„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Montag, 27. Januar 2014

Der Prophet Jesaja und der Musiker Händel

Vor geraumer Zeit sang der Kammerchor unseres kleinen Städtchens das bekannte Werk Händels: "Der Messias". Eine grandiose Leistung. Monatelanges Üben und ganzer Einsatz haben sich gelohnt. Zum ersten Mal (seit ich mir die Konzerte unseres Kammerchors anhöre) gab es stehenden Applaus. Begeistert haben mich natürlich am meisten die beiden Stücke, die mir bekannt waren. Das eine kam aus Jesaja 9:5 (Messias Version):

„Denn uns ist ein Kind geboren, uns zum Heil ein Sohn gegeben, und die Herrschaft ist gelegt auf Seine Schulter, und Sein Name soll heißen: Wunderbar, Herrlicher, der starke Gott, der Ewigkeiten Vater und Friedefürst!“

Das andere Stück, wen wird’s wundern, war das große Hallelujah, das als der „gewaltigste Chor der gesamten Oratorienliteratur“ (Dr. Michael Märker) bezeichnet wird.. Absolut gewaltig!

Keiner der Chormitglieder, niemand aus dem Orchester und kein Besucher wird am Jüngsten Tag einmal die Ausrede haben, das Evangelium nicht gehört zu haben. Es ist faszinierend, wie Komponisten vor 300 Jahren die Kernaussagen des Evangeliums genauso verstanden haben wie wir heute.

Es war allerdings ein anderer gesungener Bibelvers, der mich an die Predigt vom Sonntagmorgen aus Jesaja 26 erinnerte. Gesungen wurde eine Erweiterung von  Hiob 19:25 (Messias Version):

„Ich weiß, dass mein Erlöser lebet, und dass Er erscheint am letzten Tag dieser Erd. Wenn Verwesung mir gleich drohet, wird dies mein Auge Gott doch sehn.“

Passend dazu der Vers aus der Sonntagspredigt aus Jesaja 25:9:

Und an jenem Tag wird man sagen: „Seht, das ist unser Gott, auf den wir gehofft haben, dass er uns rette; das ist der Herr, auf den wir hofften; nun lasst uns frohlocken und fröhlich sein in seiner Rettung!“

Hiob wusste hier auf Erden: Ich werde Gott sehen! Er wusste im Leid: Ich werde Gott sehen! Er wusste: wenngleich ich sterbe und verfalle: Ich werde Gott sehen!

Und die Erlösten, die sich einmal bei Ihrem Herrn versammeln werden, werden jubeln, denn ihre Hoffnung, die sie auf Erden haben, wird nicht zuschanden. Sie werden rufen:

„Seht, unser Gott, auf den wir gehofft haben, dass er uns rette!“
„Seht, unser Herr, auf den wir hofften!
„Seht, Hiobs -  und unsere Hoffnung auf unsern Herrn lässt nicht zuschanden werden!“
„Und jetzt lasst uns frohlocken und fröhlich sein in seiner Rettung!“

Der Prophet Jesaja und der Musiker Händel haben dies gemeinsam: Den Trost und die Freude auf den kommenden Tag hin, wenn wir Ihn, unsern Herrn, sehen werden, weil wir Ihn hier auf Erden kennen gelernt und auf Ihn gehofft haben. Und Hoffnung auf Jesus lässt niemanden zuschanden werden. Auch Dich nicht!
  • „Ich weiß, dass mein Erlöser lebet, und mein Auge (wird) Gott doch sehn.“ (aus Händels Messiais)
  • „Wir werden Ihn sehen, wie Er ist!“ (aus 1 Johannes 3:3)     
Wir werden JESUS sehen!
(W)

Sonntag, 26. Januar 2014

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Ende


Predigttext: Markus 8:1-9:

