wie es zuvor noch keins gegeben hatte. Erweckung! Gott beschritt neue Wege!

James Enery White erklärt*: Hätte man 1968 eine Umfrage gestartet, welche Nation die Uhrenindustrie im 21. Jahrhundert dominieren würde, wäre die Antwort eindeutig gewesen: Die Schweiz!  Warum?  Die Schweiz hatte die Welt der Uhrmacherei in den vorangegangenen 60 Jahre dominiert.

Die Schweizer machten die besten Uhren der Welt und waren bemüht, ihre Kompetenz ständig zu verfeinern. Es waren die Schweizer, die den Minutenzeiger und extra Stundenzeiger entwickelten. Sie übernahmen die Leitung in der Herstellung besserer Zahnräder, Triebfedern und des gesamten Innenlebens der Uhren. Sie führten sogar wasserdichte Uhren ein und solche, die sich automatisch aufzogen.  1968 stellten die Schweizer 65% aller Uhren in der Welt her und steckten 90% des weltweiten Gewinns ein.

1980 waren jedoch Tausende von Uhrmachern arbeitslos. Weniger als 10% des Weltmarktes waren noch unter Schweizer Kontrolle und ihr Gewinnanteil sank auf unter 20%  Zwischen 1979 und 1981 verloren 50.000 der 62.000 Schweizer Uhrmacher ihren Job. Warum?

Die Schweizer hatten sich geweigert, die neue Entwicklung der Quarzuhr zu berücksichtigen, die – ironischerweise – von einem Schweizer erfunden wurde. Weil sie weder Triebfeder noch Knopf zum Aufziehen hatte, wurde sie abgelehnt. Es war eine zu große Veränderung, um sie willkommen zu heißen. Seiko, andererseits, begegnete der Quarzuhr mit Akzeptanz und wurde – gemeinsam mit einigen anderen Unternehmen Branchenführer.

Die Lektion ist tiefgründig. Eine Vergangenheit, die so abgesichert, so gewinnbringend und dominant war, wurde zerstört durch mangelnde Bereitschaft, an die Zukunft zu denken und neue Wege zu beschreiten. Es war nicht nur die Unfähigkeit, Vorhersagen zu machen, es war die Unfähigkeit, Arbeitsweisen zu überdenken. Erfolge der Vergangenheit hatten blind gemacht für die Auswirkungen einer sich verändernden Welt. Vergangene Triumphe sind keine Garantie für zukünftige Erfolge.

An Pfingsten begann eine neue Bewegung des Heiligen Geistes. Schnell breitete sie sich überall aus, wo Menschen sich für die Kraft des Geistes Gottes öffneten und Jesus in dieser Kraft dienten. Das hatte es zuvor noch nicht gegeben. Gleichzeitig hielten andere an alten Wegen fest. Sie wurden zu Stolpersteinen und Hindernissen, die Gott ausräumen musste. Pfingsten befreite und befähigte Menschen zu neuen Wegen. Wer sich allerdings Gottes neuen Entwicklungen verweigerte, blieb zurück.

Pfingsten erinnert uns, dass Gott neue Wege geht. Es sind Gottes Wege und darum gute Wege. Immer! Wer Jesu Nähe sucht und sich öffnet für die Kraft aus der Höhe, wird befreit und befähigt zum vollmächtigen Leben und Dienst für Jesus. 
* James Enery White: “Rethinking The Church” Baker Books, 1998