„Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!“ (Hebräer 12,14 )

Montag, 2. Mai 2011

Mein Vorschlag

Bei dem Treffen der Organisation, von dem ich gestern schrieb, ging es unter anderem um unser Selbstverständnis, unser Leitbild, wer wir sind und was wir wollen. Die Organisation besteht seit 60 Jahren. Ihr Ziel ist, Jesus überall auf der Welt durch Nächstenliebe in Wort und Tat zu bezeugen. Seit 28 bin ich mit dieser Gruppe verbunden. Bereits als wir sie kennen lernten, begann jeder Werktag mit einer Stunde gemeinsamen Gebets: Hören auf Gottes Reden und Reden mit Gott. Diese Stunde gehört zur bezahlten Arbeitszeit- seit 60 Jahren. Verwundert es, dass diese Organisation mit hunderten von Mitarbeitern in fast 80 Ländern der Welt tätig ist? Verwundert es, dass unzählige Menschen im Lauf der 60 Jahre Jesus gefunden haben, dass Gemeinden gegründet wurden, Minderheiten geholfen wurde, Menschen aus Drogen, Alkohol und Prostitution befreit wurden, Christen, Moslems, Hindus, Buddhisten und Atheisten die Liebe Jesu durch praktizierte Nächstenliebe erfahren haben. Verwundert es?

Bei unserem Treffen fiel der Satz: „Gebet ist unser Standbein!“ Auf Gebet ruht das Werk. Gebet trägt das Werk. Ohne Gebet fällt alles zusammen. Und ich bin überzeugt, dass diese Aussage 100% stimmt. Gebet ist das Standbein. Wir können reden, singen, dienen, aktiv sein bis dorthinaus – ohne Gebet fehlt der Draht nach oben und damit die Kraft. Wir können (fast) alles richtig machen. Alles kann schön aussehen. Aber ohne Gebet fehlt Gottes Kraft und der äußere Schein hat keinen wertvollen, bleibenden Inhalt. Aktivität ohne Gebet produziert bestenfalls „geschminkte Schönheit“ – niemals Fall Echtes.

Es tut mir weh, zu sehen, wie Gebet in unserem Leben mit Jesus und unseren Gemeinden als Standbein aufgegeben wird. Wir haben große Pläne, hohe Investitionen, gewaltige Visionen – aber leere Gebetstreffen – vom persönlichen Gebet ganz zu schweigen. Was meinen wir eigentlich, wie Gott wirkt? Durch unsere Anstrengungen? Durch unseren guten Willen? Durch unsere Begabungen oder Opferbereitschaft? Nein. All das ist Gott bereit zu übernehmen, all das braucht Er nicht, um zu wirken. Allerdings hat Er klar gemacht:

Um meinetwillen, um meinetwillen will ich es vollbringen! Denn wie würde ich sonst gelästert! Und ich will meine Ehre keinem anderen geben.(Jesaja 48:11)

„Ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet.(Jakobus 4:2)

Gebet bekennt vor Gott: Ich kann es nicht aus eigener Kraft. Du musst es tun. Dir kommt alle Ehre für das Ergebnis zu. Was fehlendes Gebet bekennt, ist das (unausgesprochene) Gegenteil: Ich schaffe das schon. Wenn Du willst, Gott, kannst Du ja helfen. Pass mal auf, was ich für dich tun kann!“

Vielleicht schießt es Dir durch den Kopf: Nein, so denke ich nicht! Ich weiß, dass alles von Gott abhängt. Lass mich Dich fragen: Betest Du? Alleine? In der Gemeinde? Wenn nicht, was bringst Du zum Ausdruck? Du magst antworten: Ich bin zu beschäftigt, zu müde, brauche mal einen Abend mit der Familie, habe zu viele Termine. Gottes Wort bleibt bestehen:

„Ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet.(Jakobus 4:2)

Und Gottes Verheißung bleibt ebenso gültig:

(Wenn) mein Volk, über dem mein Name ausgerufen worden ist, sich demütigt, und sie beten und suchen mein Angesicht und kehren um von ihren bösen Wegen, so will ich es vom Himmel her hören und ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen. (2.Chronik 7,14)

Mein Vorschlag: Beginn diese Woche, Dich regelmäßig an einer Gebetsstunde Deiner Gemeinde zu beteiligen!