1 In jenen Tagen, als eine sehr große Volksmenge zugegen war und sie nichts zu essen hatten, rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen:
2 Ich bin voll Mitleid mit der Menge, denn sie verharren nun schon drei Tage bei mir und haben nichts zu essen.
3 Und wenn ich sie ohne Speise nach Hause entlasse, so werden sie auf dem Weg verschmachten, denn etliche von ihnen sind von weit her gekommen.
4 Und seine Jünger antworteten ihm: Woher könnte jemand diese hier in der Einöde mit Brot sättigen?
5 Und er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie aber sprachen: Sieben.
6 Da befahl er der Menge, sich auf die Erde zu lagern. Und er nahm die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern, damit sie sie austeilten. Und sie teilten sie dem Volk aus.
7 Sie hatten auch noch einige kleine Fische; und nachdem er gedankt hatte, gebot er, auch diese auszuteilen.
8 Sie aber aßen und wurden satt. Und sie hoben noch sieben Körbe voll übriggebliebener Brocken auf.
9 Es waren aber etwa 4 000, die gegessen hatten; und er entließ sie.
 
Wir Singen (oder hören zu)
Wir hören, was Gott uns zu sagen hat 
Angebot zu Seelsorge und persönlichem Gebet 
 
Beginn: 10:30 Uhr   
 
Anschließend Einladung zum Mittagessen 
 
Herzlich willkommen! Wir freuen uns auf Dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5 (hinter dem VB Gebäude)
57290 Neunkirchen-Zentrum

 Sonntagszitat:
  "Für das Leben wird ein Ideal benötigt. 
Ein Ideal ist jedoch nur dann Ideal, 
wenn es Vollkommenheit ist."  
(Leo Tolstoi)

Samstag, 25. Januar 2014

Verzögerung

Benny hört seinem Papa am Sonntag zu, wie der auf der Kanzel steht und predigt über den Glauben an Vergebung, Rechtfertigung, Heiligung und all die anderen „ungs“, die es so gibt. Als er am nächsten Sonntag im Sonntagschulunterricht saß, fühlte er sich absolut vorbereitet und gerüstet, die Frage des Lehrers zu beantworten. „Wer von euch kann mir sagen, was Verzögerung ist?“ kam die Frage des Lehrers. „Naja“, kam die Antwort von Benny. “Ich weiß nicht ganz genau, was das ist, aber ich weiß, dass unsere Gemeinde daran glaubt.“

Was glaubt eigentlich deine Gemeinde? Was glaubst Du?

Zu viele von uns geben sich zufrieden mit den nötigen Grundlagen:
Alle Menschen sind Sünder!
Kein Mensch kann sich selbst erretten!
Jesus kam und starb für Sünder!
Durch den Glauben an Jesus allein werden wir gerettet!

Wenn Du diese Tatsachen weißt und glaubst, dann hast Du eine Grundlage, die Dich fürs Sterben vorbereitet. Aber ist das genug? Ist das genug für Dein Leben bis zum Sterben?

Gerettet hat Jesus Dich nicht nur, damit Du ewig gerettet bist. Er hat Dich gerettet, um ein Leben zu leben in der Vergebung, Rechtfertigung und Heiligung und das alles ohne  Verzögerung. Er möchte, dass ALLES, was Du tust, in Worten und Werken, zur Ehre Gottes dient. Dazu gehört Dein Reden und Dein Schweigen, Dein Wachen und Schlafen, Dein Arbeiten und Ruhen, Deine Pflichten und Deine Hobbies, Dein … ALLES!

