„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Dienstag, 28. April 2020

Jesus in der Apostelgeschichte

Während wir bei manchen Büchern des Alten Testaments schon ordentlich hinschauen mussten, bevor wir die Verse, Hinweise und Schatten auf Jesus fanden, müssen wir in den Büchern des Neuen Testaments aus der Fülle der Hinweise eine Auswahl treffen. So auch in der Apostelgeschichte.

Das Buch der Apostelgeschichte beginnt mit dem Hinweis des Autors, Lukas, dass er ja bereits einen Bericht über Jesus geschrieben hat. Dieser Bericht endet mit der Himmelfahrt des Herrn. An diese Zeit knüpft Lukas erneut an und berichtet über die letzten Worte Jesu vor Seiner Rückkehr zum Vater: Der Auftrag zur Weltmission und die Verheißung der Kraft aus der Höhe, um diesen Auftrag auszuführen. Gleich im ersten Vers des Buches erwähnt Lukas den Namen, um den es geht: Jesus! Und im letzten Vers des Buches (28:31) lesen wir Seinen Namen erneut.

Das 5. Buch des Neuen Testaments wird allgemein „Die Apostelgeschichte“ genannt. Aber eigentlich ist es die Geschichte Jesu, dessen Botschaft überall verkündigt wird, angefangen unter den Juden in Jerusalem und sich ausbreitend zu den Samaritern und der Welt der Heiden.

Die Gemeinde war ausgesprochen missionarisch gesinnt. Warum? Weil Jesus es so gewollt hatte (und immer noch so will)! In der Verkündigung – angefangen mit der ersten Predigt durch Petrus bis zum letzten Bericht über eine Predigt des Paulus – geht es um Jesus. Die Lehre für uns daraus ist: Wenn es in der Predigt nicht um Jesus geht, stimmt was nicht. Nicht Menschen, Mitmenschlichkeit, Vorbilder, Politik, Krisen oder sonst etwas muss den Mittelpunkt der Predigt oder unseres Zeugnisses bilden, sondern Jesus!

Die Gemeinde redete aber nicht nur, sondern sie handelte auch. Dabei stellte sie aber keine Menschen in den Vordergrund. Im Gegenteil! Die Apostelgeschichte zeigt, dass Menschenkult dem Herrn zuwider ist. Das wussten die ersten Gläubigen. In ihrem sozialen Handeln war es ihnen ausgesprochen wichtig, dass Jesus die Ehre erhielt. Als Petrus den Lahmen am Tempel im Namen Jesu heilte, verkündigt er später der Menge das Evangelium von Jesus und bezeugt (Apostelgeschichte 3:16):

Und auf den Glauben an seinen Namen hin
hat sein Name diesen hier stark gemacht, den ihr seht und kennt;
ja, der durch Ihn gewirkte Glaube
hat ihm diese volle Gesundheit gegeben vor euch allen.

Auch Paulus lehnt in Apostelgeschichte 14 vehement alle Verehrung ab, nachdem Gott durch ihn einen Lahmen geheilt hatte. Zuvor hatte Paulus in der ganzen Gegend Jesus verkündigt. Einige Zeit später befreit er eine Sklavin von einem dämonischen Geist – nicht ohne von sich weg und auf Jesus hinzuweisen. Es heißt (Apostelgeschichte 16:18)

Paulus aber wurde unwillig, wandte sich um
und sprach zu dem Geist: Ich gebiete dir in dem Namen Jesu Christi,
von ihr auszufahren! Und er fuhr aus in derselben Stunde.

Das Jesus immer und in allem Vorrang hatte und haben muss, wird auch in Apostelgeschichte 6 deutlich. Die hellenistischen Witwen wurden bei der Lebensmittelausgabe übersehen. Es lief also etwas schief in der Sozialarbeit der Urgemeinde. Die Apostel hatten klare Prioritäten. Für sie waren Gebet und Verkündigung des Wortes (des Evangeliums von Jesus) unaufgebbar. Anstatt aber jetzt zusätzlich Leute zu beschäftigen … Hauptsache, jemand packt mit an … suchte man solche, die Jesus liebten und Ihm nachfolgten. Zu ihnen gehörte Stephanus, der bereits am Ende des Kapitels gefangengenommen, verleumdet und vor Gericht gestellt wird. Warum? Weil er den Armen half? Nein! Weil er den Armen im Namen Jesu half.

All das zeigt uns, dass Jesus im persönlichen Leben der Christen, wie auch in den Zusammenkünften der Gemeinde, in Worten, Taten, in sozialen Aktionen, Einsätzen und Plänen immer das Zentrum war.
Ein herrliches Bild der ersten Gemeinde. Und der Herr konnte sie gewaltig segnen und gebrauchen zur Linderung vieler Nöte und der Verbreitung des Evangeliums von Jesus im gesamten römischen Reich.


