„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Montag, 30. November 2015

Phan Thi Kim Phuc

Ich finde es immer wieder faszinierend, wenn plötzlich besondere Personen, die man aus den Nachrichten oder aus der Geschichte kennt, über ihren Glauben an Jesus sprechen. Kürzlich las ich das Zeugnis von Kim Phuc, (Quelle hier) deren Photo 1972 um die ganze Welt ging. Hier einige Auszüge aus ihrem Zeugnis.

Kim Phuc ist das weinende Mädchen aus dem bekanntesten und schrecklichsten Foto des Vietnamkrieges. Sie wurde nach ihrer Bombardierung mit Napalm ins Krankenhaus eingeliefert, ohne Hoffnung auf Überleben. Sie wurde in 14 Monaten 17x operiert. 1982 begann sie im Alter von 19 Jahren Jesus nachzufolgen. Über ihren langen Weg zur Vergebung sagt sie:

„Gott half mir, vergeben zu lernen – die schwierigste Lektion von allen. Es geschah nicht in einem Tag und es war nicht leicht. Aber ich habe es schließlich verstanden. Vergebung machte mich frei von Hass. Ich habe immer noch viele Narben an meinem Körper und an den meisten Tagen schwere Schmerzen, aber mein Herz ist gereinigt. Napalm ist sehr gewalttätig, aber Glaube, Vergebung und Liebe sind viel stärker. Wir hätten keinen Krieg, wenn jeder lernen könnte mit wahrer Liebe, Hoffnung und Vergebung zu leben.“

Jesus verändert Menschen, die eine Revolution des Guten in Gang setzen können.

In ihrem Zeugnis berichtet Kim von ihrem glücklichen Aufwachsen in einer reichen, vietnamesischen Familie. Dann kam der 8 Juni. Sie war gerade mal 9 Jahre alt. In einem Tempel hatten sie Schutz gesucht während eines Luftangriffs – und dann brannte plötzlich alles. Der Napalm hatte eine Hitze von irgendwo zwischen 800 und 1200 Grad und fraß sich buchstäblich in sie hinein. Nur wegen dem Photo, das von ihr gemacht worden war, wurde sie gut behandelt und überlebte. Aber ein normales Leben gab es nicht mehr für sie und so entwickelte sich Bitterkeit, Wut und Hass auf alle normalen Menschen in ihrem Herzen.

Aus Propagandagründen nahm man sie aus der Schule, aber Kim kam in Kontakt mit Christen und dadurch mit Jesus Christus, der ihr Leben radikal veränderte. 10 Jahre nach dem Napalmangriff gab sie ihr Leben Jesus. Wut, Hass und Bitterkeit ersetzte Gott durch übernatürliche Liebe, durch Frieden, Weisheit, Geduld und Leidenschaft für andere. Kim bezeugt:

„Gott hat mir auch bei meiner schwersten Aufgabe geholfen: Zu vergeben. Die Vergebung hat mich vom Hass befreit. Noch immer trage ich die Wunden an meinem Körper. Noch immer habe ich starke Schmerzen. Aber mein Herz ist rein und voller Liebe und Frieden.“

Liebe ist stärker als Hass. Vergebung stärker als Bitterkeit. Vergebung setzt Frieden und Freude frei. Kim Phuc hat praktiziert und erfahren, was Jesus uns allen in Matthäus 6 lehrt:

„Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen ihre Verfehlungen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.“ (Verse 14+15)

Wer mehr über Kim Phucs Leben lesen möchte, findet einen ausführlicheren Artikel HIER

Sonntag, 29. November 2015

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss

Advent – Ankunft! Jedes Jahr erinnern wir uns im Advent an die erste Ankunft unseres Retters auf dieser Erde. Manche werden den Dezember ganz bewusst durchleben, von Sonntag zu Sonntag. Immer eine Woche näher dem herrlichen Ereignis der Inkarnation, der Menschwerdung Gottes. Und dann feiern wir Weihnachten – im Gedenken an das Kommen des Sohnes Gottes.

