„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Dienstag, 26. Mai 2020

Jesus im Galaterbrief


Der Galaterbrief ist kein Brief an eine einzelne Gemeinde, sondern an eine Gruppe von Gemeinden, die in der Region Galatien zu Hause waren. Nicht ganz klar ist, ob es sich um die nordgalatische Landschaft oder die Provinz Galatien handelt. Relativ unerheblich!

Paulus hatte in der Kraft des Heiligen Geistes gewirkt und die eine Botschaft, den einen Namen verkündigt, für den er lebte. Er schreibt an die Galater in Kapitel 3:1:

„O ihr unverständigen Galater, wer hat euch verzaubert,
dass ihr der Wahrheit nicht gehorcht, euch,
denen Jesus Christus als unter euch gekreuzigt
vor die Augen gemalt worden ist?“

Paulus hatte alles getan, ein herrliches Bild der Gnade Gottes in Jesus aufzumalen. Die Vergebung der Schuld durch die Gnade Gottes in Jesus, empfangen durch den Glauben, ohne Werke – das war seine Botschaft. Auf der Grundlage dieser Botschaft waren Gemeinden entstanden. Irgendwann war Paulus weitergezogen und hatte die Gemeinden unter der Leitung des Heiligen Geist in die Hände seiner Nachfolger gelegt.

Dann kamen die Gesetzeslehrer – vermutlich weitaus gebildetere, wortgewandtere Leute als die neuen Gemeindevorsteher. Und so fand neben der Gnade das Gesetz Eingang in die jungen Gemeinden. Jesus – ja, ABER …! Jesus – ja, PLUS …!  Jesus allein! – NEIN! Das geht gar nicht. Das Gesetz gehört dazu. Damals waren es Vorschriften der Beschneidung, des Essens, des Haltens von religiösen Tagen usw.  Heute sind die Additionen andere: Musikgesetze, Kleidungsvorschriften, Bibelübersetzungsvorschriften, Lizensierte Filme, Stilrichtungen oder Schmuckbegrenzungen – um nur einige zu nennen. Wo irdische Gesetze zunehmen, nimmt die himmlische Gnade ab. Und dass das so schnell geht, darüber wundert sich Paulus, wenn er schreibt (1:6):

Mich wundert, dass ihr euch so schnell abwenden lasst
von dem, der euch durch die Gnade des Christus berufen hat,
zu einem anderen Evangelium.

Die Gnade des Christus – das war das Evangelium des Paulus – alles andere war ein „anderes Evangelium“. Vermischung ausgeschlossen. Und dann wiederholt er einige der Grundwahrheiten, die er bei der Gemeindegründung gelehrt haben muss, die die Galater aber vergessen hatten. Paulus redet über:

… die Freiheit, die wir in Christus Jesus haben (2:4)
… den Glauben an Jesus, durch den wir gerechtfertigt werden (2:16)
… die Verheißung, die denen gegeben wird, die an Jesus glauben (3:22)
… die Sohnschaft, die allen zugesprochen wird, die an Jesus glauben (3:26)
… den allein wahren Glauben an Jesus: der, der durch die Liebe tätig wird (5:6)
… den einzigen Ruhm, den er (und jeder Christ) hat: das Kreuz Jesu (6:14)
… das einzig Gültige vor Gott: die neue Schöpfung in Jesus (6:15)

Diese Verse sind natürlich nicht alle Verse, in denen Paulus – auch im Galaterbrief – die Person und das Werk Jesu vor Augen malt. Aber diese Verse zeigen, worum es Paulus im Galaterbrief geht: Die Einzigartigkeit und Allgenugsamkeit Jesu. Leben wir im Glauben an Ihn und vertrauen wir Seinem Werk der Gnade, dann brauchen wir kein ABER und kein PLUS. Jesus genügt! Ihm im Glauben zu folgen bringt uns ohne weitere menschliche Ge- oder Verbote an unser himmlisches Ziel.

Montag, 25. Mai 2020

Komm mit auf die Jagd!


Nicht dass ich es schon erlangt hätte
oder schon vollendet wäre;
ich jage aber danach, dass ich das auch ergreife,
wofür ich von Christus Jesus ergriffen worden bin.
(Philipper 3:12)

In einem seiner Kommentare ermutigt der Pastor, Charles H. Spurgeon, seine Pastorenkollegen (und ich würde hinzufügen: alle, die Jesus dienen möchten). Er ermutigt sie, Biographien zu lesen. Spurgeon nennt die Namen von Brainard, Baxter, G. Herbert, Fletcher oder Whitfield. Die meisten von uns werden die Namen dieser Leute vielleicht noch nie gehört haben. Wir könnten sie aber ersetzen und sagen: Lest über die Beter David Brainard, John Hyde … über den Mann des Glaubens: George Müller oder die Evangelisten Moody, Finney oder auch Billy Graham. WARUM?