Sonntag, 1. Mai 2011

Meine Helden

Vor einer Stunde bin ich von einem Treffen heimgekommen. Jesusjünger, von denen die meisten im Ausland tätig sind, berichteten über ihr Erleben mit Jesus. Mein Dank für ihre Arbeit geht an Jesus. Aber meine Achtung gilt auch ihnen. Hier ist, warum:

In einem Land voller Kriminalität und Korruption wird einer Dienerin Jesu das Auto gestohlen. Der Rat, den sie von der Polizei erhält: „Wenn Du Dein Auto wiederbekommen möchtest, beauftrage die Mafia!“ Selbstverständlich hat sie darauf verzichtet.

Eine Frau arbeitet unter Kindern in einem Dritte-Welt-Land. Sie erzählt, wie Jesus sie veranlasste, in eine gefährliche Stadt umzuziehen. Hohe Kriminalität! Man achtet auf seine Umgebung und auf seinen Geldbeutel. 5 Morde sind der tägliche Durchschnitt. Und sie bleibt und dient Jesus unter Kindern. Preis dem Herrn!

Eine Arbeiterin im Dienst Jesu wird nicht wieder ins Ausland gehen. Sie ist zu alt. Nach 40 Jahren Dritte Welt wird sie ihren Lebensabend in Deutschland verbringen. 24 Jahre (!) verbrachte sie in einem primitiven Urwalddorf. Dann zog sie in eine Stadt um andere zu schulen. Soziale Hilfe und Reden über ihren Glauben haben ihr Leben und ihren Dienst ausgemacht und vielen einheimischen, benachteiligten Minderheiten geholfen.

Eine andere Frau arbeitet in einem islamischen Land. Im Krankenhaus dürfen sie ihren Glauben ausleben und verbalisieren, sogar den bekannten Jesus Film zeigen. Jetzt nehmen die radikalen Islamisten Einfluss. Das Krankenhaus soll auf alle religiösen Bekenntnisse verzichten. Frauen, die nicht den Schleier tragen, laufen in Gefahr, ihr Gesicht mit Säure verätzt zu kriegen. Noch kann im Krankenhaus gearbeitet werden. Niemand weiß, wie lange noch. Die Frau bleibt und dient weiter ihrem Herrn. Das verdient Anerkennung. Preis dem Herrn.

Das sind nur Auszüge aus den vielen Berichten, die ich gehört habe. Menschen, im Dienst für Jesus. Menschen, die ihren Glauben leben, die ihren Worten Hände und Füße geben. Es war absolut ermutigend! Menschen, die ihr Leben hingeben, bereit sind, den Luxus aufzugeben, in den sie hineingeboren wurden; bereit sind, in einem wenig entwickelten Lande zu leben; bereit sind, ihre Verwandten und Freunde zurück zu lassen, ein oder zwei fremde Sprachen zu lernen, sich in einer anderen, befremdenden Kultur einzuleben, für Jesus zu schwitzen oder zu frieren, auf Sicherheit zu verzichten und mit der Bereitschaft zu leben, für Jesus – wenn nötig - zu sterben. Menschen, für die wir Jesus danken und die unsere Achtung verdienen. Noch mehr aber: die unsere Gebete verdienen und brauchen, damit Gott weiterhin durch sie Sein Werk tun kann in aller Welt. Betest Du regelmäßig für Arbeiter im Dienst Gottes?

Nachtrag: Leben für Jesus beginnt nie im Ausland, sondern immer genau da, wo ich gerade bin!