ACHTUNG - alle, die beim Jüngerschafts-Livestream letzten Mittwoch mit dabei waren können mir noch bis heute Abend ihren Beitrag (Zeugnis) zum besprochenen Text aus Philipper 2 zumailen. Nähere Informationen gibts HIER

Montag, 27. April 2020

Hunger?

Das Buch ist einfach super! Leider vergriffen und wird nicht wieder aufgelegt. Leider auch altdeutsche Schrift und klein (!) geschrieben – und 444 Seiten. Ich lese in der Regel nicht mehr als eine handvoll Seiten. Aber jedes Mal bedaure ich, dass es keine Chance gibt, das Buch neu aufzulegen oder digital zu bekommen. Um welches Buch handelt es sich? „Die Gnade bricht durch“ von Jakob Schmitt. Es beschreibt die Erweckung im Siegerland und den angrenzenden Gebieten.

Schmitt zitiert aus unglaublich vielen Quellen und vermeidet es dennoch, ein trockenes Geschichtsbuch zu produzieren. Das Buch atmet Erweckungsluft und ist mehr als die Beschreibung der erwecklichen Bewegung. Es nimmt den Leser mit hinein in das Wirken des Heiligen Geistes und hält ihm einen Spieleg vor mit der unausgesprochenen Frage: Wenn Du Erweckung möchtest – möchtest Du das? Möchtest du den Hunger nach Gott, den der Heilige Geist in Erweckungszeiten schenkt?

Pfarrer Rumpäus aus Burbach war ein Pfarrer mächtig in der Verkündigung des erwecklichen Wortes. Allerdings gehörte er damit zu den Raritäten seiner Zeit. Ein geistlich hungriger Mann aus Oberschelden nahm einen 5 stündigen Fußweg (hin) und 5 stündigen Weg (zurück) in Kauf, um eine Predigt dieses Mannes zu hören und von Gott angerührt zu werden. Damit war sein arbeitsfreier Sonntag gelaufen. Und ich frage mich: Wir groß ist mein Hunger nach Gottes Wort. Brauche ich es, egal, was es kostet, oder kann ich drauf verzichten? Echte Erwckung geht immer einher mit Hunger nach Gott und Seinem Wort.

1886 hielt ein Erweckungsprediger 2 Festansprachen an einem Wochenende. Die Kirche in  Neunkirchen war überfüllt. Eigentlich wollte der Gastredner danach abreisen. Aber der Hunger etlicher Männer drängte ihn, noch für drei weitere Abendveranstaltungen zu bleiben. Er blieb und Hunderte füllten die Kirche, weil geistlicher Hunger und Durst sie trieb. Das ist Erweckung.

Das südliche Siegerland, „Freier Grund“ genannt, war lange Zeit gegenüber der Erweckung verschlossen und die Leiter der Erweckung forschten, wie man dieses Gebiet erreichen könnte. Man bat einen Bergarbeiter, in den Freien Grund umzuziehen und dort während der Arbeit und darüber hinaus zu Jesus einzuladen. Nach geraumer Zeit berichtete er, dass der Freie Grund verschlossen schien wie Jericho. „Dann muss er wie Jericho erobert werden!“ schloss man daraus und begann regelmäßig in Freudenberg und anderen Orten für das südliche Siegerland zu beten. Es dauerte nicht lange bis der Heilige Geist 2 Bergleute ohne erkennbaren Grund innerlich unruhig und geistlich hungrig machte und zu Jesus kommen ließ. Es waren dann Bergleute aus Gosenbach, die in den Freien Grund umzogen und das Evangelium dort verbreiteten. Was für eine Bereitschaft von Seiten dieser Männer / Familien, ihren Hof zu verlassen und woanders neu anzufangen – um Jesu willen!

Und so geht es seitenweise weiter in Jakob Schmitts Buch. Hier und da merkt man, wie wenig Hunger wir heute haben nach dem Wehen des Heiligen Geistes. Man merkt, wie seltsam einem der heilige Ernst der Vorväter erscheint, weil Ernsthaftigkeit doch gar nicht zur Wunschvorstellung und Wunschbeschreibung unseres Glaubens passt. Andererseits scheint Erweckung in der Regel immer mit einem Maß an heiliger Ernsthaftigkeit, Ehrfurcht und Sündenerkenntnis gekommen zu sein.

Nun muss niemand meinen, ernst, still und bedrückt sein zu müssen, um Erweckung zu erfahren. So entsteht Heuchelei. Es reicht, wenn Gott selbst das in Seinen Kindern bewirkt, wenn Er Erweckung schenkt. Für uns gilt vielmehr, den Herrn zu suchen und zu bitten, dass Er einen geistlichen Hunger nach Ihm selbst und Seinem Wort in uns, unsere Gemeinden und unsere Ortschaften hineinlegt. Wenn das geschieht, stellen sich auch Ergebnisse ein. Und das wird FREUDE sein!

Glückselig sind,
die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten,
denn sie sollen satt werden!
(Matthäus 5:6)

Hinweis an CCFG Jüngerschaftsteilnehmer (mittwochabends):
Hausaufgabe Jüngerschaft: HIER klicken!