Advent – Ankunft! Wir leben mittendrin! Wiederkommen wird Er, noch einmal zur Erde kommen. Auch das wird ein herrliches, übernatürliches, glorreiches Ereignis werden – wie Seine Menschwerdung bei Seinem ersten Kommen. Und doch anders! Beim ersten Mal kam Er als Baby, wuchs auf als Mensch – und doch Gottes Sohn. Starb – für Dich und mich. Dann das triumphale Ende: die Auferstehung, Himmelfahrt und Ankündigung Seiner Wiederkehr!

Und heute erkennen wir, wie nah die 2. Ankunft Jesu bevorstehen kann. Die Entwicklungen in der Welt stimmen voll mit den Prophetien überein, die die Bibel für die Zeit unmittelbar vor dem 2. Advent Jesu vorhersagt. Grund zur Freude, Grund zum „Einladen zu Jesus“ und Grund, miteinander auf Jesus zu warten.

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!
(parallel Kindergottesdienst) 
Anbetungszeit 
Predigt
Einladung zum Mittagessen @ CCFG
Gemeinschaft vor und nach dem Gottesdienst 
Beginn: 10:30 Uhr 
 
Calvary Chapel Freier Grund  
Bitzegarten 5 (hinter dem VB Gebäude)   
57290 Neunkirchen-Zentrum 

Sonntagszitat:

Der Herr Jesus Christus kommt wieder! Er könnte jeden Moment hier sein! Er könnte heute kommen! Es geht hier nicht um die törichte Behauptung, dass Er heute kommen wird. Es geht auch nicht darum, ein bestimmtes Datum für Seine Ankunft festzusetzen, was genauso töricht und falsch wäre; und doch tun viele es. Es ist die nüchterne Feststellung einer Tatsache, um Seelen aus ihrer Gedankenlosigkeit und ihrem Gleichmut zu reißen und sie auf das klare Zeugnis von Gottes einzigem Wort hinzuweisen, dass der Herr Jesus wiederkommen wird, und es könnte heute sein.   
(Arno Clemens Gaebelein)

Gott hat uns keine ruhige Überfahrt verheißen, aber eine sichere Ankunft. (HudsonTaylor)

Samstag, 28. November 2015

Asche zum Frühstück

Wie Gras ist abgemäht und verdorrt mein Herz, denn ich habe vergessen, mein Brot zu essen. (…) Asche esse ich wie Brot, meinen Trank vermische ich mit Tränen (Ps 102:5+10)

Schon gefrühstückt? Man nennt es ja die Kaisermahlzeit. Ein gutes Frühstück am Morgen ist kein schlechter Start in den Tag und gibt dem Körper erst mal, was er braucht.

Der Psalmist, im ersten Vers lediglich als "Elender" bezeichnet, hat tatsächlich vergessen, zu frühstücken. Das ging mir letzten Sonntag auch so - und ich musste kurz vor dem Gottesdienst in der Gemeinde noch ein paar Lebkuchen reinschieben, damit der knurrende Magen nicht mit auf die CD Aufnahme kam …). Beim Psalmisten hatte seine Vergesslichkeit andere Folgen: die Frische (= Freude, Zuversicht, Leben) in seinem Herzen war wie abgemäht und verdorrt. Autsch!

Damit nicht genug! Irgendwann merkte er wohl doch seinen leeren Magen (vielleicht knurrte der) und dann hat er sich doch was zum Frühstück geholt: Asche! Da die nicht gerade runter geht wie Öl, hat er sie mit seinen Tränen vermischt. Na dann, guten Appetit!

Genug der Auslegung. Hier die Anwendung: Vergessen wir es nicht auch oft genug, unserem Herzen die Nahrung zu geben, die es braucht? Jesu sagt, dass ER das Brot des Lebens ist - und wir versuchen es mit Aschekuchen. Kein Wunder, dass das Herz verdorrt! Jesus sagt, dass ER das Wasser des Lebens ist und austeilt - und wir würgen die Aschekuchen mit Tränen runter. Kein Wunder, dass wir den ganzen Tag verstimmt sind.