Samstag, 30. April 2011

Tun & Beten

Wieder mal hab ich einen Notizzettel gefunden. Entweder habe ich ein Buch gelesen oder einer Predigt zugehört … Keine Ahnung! Aber Notizen hab ich mir gemacht, um sie im Blog zu verwerten. Hier sind sie.

Der Notizlieferant stellte die Frage:

„Was immer Du im Moment tust – ist es die Sache wert OHNE Gebet?“

Gemeint ist: Investierst Du Deine Kraft, Zeit, Finanzen, Energien momentan in etwas, das so klein ist, dass Du Gott nicht dazu brauchst?  - Recht hat er! Was immer meine Zeit, Finanzen, Energien etc. auffrisst und so unbedeutend oder unwichtig ist, dass ich es ohne Gebet tue, ist Spreu! Wird verbrennen! Nichts übrig lassen! Ohne Lohn! Ohne Ewigkeitswert. Spreu!

Selbst „die Bibel zu studieren ohne Gebet ist nicht mehr als Futter für den Verstand“ meinte mein Zulieferer. Dann fügt er etwas hinzu, dass mich beschämt und zugleich herausfordert:

„Das öffentliche, krafterfüllte Wirken Jesu war aufgebaut auf sein privates Gebetsleben.“ Recht hat er. Daraus muss ich aber für mich schließen: Ein öffentliches oder nicht-öffentliches kraft-loses Wirken ist Resultat eines fehlenden privaten Gebetslebens. Die Kraft des Gebets und die Kraft im Gebet ist gegründet im Überfluss Jesu und in der Abwesenheit des eigenen Ichs. Wieder hat er recht! Im Gebet vergesse ich mich, denn meine Augen sind auf den König und Herrn gerichtet. Die Berge vor mir werden zu Sanddünen in Seinen gewaltigen Händen. Klar, nach dem Gebet geht es im Leben weiter. Dann stehe ich wieder vor denselben Bergen. Aber im Gebet ist mir bewusst geworden, dass diese himalayanisch hohen Problemberge in Gottes Händen nur Staubhügelchen sind. Und das ermutigt mich im Alltag. Klar ist auch: bete ich NICHT, sehe ich ständig nur die Berge – und ich sehe sie nur vor mir – nie in Gottes Händen.

Natürlich kann ich auch viele Herausforderungen und Aufträge links liegen lassen. Dann tue ich halt nur das, was klein genug ist, dass ich Gott nicht dazu brauche. Um ehrlich zu sein: das stelle ich mir langweilig vor. Ohne mich! Lieber Beten lernen!

Zum Schluss eine nachdenkenswerte Herausforderung:
Jerusalems Stadtmauer lag in Schutt und Asche für fast 150 Jahre. Das sind fast 2 Generationen in unserem Kulturkreis. Nehemia kam – betete 4 Monate lang und richtete die Mauer auf in nur 52 Tagen.

  • Wir können sagen: Der Schutt macht uns nichts aus. Wir brauchen keine Mauer.
  • Die Frommen können hinzufügen: Wir vertrauen Gott. ER ist unser Schutz, nicht eine Mauer!
  • Wir können aber auch beten! Nicht nur Stoßgebete – ringen mit Gott!
  • Und uns an die Arbeit machen. Es wird nicht leicht – aber es wird gewaltig!

Öffentliches, Gott verherrlichendes, Seelen rettendes, Freude bringendes, den-Himmel-jubeln-lassendes, Gott-ein-Wohlgeruch-seinedes, krafterfülltes Leben ist aufgebaut auf ein Leben im privatem Gebetsumgang mit Gott.

Herr, lehre uns beten! Bitte!