Wer sein Leben nach Kolosser 3:17 ausrichtet, der wird auch im Leben vor dem Tod schon Gottes Segen erfahren. Wer seine Entscheidung für Jesus dagegen nur als Feuerversicherung versteht, der hat Entscheidendes nicht verstanden. Wie Benny sagt er richtig: “Ich weiß nicht ganz genau, was ein Leben mit Jesus ist, aber ich weiß, dass unsere Gemeinde daran glaubt.“

Morgen ist Sonntag. Gott hat uns diesen Tag geschenkt, um als Gotteskinder zusammen zu kommen, Ihn zu loben, auf Sein Wort zu hören, die Tiefe dessen zu begreifen, was Vergebung, Rechtfertigung, Heiligung, das Leben als Christ ausmacht. Lass Dir die sonntägliche Zeit mit Gott in Deiner Gemeinde nicht nehmen, nicht durch Schlaf, nicht durch Hobbies, nicht durch aufschiebbare Arbeit, nicht durch Sport, nicht durch Freunde, nicht durch Familie – durch nichts! Gib Gott, was Gott gehört. Wachstum und Stärkung im geistlichen Leben – geistliche Hygiene – ist so wenig ersetzbar wie die tägliche Stärkung und Hygiene im normalen Leben.

Geh in deine Heimatgemeinde, die Gemeinde, in der Du zu Hause bist, in der Deine Freunde sind und in der Gottes Wort verkündigt wird. Hast Du keine solche Gemeinde, die Du „Heimat“ nennst, sei herzlich eingeladen zu unserem Gottesdienst, Bitzegarten 5, 57290 Neunkirchen (hinter der Volksbank). Wir fangen um 10:30 Uhr an und laden anschließend sogar zum Mittagessen ein.

Freu Dich mit uns an und über Jesus.
Lerne mit uns, zu Seiner Ehre zu leben.
Wachse in Deinem Leben mit Jesus, damit Dein Glaube nicht nur fürs Sterben, sondern auch fürs Leben gut ist.

Freitag, 24. Januar 2014

Kierkegaards Gänseparabel

Kennt jemand das Gänsegleichnis? Verschiedentlich ging es in diesem Blog um Gänse. Auch Sören Kierkegaard, der dänische Philosoph und Theologe hat über Gänse nachgedacht und uns ein „Gänsegleichnis“ hinterlassen. Er schreibt:

 „Ein Haufen schnatternder Gänse wohnt auf einem wunderbaren Hof. Sie veranstalten alle 7 Tage eine herrliche Parade. Das stattliche Federvieh wandert im Gänsemarsch zum Zaun, wo der beredtste Gänserich mit ergreifenden Worten schnatternd die Herrlichkeit der Gänse dartut. Immer wieder kommt er darauf zu sprechen, wie in Vorzeiten die Gänse mit ihrem mächtigen Gespann die Meere und Kontinente beflogen haben.

Er vergaß nicht dabei das Lob an Gottes Schöpfermacht zu betonen. Schließlich hat er den Gänsen ihre kräftigen Flügel und ihren unglaublichen Richtungssinn gegeben, dank deren die Gänse die Erdkugel überflogen. Die Gänse sind tief beeindruckt. Sie senken andächtig ihre Köpfe und drücken ihre Flügel fest an den wohlgenährten Körper, der noch nie den Boden verlassen hat.

Sie watscheln auseinander, voll Lobes für die gute Predigt und den beredten Gänserich. Aber das ist auch alles. Fliegen tun sie nicht.“

Keine Ahnung, ob dieses Gleichnis für uns Christen lustig, traurig oder überführend ist. Vielleicht von allem ein wenig. Schnattern können wir ganz gut, veranstalten sonntäglich eine Parade, in der wir ergreifende Worte hören und uns die Helden der Vergangenheit vor Augen halten. Bei allem vergessen wir nicht, Gott zu loben, der die Fähigkeit schenkt, Großes zu tun. Gott beeindruckt, die Vorbilder beeindrucken – nur wir haben uns zu viel Ballast angefuttert und vermögen es nicht, „die Schwingen empor[zuheben] wie die Adler“ (Jesaja 40:31) Und so watscheln wir auseinander mit gutgemeinten Worten. Aber Fliegen – das können wir nicht!