Spurgeon bringt zum Ausdruck, dass das Lesen solcher Biographien viele aufgeblasene Arbeiter im Reich Gottes auf den Boden der Tatsachen zurückbringen wird. Es wird aufzeigen, wie schwach wir in Wirklichkeit sind. Spurgeon: Wer über solche Menschen des Glaubens liest, sucht schnell nach einem Versteck für seine eigene Bedeutungslosigkeit.

Selbst Paulus muss zugeben: Ich bin noch nicht da, wo ich hinmöchte! Und wir können uns ihm anschließen. Unser momentaner Stand im Glaubensleben ist ausbaubar. Andererseits: Wenn selbst ein Paulus bekennt, dass er im Glauben noch nicht da ist, wo er gerne sein möchte, muss uns unser eigener Zustand nicht frustrieren – zumindest nicht ausschließlich frustrieren. Wir dürfen mit Paulus sagen: bin ich im Glaubensleben nicht da, wo ich gerne sein möchte; ich bin noch nicht vollendet. ABER: ich jage danach, dass ich das auch ergreife, wofür ich von Christus Jesus ergriffen worden bin.

Paulus möchte also Jagen gehen. Er geht auf die Jagd, um das zu ergreifen, wozu er von Christus ergriffen worden ist. Ist das eine komplizierte Formulierung? Im Kommentar von David Guzik fand ich folgende hilfreiche Erklärung:
  • Jesus hatte Paulus ergriffen, um ihn zu einem neuen Menschen zu machen (Römer 6:4)    
Danach streckt sich Paulus jetzt aus – das zu ergreifen – und in dieser Neuheit des Lebens zu leben
  • Jesus hatte Paulus ergriffen, um ihn in das Bild Jesu Christi zu verändern – um Jesusähnlichkeit in Ihm zu bewirken. (Römer 8:29)
Danach streckt sich Paulus jetzt aus – das zu ergreifen – und um die Natur Jesu in sich selbst sehen.
  • Jesus hatte Paulus ergriffen, um ihn zum Zeugen Jesus an die Menschen zu machen (Apostelgeschichte 9:15)
Danach streckte sich Paulus jetzt – ein lebendiger, frischer, froher und kraftvoller Zeuge für Jesus zu sein.
  • Jesus hatte Paulus ergriffen, um ihn zu einem Instrument für die Bekehrung anderer zu machen (Apostelgeschichte 9:15)  
Danach streckte Paulus sich jetzt aus: Werkzeug für Jesus in jeder Hinsicht zu sein.
  • Jesus hatte Paulus ergriffen, um ihn durch Leiden zu führen (Apostelgeschichte 9,16)
Danach streckte Paulus sich jetzt aus - Jesus auch in der Gemeinschaft seiner Leiden kennenzulernen
  • Jesus hatte Paulus ergriffen, um ihn aus den Toten aufzuerwecken. (Philipper 3:11)
Danach streckte Paulus sich jetzt aus: diese himmlische Hoffnung der zukünftigen Auferstehung zu ergreifen.
 
Wenn Paulus also sagt: Nicht dass ich es schon erlangt hätte oder schon vollendet wäre; ich jage aber danach, dass ich das auch ergreife, wofür ich von Christus Jesus ergriffen worden bin …

dann bekennt er: Jesus hat mich gepackt und:
·       hat mir unendlich viel geschenkt!
·       Er hat mich mit einer hohen Berufung berufen!
·       Er hat mich zu Seinem Werkzeug bestimmt!
·       Und mir eine unbeschreibliche Hoffnung geschenkt!

Ich bin noch nicht vollendet, bin in meinem Glaubenswachstum, bin noch nicht da, wo ich sein möchte. Aber ich jage dem nach – um genau das alles zu ergreifen. Ich gehe auch jagen. Kommst Du mit?

Sonntag, 24. Mai 2020

Herzliche Einladung zum (Live)stream Gottesdienst

Unsere Livestream beginnt um 10:30 Uhr! 
Wir laden herzlich ein, HIER dabei zu sein!

Predigttext 
Lukas 24:50-53/ Apostelgeschichte 1:9-11

50 Er führte sie aber hinaus bis in die Nähe von Bethanien und hob seine Hände auf und segnete sie.
51 Und es geschah, indem er sie segnete, schied er von ihnen und wurde aufgehoben in den Himmel.
52 Und sie warfen sich anbetend vor ihm nieder und kehrten nach Jerusalem zurück mit großer Freude;
53 und sie waren allezeit im Tempel und priesen und lobten Gott. Amen.

9 Und als er dies gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf von ihren Augen weg.
10 Und als sie unverwandt zum Himmel blickten, während er dahinfuhr, siehe, da standen zwei Männer in weißer Kleidung bei ihnen,
11 die sprachen: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr hier und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in derselben Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen!

