„Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!“ (Hebräer 12,14 )

Montag, 15. März 2010

138 jede Stunde

Gestern Abend habe ich mir im Fernsehen die IDEA Nachrichten auf einem der christlichen Sender angeschaut. Eine der Nachrichten enthielt Zahlen - schockierende Zahlen. Es sind:

138 jede Stunde in Europa (EU)
das sind 3309 jeden Tag
oder 1 alle 26 SEKUNDEN!

Worum geht's? Es geht um Abtreibungen! In der Umrechnung auf Deutschland liegt unser Land mit 303 Abtreibungen pro Tag mehr als voll im Trend und gehört zur unrühmlichen Führungsspitze in der EU. Trotzdem kann man (triumphierende?) Zeilen lesen wie:

"In Deutschland verringert sich die Zahl der Abtreibungen immer mehr." Oder: "Laut dem Statistischen Bundesamt wurden bundesweit nur noch 110 700 Schwangerschaftsabbrüche verzeichnet."

Was die Formulierung "nur noch" in dem Satz soll, kann man nicht mal erahnen. Die Zahl der gemeldeten Abtreibungen sank von 2007 auf 2008 gerade mal um 2387, von 2008 auf 2009 um 3784. Soll unser Land darauf stolz sein? Offizielle Abtreibungsstatistiken sind freiwillige Erhebungen. Das Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung schätzt, dass von der offiziellen Statistik nur rund 60 Prozent der tatsächlich durchgeführten Abtreibungen erfasst werden... Tatsache ist: Ganze Völker sterben im Mutterleib.

Spricht die Bibel dieses, in unserer Zeit so aktuelle Thema, überhaupt an? Wie verhalten wir uns als Christen? - Nun, das Wort "Abtreibung" kommt in der Bibel nicht vor. Trotzdem hat Gott seine Gedanken zum Leben geoffenbart, und es gibt durchaus Verse, die richtungweisend sind:

Hat nicht der, der mich im Mutterleib bereitete, auch ihn gemacht? Hat nicht ein und derselbe uns im Mutterleib gebildet? (Hiob 31:15)

"So ist's auch nicht der Wille eures Vaters im Himmel, dass eines von diesen Kleinen verloren werde." (Matthäus 18:14)

"Ich kannte dich, ehe denn ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe denn du von der Mutter geboren wurdest, und stellte dich zum Propheten unter die Völker." (Jeremia 1:5)

"Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN, und Leibesfrucht ist ein Geschenk." (Psalm 127:3)

"Du hast mich geschaffen - meinen Körper und meine Seele, im Leib meiner Mutter hast du mich gebildet. Herr, ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast! Großartig ist alles, was du geschaffen hast - das erkenne ich! Schon als ich im Verborgenen Gestalt annahm, unsichtbar noch, kunstvoll gebildet im Leib meiner Mutter, da war ich dir dennoch nicht verborgen. Als ich gerade erst entstand, hast du mich schon gesehen. Alle Tage meines Lebens hast du in dein Buch geschrieben - noch bevor einer von ihnen begann! (Psalm 139:13-16)

Als Christen:
  • … halten wir uns an Gottes Wort und anerkennen es als Maßstab für alle ethischen, Fragen
  • … setzen wir uns ein für die, die unsere Hilfe brauchen
  • … weisen wir in Wort und Tat auf DEN hin, der Leben gibt und jedermann helfen kann
  • … stehen wir den Ratlosen und Verzweifelten mit Rat, Tat und Nächstenliebe zur Seite
  • … verkündigen wir die Frohe Botschaft der Vergebung und Heilung durch Jesus denen, die falsche Entscheidungen getroffen haben unter den Folgen leiden.

Zum Schluss der Hinweis auf eine Webseite...:
http://www.aktion-leben.de/Abtreibung/Argumente/sld05.htm

... und auf eine sehr gute Predigt aus biblischer Perspektive:
http://www.calvarychapelsiegen.de/predigt-online/podcast/arne2009020832.mp3


Samstag, 13. März 2010

Das Kamel und die Zecke

"Das Kamel trägt die Last, aber es ist die Zecke, die sich beschwert"

Warum dies wohl ein marokkanisches Sprichwort ist? Die Wahrheit in diesem Satz ist global und so alt wie die Menschheit. Ob es dabei um Politik, Geschäft, Familie oder Gemeinde geht - es passt einfach. Sogar auf unsere Beziehung zu Gott - leider. In 2 Mose 19:4 sagt Gott seinem Volk:

"Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern getan habe, und wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und habe euch zu mir gebracht."

Die Befreiung aus Ägypten und Gottes Fürsorge war nicht Israels Tun - Gott hatte sie getragen. Getragen! GETRAGEN wurden sie! Und sie dankten es ihm mit ständigen Beschwerden. Eltern können dies vielleicht im Ansatz nachvollziehen. Wir TRAGEN manchmal unsere kleinen Kinder, selbst wenn wir müde sind. Und dennoch ernten wir Beschwerden: Lass mich runter! Wir tragen unsere Teenager (vielleicht finanziell) und dennoch kommen die Beschwerden: Mein Taschengeld reicht nicht. [Man verstehe diese Worte nicht so, dass ich unseren Nachwuchs als "Zecke" bezeichne. Dies ist lediglich als Illustration gedacht! :-) ] Und uns selbst geht es ja auch nicht anders. Wie oft regen wir uns auf über andere, die mit Verantwortung betraut sind, uns zu tragen. Nicht wir tragen die Last - wir werden getragen. Aber wir sind die, die sich beschweren. Und nicht selten beschweren wir uns über Nebensächlichkeiten, die der Aufregung nicht wert sind.

