„Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!“ (Hebräer 12,14 )

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Fünfter Tag – Oktober 27 – fast 22:00 Uhr Ortszeit


Morgens um 7 Uhr war ich an meinem Teeplatz. Tee kam relativ zügig und beim Bezahlen empfand ich keine Antipathie wie gestern. Ich will mal das Beste annehmen und davon ausgehen, dass ich gestern übersehen wurde.

Nach dem Frühstück hatten wir eine gute Zeit der Anbetung und des Gebets. Von Johannes dem Täufer haben wir gelernt, dass wir auch als Jesusjünger einmal schwach sein dürfen. Auch Nachfolger Jesu kennen Zweifel und Verzweiflung. Und wie begegnet Jesus dieser Not? Auf zweierlei Weise. Jesus sagt den zu ihm gesandten Johannesjüngern:

„Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr hört und seht:“ (Matthäus 11:4)

Jesus handelt und antwortet nicht, wie es die Fragenden vielleicht gehofft hatten, nämlich mit einer einfache Ja/Nein Antwort. Jesus sagt vielmehr: Berichtet Johannes, was ihr hört und seht. Sie sollten Johannes aufrichten, indem sie ihm die Worte Jesu sagten und ihm Jesus beschrieben. So werden ermattete Herzen gestärkt: Durch das Wort Gottes und den Blick auf Jesus allein. Das war Jesu Methode. Das sollte unsere Methode sein.

Check-out aus dem Hotel; DVD, Kalender und Johannesevangelium wurden der Dame an der Rezeption geschenkt, ebenso ihrem Kollegen. (Mal sehen, ob sie uns Freitag nochmal dort schlafen lassen...J )

Die Busfahrt in unser 80 km entfernt liegendes nächstes Ziel verlief ohne Zwischenfälle. Wir fuhren durch etliche kleine Städtchen, in denen es keine Gemeinde, kein Hauskreis, keinen Christen gab – wahrscheinlich nicht mal einen Namenschristen.

Am Ziel angekommen zogen wir nach einiger Zeit los, um die erste Gebetszeit für die Stadt in einem Park zu verbringen, der die Stadt von einer Anhöhe aus überblickt. Um ehrlich zu sein, einige von uns fühlten sich beobachtet. Wenn es so war, wäre es erstaunlich, denn wir waren erst wenige Stunden in der Stadt, aber 100% ausschließen kann man es auch nicht. Was solls, gebetet haben wir trotzdem (nicht auf Knien mit Augen zu sondern mit Augen offen, Tee trinkend und versuchend, neutral auszusehen. J) Am späten Nachmittag hatten wir eine weitere Zeit des Gebets und Austauschs im Hotel. Was mir wichtig wurde war zweierlei:

1.      Zwei aus der Gruppe war nachmittags vom Park aus der herrliche Nebel aufgefallen, der die Stadt überzog, fast wie ein Hauch. Der Nebel kam leise, sanft, vielleicht zunächst unbemerkt von den Menschen in der Stadt. So kommt der Heilige Geist, wo gebetet wird. Leise und sanft, fast wie ein Hauch und zunächst unbemerkt von den Menschen. Aber wo gebetet wird, wird Raum geschaffen für das Kommen und Wirken des Heiligen Geistes. Eine Ermutigung, weiter für diese Stadt zu beten. Gott ist am Werk. Wir bemerken noch nicht davon, viel weniger die Menschen in der Stadt. Aber der Geist Gottes wirkt und breitet sich aus!

2.      Monika hatte unterwegs ausgedrückt, was auch ich empfand: In diesen ersten Tagen war man fast schon so „platt“ (oder mehr) wie am Ende der früheren Reisen. Die Tage waren anstrengend und inhaltsschwer. Außerdem hatten wir bisher mehr Begegnungen als auf den früheren Reisen. Das zehrt auch an unseren Kräften. Als Team müssen wir auf der Hut sein und uns wappnen gegen Uneinigkeit, Müdigkeit, Gebetsmüdigkeit und geistliche Schwäche! Das taten wir auch indem wir während des Gebets Apostelgeschichte 4:23-31 lasen und den Herrn neu um die Kraft des Heiligen Geistes in unserem Leben baten.