Freitag, 29. April 2011

Vom Wert der Anfechtung

Bereits gestern ging es um die Läuterung des Glaubens und durch die Iluustration wurde deutlich, dass das Ziel der Anfechtung die Reinigung ist. Ein paar zusätzliche Gedanken:

Der Apostel schreibt in 1 Petrus 1:6+7:

„Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, damit euer Glaube als echt und viel kostbarer befunden werde als das vergängliche Gold, das durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Ehre und Herrlichkeit, wenn offenbart wird Jesus Christus.“

Petrus nennt in Vers 7 ein zweifaches Ziel der Anfechtung:

Zum einen soll die Echtheit des Glaubens kostbarer befunden werden als Gold. Bedenkt man, das Gold das wohl kostbarste Edelmetall war zu der  Zeit, sagt uns Petrus: „Ein durch Anfechtung geläuterter Glaube ist kostbarer als alles andere auf der Welt, wertvoller als alles Vorstellbare." Echtes Gold (echter Glaube) hält Feuer aus. Gold verliert durch das Feuer weder an Wert noch an Gewicht. Es wird durch Hitze geläutert, reiner – und daher kostbarer. Das Aushalten in Anfechtungen und Leid, das „Sich-Klammern-an-Jesus“ macht unseren Glauben kostbarer als alles. Darum wollen wir weiter Festhalten an Jesus.

Zum anderen soll ein geprüfter Glaube bei der Offenbarung Jesu Lob, Ehre und Herrlichkeit zur Folge haben. Wenn Jesus offenbar wird, wird solch ein Glaube Lob, Ehre und Herrlichkeit zur Folge haben. Nicht meine – Seine!

Hell und herrlich wird an jenem Tag unser Glaube erscheinen – zu Seinem Lob. Gott hat das reinigende Feuer genau kontrolliert und hat uns zubereitet auf den Tag der Offenbarung Jesu – zu Seiner Ehre! Dann wird alles Irdische vergehen – wer aber für Gott gelebt hat, wird in Ewigkeit Seine Herrlichkeit widerspiegeln.

Ich stell es mir (als Laie, nicht als Theologe) so vor:
Jener Tag bricht an, an dem Jesus kommt und wir vor Ihm versammelt sind. Jesus holt Sein Buch hervorholt und ruft die die Namen auf, die darin gefunden werden.
Dein Name wird aufgerufen. Du stehst auf. Du stehst da, im leuchtenden Kleid der Gerechtigkeit Jesu, Jesus widerspiegelnd wie geläutertes Gold. Der Himmel applaudiert - nicht Dir, sondern Jesus in Dir! Du gehst zu Ihm, stellst Dich auf Seine Seite und hast nur einen einzigen Gedanken: Es war es ALLES wert! Jede Träne, jedes Leid, jeden Kampf! Jesus hat gesiegt! Satan hat verloren!

Zur gleichen Zeit schaut Satan mit hochrotem Kopf aus der Entfernung zu. Wütend, zornig, beschämt, besiegt. Geblendet vom Lob, Preis und der Herrlichkeit Jesu, die durch Dich geoffenbart wird, weil Du bei Ihm geblieben bist, auch in der Zeit der Läuterung und Hitze!

Liebe Brüder, wenn in schwierigen Situationen euer Glaube geprüft wird, dann freut euch darüber. Denn wenn ihr euch darin bewährt, wächst eure Geduld. Und durch die Geduld werdet ihr bis zum Ende durchhalten, denn dann wird euer Glaube zur vollen Reife gelangen und vollkommen sein und nichts wird euch fehlen. (Jakobus 1:2-4)

Donnerstag, 28. April 2011

Freude in Anfechtungen?

Der 1. Petrusbrief ist adressiert an die „Fremdlinge in der Zerstreuung.“ Das waren solche, die vor der sich ausbreitenden Verfolgung in die Provinzen der heutigen Türkei geflüchtet waren. Ihnen versucht Petrus Mut zu machen und Hoffnung zuzusprechen. Sicher wird sich so mancher von ihnen gefragt haben, wozu diese Zeit der Verfolgung gut sein soll. Wenn er mit dieser Frage auch noch die Aussage von Jakobus 1:2 im Kopf hatte:

Meine Brüder, achtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen geratet.“

– dann werden sicher so einige Fragen laut geworden sein: Freude in Anfechtungen – und warum das?