Der Herr hat uns nicht geboten, jeden Tag ein Bibelstudium zu halten oder zu besuchen. Er stellt uns nicht unter den Zwang, eine tägliche Gebetsstunde einzuführen. Aber er lädt uns ein, uns vom Himmelsbrot und Lebenswasser zu ernähren, sein Wort zu "essen" und Gemeinschaft mit IHM zu "trinken". Ich schlage vor, klein anzufangen. Vielleicht mit den guten, alten "Herrnhuter Losungen". Gib Gott 15 konzentrierte Minuten am Tag. Und wenn Du dann merkst, dass Dir frühstücken wieder Spaß macht, wirst Du automatisch länger am Tisch (mit dem Herrn) sitzen bleiben. Guten Appetit! (w)

Freitag, 27. November 2015

Der Weg zu mehr Freude

Unter der Überschrift "Möchtest Du mehr Freude?" fand ich HIER einen Artikel von Michael Warden. Seine Gedanken möchte ich im Folgenden zusammenfassen, bzw. wiedergeben.

Menschen können äußerlich gut und gesegnet aussehen – und innerlich sind sie leer und erstarrt. Ohne Freude, ohne irgendetwas, das sie antreibt. Theoretisch wissen sie, dass sie noch Werte haben, wie etwa ihre Familie und ihre Arbeit. Aber alles wird abstrakt und theoretisch. Alles ist bedeutungslos für die Seele.

Natürlich wünschen wir uns, dass unser Leben eine bestimmte Richtung nimmt: ein bestimmtes Einkommen, ein bestimmtes Familienleben, eine bestimmte Anzahl Kinder oder Hobbies.  Aber was wir uns wirklich wünschen ist, dass unser Leben uns in einer bestimmten Weise fühlen / empfinden lässt. Wir wollen uns lebendig und frei fühlen; wir wollen mit anderen auf bedeutungsvolle Weise in Liebe verbunden sein. Wir möchten fühlen, nicht umsonst zu leben und einen Unterschied in der Welt zu machen.

Und dann merken wir eines Tages, dass die Richtung im Leben, nach der wir uns ausstrecken, nicht die Gefühle produzieren, nach denen wir uns sehnen. Das erstickt unsere Freude und wir schnappen nach Erleichterung. Wir fragen uns, was falsch gelaufen ist und fischen verzweifelt nach Hilfe.

Glücklicherweise braucht es keine massive Generalüberholung unseres Lebens. Wir müssen nicht unseren Arbeitsplatz kündigen, mehr studieren oder umziehen. Vielleicht kommt der ein oder andere Schritt irgendwann, aber damit zu beginnen ist nicht unbedingt weise. Es ist besser, zuerst die Freude zurück zu kriegen und sich dann zu überlegen, wie es weitergeht.

Um Freude zu erneuern bedarf es lediglich zweier täglicher Praktiken, mit denen man sofort heute beginnen kann:

DANKBARKEIT: Das Ausüben von Dankbarkeit produziert Freude. Wie das? Nun, es ändert unsere Blickrichtung von dem, was fehlt zu dem, was bereits da ist und aktiviert dadurch unsere Fähigkeit, uns zu freuen. Das geht ganz einfach. Bevor Du Dich nachts ins Bett legst, schreib Dir drei Dinge vom Tag auf, für die Du dankbar bist. Dann  nimm Dir einen Moment, um für alle drei Gott zu danken. Das ist alles. Praktiziere das täglich für 6 Monate und Deine Freude wird sich vielfach verfielfältigen.  Die zweite Praktik ist:

STAUNEN: Kannst Du Dich dran erinnern, wie Du als Kind das Silvesterfeuerwerk bestaunt hast. Das ist STAUNEN, und egal, was Du denkst – die Fähigkeit zu Staunen hast Du noch nicht verlernt. Dir fehlt vielleicht die Übung. Also: übe es neu ein. Alles was Du brauchst sind ein paar kurze Momente am Tag und irgendetwas Schönes oder Mysteriöses. Wende dem Deine Aufmerksamkeit zu. Vielleicht ein paar Wolkenformationen, den Wind, die Wärme der Sonne, die Herrlichkeit von Pflanzen, dem Mysterium des Atmens, die Liebe Gottes, Sterne, Feuer, ein herrliches Lied, das Gelächter von Kindern, die Schönheiten der Natur. – Möglichkeiten zu Staunen sind täglich um uns herum. Übe neu das Staunen ein – vielleicht mit einem Gebet des Lobes Gottes – und nach kurzer Zeit wirst Du feststellen, dass die Freude wieder ganz neu in Dein Haus eingezogen ist – wie ein lange verschwundener Freund, der jetzt wieder aufgetaucht ist – um zu bleiben.

