„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Dienstag, 30. Juni 2020

Jesus im 2. Thessalonicherbrief

Der erste Thessalonicherbrief dreht sich inhaltlich immer wieder um das Wiederkommen Jesu. Die Gemeinde in Thessalonich war eine Gemeinde, die Jesu Rückkehr erwartete. Nicht irgendwann, sondern zeitnah, so wie Jesus es wollte. Als sie jedoch merkten, dass Gottes weiser Zeitplan nicht ihrem Wunschzeitplan entsprach, fragten sie sich, wie sie ihr Leben gestalteten sollten. Auf all das nimmt Paulus im 1. Brief an sie Bezug. Er ermutigt und tröstet die Gemeinde mit der Bestätigung ihres Glaubens an Jesu zweites Kommen.

Als Paulus nur kurze Zeit später seinen zweiten Brief schreibt, ist das Thema der Wiederkunft Jesu nicht mehr so dominant, aber immer noch präsent. Paulus muss noch einmal konkret auf Jesu Kommen eingehen, weil Irrlehrer begonnen hatten, eine falsche Lehre zu verbreiten. Die angefochtene Gemeinde benötigte Trost und Ermutigung in Bedrängnis und theologischer Verwirrung.  Die Lehre, die Paulus weitergibt, verbindet er mit dem Tag des Herrn (dem Kommen Jesu), und nimmt damit auch Stellung, wie man mit Irrlehrern in der Gemeinde Jesu umgehen soll und dem Müßiggang, der möglicherweise auch Teil dieser Irrlehren war.

[Gott vergilt] euch aber, die ihr bedrängt werdet, mit Ruhe gemeinsam mit uns, bei der Offenbarung des Herrn Jesus vom Himmel her mit den Engeln seiner Macht, 8 in flammendem Feuer, wenn er Vergeltung üben wird an denen, die Gott nicht anerkennen, und an denen, die dem Evangelium unseres Herrn Jesus Christus nicht gehorsam sind. 9 Diese werden Strafe erleiden, ewiges Verderben, vom Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Kraft, 10 an jenem Tag, wenn Er kommen wird, um verherrlicht zu werden in seinen Heiligen und bewundert in denen, die glauben — denn unser Zeugnis hat bei euch Glauben gefunden. (2. Thess. 1:7-10)
  • Jesus bringt Ruhe, wenn Irrlehre über die Wiederkunft Jesu Unruhe bringt.
  • Jesus vergilt den Irrlehrern, die Gott nicht anerkennen und dem Evangelium den Gehorsam verweigern!
  • Jesus wird kommen, wird verherrlicht werden und wird bewundert werden!
In Kapitel 2 stehen Details der Irrlehre und die Richtigstellung. Falsche Lehrer behaupteten unter Berufung auf Paulus, der Tag des Herrn sei bereits gekommen. Paulus gibt in Versen 1-12 klare Hinweise, was vor der Wiederkunft Jesu geschehen muss. Dazu gehören
  • Jesus ist noch nicht wiedergekommen! (2:2)
  • Der Antichrist muss auf der Weltbühne erscheinen und sich gegen Jesus stellen (Vs 3+4)
  • Er wird ein Höchstmaß an Lästerung fabrizieren und sich im Tempel anbeten lassen (4)
  • Dann wird er von Jesus durch die Erscheinung Seiner Wiederkunft beseitigt. (2:8)
Angesichts solcher Verführer und seiner klarstellenden Worte ermutigt Paulus die Gemeinde:

Er selbst aber, unser Herr Jesus Christus, und unser Gott und Vater, der uns geliebt hat und uns einen ewigen Trost und eine gute Hoffnung gegeben hat durch Gnade, 17 er tröste eure Herzen und stärke euch in jedem guten Wort und Werk!

Jesus ist unser Trost, unsere Hoffnung und der, der uns auch im Angesicht verwirrender Lehre stärkt und weiterkämpfen lässt!
Nicht ausschließlich schreibt Paulus im 2 Thessalonicherbrief über Jesu Wiederkunft. Aber dieses spannende, für Christen trostreiche und heute hochaktuelle Thema ist immer wieder beliebter Stoff für Spötter und Irrlehrer. Paulus ermutigt uns: Jesus wird kommen! Aber erst müssen die Voraussetzungen geschaffen werden! Haltet die Lehre rein, sortiert die Irrlehrer aus und redet und lebt für Jesus!