Glücklicherweise nur ein Gleichnis, nur eine Geschichte. Nicht 1:1 übertragbar.
Glücklicherweise passt das Gleichnis lange nicht auf jeden. Es gibt nach wie vor Wildgänse, die immer noch hoch oben fliegen – frei, nicht erdgebunden.
Glücklicherweise gibt es immer noch viele – ja, tatsächlich eine wachsende Zahl von solchen, die sich zur wöchentlichen „Parade“ treffen, und die nicht einen Gott loben, der ‚Helden der Vergangenheit’ ausgerüstet hat, sondern die selbst den Fußstapfen der Helden folgen und einen Gott loben, den sie persönlich kennen. Die wöchentliche Parade gibt ihnen von Woche zu Woche neue Kraft, ihre Schwingen zu heben und zu fliegen, wie Gott es für sie geplant hatte.

Gehört Dein Leben Jesus? Dann hat er einen Plan für Dich! Keinen erdgebundenen Plan. Sein Plan für Dich ist ein himmlischer Plan. Er möchte Dich mit himmlischem Segen beschenken, in himmlischen Werten leben lassen, in himmlischen Höhen segeln lassen – und vor allem möchte Er, der Herr des Himmels, mit Dir sein – jeden Tag! Er möchte mit Dir sein in den irdischen Dingen, im Alltag, der zu unser aller Leben gehört. Er möchte mit Dir sein in den Tagen der Krankheit. Er möchte mit Dir sein am schwierigen Arbeitsplatz, im Schul- oder Unialltag. Er möchte mit Dir sein im Stress des Familienalltags. Er möchte auf den „Bergen der Verklärung“ mit Dir sein ebenso wie in den Tälern, wo die Schatten lang sind.

Auch die freien Wildgänse haben ihre Bodenzeiten. Aber sie erheben sich immer wieder in die Luft. Sie werden nie erdgebunden.

Solange Gott uns Atem gibt, ist es nie zu spät, neu zu Ihm zu blicken, Kraft zu empfangen und das Fliegen wieder neu zu trainieren.

Er gibt dem Müden Kraft und Stärke, 
genug dem Unvermögenden.
Knaben werden müde und matt, und junge Männer straucheln
und fallen;
aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft,
daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler,
daß sie laufen und nicht matt werden,
daß sie wandeln und nicht müde werden. 
(Jesaja 40:29-31)

Donnerstag, 23. Januar 2014

Von Gott enttäuscht (2)

Gestern schrieb ich von einem Mann, der von Gott enttäuscht war. Irgend etwas war schief gelaufen. Heute möchte ich über mich berichten. Ich bekenne: Ich wurde enttäuscht durch Gott, oder anders ausgedrückt: Gott hat mich enttäuscht. Und dafür bin ich Ihm dankbar!

Immer wieder warnt Gott uns in Seinem Wort und ruft uns zu:
  • „Irret euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten.“(Galater 6:7)
  • „Irret euch nicht, ... Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist noch eines Wechsels Schatten. (Jakobus 1:16+17)
  • „Laßt euch nicht irreführen: Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten!“ (1 Korinther 15:33) 
  • „Wißt ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert?“ (1 Korinther 5:6)
Wir Menschen haben eine seltsame Tendenz. Im körperlich/seelischen Bereich hat diese Tendenz sogar Namen: Fata Morgana, Halluzination, Illusion. Aber wir sind auch im geistlichen Bereich gefährdet. Die Schrift formuliert es mit: „Irret euch nicht,“ „Lasst euch nicht verführen,“ „wißt ihr nicht?“

Wie der Verdurstende in Gefahr läuft, durch eine Fata Morgana, eine optische Täuschung, in die Irre geleitet zu werden, so sind wir Christen in Gefahr, durch Nachlässigkeit, Unkenntnis, Oberflächlichkeit oder Irrtum Täuschungen nachzulaufen und in die Irre zu gehen. Irgendwann bleiben wir dann stecken und wundern uns, wo Gott geblieben ist.

