„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Mittwoch, 27. Juli 2011

Mipikir, der Träumer

Während unseres Sprachstudiums im Ausland mussten wir uns mit Mipikir, dem Träumer, befassen. Seine Geschichte passt in seinen Kulturkreis – und jeden anderen.

An einem Samstagnachmittag, als Mipikir seine Hilfsarbeiten am Obststand des Marktes erledigt hatte, holte er seinen Wochenlohn ab. Er freute sich über 6 Peso, die er in 6 Tagen hart erarbeitet hatte. Jetzt ging es per Kanu über den Fluss nach Hause zu seiner Familie. Es würde 3 Stunden dauern, vielleicht auch mehr – je nachdem, für wie viele Passagiere das Boot unterwegs würde anlegen müssen. Mipikir, einer der letzten die ins Boot stiegen, zahlte ein paar Cent für die Bootsfahrt und steckte das Wechselgeld in die Tasche – für den Weg am Montagmorgen zurück zum Arbeitsplatz. Den Rest des Geldes hielt er stolz in seiner Hand – und begann zu träumen.

2 Pesos, so rechnete er sich aus, würde er investieren können – vielleicht in 1 oder 2 Hühner, die Eier legen würden. Diese würde seine Frau verkaufen. Mit dem Erlös und neuen Ersparnissen würde es bald zu einer Ziege reichen, die jedes Jahr bestimmt ein bis zwei Lämmer haben würden. Eine kleine Herde und den Erlös der Ziegenmilch würde dahin führen, dass er sich bald ein eigenes Kanu leisten könnte, um damit zur Arbeit zu fahren – natürlich mit Passagieren, die er für Entgeld mitnehmen würde. Einkommen aus verschiedenen Quellen würde so schnell wachsen. Nicht lange, und er würde seine schäbige Bambusütte gegen ein Häuschen mit echten Mauern eintauschen. Das wäre etwas Besonderes in seinem kleinen Dorf. Er würde aufsteigen in Rang und Macht und bald sogar ein Amt im Gemeinderat einnehmen können. Vielleicht das des Ortsvorstehers?

Gerade als er sich bei seiner Dankesrede zur Amtseinführung sah, ging ein gewaltiger Ruck durchs Boot. Einem im Wasser treibenden Baumstamm hatte der Kanubesitzer nicht mehr ausweichen können. Das Boot geriet außer Kontrolle, kenterte und sank. Mit ihm sank das Geld, das Mipikir bis dahin fest umklammert hatte - und sein Traum, auf dessen Erfüllung er sich so gefreut hatte.

Das war der Grundton der Geschichte. Das ist der Grundton im Leben vieler Menschen. Nicht alles ist falsch. Aber oft bauen wir unser Leben auf Träume, die sich nie erfüllen werden. Das Leben hat einfach zu viele „Unbekannte“.  Kentert dann das Boot unseres Lebens, kommen uns irgendwelche Hindernisse in den Weg, dann platzen unsere Träume oft, bevor sie ausgeträumt sind: der Traum vom Erfolg, der Traum vom richtigen Ehepartner, der Traum vom Eigenheim, von der Absicherung, von Gesundheit bis ins hohe Alter, der Traum vom nächsten Urlaub, von Position und einem geruhsamen aber interessanten Lebensabend.

Auch im Neuen Testament wird von einem Träumer berichtet, der sogar Praktiker genug war, einen guten Teil seiner Träume umzusetzen. Eine überaus gute Ernte ließ seine Scheunen aus allen Nähten platzen. Er riss sie ab, baute neue, größere Scheunen, fuhr das Getreide ein und erkannte, dass seine Ernte ihm Sicherheit geben würde auf viele Jahre hin. Abends saß er in seinem Schaukelstuhl uns träumte vor sich hin:

Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre;
habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut! (Lukas 12:18)

Allein Gott kam in seiner Planung nicht vor. In derselben Nacht starb er und seine Träume mit ihm.