Es ist gut zu wissen, dass der Herr nicht nur Interesse hat an der Errettung der Menschen hier
und dem Beginn einer Gemeinde in diesen Städten, sondern, dass Er auch Interesse hat an uns
als Team. Er kümmert sich um uns: Preis sei Ihm!

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Vierter Tag – Oktober 26 – fast 22:36 Uhr Ortszeit


Hundemüde! Es war ein langer, anstrengender, aber schöner Tag. Um 6 Uhr ging der Wecker. Ca 6:45 Uhr saß ich an meinem Teeplatz im Stadtzentrum, wurde aber erst bedient, als ich mich meldete. Das ist unüblich und in all den Jahren, in denen ich dort morgens Tee trinke, noch nicht passiert. Hat es damit zu tun, dass ich zu weit weg saß vom Ausschankhäuschen oder damit, dass ich morgens dort immer mit aufgeschlagener Bibel sitze? Oder war es Zufall? Keine Ahnung. Morgen früh werde ich mich mit Bibel näher ans Teehäuschen setzen. Mal sehen, ob wer kommt.

Gesegnet wurde ich in der Stillen Zeit. Die Frage, die mich und unser Team sehr bewegte, war, ob wir mit den einheimischen Geschwistern oder Verantwortlichen reden sollten über unsere Beobachtungen (siehe Eintrag gestern). Eigentlich habe ich mich dagegen gesperrt, aber die nächste Episode aus dem Leben von Johannes dem Täufer ließ mich nicht los. Er predigte Buße und rief alle zur Umkehr auf, die zu ihm kamen. Alle meine Versuche, diesen Text ‚anders’ zu verstehen, ließen mich unruhig bleiben. Schließlich hab ich aufgegeben und dem Herrn gesagt: „Herr, wir laden alle ein, die wir gestern getroffen haben. Wir laden sie ein, mit uns am Nachmittag zu beten und zu Fasten und sagen ihnen klar, dass wir auch auf Gott hören möchten und einige prophetische Eindrücke weitergeben möchten. Wenn sie kommen, werden wir ihnen dein Wort weitergeben; wenn niemand kommt, ist es nicht unsere Sache. Wir geben es in deine Hände!“ Mit diesem Gebet kam der Friede, obwohl der Anruf bei den Verantwortlichen doch noch etwas Überwindung kostete. Für Freitagnachmittag werden wir uns als Team treffen. Wenn Gäste kommen, ist das Gottes Auftrag an uns, sie auf Gehorsam gegenüber Gott hinzuweisen. Kommt niemand, ist es Gottes Zeichen, dass wir uns aufs Beten konzentrieren sollen. Schließt Ihr bitte gutes Wetter in Eure Gebete ein. Es soll regnen. Auch findet am Freitagnachmittag oder Abend das letzte Treffen mit dem Kontakt aus dem Schnellrestaurant stett. Auch dafür brauchen wir Gebet.

Beim Austausch heute morgen rief der Herr uns zu: „Freut euch trotz allem!“ Uns wurde klar, dass die Last, die Gott uns gestern aufgelegt hat, mit uns gehen wird durch die Woche. Aber immer wieder dürfen wir sie Ihm anvertrauen. Er legt uns keine Lasten auf, um uns zu zerbrechen und bedrücken, sondern um uns zu sich zu ziehen und Wachstum zu schenken. Auch die Verse aus Habakuk 3:17-18 wurden uns im Gebet gegeben. Die Verse besagen, dass wir uns freuen sollen, auch wenn es noch keinen Grund dafür gibt.