Montag, 29. Juni 2020

Treue

Treue – für viele ein Begriff, den man mehr mit dem Haushund verbindet als mit Menschen. Treue – so heißt es in einem Roman: „ist zu nichts anderem da, als gebrochen zu werden.“

Treue ist ein Begriff, der im Umgang miteinander ganz viel an Bedeutung und Gewicht verloren hat. Nehmen wir das klassische Beispiel der Ehe: Im Jahr 1900 lag die Scheidungsrate bei 2%, heute bei 33%. Zwischendurch – 2005 – lag sie bei 53%. Treue – nicht nur in der Ehe, ist eine seltene Eigenschaft geworden.

Aber die Traube der Treue, die zur Frucht des Heiligen Geistes gehört, die Treue, die von Gott kommt – die schmeckt immer noch genauso süß und rein, wie sie immer war – und Gott lässt sie immer noch wachsen. 1.Korinther 4:2 bezeugt, wie hoch Gott „Treue“ bewertet:

Im Übrigen wird von einem Haushalter nur verlangt,
dass er treu erfunden wird.

Preis dem Herrn! Gott erwartet keine Sündlosigkeit von Dir. Er erwartet wohl, dass Du der Sünde widerstehst und den guten Kampf des Glaubens kämpfst. Aber Gott weiß, dass wir hier und da fallen. Er hält uns und hilft uns auf – jedes Mal, wenn wir unsere Hand zu Ihm ausstrecken, denn Er ist treu!

Gott erwartet auch nicht, dass Du ein geistlicher Superheld bist oder wirst. Er möchte sehr wohl, dass Du geistlich lebst und dass Dein Leben Deinen Glauben reflektiert. Aber Gott weiß, dass Du ein Mensch bist und bleibst, kein Übermensch.

Wir mühen uns manchmal ab, weil wir überzeugt sind, dass Gott jemanden mit unseren Schwächen und Fehlern nicht gebrauchen kann. Aber Gott erwartet keine fehlerlosen Menschen. Er erwartet auch keine Starken. Im Gegenteil! Jesus sucht die Schwachen geradezu – die sich treu an Ihn halten, weil sie wissen, dass sie Ihn brauchen – jede Minute, jeden Tag!

Was aber ist es dann, das Gott von uns erwartet? Es ist Treue. Und selbst von der Treue erwartet Er nicht, dass wir sie in eigner Kraft produzieren. Aus eigener Kraft können wir Ihm nicht treu sein. Dazu müssen wir uns erfüllen und stärken lassen durch Seinen Heiligen Geist, der dann die Traube der Treue in uns wachsen lässt. Wir können nur treu sein, weil Treue Gottes Wesen ist und Er in uns wohnt, wie 1 Korinther 1:9 uns belehrt:

Gott ist treu, durch den ihr berufen seid
zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn.

Dieser Gott, dessen Wesen Treue ist, lebt in uns. Wenn wir in Ihm bleiben, wird Sein Geist in uns Seine Treue wachsen lassen, diese süße Traube, die uns Jesus ähnlicher werden lässt.

Dabei bezieht sich das Thema Treue auf ganz verschiedene Bereiche:
  • auf des Festhaltens am Glauben: dazu benötigen wir Treue
  • den Dienst für Jesus – auch dazu benötigen wir Treue
  • auf Lebens in der Heiligung: da brauchen wir Treue
  • und auch auf den Bereich der tagtäglichen Nachfolge brauchen wir Treue
Treue ist keine Last! Treue ist eine Tugend, eine süße Traube, Frucht des Heiligen Geistes. Halte fest an Jesus und diese Frucht wird wachsen und blühen; wohlschmeckende Frucht bringen und die die Blicke anderer auf Jesus lenkt!

Sonntag, 28. Juni 2020

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat!

Wir laden herzlich ein zu unserem Live & Stream-Gottesdienst!

Predigttext:
Galater 5:22

Die Frucht des Geistes aber ist 
Liebe, 
Freude, 
Friede, 
Langmut,
Freundlichkeit,
Güte,
Treue,
Sanftmut,
Selbstbeherrschung


 Anbetung - Gottes Wort
Gebet- Gemeinschaft 

Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr
(leider noch ohne Kindergottesdienst)

HIER eine wichtige Information für alle, die gerne live in der Gemeinde dabei sein möchten!

HIER geht's zum Livestream für alle, die diesmal lieber noch zu Hause bleiben möchten!
 
Sonntagszitat: 

Die Gemeinde braucht nicht glänzende Persönlichkeiten, 
sondern treue Diener Jesu und der Brüder.
(Dietrich Bonhoeffer)
Durch Sanftmut wirst du mehr gewinnen 
als durch Gewalt und Ungestüm.
(Jean de la Fontain)
Die größte Herrschaft ist die Selbstbeherrschung.