Lass Gott nicht außen vor. Besprich Dein Leben, Deine Pläne und Träume mit Ihm. Seine Pläne für Dich sind besser, sicherer, zufriedenstellender, aufregender, größer und weitreichender als alles, was Du Dir in Deinen kühnsten Wünschen ausmalen kannst. Nur: Lass Gott nicht außen vor!

Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohlmachen (Psalm 37:5)
Befiehl dem Herrn deine Werke, und deine Gedanken werden zustande kommen. (Sprüche 16:3)

Dienstag, 26. Juli 2011

Norwegen – Anders Breivik … und „Christlicher Terrorismus“

Es kommt, was kommen musste: Die teuflische Tat des norwegischen Attentäters wird in Verbindung gebracht mit Christen, die dem Gott der Liebe folgen. Das klingt paradox und unvernünftig – ist es auch! Aber verschiedenen Medien scheint jedes Mittel recht, Hetze gegen den Gott der Liebe und Seine Anhänger zu schüren.

Breivik bezeichnet sich als bekennenden Freimaurer, was eine Verbindung mit dem Gott der Bibel unwahrscheinlich macht. Charakterisiert wird er als ein 32 jähriger Rechtsextremist, der von einem Gefühl geprägt wurde: den Hass auf Andersdenkende! Das steht im Gegensatz zu allem, was die Bibel sagt. Breiviks Einstellung gegen Multikulturalismus und seine Hasshaltung gegenüber Moslems ist unvereinbar mit dem Wesen eines Christen und dem Wesen Gottes. Von Breivik wird gesagt, dass er über seine Tat keine Spur von Reue zeigt. Auch das ist unvereinbar mit dem Wesen eines Christen, dessen natürliche Reaktion auf Sünde und Tod Reue ist. Das der Mörder sich als neuzeitlicher Tempelritter versteht, ist vielleicht ein willkommenes Argument, allerdings völlig fehl am Platze.

Interessant ist die Tatsache, dass der Vorwurf des christlichen Terrorismus von solchen ins Feld geführt wird, die andererseits bezeugen: „Versteht mich richtig: Ich halte Gläubigkeit generell für Verblendung und treffe bei diesem Urteil keine Unterscheidung zwischen Christen, Moslems und Juden.“ (www.piksa.info/blog/)

Ebenfalls interessant, dass der so genannte „Christliche Terrorismus“ scheinbar austauschbar ist mit Rechtsextremismus. Jesusjünger müssen immer als Sündenbock herhalten. Die meisten mörderischen Großanschläge der jüngeren Vergangenheit kamen durch islamische Extremisten. Um nicht einseitig zu klingen, machte man aus friedlich demonstrierenden Christen „christliche Extremisten“. Jetzt ist es ein rechtsextremer Attentäter, der Moslems hasst – schon hört man das Schlagwort vom „Christlichen Terrorismus.“

Zum einen sei erinnert, dass bereits Jesus gesagt hat, dass man allerlei Falsches und Negatives über uns, Seine Nachfolger, reden wird. Verleumdung um Jesu Willen macht uns Teil einer gesegneten Gesellschaft, wie Matthäus 5:11+12 bezeugen:

„Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch jegliches böse Wort gegen euch reden um meinetwillen! Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß im Himmel; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind.“

Zum anderen sagt uns der Herr, dass Verfolgung und Verleumdung um des Glaubens Willen das Normale für einen Christen sind. In 2 Timotheus 3:12 wird uns gesagt:

Und alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, 
werden Verfolgung erleiden.