Anschließend an die Gebetszeit haben wir einen strategisch interessanten Platz besucht und dort eine geraume Zeit im Gebet verbracht. Durch Gottes Führung (Antwort auf Gebet) kamen wir in ein Gespräch mit einem jungen Paar, denen wir einen Film und ein Evangelium weitergeben konnten. Nach der Rückkehr ins Stadtzentrum teilten wir uns in Zweierteams auf und gingen betend durch die Stadt, das Einkaufszentrum und beteten für die Anliegen, die Gott uns aufs Herz legte. Richard und mir wurde Teevon einem Schuhputzer angeboten, der uns angesprochen hatte. Er erhielt von uns eine DVD und eine Art Traktat. Eine weitere gemeinsame Gebetszeit als Team schloss sich an einem anderen Platz an, der zum Beten einlud und inspirierte. Auch dort gab es eine Gott-geschenkte Begegnung mit 3 jungen Männern. Auch sie erhielten eine DVD. Gott geschenkt waren alle diese Treffen, weil der Kontakt von ihnen, nicht von uns ausging.

Es ist höchst interessant zu erleben, wie Gott uns mit Menschen zusammen bringt, ohne dass wir etwas dazu tun. Selbst nach dem gemeinsamen Abendessen wurde ein Teammitglied angesprochen und in ein Gespräch verwickelt, in dem sie einen Kalender weitergeben konnte.

Der abendliche Austausch brachte ähnliches hervor. Wir haben den Eindruck, dass Gott uns durch die vielen Kontakte sagen möchte, dass Er bereits am Wirken ist, das sich etwas bewegt. Auch die Tatsachen dass so viele Menschen uns ansprechen scheint ein Hinweis Gottes zu sein, der sagt: „Ich habe ein Volk in dieser Stadt!“  Gerade dieser Vers kommt mir auch beim Gebet immer wieder in den Sinn und heute habe ich Gott gefragt: Ist es meine Einbildung, dass der Vers mir immer wieder spontan in den Sinn kommt oder von jemand anderem zitiert wird, oder ist es wirklich ein Hinweis Gottes, dass Er am Werk ist. Durch einen weiteren Hinweis schien Gott zu bestätigen, dass Er tatsächlich in dieser Stadt ein großes Volk hat oder herausrufen wird. Also wollen wir getrost weiterbeten und Großes von Ihm erwarten.

Morgen werden wir diese Stadt um 10 Uhr rum verlassen und in eine Stadt fahren, die ca 70-80 km entfernt ist. Uns ist in dieser Stadt nicht eine gläubige Person bekannt, obwohl die Stadt fast die Größe von Siegen erreichen dürfte. Menschen, die dort heute, morgen und in der nahen Zukunft sterben, sterben ohne einen Retter. Nicht nur das. Sie sterben ohne einen Buchladen in ihrer Stadt oder Provinz zu haben, in dem sie eine Bibel oder ein einziges christliches Buch hätten kaufen können. Mehr als das. Sie sterben, ohne dass sie  irgend jemandem in ihrem Leben begegnet wären oder gekannt hätten, der ihnen das Evangelium gesagt hätte. Wir können es uns einfach machen und die These aufstellen, dass Gott ihnen schon noch irgendeine Chance geben wird, oder dass Er sie nach einem anderen Massstab richten wird. Nur ist diese These menschlich – und nicht biblisch. Die Bibel sagt: Sie müssen JESUS anrufen. Um das tun zu können, müssen sie hören und glauben. Damit aber das geschieht, müssen Gemeinden Arbeiter in die Ernte senden. Das ist eines unserer wichtigen Gebetsanliegen auf dieser Reise. Danke für Euer Mitreisen im Gebet.

Dienstag, 26. Oktober 2010

ERSATZ für heute gesucht!

Heute Abend - 19:30 Uhr: Gebetsabend CCFG!  Ich kann leider nicht dabei sein. Wer kann mich vertreten? Einfach da sein und mitbeten! Besser 2 oder 3 als Ersatz als keiner. :-) Danke!