Täuschungen kommen zusatande durch alle möglichen Einflüsse: durch das, was wir hören, lesen, sehen; durch Umwelteinflüsse und unser soziales Umfeld. Nicht alles davon ist falsch oder schlecht. Aber als Jesusjünger müssen wir aufpassen, dass wir nicht unbedacht alles übernehmen, was wir hören und was man uns eintrichtern will. Denn nicht alles ist Wahrheit, und Lüge ist Täuschung.

Gott ent-täuscht! 
Er befreit von den Täuschungen, denen wir nachlaufen.
Gott ent-täuscht! 
Er deckt die Lüge auf und ersetzt sie durch Wahrheit.

Immer wieder hat Gott das in meinem Leben getan. Er hat die Täuschung aufgedeckt durch die Wahrheit und mich aus der Lüge, aus dem Irrtum oder der Unbesonnenheit befreit. Und für diese Ent-täuschungen bin ich Ihm ewig dankbar. Ich war getäuscht durch den Irrglauben, meine Erziehung wäre christlich genug, um mich in den Himmel zu bringen. Ich war getäuscht durch die Ansicht, ich könne Gott etwas anbieten. Ich war getäuscht durch die Meinung, es sei egal, mit wem ich Umgang habe. Ich war getäuscht von der Illusion, ein wenig Sünde richte keinen großen Schaden an. Solche und andere Täuschungen hat Jesus weggenommen, mich gründlich ent-täuscht und dadurch froh gemacht.

Das funktioniert immer dann, wenn wir uns vorbehaltlos von Ihm durch Sein Wort und Seinen Geist formen lassen. Lass Jesus Dich ent-täuschen!

Mittwoch, 22. Januar 2014

Ab heute: Deine Gelegenheit, ein ganzes Buch (Josua) zu studieren

Heute beginnen wir mit dem Studium des Josua Buches. Ein faszinierendes Buch, durch das Gott unser Glaubensleben entscheidend vorwärtsbringen möchte. Komm, lass uns gemeinsam Gottes Wort kennenlernen und Jesus gemeinsam folgen.

CCFG
Bitzegarten 5 / 57290 Neunkirchen
(hinter der Volksbank)
Beginn: 19:30 Uhr

Von Gott enttäuscht (1)

Ich weiß nicht, was der Auslöser war. Ein nicht erhörtes Gebet? Eine Krankheit? Eine Enttäuschung durch andere Christen? Ein Auftrag Gottes, der ihm nicht passte? Es kann so vieles gewesen sein, das den jungen Mann in die Situation hineingebracht hat, in der er sich jetzt befindet. Es scheint, dass er – wie man so sagt – enttäuscht ist von Gott. Obwohl ich den Auslöser dafür nicht kenne, weiß ich eines ziemlich sicher: Glücklich ist er jetzt nicht.  

Wir alle kennen Zeiten, in denen wir durch ein Stück geistlicher Trockenheit gehen müssen. Der Weg ist mühsam, die Hitze drückend und die Bitterkeit kreist über unseren Köpfen wie ein Schwarm hungriger Geier, nur darauf wartend, dass wir zusammenbrechen.

Was tun in diesen Zeiten? Wohl dem, der „heilige Gewohnheiten“ in seinem Leben entwicklelt hat. Wohl dem, der festhält am Wort Gottes, am Gebet und an der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten. Wohl dem, dessen geistliche Spurrillen so tief eingefahren sind, das sie ihn in der Spur halten, auch in Zeiten, wo man versucht ist, auszubrechen.