“Es gibt zwei Möglichkeiten, Dein Leben zu leben: Eine ist, so zu leben, als ob es keine Wunder gäbe. Die andere ist, so zu leben, als ob alles ein Wunder wäre.“ (Albert Einstein)

Donnerstag, 26. November 2015

Gerettet - und trotzdem ...

Gerettet - und trotzdem unzufrieden. Gerettet - und trotzdem bis über die Ohren in Problemen. Gerettet - und trotzdem gebunden. Gerettet - und trotzdem ... Wie kann das sein?

5 Mose 32:15 (HfA) gibt Antwort:
Da wurden diese ehrenwerten Leute fett. Sie wurden richtig rund und dick und meinten, Gott nicht mehr zu brauchen. Sie wandten sich von ihrem Schöpfer ab und lachten über ihren Retter, auf den sie sich zuvor noch fest verlassen hatten.

Auch als Christen stehen wir in Gefahr, uns "zu gewöhnen". Wir gewöhnen uns an Gottes großzügige Vergebung, an die Glaubensfreiheit, an die Gemeindestunden, an die Tatsache, dass wir gerettet - und damit Himmelsbürger sind, an den Zuspruch Gottes, uns nicht mehr zu verlassen noch zu versäumen. All das und viel mehr wird uns zur Normalität und wir verlieren den Blick für den, der uns das alles ermöglicht hat, Jesus. Wir merken gar nicht, wie wir uns von ihm fortbewegen, weil wir, (vielleicht unbewußt) meinen, ihn nicht mehr zu brauchen.

Und so stellt sie sich ein, die neue Unzufriedenheit, die Gebundenheit, die drückende Last der Probleme und schließlich die Frage: "Warum passiert mir das alles? Ich bin doch gerettet."

Dankbar zurückschauen aufs Kreuz an dem Er unsere Lasten getragen hat und froh in die Zukunft schauen, aus der Er uns als König entgegen kommt. Und mittendrin an ihm festhalten und mit Ihm leben - das sollte durchschlagende Hilfe bringen! (w)

Mittwoch, 25. November 2015

Der klagende Baruch

Kennt Ihr Baruch? Er war der treue Diener, der mit dem Propheten Jeremia durch dick und dünn ging. Aber er war (lange) nicht so bekannt! Der Name „Jeremia“ kommt 134x in der Bibel vor – mit wenigen Ausnahmen für den bekannten Propheten. Der Name „Baruch“ kommt nur 24x vor – und nicht mal ausschließlich für „unseren“ Baruch. Baruch, der Diener Jeremias, wird nicht oft in der Bibel erwähnt. Er arbeitete im Hintergrund. Er war Schreiber des Propheten, und schrieb dessen Botschaften auf.

Dieser Baruch hatte einen Bruder, Seraiha. Seraiha war ein Diener am Hof des Königs Zedekia und man kann davon ausgehen, dass Baruch einen guten Job am Palast hätte landen können. Vielleicht hätte er dort Karriere machen können. Stattdessen entscheidet er sich, unbekannt und karrierelos zu bleiben – ein Schreiber, ein Diener des verachteten Propheten

Im Reich Gottes braucht es immer solche Hintergrunddiener. Ohne sie würde das Meiste gar nicht laufen.

Aber auch treuen Dienern Gottes geht es nicht immer gut. Wie alle anderen, sind sie oft angefochten, und dann kommt auch bei ihnen das große Klagen. Aber es ist nicht Baruch, den wir klagen hören. Dass er geklagt hat, wissen wir nur durch Gottes Aussage in Jeremia 44:3:

“Du hast gesagt:`O wehe mir; 
der Herr hat zu meinem Schmerz noch Kummer hinzugefügt;
ich bin müde vom Seufzen und finde keine Ruhe!’“

Baruch hatte also offensichtlich geklagt, weil Schmerz, Kummer, Ruhelosigkeit und Müdigkeit ihn fertig machten. Wir wissen nur davon, weil Gott ihn zitiert.