Dritter Tag – Oktober 25 – fast 22 Uhr Ortszeit


Heute war einer der intensivsten Tage, die ich auf Gebetsreisen miterlebt habe. Der Tag fing gut an. Ca 6:00 Uhr aufstehen, um 7 Uhr war ich im Stadtpark mit meiner Bibel und einem Glas Tee. In der kurzen Zeit, die mir verblieb, beschenkte mich der Herr mit Gedanken, die ich später am Tag im Austausch mit dem Team weitergeben konnte. Wieder ging es um Johannes den Täufer. Noch bevor er bewußt Jesus kennenlernte (Er war noch im embryonalen Stadium) hüpfte er vor Freude im Bauch seiner Mutter, als Jesus in seine Nähe kam. Und seine Mutter selbst wurde vom Heiligen Geist erfüllt. An all diese Segenungen konnte er sich nach seiner Geburt selbstverständlich nicht mehr erinnern. Und als er gerade mal 8 Tage(!) alt war, merkte man bereits, dass der Herr mit ihm war. ANWENDUNG:

Gott ‚verschwendet’ Seinen Segen – auch an uns.
  • Wir mögen uns nicht mehr erinnern – aber Gott hat uns gesegnet!
  • Wir nehmen es nicht einmal immer bewußt wahr – aber Gott hat gesegnet!
  • Und ebensowenig, wie Johannes wusste, dass seine Mutter mit dem Heiligen Geist erfüllt wurde oder dass der Herr mit ihm war – ebensowenig wissen wir manchmal, das andere durch uns gesegnet werden – aber Gott segnet dennoch.
Unser Gebetsteam bewegt sich auf den Spuren des Täufers Johannes. Wir sollen, wir wollen und wir werden ein Segen sein – egal ob wir es merken oder nicht!

Nach dem Frühstück trafen wir uns für die erste Anbetungs-und Fürbittezeit im Hotelzimmer. Es tat gut, uns zu erinnern, wem wir dienen und zu wem wir rufen. Die Anliegen des Tages haben wir vor Ihm ausgebreitet, ebenso wie die Personen, die wir heute treffen wollten.

Ab 11 Uhr verbrachten wir 2½ Stunden in einem höhergelegenen Park, der die Stadt überblickt. Es war auch dort eine intensive Zeit für die Menschen der Stadt und der Region. Als um ca. 12 Uhr aus 20? - 30? - mehr? Moscheen der Ruf zum Gebet erklang und vom Berg widerhallte, haben wir parallel dazu bewußt den Namen unseres Retters proklamiert und gepriesen: JESUS!

Auf dem Weg hinab in die Stadt haben wir Menschen, die uns begegneten, die Kinder, die Männer und die Frauen im Gebet vor Gottes Thron gebracht. Anschließend trafen sich die 3 Frauen unserer Gruppe mit dem gestern im Schnellimbiss geknüpften Kontakt. Ihre neue Bekannte war weiterhin interessiert, konnte aber nicht viel Zeit mit unseren Leuten verbringen, da sie im Dienst war. Ein weiteres, vielleicht letztes Treffen ist für möglicherweise Freitagabend nach Arbeitsschluss geplant. Betet bitte für ein klares Zeugnis!

Um 16:00 Uhr waren wir dann zu einer Mahlzeit eingeladen bei einer Schwester im Ort. Alle, die am Sonntag im Hauskreis waren, nahmen auch an diesem Treffen teil. Auch hier konnten wir wieder für die kleine Herde beten. Allerdings hatte dieser Nachmittag einen Beigeschmack, der uns die ganze Woche und darüber hinaus begleiten wird.

Wir stellten eine geistliche Oberflächlichkeit fest, die uns bis ins Herz erschütterte. Es gab verschiedene konkrete Anhaltspunkte, die so offensichtlich dem Herrn missfallen, dass wir uns unwohl fühlten. Allerdings danken wir gleichzeitig dem Herrn, dass das Verhalten unseres Teams eine Botschaft war, die der kleinen Schar nicht verborgen blieb und die ein Zeugnis für unseren Herrn Jesus war. Und so genossen wir einerseits die kulinarische Gastfreundschaft, die typisch ist für den Mittleren Osten und waren gleichzeitig erschüttert über die geistliche Krankheit der kleinen Herde am Ort.