Vieles ist möglich. Auch unter Christen gibt es sicherlich viele Unterschiede. Aber eines ist sicher: einen “Christlichen Terrorismus“ gab es nie, gibt es nicht und wird es nie geben – egal was irgendwelche Medien behaupten. “Christlicher Terrorismus“ ist ein Oximoron, wie aus folgenden Versen ersichtlich ist, die den christlichen Glauben beschreiben:

Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen. (Matthäus 5:44)

Vielmehr liebt eure Feinde; tut Gutes und leiht, wo ihr nichts dafür zu bekommen hofft. So wird euer Lohn groß sein und ihr werdet Kinder des Allerhöchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. (Lukas 6:35)

Wenn du dem Rind oder Esel deines Feindes begegnest, die sich verirrt haben, so sollst du sie ihm wieder zuführen. (2 Mose 23:4)

Segnet, die euch verfolgen; segnet, und flucht nicht. … Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes! Denn es steht geschrieben: "Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht der Herr." (Römer 12:14+19)

Liebe Geschwister, lasst Euch nicht verunsichern. Mit solchen Verleumdungen müssen wir rechnen. Bezeugt die Liebe Jesu und lebt sie aus im Sinne von 1 Petrus 2:12+15:

Führt ein rechtschaffenes Leben unter den Heiden, damit die, die euch verleumden als Übeltäter, eure guten Werke sehen und Gott preisen am Tag der Heimsuchung. … Denn das ist der Wille Gottes, dass ihr mit guten Taten den unwissenden und törichten Menschen das Maul stopft. (Schlachter übersetzt: sie zum Schweigen bringt)

Montag, 25. Juli 2011

Wir haben uns entschieden, unsere Ehe zu beenden

"Wir haben uns entschieden, unsere Ehe zu beenden“ so war es diese Woche in den Medien zu lesen. J.Lo und ihr Mann seit 7 Jahren, Marc Anthony, empfinden dies als eine „schwierige“ Entscheidung, haben sich aber in allen Fragen „freundschaftlich geeinigt“. Die dreijährigen Zwillinge haben wohl keine Stimme in dem Ganzen gehabt

Zu den europäischen Scheidungs-Spitzenreitern gehören Schweden und Deutschland, wo bereits etwa jede zweite Ehe in die Brüche geht. Die Scheidungsrate unter Christen steht  derjenigen unter Nichtchristen nicht nach.

Scheidung nach Gottes Willen soll nicht sein und Scheidung muss nicht sein. Jesus erklärt sehr deutlich in Markus 10:6-9:

„Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Frau erschaffen. ’Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen; und die zwei werden ein Fleisch sein.’ So sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!“

Christen sollten zunächst immer von der Voraussetzung ausgehen: „Scheidung ist keine Option!“ Natürlich ist dies ein Standpunkt, der von allen Seiten angegriffen wird – außer vom Wort Gottes. Der Staat erlaubt Scheidung, der Therapeut ermutigt zu Scheidung, die Gesellschaft versteht Scheidung, die Kirche toleriert Scheidung, und die Prominenz macht’s vor! So manch ein Christ übernimmt die humanistische Einstellung: „Warum sollte ich mir das antun?“ anstatt mit der christliche Einstellung zu fragen: „Was möchte Gott?“ Wer nach Gott fragt, stößt unweigerlich auf die oben zitierten Verse aus dem Markusevangelium.

Wer nach Gottes Willen fragt und Gottes Antwort akzeptiert, wird erkennen: Gott ist für die Dauerhaftigkeit der Ehe. Gott ist nicht nur für die Dauerhaftigkeit der Ehe, Er versorgt uns auch mit Vitaminen für eine gute Ehe, Wegweisung für eine angefochtene Ehe und Heilung für eine kranke Ehe. Das geht nicht ohne unsere Mitarbeit, die nicht selten Altes zerbrechen und Neues pflanzen und aufbauen muss. Aber immer mit der Zusage der Bibel aus Lukas 18:27:

Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.