Wir dürfen Klagen! Eine Vielzahl der Psalmen sind Klagepsalmen. ABER: es reicht, wenn wir dem Herrn die Ohren vollklagen! Das bedeutet praktisch: Wenn uns was nicht passt ... wenn wir uns ärgern ... wenn was nicht nach unserm Willen oder Wohlgefallen läuft... dann lasst uns entweder gar nicht klagen ... oder lasst uns klagen wie Baruch, wie David, wie Asaph und andere: Lasst uns unsre Klagen zum Herrn bringen, nicht zum Herrn Hinz und nicht zum Herrn Kunz und auch nicht zu irgendeinem anderen Herrn oder einer Frau. Lasst uns unsre Klagen zum Herrn Jesus bringen. Jesus sagt ja nicht: ‚Geht hin, klagt anderen die Ohren voll und verbreitet auch unter ihnen schlechte Laune’. Jesus sagt: ‚Kommt her zu mir. Bringt mir Eure Not Jesus sagt: Alle Eure Sorgen werft auf mich!

Weil die Bibel uns aber auch sagt, dass einer des anderen Last tragen soll, ist es manchmal durchaus hilfreich, wenn wir unsere Lasten und Klagen gemeinsam mit jemand anderem zu Jesus bringen. Lasst uns nur sicher sein, dass wir sie nicht zu jemand anderem bringen, sondern mit jemand anderem zu Jesus.

Baruch hatte seine Klagen offensichtlich nicht breitgetreten und nicht in der Öffentlichkeit verstreut. Er hatte sie zu Gott gebracht und der kannte sie jetzt. Das ist gut! Warum?

Andere, die eh nicht hätten helfen können, wurden nicht belastet. Anderen, die ihre eigenen Lasten zu tragen hatten, wurden nicht weiter beschwert. Schlechte Stimmung wurde nicht multipliziert. Weil alles gleich an die richtige Adresse ging – an Gott – darum konnte Er sich kümmern, tat es auch und gab Baruch eine große und erfrischende Zusage.

So handelt Gott an denen, die ihre Klagen ohne menschliche Umwege zu Ihm bringen!

Dienstag, 24. November 2015

Ein Gebet der Puritaner

In ihrem Buch „Zerbruch – Neu belebt von Gott“ erwähnt Nancy Leigh DeMoss ein altes Gebet der Puritaner, einer Reformbewegung vom 16.-18. Jahrhundert.

Beim Lesen des Gebets ertappe ich mich, dass ich über die Beschreibung Gottes mühelos hinweg lesen kann. Ich weiß ja, dass Er so ist.
Ich ertappe mich, dass ich die beschriebenen Erfahrungen nachvollziehen kann, sie mir aber dennoch weit weg scheinen.
Und ich ertappe mich dabei, mich ohne Regung über die gefühlvollen Worte bis zum Ende durchzulesen.

Und doch spüre ich das Gewicht der Wahrheit, Hingabe und Erkenntnis, das aus diesem Gebet spricht; das es wert ist, beachtet zu werden.

Nimm Dir Zeit, das Gebet mal bewusst zu beten, denkend zu beten, vielleicht manche Sätze zu wiederholen, um ihre Aussage zu verstehen. Stör Dich nicht an Worten, die wir heute etwas anders formulieren würden. Bete mit dem Herzen mit. Der Herr segne Dich!

Du herrlicher und heiliger Herr, sanftmütig und demutsvoll,
du hast mich ins Tal des Schauens geführt.
Ich erlebe dort Tiefen, aber sehe dich in der Höhe;
umgeben von Bergen der Sünde erblicke ich deine Herrlichkeit.
Lass mich diesen Widerspruch verstehen,
dass der Weg, der abwärts geht, nach oben führt,
dass ich erhöht bin, wenn ich ganz am Boden liege,
dass ein zerbrochenes Herz ein geheiligtes Herz ist,
dass ein bußfertiger Geist ein jubelnder Geist ist,
dass eine bußfertige Seele eine siegreiche Seele ist,
dass wenn ich nichts habe, ich alles besitze,
dass wenn ich mein Kreuz aufnehme, ich eine Krone trage,
dass Geben Nehmen heißt,
dass das Tal der Ort des Schauens ist.
Herr, am helllichten Tage
können aus den tiefsten Schächten heraus
Sterne gesehen werden, und je tiefer die Gruben sind,
desto strahlender leuchten die Sterne.
Lass mich dein Licht in meiner Dunkelheit entdecken,
dein Leben in meinem Tod,
deine Freude in meinen Sorgen,
deine Gnade in meiner Sünde,
deinen Reichtum in meiner Armut,
deine Herrlichkeit in meinem Tal.
Amen!