CALVARY CHAPEL FREIER GRUND
Anbetung - Gottes Wort - Gebet
Diesmal noch nur über Livestream!
Schaltet pünktlicht ein für die Ankündigungen!
Beginn: 10:30 Uhr
Sonntagszitat: 

„Die Himmelfahrt Jesu heißt nicht, dass er Abschied nimmt, 
sondern dass der Herr auf neue Weise unter uns lebt 
und jedem von uns nahe ist." 
(Jorge Mario Bergoglio)

Samstag, 23. Mai 2020

Ihre Anfänge und ihre Enden

Zu Beginn stand über dem Leben Adams: „… siehe, es war sehr gut“(1 Mose 1:31). Alles war einfach nur perfekt, alles vollkommen: eine tolle Aufgabe, ein tolles Umfeld, eine tolle Frau – ein toller Anfang. Eine zeitlang ging es gut. Leider nicht so lange. Am Ende seines Lebens heißt es: „Er starb im Alter von 930 Jahren.“ (1 Mose 5:5)

Die Geschichte Noahs beginnt mit den Worten: „Dies ist die Geschichte Noahs: Noah, ein gerechter Mann, war untadelig unter seinen Zeitgenossen; Noah wandelte mit Gott.“ (1 Mose 6:9)
Die letzte berichtete Episode seines Lebens spricht davon, wie er im Suff nackt von seinem Sohn gefunden wird, der sich irgendwie falsch verhält und dafür unter einen Fluch kommt. Der Bericht schließt mit den Worten ab: „Und Noah lebte nach der Flut noch 350 Jahre;
und alle Tage Noahs betrugen 950 Jahre, dann starb er.“ (1 Mose 9:28+29) 
Demas war ein relativ unbekannter Mitarbeiter Paulus’. Als der Apostel seinen Brief an die Kolosser schreibt, ist Demas im Dienst und lässt ebenfalls grüßen. Paulus schreibt:  
"Es grüßt euch Lukas, der geliebte Arzt, und Demas.“ (Kolosser 4:14) 
Eine Weile später klingen die Worte über Demas ganz anders. In 2 Timotheus 4:10 heißt es: „Denn Demas hat mich verlassen und diese Welt lieb gewonnen“ 
Offensichtlich ist es möglich – und sogar gefährlich leicht – gut zu beginnen und schlecht zu enden. Das kann man bis in unsere Zeit beobachten. Mir stehen Menschen vor Augen, die einen guten Anfang im Glauben gemacht haben – und heute nirgendwo mehr hingehören und nirgendwo zu sehen sind. In unserem Gebetskreis haben wir einmal für einen ehemaligen Pastor in Deutschland gebetet, der heute gegen Gott rebelliert, weil er Gottes Wege und Worte nicht mehr verstehen kann. Einst ein Segen – heute ein Problem.
In unsere Gemeinde sind Menschen gekommen, die krank waren. Manche waren keine Christen und haben sich (scheinbar) bekehrt. Andere waren verwundete Christen, die Heilung erfahren haben. Ein guter Anfang. Ja, ein sehr guter Anfang. Dann ging es ihnen gut und heute sind sie nicht mehr zu sehen.
Jemand hat richtig festgestellt:
„Unser geistliches Leben von gestern ist kein Garant für ein gutes geistliches Leben heute.“ 
Es kann (und sollte) auch anders gehen. Johannes Markus war ein Kurzzeitmissionar, der die Missionsreise aus nicht genannten Gründen abbrach. Später war er eine Weile Wackelkandidat. Aber dann lesen wir: 
„Nimm Markus und bringe ihn mit dir! Denn er ist mir nützlich zum Dienst.“ (2 Timotheus 4:11) 
Wo stehst Du in Deiner Beziehung mit Jesus? In einer gesunden Beziehung mit Jesus? Oder in einem Strudel, der nach unten zieht? Jeder, der einmal in einer gesunden Beziehung mit Jesus gestanden hat, kennt „völlige Freude“.  Das hat Jesus für Dein Leben im Sinn! Entweder möchte er sie Dir erhalten – oder wieder neu schenken. Aber völlige Freude erfahren wir in dem Maß, wie wir Jesus nachfolgen. Je herzlicher und inniger die Nachfolge, umso herzlicher und inniger Seine völlige Freude in uns.
Morgen ist Gottesdienst. Mach es dir zur Regel, den Gottesdienst Deiner Gemeinde zu besuchen. Es gibt Vieles, das Dich vom Besuch des Gottesdienstes abhalten will, aber es gibt nur Weniges, das die Gemeinschaft der Heiligen am Sonntag in Frage stellen sollte. Die Aufforderung zum regelmäßigen Besuch Deiner Gemeinde ist keine Gesetzlichkeit, genauso wenig wie die Aufforderung, täglich zu essen keine Gesetzlichkeit ist. Es ist vielmehr eine Notwendigkeit für alle, die ihr geistliches Leben von gestern mit ins Heute nehmen möchten und für solche, die ihr geistliches Leben von früher neu erfahren möchten.
Solltest Du keine Gemeinde haben, in der Du zu Hause bist und versorgt wirst, laden wir Dich herzlich ein, morgen an unserem Livestream-Gottesdienst teilzunehmen. Wir beginnen um 10:30 Uhr. Wir würden uns freue, wenn Du dabei bist. Gleich zu Beginn kommen Ansagen zu zukünftigen Gottesdiensten, die wieder im Gebäude stattfinden werden.