Lass Dein Vertrauen in Gottes Wort, Gottes Weisheit und Seine Fähigkeiten durch nichts erschüttert werden. Lass Deine Überzeugungen, die Gott durch Sein Wort in Dir hat reifen lassen, nicht durch die Gesellschaft verwässert werden. Und vor allem: Nimm Dir nicht solche zum Vorbild, die überhaupt nichts von Gottes Wort halten. Wohllautende Sätze wie:
„Wir haben entschieden, unsere Ehe zu beenden. Aber wir haben uns in dieser schwierigen Angelegenheit freundschaftlich geeinigt.“ hören sich entfernt pseudo-christlich an und sind deshalb umso verführerischer. Die beste Lösung ist immer noch die, sich an den zu wenden, der sich die Ehe ausgedacht und konstruiert hat, der den den Bau- und Funktionsplan kennt und auch versteht. Wenn’s Probleme gibt, weiß Er, wo Er anpacken muss und wie Er’s richten kann.

  • Wie wird ein junger Mann seinen Weg unsträflich gehen? Wenn er sich hält an deine Worte. (Psalm 119:9)
  • Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich. (Lukas 18:27)
  • Rufe mich an am Tag der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich ehren! (Psalm 50:15)
  • Sind wir untreu, bleibt er treu, denn er kann sich selbst nicht untreu werden. (2 Timotheus 2:13)
  • Bei dir aber, Herr, unser Gott, ist Barmherzigkeit und Vergebung. Denn wir sind abtrünnig geworden. (Daniel 9:9)

Neben der Seelsorge durch die Heimatgemeinde kann man hier qualifizierte Hilfe auf biblischer Basis finden:

Sonntag, 24. Juli 2011

Auszüge des heutigen Predigttextes (Jesaja 43)

4 Darum, weil du kostbar bist in meinen Augen und wertgeachtet, und ich dich lieb habe, so gebe ich Menschen für dich hin und Völker für dein Leben.

5 Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir. Ich will deinen Samen vom Osten herführen und dich vom Westen her sammeln.

6 Ich will zum Norden sagen: Gib heraus! und zum Süden: Halte nicht zurück! Bringe meine Söhne aus der Ferne herbei und meine Töchter vom Ende der Welt,

7 einen jeden, der mit meinem Namen genannt ist und den ich zu meiner Ehre geschaffen habe, den ich gebildet und gemacht habe.

10 Ihr seid meine Zeugen, spricht der Herr, und mein Knecht, den ich erwählt habe, damit ihr erkennt und mir glaubt und einseht, daß ich es bin; vor mir ist kein Gott gebildet worden, und nach mir wird es keinen geben.

11 Ich, ich bin der Herr, und außer mir gibt es keinen Retter.

12 Ich habe verkündigt, gerettet und von mir hören lassen und bin nicht fremd unter euch; und ihr seid meine Zeugen, spricht der Herr, daß ich Gott bin.

13 Ja, von jeher bin ich derselbe, und niemand kann aus meiner Hand erretten. Ich wirke — wer will es abwenden?

14 So spricht der Herr, euer Erlöser, der Heilige Israels: Um euretwillen habe ich nach Babel geschickt und habe sie alle als Flüchtlinge hinuntergejagt, auch die Chaldäer in den Schiffen ihrer Jubelrufe3.

15 Ich, der Herr, bin euer Heiliger, der Schöpfer Israels, euer König.

18 Gedenkt nicht mehr an das Frühere und achtet nicht auf das Vergangene!

19 Siehe, ich wirke Neues, jetzt sproßt es hervor; solltet ihr es nicht wissen? Ich will einen Weg in der Wüste bereiten und Ströme in der Einöde.

22 Und doch hast du, Jakob, nicht mich angerufen, noch hast du dich um mich bemüht, Israel!

23 Du hast mir deine Brandopferschafe nicht dargebracht und mich nicht mit deinen Schlachtopfern geehrt. Ich habe dir nicht zu schaffen gemacht mit Speisopfern, ich habe dich mit Weihrauchspenden nicht ermüdet.

24 Du hast mir nicht Gewürzrohr um Geld gekauft und mit dem Fett deiner Schlachtopfer mich nicht getränkt; aber du hast mir zu schaffen gemacht mit deinen Sünden und mir Mühe gemacht mit deinen Missetaten!