Unmittelbar im Anschluss trafen wir uns im Hotel zum Austausch, zur gegenseitigen Ermutigung und um den Herrn zu suchen. Es dauerte nicht lange und jeder war auf seinen Knien und schüttete sein Herz vor Gott aus. Es ist schwer zu beschreiben; es war eine heilige Zeit vor dem Herrn, eine Zeit des Schmerzes, der Tränen, des Zerbruchs, der Buße, der Fürbitte, der Erkenntnis – es war eine Zeit der Begegnung mit Gott!

Wir werden jetzt anders durch diese Woche gehen, anders beten, anders Gott suchen. Er hat uns eine Last aufgelegt, die wir nicht erwartet haben, die wir auch nicht tragen können. Aber dazu sind wir auch nicht berufen! ER hat unsere Lasten getragen. Und jetzt hat er uns eine Last auferlegt, damit wir sie Ihm beständig anbefehlen. Und wir schreien zu Ihm:
Herr, heile dieses Land!
Herr, heile diese Stadt!
Herr, heile deine kleine Herde hier am Ort!

In den nächsten 24 Stunden beten wir in besonderer Weise um Gottes Führung. Bitte betet mit uns für folgende Anliegen:
  • Sollen wir uns zu einem weiteren Treffen bereit erklären, vorausgesetzt es wird ein Treffen, in dem wir lehren können?
  • Oder sollen wir uns nur mit den Ausländern treffen, die die kleine Herde betreuen; sollen wir  sie segnen und für sie beten – und offen sein, unsere Beobachtungen mitzuteilen?
  • Hatten wir genügend Treffen und sollten wir statt dessen die Zeit nutzen, für die kleine Herde zu beten.

  • Betet auch für ein weiteres Gespräch, das die Frauen haben möchten mit ihrer neuen Bekannten aus der Stadt. Es war mit Sicherheit eine Gott geschenkte Begegnung. Was hat Gott vor? 
Tut mir leid, dass dieser Eintrag so lang ist. Aber es ist bereits die Kurzversion. Es war ein geistlich- und emotional anstrengender Tag. Danke für Eure Teilnahme im Gebet für uns!

Montag, 25. Oktober 2010

Zweiter Tag – NACHTRAG – Oktober 24 – 22:45 Uhr Lokalzeit

(Wer den ersten Bericht über diesen zweiten Tag noch nicht gelesen hat, sollte vielleicht beim letzten Beitrag anfangen, der unmittelbar vor diesem geschrieben wurde)

Der Team - Austausch war super. Alle haben mitgeteilt, wie sie diesen ersten Tag empfunden haben. Ein Sammelsurium von Empfindungen kam zusammen. Mit dabei waren empfundene geistliche Bedrückung, gesundheitliche Probleme, Begeisterung, die Notwendigkeit, sich an die verschiedenen Persönlichkeiten, denen man begegnet, zu gewöhnen, bis hin zu dem Empfinden, dass die Geschwister, die wir besucht haben und denen wir dienen durften, wie ein trockener Schwamm reagiert haben, begierig, etwas aufnehmen zu können. Etliche Eindrücke und Empfindungen wurden von mehreren geteilt, was wir als Bestätigung vom Herrn empfinden.

In der freien Zeit (während ich den letzten Blog schrieb) gingen 3 von uns ins nahegelegene Schnellrestaurant, um einen Kaffee zu trinken. Als sie da saßen, kam eine junge Bedienung auf sie zu und meinte, sie sähen so zufrieden und glücklich aus. Die drei kamen mit der jungen Frau ins Gespräch. Sie studiert eine Fremdsprache und engagiert sich u.a. für benachteiligte Kinder in ihrem Land. Sie verbrachte eine ganze Weile im Gespräch mit unseren Leuten und es wurde ein weiteres Treffen für morgen Nachmittag (Montag) vereinbart. Diese junge Frau war sehr offen für Freundschaft und Gespräche und am Montag planen die Frauen in unserem Team, ihr etwas an Literatur oder eine DVD zu schenken. Ob es dann vor unserer Rückkehr noch einmal zu einem Treffen kommt, bleibt offen.