Die Geschichte wird erzählt von einem bekannten Goldschmied, zu dem ein Kunde kam. Der trat in die Werkstatt des Goldschmieds und fand den Mann auf einem Hocker über das Feuer gebeugt. Ganz konzentriert beobachtete er etwas. Der Kunde konnte es nicht erkennen und trat mit einem „Gute Tag“ näher an das Feuer heran. Zwar erhielt er eine freundliche Antwort, die jedoch, ohne dass der Goldschmied von seiner Arbeit aufsah. Der Kunde erwähnte sein Anliegen und wurde gebeten, sich noch etwas zu gedulden.

Jetzt wollte der Kunde doch mal sehen, was der Schmied da machte, das nicht warten konnte und sah dabei eine Schale über dem Feuer mit einer glänzenden Flüssigkeit. „Ich läutere gerade Gold,“ erklärte der Goldschmied. Ich muss es erhitzen bis es flüssig ist und sich Verunreinigungen und Edelmetall trennen. Überaus wichtig ist die richtige Hitze.

„Und wie lange dauert so ein Reinigungsprozess?“ wollte der Kunde wissen. „Schwer zu sagen,“ kam die Antwort. „Jedes Goldstück reagiert anders. „Woher weiß man denn, wann die Arbeit fertig ist?“ – „Nun,“ sagte der Mann, der die ganze Zeit nicht ein einziges Mal aufgeblickt hatte,  „wenn mein Gesicht sich deutlich erkennbar im Gold widerspiegelt, dann weiß ich, dass das Gold ganz rein ist!“

Nach der Aussage des Apostels Petrus ist ein Glaube, der sich durch Anfechtungen bewährt hat, das kostbarste und reinste, das es auf der Welt gibt: Kostbarer als Gold, als Platin, als die ganze Welt. Vielleicht erklärt das den Sinn der Aussage des Jakobus in Jak 1:2: „Meine Brüder, achtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen geratet.“ Welche größere Freude gibt es als das zu besitzen, was kostbarer ist als alles andere – vor allem, wenn Gott es selbst in mir und für mich produziert hat.

Mittwoch, 27. April 2011

Die Woche nach Ostern

Ostern ist vorbei! Die Übernachtungsgäste sind heimgefahren, die Wohnung ist aufgeräumt, die bunten Eier aufgegessen. Die Arbeitswoche hat die meisten von uns wieder im Griff. Der Alltag hat sich wieder eingestellt. Das Leben geht im Großen und Ganzen weiter, wie in den Tagen vor Karfreitag und Ostern. Heute, am frühen  Nachmittag, brannte es irgendwo bei uns im Ort. Eine Vielzahl von Einsatzfahrzeugen waren unterwegs. Gleichzeitig trafen sich die Kinder aus unserer Nachbarschaft zum Spielen auf dem Feld nebenan. Die heutige Tageszeitung hatte wie gewohnt positive Berichte über die Konzerte der letzten Tage, wie auch Todesanzeigen auf der letzten Seite. Die Unruhen im Nahen Osten dauern an. Positiv- und Negativschlagzeilen wechselt sich ab. Ostern hat nichts daran geändert. Tatsache ist: das Feiern ein paar arbeitsfreier Feiertage ändert in der Regel nie etwas. Das war auch am ersten Osterfest nicht anders. Dennoch gab es bemerkenswerte Erfahrungen.