25 Ich, ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen, und an deine Sünden will ich nie mehr gedenken!

Komm, begegne Gott: 10:30 Uhr – CCFG 
Am hohen Rain 20, 57290 Neunkirchen-Zeppenfeld
Anbetung, Lehre,  Gebet, Mittagessen, Gottes Gegenwart

Samstag, 23. Juli 2011

Wir haben NICHTS bezahlt …

… NICHTS für Gottes ewige Liebe
… NICHTS für den Sohn, den Er liebt
… NICHTS für den Geist, den Er uns gegeben hat
… NICHTS für die Gnade, die uns gerettet hat
… NICHTS für die Gnade, die Er uns Tag für Tag schenkt
… NICHTS für den Glauben, den der Heilige Geist in uns wirkt
… NICHTS für die Vergebung ALLER unserer Schuld
… NICHTS für die Geduld, mit der Er uns täglich begegnet
… NICHTS für die Freude, die Er uns schenkt
… NICHTS für die Freiheit, die wir genießen
… NICHTS für die Offenbarung göttlicher Weisheit in Seinem Wort
… NICHTS für die Begabungen, die Er uns mit ins Leben gegeben hat
… NICHTS für die Gaben Seines Geistes, die Er uns zugeteilt hat
… NICHTS für den Segen, den Er durch uns wirkt
… NICHTS für unsere himmlische Heimat

Was für einen unbeschreiblichen Unterschied zwischen dem, was wir verdienen und dem, was wir bekommen. Wie unverdient war all Seine Liebe und wie unverdient diese unverdiente Herrlichkeit. Darum, lass „Verdient!“ auf den Fußboden der Hölle geschrieben werden, aber auf die Himmelstüre und das Leben: „Geschenkt!“

(Grundidee: Richard Baxter)

Freitag, 22. Juli 2011

Die Liebe Gottes

Die Geschichte wird erzählt über einen Mönch des Mittelalters, der als Predigtthema des Abendgottesdienstes „Die Liebe Gottes!“ ankündigte. Sonntag kam, es wurde Abend. Die Schatten wurden lang und schließlich schien kein Licht mehr durch die Fenster der alten Kathedrale in der sich die Gemeinde versammelt hatte.
In der Dunkelheit des Altars entzündete der Mönch eine Kerze und trug sie zum Kruzifix. Zunächst erleuchtete er die Dornenkrone, danach die zwei durchbohrten Hände und schließlich die Speerwunde. Tiefe Stille hatte sich im Gotteshaus ausgebreitet als er die Kerze ausblies und den Altarraum verließ. Es gab nichts weiteres zu sagen.

Gut illustriert diese Geschichte die Liebe Gottes. Gott – das Kreuz – der dornengekrönte König – Leiden – Tod. Das illustriert den wohl bestbekannten Bibelvers aus Johannes 3:16:

Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, 
dass er seinen eingeborenen Sohn gab,
 damit jeder, der an ihn glaubt, 
nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.

Aber auch den Vers aus Römer 8:32:

Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, 
sondern ihn für uns alle dahingegeben hat, 
wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken?

Gott hätte nicht mehr tun können, um Seine Liebe zu zeigen. Richard C. Halverson sagte einmal:

Es gibt nichts, das du tun kannst, damit Gott dich mehr liebt.
Es gibt nichts, das du tun kannst, damit Gott dich weniger liebt.
Gottes Liebe ist bedingungslos, unparteiisch, ewig, unbegrenzt und vollkommen.

In dieser Liebe hat Gott den höchsten Preis bezahlt. Wie könnte er uns etwas Gutes vorenthalten?