L.A.Seneca)

Samstag, 27. Juni 2020

Christ & Politik

Erweist jedermann Achtung, liebt die Bruderschaft,
fürchtet Gott, ehrt den König!
(1. Petrus 2:17)
Verschiedene Faktoren haben mich bewogen, für heute einen Artikel einzustellen, der eine für diesen Blog eher untypische Überschrift trägt.

Zunächst inspiriert mich Gottes Wort, das uns zum Thema klare Anweisungen gibt!
Zum anderen bewegen mich Gespräche, Nachrichten und Einträge in den sozialen Medien, die Gottes Wort zu diesem Thema ignorieren.
Drittens bewegt mich ein interessanter Artikel der Zeitschrift „Christianity Today“,  auf den das christliche Nachrichtenmagazin PRO Bezug nimmt.

Die Worte, die meine Aufmerksamkeit und Zustimmung fanden, lauten: „Politik ist für viele Menschen an die Stelle der Religion getreten. Dort finden sie Bedeutung und Sinn. Auch Christen stehen in dieser Versuchung.“  Hier einige Gedanken zum Thema, teilweise aus den angegebenen Quellen.

Jeder Christ hat das Recht, sich politisch zu engagieren, sei es in der Parteipolitik, in sozialen Organisationen, im Umweltschutz oder Tierschutzverein – um nur einige Bereiche zu nennen. Das allerdings gehört nicht zur Kernaufgabe eines Jüngers Jesu. Das ist auch nicht der Bereich seiner Expertise. Kernaufgabe des Christen ist die Verkündigung des Evangeliums.

Natürlich hätte Paulus sich gegen das Schlachten von Tieren durch Schächten einsetzen können, gegen den Sklavenhandel oder die Unterdrückung der Frau. Und indirekt tut er es auch! Aber nicht durch politische Aktionen, sondern durch ein Hinarbeiten auf Veränderung von innen, durch Veränderung des menschlichen Denkens. Paulus schreibt in 1 Korinther 2:2:

„Denn ich hatte mir vorgenommen,
unter euch nichts anderes zu wissen
als nur Jesus Christus, und zwar als Gekreuzigten.“

Wenn Christen sich mehr mit einer politischen Richtung identifizieren als mit Gottes Wort, wenn sie die äußeren Missstände in der Welt mehr irritieren als die inneren Missstände ihrer Mitmenschen, wenn sie der Aufbau eines politischen Landes mehr fesselt als der Bau des Reiches Gottes, dann ist das ein Zeichen für eine Krise des Glaubens. Der Chefredakteur von „Christianity Today“ sieht das eigentliche Problem darin: Evangelikale haben ihre Beziehung zu Gott vernachlässigt. Die vertikale Orientierung (zu Gott) und die horizontale (zu Menschen und der Welt) ist aus dem Gleichgewicht gekommen – und Gott steht auf der Minusseite.

„Wir sind sehr gut darin, unseren Nächsten zu lieben. Aber das tritt an die Stelle der Liebe zu Gott. Im Doppelgebot der Liebe, das Jesus formulierte, steht aber die Liebe zu Gott von ganzem Herzen, ganzer Seele und allen Kräften an erster Stelle. Die Sehnsucht nach Gott hat die evangelikale Bewegung einmal ausgezeichnet. Aber sie ist nicht mehr das, was sie einmal charakterisierte.“

Es gilt für uns Jesus-Nachfolger, dass wir uns neu besinnen auf die Bestimmung unseres Lebens. Das ist nicht, die Welt zu retten, sondern Seelen, wie es in Sprüche 11:30 zum Ausdruck kommt:  „Wer Seelen gewinnt ist weise!“

Darf ich drei Vorschläge machen?
  1. Wir machen es uns zum Vorsatz, 51% unserer Einträge in sozialen Medien zum Zeugnis für Jesus zu nutzen und den Rest unter unseren anderen Interessen aufzuteilen.
  2. Alle unsere politisch gesinnten Einträge (die durchaus legitim sein mögen!) und alle unsere politisch motivierten Worte messen wir an Gottes Wort. Jesus, als unser Meister, soll bestimmen, was wir verbreiten und wie wir uns ausdrücken. 2. Petrus 2:17 soll dabei einer unserer biblischen Leitfäden sein: 
Erweist jedermann Achtung, liebt die Bruderschaft,
fürchtet Gott, ehrt Eure Regierung*!