Zwei Männer waren auf dem Weg nach Hause. Ihre Herzen waren beschwert, weil Jesus gestorben war. Während sie unterwegs waren gesellte sich der auferstandene Jesus zu ihnen. Sie erkennen Ihn nicht. Er legt den beiden die Prophetien des Alten Testaments aus. Ihre Herzen wärmen sich auf. Ohne, dass sie es merken, begegnen sie Jesus. Zweimal! Zum einen begegnen sie Ihm in Person, ohne es zu merken. Zum anderen begegnen sie Ihm in den Prophetien des Wortes Gottes. Am Ende des Abends – und einige Wunder später - können sie feststellen: 

„Brannte nicht unser Herz in uns, wie er auf dem Weg zu uns redete 
und wie er uns die Schriften öffnete?”  (Lukas 24:32) 

Die Woche nach Ostern war für sie ein Stück Himmel auf Erden. Sie waren dem Auferstandenen begegnet. Und so möchte Gott, dass unsere Woche (und alle weiteren danach) sich gestalten. Er möchte, dass wir mit brennendem Herzen leben, weil wir Ihm begegnet sind – in Person und in Seinem Wort. Klar, wundern müssen wir uns nicht, wenn unser Herz nicht brennt, wenn wir unseren Weg nicht mit Jesus gehen und wir Sein Wort weder in unsere Hand nehmen noch in unser Herz lassen. Umgekehrt wird es aber zur Garantie: Wer seinen Weg mit Jesus geht, Sein Wort in Hand und Herz nimmt, dessen Herz wird nicht lange darauf Feuer fangen und brennen. Auch in den Wochen nach Ostern!

Dienstag, 26. April 2011

Bleib dran!

Für über ein Jahr habe ich mich selbst bestochen. Mehrere Jahre war ich Mitglied in einem örtlichen Fitnessstudio. Um die Anstrengung  und die Langeweile, 20 Minuten auf dem Fahrrad stur vor mich hin zu strampeln, zu besiegen, nahm ich mir interessante Bücher mit. Ich weiß nicht, wie viele gute Biographien und Missionsbücher ich dort gelesen habe. Eine Biographie was die von Smith Wigglesworth mit dem Titel: „Glaubensapostel.“  Wiggleswort wurde 1859 in England geboren und schreibt über die Erinnerungen an seinen Vater.

„Ich kann mich an einen frostigen Tag erinnern, an dem mein Vater den Auftrag hatte, einen Graben auszuheben, ca 6,5 Meter lang und knapp einen Meter tief – um ihn dann wieder zu füllen. Das alles für wenig Geld, das er für Lebensmittel brauchte, da nichts mehr im Haus war. So fing er mit einer Spitzhacke an. Der Frost war tief in die Erde eingedrungen, aber darunter lag eine Schicht feuchter, lockerer Erde.“ (aus: Frodsham: ‘Smith Wigglesworth – Apostle of Faith.’ – eigene Übersetzung)

Als ich das las, wurde ich unweigerlich an eine Gebetsreise erinnert, an der ich teilgenommen hatte. Diese Reise war wie die Arbeit mit einer Spitzhacke auf gefrorenem Boden. Gedanken schießen einem durch den Kopf: Ist es alles der Mühe wert? So viel Mühe für so wenig Frucht? Wie oft müssen wir die Spitzhacke über unsere Köpfe schwingen und mit Macht auf den hart gefrorenen Boden schlagen? Und wie oft sind wir versucht, aufzugeben und es sein zu lassen? Und das nicht nur auf Gebetsreisen. Nein, auch im Alltag als Christen.

Georg Müller, Vater der Waisenkinder in Bristol, bringt sich in Erinnerung. Von ihm wird erzählt, dass er begann, für fünf seiner Freunde zu beten. Es dauerte eine Weile, bis der erste zum Glauben an Christus kam. Es dauerte weitere 10 Jahre, bis die nächsten beiden Freunde gerettet wurden. Die Bekehrung des vierten Freundes dauerte 25 Jahre. Und es schien, als würde sich der letzte der fünf Freunde überhaupt nicht bekehren. Müller betete 52 Jahre für ihn, aber erlebte nicht die Bekehrung seines Freundes. Müller starb – und kurz nach seiner Beerdigung fand der fünfte seiner Freunde zu Jesus.