Montag, 23. November 2015

William Borden

William Borden wurde am 1. November 1887 als drittes von vier Kindern in eine wohlhabende Familie in Chicago geboren. Das Vermögen seiner Eltern betrug auf heute umgerechnet knapp 2 Milliarden Euro. Der Reichtum kam durch die Silberminen, die sein Vater in Colorado besaß.

Durch seine Mutter kam William in der Chicago Avenue Church, der heutigen Moody Church unter Gottes Wort. Er bekehrte sich durch den Bibellehrer Ruben A. Torrey, ließ sich taufen und wurde ein eifriger Beter und Bibelleser. Mit 16 Jahren schenkten ihm seine Eltern eine Weltreise, die Europa, Afrika und Asien beinhaltete. Auf dieser Reise lernte er die von Hudson Taylor gegründete China Inland Mission (heute ÜMG) kennen, und war so von ihrer Arbeit beeindruckt, dass er beschloss, selbst Missionar zu werden.

Zunächst studierte er auf Bestehen seines Vaters an der Yale Universität, wo er in seinen Studienjahren 1000 der 1300 Studenten in Bibelstudien sammelte. Aber seine Arbeit blieb nicht auf Studenten beschränkt. Er half Witwen, Waisen, Behinderten und Süchtigen, immer bemüht, ihnen zusätzlich zu praktischer Hilfe die Botschaft von Jesus zu bringen. Als sein Vater starb, setzte William sein Erbe ein, um Gebäude für die Armen bauen zu lassen.

Nach seinem Studienabschluss erhielt William mehrere vielversprechende Stellenangebote, doch Gott hatte den Gedanken der Mission in ihm wachgehalten. Er entschloss er sich, Muslimen in China das Evangelium zu bringen. Mit 25 Jahren machte er sich auf nach China – mit einem geplanten Zwischenstop in Ägypten, wo er Arabisch lernen wollte. Fünf Monate später erkrankte er an Hirnhautentzündung und starb innerhalb weniger Wochen. 1 Mill. Dollar vermachte er der China Inland Mission und andern Werken.

Es wird berichtet, dass seine Mutter später seine Bibel erhielt. Darin fand sie die Worte: KEIN ZÖGERN!  Es war um die Zeit, als William all seinen Reichtum aufgab, um Gott zu dienen, als er diese Worte in seine Bibel schrieb: KEIN ZÖGERN!

William war der erfolgreichste der 4 Borden Kinder gewesen und hatte das Unternehmen des Vaters fortführen sollen. Zunächst hatte sein Vater ihm gesagt, er könne jederzeit eine Stelle im Unternehmen bekommen. Als William aber einen ganz anderen Weg einschlug, änderte der Vater seine Aussage und eröffnete seinem Sohn, dass dieser nie wieder im väterlichen Unternehmen arbeiten würde. Die Worte, die er daraufhin in seine Bibel schrieb lauteten: KEINEN RÜCKZUG!

Kurz bevor er im Alter von nur 25 Jahren starb, schrieb er in seine Bibel die Worte: KEIN BEDAUERN!

Kein Zögern!  Kein Rückzug!  Kein Bedauern!  kennzeichnen das kurze Leben von William Borden.

Mancher wird denken, dass William viel Geld, Intelligenz und Fähigkeiten vergeudet hat, indem er sein ganzes Leben für die Sache Jesu gab. Hätte er nicht als erfolgreicher, christlicher Unternehmer viel mehr bewirken können? Nein! Das Beste musste an Jesus gehen. Und in seinem kurzen Leben und Dienst für Jesus war er ein Leuchttürme der Treue im Glauben.  Kein Zögern!  Kein Rückzug!  Kein Bedauern!

„Wer sein Leben findet, der wird es verlieren;
und wer sein Leben verliert
um meinetwillen, der wird es finden! (Matthäus 10:39)