Donnerstag, 21. Juli 2011

Durch Gnade geheilte Augen

"Durch Gnade geheilte Augen“ ist eine Formulierung, die ich seit Jahren im Herzen und im Gebet vor Gott trage. Gelesen habe ich diese Worte zum ersten Mal in Philip Yanceys Buch: „Gnade ist nicht nur eine Wort“ (Neben Swindolls Buch: „Zeit der Gnade“ das Beste, was ich zum Thema gelesen habe!)*

Der Gedanke ist, dass Gott die Armen, Leidenden und Verfolgten liebt – und weil bei Gott niemand unerwünscht ist, sollte es die bei Seinen Kindern genauso sein. Jesus gibt uns das perfekte Vorbild, Menschen durch Augen zu sehen, die „durch Gnade geheilt worden sind“

Yancey geht auch auf andre Personengruppen ein, z.B. Homosexuelle, und stellt uns vor die Frage, wie viel Heilung unsere Augen erfahren haben. Wer nicht oberflächlich liest, wird sich die Frage gefallen lassen müssen: Mit welchen Augen sehe ich meinen Nächsten? Und mit dem Nächsten ist hier nicht mein Ehepartner oder mein bester Freund gemeint, sondern der Nächste, der selbstverschuldet mittellos auf der Straße steht, der Nächste, der zum wiederholten Mal im Knast sitzt oder schon wieder in seine alte Sucht zurückgefallen ist. Und dann gibt es den Nächsten, den wir schon sooooo lange kennen – und der „schon immer so war“ und wohl auch immer so bleiben wird. Nervig! Man weiß schon am Tag, an dem es ihm gut geht, dass er morgen wieder „durchhängt!“ Kurz, es geht um den Nächsten, der unsere Geduld strapaziert, den wir eher aufgeben, verurteilen oder meiden würden. Wie viel Heilung durch Jesu Gnade haben meine Augen empfangen? Wie viel Gnade, Barmherzigkeit hat in meinem Herzen und meinen Einstellungen Fuß fassen können? Ein Schreiber bezeugt:

„Nicht, dass ich je gemein oder kalt gewesen wäre. Ich tendierte einfach dahin, alles in schwarz oder weiß zu sehen – mit wenig Raum für GNADE. So sehr es mich schmerzt, dies zu sagen: Es fiel mir leichter, über Jesu Liebe zu den verletzten Menschen zu reden, als diese Liebe auszuleben.“

Ohne Gottes Eigenschaften, wie seine Gerechtigkeit und Souveränität oder seinen heiligen Zorn auszublenden, gehören Seine Gnade und Seine bedingungslose Liebe sicher zu den Eigenschaften, die Er am meisten in uns entwickeln und sehen möchte. Er möchte unsere Augen durch Seine Gnade heilen und unsere Herzen mit Seiner Liebe füllen.

Die Geschichte von Samuel Colgate, Sohn des Colgate Gründers, beschreibt Augen, die durch Gnade geheilt wurden. Nach einer Evangelisation im 19. Jahrhundert folgte eine Prostituierte dem Aufruf, nach vorne zu kommen. Tief betrübt weinte sie offen, bekannte ihre Sünden, bat Gott um Rettung ihrer Seele und wollte sich der Gemeinde anschließen. „Ich nehme gerne in der hinteren Ecke Platz,“ erklärte sie, aber der Pastor zögerte, ihre Bitte um Aufnahme zur Abstimmung zu bringen. Lähmende Stille – bis dass sich ein Mitglied erhob und den Antrag auf Vertagung stellte. In dem Moment stand Samuel Colgate auf und erklärte mit einem sarkastischen Unterton: „Ich vermute, wir haben uns versprochen, als wir Gott darum baten, Sünder zu retten. Wir haben vergessen, zu erklären, welche Art Sünder wir meinten. Wir sollten Ihn besser bitten, unsere Unaufmerksamkeit zu vergeben. Der Heilige Geist hat das Herz dieser Frau angerührt und hat ihr echte Reue ins Herz geschenkt – aber offensichtlich hat der Herr nicht begriffen, dass sie nicht zu denen gehört, die wir gerettet sehen möchten. Viele der Zuhörer erröteten vor Scham. Sie hatten gerichtet wie der Pharisäer im Tempel, der selbstgerecht betete: "Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie andere Menschen, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher“  Nach einem neuen Antrag wurde die Frau einstimmig in die Gemeinschaft aufgenommen.