Es dauerte! Aber Müllers Ausdauer wurde belohnt. Oft braucht es seine Weile, bis der gefrorene Boden durchbrochen ist und die weiche, feuchte Erde zum Vorschein kommt. Lasst uns nicht aufgeben. Hier ist, was Spurgeon zum Thema Ausdauer zu sagen hatte: „Durch Ausdauer, erreichte die Schnecke die Arche!“

„… und wurde belohnt!“ möchte ich hinzufügen. Gib nicht auf! Du hast das Versprechen Gottes in Galater 6:9:

„Lasst uns aber im Gutestun nicht müde werden; denn 
zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht ermatten.“

Montag, 25. April 2011

Sonntag kommt!

SM Lockridge war ein international bekannter Afroamerikaner. 40 Jahre lang diente er als Pastor der Calvary Baptist Church in San Diego, Californien. Einige seiner Predigten sind Legende. Für die Predigt am Auferstehungssonntag in unserer Gemeinde habe ich seinen Vortrag: "Sunday's coming" übersetzt. Hier der Text. Das Original kann im nebenstehenden Video abgerufen werden. Für Englisch-sprechende lohnt es sich!

SONNTAG KOMMT!

Es ist Freitag
Jesus betet
Petrus schläft
Judas verrät
Aber der Sonntag kommt

Es ist Freitag
Pilatus windet sich
Der Rat verschwört sich
Die Menge verleugnet
Sie wissen nicht einmal
Das der Sonntag kommt

Es ist Freitag
Die Jünger rennen
Wie Schafe ohne Hirten
Maria weint
Petrus leugnet
Aber sie wissen nicht
Dass der Sonntag kommt

Es ist Freitag
Die Römer schlagen meinen Jesus
Sie kleiden Ihn in einen Purpurmantel
Sie krönen Ihn mit Dornen
Aber sie wissen nicht
Dass der Sonntag kommt

Es ist Freitag
Schaut, Jesus, wie er nach Golgatha geht
Sein Blut tropft
Sein Körper taumelt
Und Sein Geist tief betrübt
Aber, seht mal, es ist lediglich Freitag!
Sonntag kommt!

Es ist Freitag
Die Welt im Sieg
Die Menschen in Sünde
Das Böse hässlich grinsend

Es ist Freitag
Die Soldaten nageln die Hände meines Retters
Ans Kreuz
Sie nageln die Füße meines Retters
Ans Kreuz
Und dann ziehen sie es hoch
Gleich neben Verbrechern!
 
Es ist Freitag
Aber lass mich Dir was sagen:
Der Sonntag kommt!

Es ist Freitag
Die Jünger fragen,
Was mit ihrem König passiert ist
Und die Pharisäer feiern
Dass ihr Komplott
Gelungen ist.
Aber sie wissen nicht
Es ist lediglich Freitag.
Der Sonntag kommt.

Es ist Freitag
Er hängt am Kreuz
Fühlt sich verlassen von Seinem Vater
Allein gelassen und sterbend.
Kann Ihn denn niemand retten?
Oh
Es ist Freitag
Aber der Sonntag kommt!

Es ist Freitag
Die Erde bebt
Der Himmel verdunkelt sich
Mein König gibt Seinen Geist auf.

Es ist Freitag
Alle Hoffnung ist verloren
Der Tod hat gewonnen
Die Sünde hat gesiegt
Und Satan lacht!

Es ist Freitag
Jesus wird begraben
Ein Soldat hält Wache
Und ein Felsen wird an den seinen Platz gerollt.

Es ist Freitag
Es ist NUR Freitag
Der Sonntag kommt!