Ebenso wohl dem, der in seiner Not und Schwachheit zu Jesus schreit. Vielleicht sind die Spurrillen noch nicht so tief, die Erfahrungswerte im Leben mit Jesus noch nicht so massiv und der Glaube noch jung und zart. Wer in seiner Not zu Jesus schreit, der wird Hilfe erfahren. In einer solchen Situation hat der Herr einmal Psalm 12:6 in meinem Leben gebraucht:

»Weil die Elenden unterdrückt werden und die Armen seufzen, so will ich mich nun aufmachen«, spricht der Herr; »ich will den ins Heil versetzen, der sich danach sehnt!«

Aber ich denke an so manchen, der den Geiern der Bitterkeit eine Plattform gegeben hat. Und die haben sich häuslich eingerichtet. Mit Bitterkeit und Herzenshärtigkeit haben sie sich zunächst an Gott „rächen“ wollen. Dann hat die Bitterkeit Wurzeln geschlagen und sich festgesetzt. Die Geier haben gebrütet und sich vermehrt. „Die Geister, die man rief, wird man nun nicht mehr los.“  Verblasst, aber immer noch da sind die Erinnerungen an die Zeiten in Jesu Nähe. Sehnsucht regt sich nach dem Tröster, nach der Frucht des Geistes, nach Freiheit in und durch Jesus. Aber die Wurzeln sitzen tief und die Geier haben Junge gekriegt. Bitterkeit hat Verstockung gebrütet – und Stolz – und Unversöhnlichkeit. Ein Gefängnis, aus dem ein Entrinnen so ohne Weiteres nicht möglich ist. Man möchte mittlerweile gerne – aber man sitzt zu lange und zu tief. In 2 Chronik 7:14 und Jesaja 61:1 findet man Hilfe:

[Wenn] mein Volk, über dem mein Name ausgerufen ist, sich demütigt, und sie beten und suchen mein Angesicht und kehren um von ihren bösen Wegen, dann werde ich vom Himmel her hören und ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen.

Er (der Vater) hat mich (Jesus) gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, den Gefangenen die Freiheit zu verkündigen, und Öffnung des Kerkers den Gebundenen.

Freund, wenn Du Dich in Kategorie #3 wiederfindest, brich aus! Gib Deine Bitterkeit Gott gegenüber auf. Kehr um und komm wieder hinein in die Freude Jesu. Warum sollte Dein Stolz und Deine Bitterkeit Dir Dein Leben verderben, wo Jesus noch so viel vorhat mit Dir. Zögere nicht. Bring Ihm Deine Bitterkeit und Deinen Schmerz und lass Ihn Dich befreien. 
(W)

Dienstag, 21. Januar 2014

Ist der letzte Punkt der Prioritätenliste noch eine Priorität?

Den folgenden Beitrag von K.P. Yohannan (kursiv) ist in der aktuellen Ausgabe seiner Monatszeitschrift „Asien Aktuell“ zu lesen. 

GEBET – unsere schlagkräftige Waffe 

Gläubige auf der ganzen Welt stimmen damit überein, dass das Gebet unerlässlich ist, damit Gott für uns etwas tun kann, die verlorene Welt für Christus gewonnen und das Reich Gottes gebaut werden kann.

Trotzdem zeigen statistische Erhebungen, dass Pastoren durchschnittlich zwölf Minuten täglich beten und der durchschnittliche Gläubige nur zirka acht Minuten. Zur gleichen Zeit macht es ihnen aber nichts aus sich ausgiebig in anderen christlichen Aktivitäten wie Bibelstunden, Konzerte, Erholungsfreizeiten, Evangelisation oder Wohltätigkeitsarbeit einzusetzen.
Warum erscheint das Gebet als Letztes auf unserer Prioritätenliste? Könnte es sein, dass der Feind damit gewonnen hat uns davon zu überzeugen, dass all diese anderen Aktivitäten einfacher sind und bessere Resultate erzielen als das Gebet?