  1. Da uns Gottes Wort die Freiheit lässt, uns politisch zu äußern, aber nicht die Freiheit lässt, ob wir für unsere Regierung beten oder nicht, wollen wir mindestens so oft für unsere Regierung beten wie wir uns über sie äußern.
Wir tun unserer Welt viel Gutes, setzen uns kraftvoll für Gerechtigkeit und das Gute ein, unterstützen den Bau des Reiches Gottes, bringen Jesus Ehre und sind ein positives Aushängeschild für Ihn, wenn wir uns in unserem politischen Handeln als Christen  biblisch verhalten. Wenn Jesus und ein Leben für Ihn unsere Priorität ist, dann kann unser politischer Einsatz am allermeisten bewirken. Dazu segne uns unser Herr!

Unser Gottesdienst morgen wird nicht die Welt verändern. Aber Jesus möchte uns verändern. Wir treffen uns in Seinem Namen. Er ist in unserer Mitte, wie Er es seinen Jüngern versprochen hat. Wir laden Dich ein, dazu zu kommen!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr
(Leider noch ohne Kindergottesdienst)

* orig.: den König

Freitag, 26. Juni 2020

Eine ziemlich intelligente Fliege

Das nicht immer die Menge Recht hat, zeigt folgende Fabel aus der Feder von James Thurber. 

Eine große Spinne hatte in einem alten Haus ein schönes Netz gewoben, um Fliegen zu fangen. Jedes Mal, wenn eine Fliege sich auf dem Netz niederließ und darin hängen blieb, verzehrte die Spinne sie schleunigst, damit andere Fliegen, die vorbeikamen, denken sollten, das Netz sei ein sicherer und gemütlicher Platz. Eines Tages schwirrte eine ziemlich intelligente Fliege so lange um das Netz herum, ohne es zu berühren, dass die Spinne schließlich hervor kroch und sagte: „Komm, ruh dich ein bisschen bei mir aus.“ Aber die Fliege ließ sich  nicht übertölpeln. „Ich setze mich nur an Stellen, wo ich andere Fliegen sehe“, antwortete sie, „und ich sehe bei dir keine anderen Fliegen.“ Damit flog sie weiter, bis sie an eine Stelle kam, wo sehr viele Fliegen saßen. Sie wollte sich gerade zu ihnen gesellen, als eine Biene ihr zurief: „Halt, du Idiot, hier ist Fliegenleim. Alle diese Fliegen sitzen rettungslos fest.“ „Red keinen Unsinn“, sagte die Fliege. „Sie tanzen doch.“  Damit ließ sie sich nieder und blieb auf dem Fliegenleim kleben wie all die anderen Fliegen.  Moral: Der Augenschein kann ebenso trügerisch sein wie die Sicherheit, in der man sich wiegt.
 
Sicher liegt in dieser kurzen Geschichte auch eine Lektion für unser Leben. „Ich setze mich nur an Stellen, wo ich andere Fliegen sehe.“  Das soll Sicherheit, Korrektheit, Legitimität ausdrücken. Ganz nach dem Motto: „So viele Kunden können sich nicht irren.“  Falsch!

Die Bibel macht deutlich, dass der Weg der Menge immer vorsichtig zu beurteilen ist. Jesus sagt uns in Matthäus 7:13:
Geht ein durch die enge Pforte!
Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, 
der ins Verderben führt;
und viele sind es, die da hineingehen.

Dass viele am selben Platz sitzen und dabei so aussehen, als würden sie fröhlich tanzen, ist trügerischer Augenschein. Dass die Menge eine Behauptung aufstellt, macht die Behauptung nicht zur Tatsache. Nie ist Masse ein Garant für Wahrheit gewesen und wird es nie werden. Das scheinbar fröhliche Tanzen der Menschheit ist eher ein verzweifeltes Umherirren und ein Suchen nach (Aus-)Wegen. Oder, im Wortlaut der Bibel: Ein Haschen nach Wind

Wie schaffe ich es, dem „Fliegenleim“ des Feindes nicht zum Opfer zu fallen? Es gibt eine relativ einfache Lösung: Nicht nach dem trügerischen Augenschein zu urteilen und nicht mit der Menge treiben. Auch hier hat Gott uns den gefahrenlosen Weg beschrieben:
Wie wird ein junger Mann (Mensch) seinen Weg unsträflich gehen?
Indem er ihn bewahrt nach deinem Wort! (Psalm 119:9)

Geh dem Feind „auf den Leim.“ Schwimm nicht mit dem Strom. Lass Dich nicht durch „Menge“ beeinflussen. Gleiche nicht der „ziemlich intelligenten Fliege,“ sondern vielmehr dem voll intelligenten Hausbauer. Er baute sein Leben auf das Fundament des Wortes Gottes und überwand alle Stürme des Lebens.