Auf vergangenen Gebetsreisen haben wir immer wieder für gläubige Lehrer gebetet. Dies ist das zweite Mal, dass wir eine junge Person treffen, die offen ist für Freundschaft und Kontakt und die aufs Lehramt hin studiert. Einen bereits gläubigen Lehrer haben wir letztes Jahr getroffen. Wir verstehen dies als Bestätigung, dass unsere Gebete in die richtige Richtung gehen.
Außerdem haben wir ganz konkret gebetet, dass nicht wir es sind, die sich unter falschem geistlichen Druck auf die Suche nach Kontakten machen, sondern dass Gott uns in Begegnungen hineinführt. Diese Begegnung war sicher eine klare Antwort auf ein konkretes Anliegen. Betet bitte für mindestens ein weiteres Gespräch, das morgen stattfinden soll.

Sonntag, 24. Oktober 2010

Zweiter Tag – Oktober 24 – 18:20 Lokalzeit


Morgens um 6-Uhr-etwas aufgewacht, und rausgegangen. Mein erster Platz hier am Morgen ist seit meinem ersten Aufenthalt vor 4 Jahren immer das Stadtzentrum. Ein parkähnlicher Kreisel, wo man sitzen und bei einem Glas Tee oder zwei (oder drei) wach werden kann. Das alles bei angenehmen Temperaturen, einem mp3 Player mit Anbetungsmusik und der Bibel – ein Superstart in den Tag.

Um 8:30 Uhr war ich wieder im Hotel, wo wir uns zum Frühstück trafen. Landestypisch und reichhaltig. Anschließend hatten wir eine sehr schöne Zeit der Anbetung, des Austauschs und der Fürbitte als Team im Zimmer. Nach einer Zeit des Singens hat jeder ein paar Gedanken zu Jesaja 9:5 gesagt (siehe Eintrag gestern). Dann eine Zeit des Lobpreises. Jesus ist wirklich wunderbar. Das steht nicht nur da – Er IST es auch! Nachfolgend haben wir uns Gedanken über Johannes den Täufer gemacht. Er wird prophetisch in Jesaja 40:3-5 erwähnt:

3 Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Wüste eine ebene Bahn unserm Gott! 4 Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden;
5 denn die Herrlichkeit des HERRN soll offenbart werden, und alles Fleisch miteinander wird es sehen; denn des HERRN Mund hat's geredet.

  • Vs 3: Nur eine Stimme ruft – die Rufenden sind manchmal eine erschreckende und verschwindende Minderheit. Aber sie rufen für den Herrn! (Das sind an diesem Ort momentan wir sechs in einem Meer von Hunderttausenden anderer!)
  • Vs 3: In der Wüste soll der Weg bereitet werden. Dort, wo oft keine fruchtbringende Arbeit möglich scheint, wo es oft öde aussieht und viele versteckte Gefahren lauern. DORT soll ein Weg bereitet werden. (Das ist an diesem Ort momentan unsere Aufgabe! Und wir werden eine Spur zurücklassen!)
  • Vs 4: Das ist in der Regel gar nicht möglich. Keine Täler werden auf Ebene erhöht – ebensowenig wie Berge auf Ebene erniedrigt werden. ABER DAS SOLL UND WIRD WERDEN! (Das ist hier an diesem Ort momentan unsere Verheißung!)
  • Vs 5: Der Herr hats geredet – es wird geschehen!

Durch diese Gedanken gestärkt haben wir als Team angehalten, den Herrn zu loben und die Anliegen, besonders die Anliegen des Tages, vor dem Herrn auszubreiten. Und wie hat Er erhört.