Die Wahrheit ist, dass der Teufel genau weiß, dass der allmächtige Gott sich darauf beschränkt hat, durch die Gebete seines Volkes zu wirken. Betrachte einfach einmal Bibelverse, wie diese:

„und sich mein Volk, das nach meinem Namen genannt ist, demütigt, 
und sie beten und suchen mein Angesicht und wenden sich ab 
von ihren bösen Wegen, so will ich im Himmel hören 
und ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen.“ (2. Chron. 7:14)

„und alles, war ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht wird in dem Sohn. Wenn ihr etwas bitten werdet in meinem Namen, so werde ich es tun.“ (Joh. 14:13-14)

Da unsere Gebete den Himmel in Bewegung setzen, setzt der Teufel alles daran, uns vom Gebet abzuhalten und so die Erfüllung von Gottes Verheißungen zu erleben.

Als Jesus, der Sohn Gottes, Mensch wurde und unter uns lebte, machte er das Gebet zu seiner höchsten Priorität. Dies gab Gott dem Vater vollkommene Freiheit, ungehindert durch Ihn zu wirken.

Das Evangelium des Lukas hebt hervor, dass Jesus im Gebet verweilte, als der Heilige Geist auf Ihn herabkam. Er betete und fastete für 40 Tage bevor Er Seinen Dienst anfing. Er betete in der Nacht bevor Er Seine Jünger erwählte. Jeden Tag betete Er, bevor Er den anstrengen- den Tag Seines Dienstes begann. Er betete, bevor Er die 5000 speiste, Er betete, bevor Er Lazarus von den Toten auferweckte. Er war im Gebet, als Er auf dem Berg verklärt wurde, und Er betete, als Er am Kreuz hing. Das Gebetsleben von Jesus war so mächtig, dass Seine Jünger Ihn darum baten, sie so beten zu lehren, wie Er es tat – und Er lehrte sie. Wenn Jesus, der unser aller Vorbild ist, und die Apostel nach Ihm es für so notwendig erachteten Stunden im Gebet zu verharren, wie steht es dann mit uns? Warum beten wir so wenig, auch wenn wir das Neue Testament studieren, Bücher über das Gebet lesen und an Gebetskonferenzen teilnehmen?

Ich glaube, dass der Grund dafür ist, dass wir nicht begreifen, dass wir uns in einem wirklichen Kriegszustand befinden, in dem der Feind mit scharfer Munition schießt, um uns zu töten und das Werk Gottes zu zerstören. Deshalb reagieren wir mit fleischlichen Aktivitäten und menschlicher Weisheit auf den unsichtbaren, geistlichen Kampf, anstatt die Waffenrüstung Gottes zu gebrauchen, die Er uns gegeben hat und die Macht des Gebetes, um den Feind zu besiegen. Der Teufel freut sich über unsere Ignoranz und versucht sein Bestes, um das Gebet für uns unattraktiv und unbedeutend erscheinen zu lassen. Die ganze Zeit übersagt Gott uns aber:

„Im Übrigen, meine Brüder, werdet stark im Herrn und in der Macht Seiner Stärke. Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den Kunstgriffen des Teufels; Denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Bereichen.“ (Eph. 6:10-12)

Mein lieber Freund, wenn du Beten lernen möchtest, brauchst du wahrscheinlich nicht noch mehr Bücher oder Belehrung über das Thema. Was du wirklich brauchst ist Übung. Fange einfach an.*

Ich fürchte, K.P. Yohannan hat Recht. Während es uns nicht allzu schwer fällt, an Bibelstunden, Einsätzen, Gemeindearbeiten und anderen Aktivitäten teilzunehmen, fällt es uns so schwer, zu beten – allein und als Gemeinde. Das Resultat ist: Wir schießen uns selbst in den Fuß. Würden wir mehr beten, brauchten wir nicht so viele Programme.

Wo immer Du wohnst, zu welcher Gemeinde Du auch gehst – besuch die Gebetsstunde Deiner Gemeinde. Es ist die wichtigste Stunde. Wenn Deine Gemeinde keine Gebetsstunde hat, besuche eine lebendige Gebetsstunde einer anderen Gemeinde. Aber bete – alleine und mit anderen.

* mit Genehmigung von Gospel for Asia, Deutschland; Quelle: HIER