* Originaltitel: Yancey: What’s So Amazing about Grace  Swindoll: Grace Awakening

Mittwoch, 20. Juli 2011

Er hat noch mehr: Eine dritte Strategie des Teufels

Unsere Zeit so zu beanspruchen und unsere Sinne so zu überladen, dass es keinen Platz mehr läßt für den Herrn – das war eine erste teuflische Strategie, die wir gesehen hatten.

Uns einzureden, dass wir ja noch alle Zeit der Welt haben und die Arbeit für Gott, Hingabe an ihn und Leben für Ihn nicht drängt – das war eine weitere Strategie.

Eine dritte Strategie hat der französische Dichter Charles Baudelaire in Worte gefasst:
"Die schönste List des Teufels ist, uns zu überzeugen, dass es ihn nicht gibt."

Jemand anders hat es so ausgedrückt: „Das ist die Lieblingsbeschäftigung des Teufels, das Gegenteil von dem zu behaupten, was die Bibel sagt. Erst einmal sagt er Dir, dass es ihm gar nicht gibt. Und Du tust dem Teufel den grössten Gefallen, wenn Du glaubst, dass es ihn nicht gibt. Dann kann er mit Dir spielen und Du merkst nicht einmal, wer mit Dir spielt.

Bereits auf den ersten Seiten der Bibel sehen wir, wie der Widersacher Gottes es anstellt. Nein, er zeigt nicht sein wahres Gesicht. Er nutzt eine (bis dahin) harmlose Schlange, um zu Eva zu reden. Hätte sie anschließend den Verführer beschreiben sollen, wäre nichts dabei rausgekommen.
Als Nächstes stellt er in Frage, was Gott klipp und klar gesagt hat. „Sollte Gott gesagt haben ...?“ so fragt er Eva. Als drittes behauptet er das Gegenteil von dem, was Gott festgelegt hatte. „Ihr werdet nicht sterben...“.

Und wir sind tatsächlich auf ihn reingefallen. Nicht nur Eva. Wir alle. Zumindest wußten Adam und Eva noch unverleugbar um die Existenz des Bösen.

Bis heute ist dies eine beliebte Strategie des Teufels. Gott hat uns Sein Wort und Denken geoffenbart, aber Satan fragt: „Sollte Gott gesagt haben? ... sollte Er es so gemeint haben?“

Alles hat Satan getan, um im Reich der Fabel- und Märchenwesen eingeordnet zu werden. Das läßt ihn bis heute weitgehend ungehindert sein Werk tun. Einen Feind, den man nicht als solchen erkennt, kann man auch nicht bekämpfen. Ungestört und wirkungsvoll kann er sein zerstörerisches Werk tun.

Paulus sagt in 2 Korinther 2:11, dass uns Satans Pläne nicht unbekannt sind.

„Seine Gedanken sind uns nicht unbekannt.“

Um dieser teuflischen Strategie Satans nicht zum Opfer zu fallen, ist es wichtig, uns in Allem und konsequent an Gottes Wort zu halten. Gottes Wort erklärt uns, wo das Böse herkommt: von DEM Bösen. Gottes Wort erklärt auch, was der Böse im Schilde führt und wo er schlussendlich enden wird.

Lass Dich nicht hineinlocken in diese gefährliche Strategie des Teufels, zu glauben, dass es ihn nicht gibt oder dass er anders ist, als Gott ihn uns in Seinem Wort beschreibt. Halte Dich fest an Gottes Wort, zweifle nicht. Ihm, Satan, gefällt das zwar nicht. Aber Dein Glaube an Gott und an die Zuverlässigkeit Seines Wortes gefällt dem Vater im Himmel. Und mit Ihm, mit Vertrauen in Ihn bist Du immer auf der Siegerstraße, egal welche Strategie der Feind anwendet. Jesus hat gesiegt – Jesus ist Sieger – Jesus wird ewig der ewige Sieger sein! Hallelujah!