Wir wurden abgeholt und waren mittags mit anderen bei einheimischen Brüdern und Schwestern zu einem reichhatigen Essen nach lokaler Küche eingeladen. Anschließend haben sich alle zusammen gesetzt und Anbetungslieder gesungen und gebetet. Völlig überraschend wurde ich gebeten, das Abendmahl zu leiten. Da mir alle Freiheit gegeben wurde, (Danke, Herr!) haben wir unseren Plan (Gottes Plan) in Aktion gebracht und jeder vom Team hat ein kurzes Zeugnis gegeben, warum wir Jesus lieben. (s. Eintrag gestern) Ein gläubiger Bruder aus dem Ort schloss sich an. Dem Ganzen folgte das Abendmahl und eine Gebetsgemeinschaft. Es war eine gesegnete Zeit, für die Geschwister – und für uns! Der Nachmittag verging bei Gesprächen, Tee, Obst, Kuchen, Gebeten füreinander in kleinen Gruppen, Gesprächen und viel Gelächter. PREIS DEM HERRN! Vor dem Auseinandergehen wurden wir noch eingeladen, morgen eine andere Person aus dem Hauskreis zu besuchen, um für sie zu beten. Und dann entschloss man sich sofort, dies mit einem Essen zu verbinden. Auch sollen wir noch einmal zurückkehren zu den heutigen Gastgebern. Es scheint ein Bedürfnis da zu sein für Gemeinschaft mit Jesusleuten, die von außerhalb des Landes kommen und der kleinen Schar dienen. WIE GERNE TUN WIR DAS!

Momentan sind wir im Hotel. Nachdem wir den ganzen Tag miteinander und mit anderen Leuten zusammen waren, brauchen wir mal frische Luft – jeder für sich. In etwas über einer Stunde treffen wir uns noch einmal als Team zum Austausch, Lobpreis und Gebet. Immerhin ist es ja ein Gebetstrip. Und wie immer scheint sich auch dieses Mal herauszustellen: Beter müssen flexibel sein. Wir hatten all dies nicht so geplant. Aber Gott hat es so gelenkt. Wir preisen ihn mit den Worten Davids aus Psalm 23:3:

„Er leitet mich auf rechter Straße um Seines Namens willen.“

Betreffs der Literatur, die wir für jemanden mitgebracht haben scheint sich eine Lösung (für die Zustellung) abzuzeichnen. Aber noch gibt es nichts Genaues. Der Herr arbeitet dran. Betet bitte weiter.

So, und jetzt will ich noch raus und vor unserem nächsten Treffen einen Tee trinken. Gerade hat der Muezzin zum Abendgebet gerufen, aber das scheint niemanden in dieser Straße zu interessieren. Aus allen möglichen öffentlichen Plätzen tönt eine Fußballübertragung - und die dazugehörigen Geräuschkulisse der Fans. 

Danke für Eure Gebete. Gott ist treu!

Samstag, 23. Oktober 2010

Erster Tag – Oktober 23 – 23:49 Uhr


Geschafft! Wir sind im Hotel an unserem Zielort. Bereits jetzt haben wir einige Gebetserhörungen erfahren. Bewahrung! Problemloses Einchecken am Flughafen. Keine Kontrolle. Alle 600 Evangelien, 10 oder so DVDs, 40 Kalender und andere Kleinigkeiten sind problemlos bei uns geblieben. Mit Abflug- und Ankunftsland haben wir im Flug 7 Länder überquert. Herrliches Wetter erwartete uns im Zielland. Und die Vorhersage sagt, es soll erst wieder regnen, wenn wir auf dem Rückflug sind. Gott ist gut!

Am Flughafen hier wurden wir abgeholt und ins Hotel gefahren, wo wir uns nach dem Einrichten in unseren Zimmern zur ersten gemeinsamen Gebetszeit getroffen haben. Es war eine gute, mutmachende Zeit. Viel Lob, Anbetung und „Auf-den-Herrn-Schauen.“ Es ist so wichtig, dass wir das Gebet mit einem Blick auf den Allmächtigen beginnen. Nur wenn wir die Allmacht Gottes richtig vor Augen haben, schmelzen die scheinbar unüberwindbaren Berge vor uns.

Während des Flugs gab es spektakuläre Wolkenbilder zu sehen. Ich bin ja schon so einige Male geflogen, aber solche Wolkengebilde habe ich noch nie gesehen. Manchmal nur Wolkenflocken, hier und da am weiten Himmel zerstreut. Ein andermal eine langgezogene Wolke, die aussieht wie ein Pinselstrich. Gerade so, als hätte jemand eine Flockenwolke auseinander gepustet. Und dann massive Wolkendecken. MASSIV!  In einem Gebiet überflogen wir eine solche Wolkendecke. Von oben gesehen schien sie wie ein Meer aus Gips oder Zement zu sein. Und dann – nie zuvor habe ich das gesehen – war mitten in dem weiß-grauen Meer eine Linie – etwas dunkler als der Rest. Wie ein Weg, eine Spur, die den Himmel unter uns in 2 Hälften teilte. Es sah aus wie künstlich erzeugt. Wie das zustande kam, kann wohl nur ein Meteologe erklären. Meine Gedanken gingen viel eher in die Richtung, dass ich denken musste:  In einem harten Land, dass geistlich gesehen eher einer Zementwüste gleicht, wollen wir durch unsere Gebete eine deutliche Spur zurück lassen. Wir möchten einen Weg bahnen und vorbereiten für den Herrn. Und damit haben wir begonnen.

Für morgen zum Mittagessen wurden wir unerwarteter Weise von Geschwistern eingeladen, für die wir schon lange beten. Nachmittags gibt es wohl auch eine kleine Hauskreisrunde. Wir beten, dass uns erlaubt wird, kurz etwas zu sagen. Wenn der Herr die Türen öffnet, werden wir (6 Teilnehmer) jeder ca 2 Minuten etwas sagen, was uns Jesus bedeutet, nach Jesaja 9:5:

„Und man nennt seinen Namen:

Wunderbar, Rat, Kraft, Held, Ewig-Vater, Friedefürst.“

 Bitte betet, dass der Herr uns erlaubt, etwas weiter zu geben und wir Seine Worte und Gedanken verbreiten!

Betet auch, dass wir einen Weg finden, die Evangelien und Kleidung zu einem Pastor zu bringen (bringen zu lassen), der 300 Km entfernt wohnt. Unser Gebet ist, dass die Gläubigen hier am Ort die „Zustellung“ übernehmen. Betet bitte mit darum!

Von draußen tönt Techno Musik bis zu unserem Fenster hoch. Keine Ahnung, obs eine Kneipe oder eine Disko ist.  Wird wohl die Nacht hindurch so weitergehen. Aber so ist der Mittlere Osten. Wenn’s nicht die Musik ist, sind es Hunde, Autos oder Menschen, die Lärm machen. In vielen Gebieten auch Waffen. Davor sind wir verschont. Danke Euch allen für Eure Gebete.

Gebetsreise Mittlerer Osten - 23. Oktober 2010

Heute gehts los!  Ca. 10 1/2 Stunden nach unsererr Abreise in Siegen werden wir an unserem ersten Teilziel ankommen. Am Sonntagmorgen planen wir die Teilnahme an einer katholischen Messe. Es geht uns darum, zu beobachten, wie eine verschwindende Minderheit von Katholiken und Orthodoxen ihren Glauben in einem Land leben, das ihnen feindlich gesonnen ist. Nachmittags ist ein Treffen mit einer handvoll Geschwistern geplant.

Gebetsanliegen:
  • gute Reise
  • gute Gemeinschaft im Team
  • trockenes (und nach Möglichkeit warmes) Wetter
  • das wir ein Segen sind für die Menschen, die wir treffen
  • Gott geschenkte Begegnungen
  • einen Geist des Gebet

Vielen Dank. Wer für uns betet, reist mit uns mit!