Israel beschwerte sich bei und über Mose, obwohl das Volk doch wunderbar von Gott getragen wurde. Und Gott nahm diese Beschwerde von Mose weg und legte sie sich persönlich auf.

Die Johannesjünger beschwerten sich bei ihrem Meister, dass mehr Menschen Jesus nachfolgten, als ihnen. War das ihre Verantwortung?

Der Pharisäer Simon beschwerte sich, dass Jesus sich von einer zweifelhaften Frau die Füße waschen ließ. War das sein, Simons Problem? Trug er die Trauerlast der Frau oder musste er für Jesus eine Erklärung abgeben?

Ein tolles kleines Buch mit dem Titel: "Don't sweat the small stuff" macht in vielen kurzen Kapiteln deutlich, wozu uns die Bibel immer wieder aufruft: Lass dich nicht von Nebensächlichkeiten aus der Balance bringen. Die Bibel drückt es u.a. in Philipper 2:10 so aus:

"Tut alles ohne Murren und ohne Zweifel!"

Wie schaffen wir das? Vielleicht stellen wir uns einfach mal vor, dass wir lediglich eine kleine Zecke sind, schön im Warmen, immer an der Quelle und eigentlich mehr Grund haben, den zu loben, der uns trägt als uns zu beschweren über Dinge, die der Beschwerde nicht wert sind.

Freitag, 12. März 2010

Die seltsamen Tage

Gestern durchlebte ich so einen seltsamen Tag. Es war mein „freier Tag“ oder ein „Pastorensonntag“, wie man so sagt, der aus verschiedenen Gründen seltsam war. Zunächst konnte ich einmal ausschlafen – und wachte prompt mit Kopfschmerzen auf. Als nächstes stellte ich fest, dass ich noch müde war, obwohl ich ca. 3 Stunden länger geschlafen hatte als gewöhnlich. (Ich bin normalerweise Frühaufsteher.) In meiner Stillen Zeit las ich Verse, die ich nur schwer verstehen und einordnen konnte. Sie warfen mehr Fragen auf als sie beantworteten, und irgendwie wollte sich die Freude am Herrn gar nicht so recht einstellen.

Nun, dachte ich, das herrliche Wetter wird Dir sicher den Tag versüßen, und ich dankte dem Herrn, der seine Gnade über Gerechte und Ungerechte ausgießt, indem er die Sonne scheinen lässt über alle Menschen (Matthäus 5:45). Aber so richtig wollte die Freude trotzdem nicht durchbrechen.

Was macht man an solch seltsamen Tagen? Offensichtlich hat sie jeder, der Arbeiter im Betrieb, die Angestellte im Büro, die Mutter zu Hause – und offensichtlich sogar der Pastor (und nicht nur an seinem freien Tag). Wie gehe ich in solche Tage hinein?

Eine Pauschalantwort gibt es nicht. In der Regel bin ich bei „Hau-Ruck-Pauschal-Antworten“ immer eher skeptisch. Aber hier sind einige Erfahrungen, die ich an solchen Tagen gemacht und die mir geholfen haben. Nicht immer alle gemeinsam als „geistliches Hilfsbombardement“ – aber mal dieses, mal jenes und mal eine Kombination mehrerer.
  • Manchmal hilft es mir, mir Namen und Eigenschaften Jesu in Erinnerung zu rufen und mit Ihm darüber zu reden (Anbetung). Das belebt die Zellen in meinem Gehirn, die noch schlafen und denen momentan gar nicht bewusst war, welchen tollen Freund ich in Jesus habe! Nehemia 8:10 sagt immerhin:
„Die Freude AM HERRN ist eure Stärke!“
  • Manchmal ziehe ich im Gebet bewusst die geistliche Waffenrüstung an (Epheser 6:11-18). Besonders lege ich Wert auf den Helm des Heils, der mir gegeben ist um meine Gedanken und Emotionen zu beschützen und auf den Schild des Glaubens, der alle feurigen Pfeile des Teufels abfängt. Epheser 6:16+17a sagen uns:
„Vor allem aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt, und nehmt auch den Helm des Heils…“
  • Manchmal hilft es mir, Gemeinschaft mit anderen zu suchen. Das lenkt ab von mir selbst und stärkt den Blick für andere! Philipper 2:3b+4 sagen uns:
„In Demut achte einer den anderen höher als sich selbst. Jeder schaue nicht auf das Seine, sondern jeder auf das des anderen.“
  • Und manchmal tut es auch einfach gut, einen Spatziergang zu machen, frische Luft zu tanken und sich an Gottes Natur zu erfreuen. Psalm 19:2 und 8:4+5 sagen:
„Der Himmel verkündet die Herrlichkeit Gottes und das Firmament bezeugt seine wunderbaren Werke. Wenn ich deinen Himmel betrachte, das Werk deiner Finger, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: Was ist der Mensch, dass du an ihn gedenkst, und der Sohn des Menschen, dass du auf ihn achtest?“
  • Schließlich gibt es die Tage, an denen sich der Nebel nicht so recht lichten mag. Dann bleibt mir, mich zu erinnern, dass auch an trüben Tagen der Herr GENAUSO nahe ist, wie an Sonnentagen (oder noch näher?). Daran halte ich mich fest, denn Psalm 23:4 sagt:
„Auch wenn ich durch das dunkle Tal des Todes gehe, fürchte ich mich nicht, denn du bist an meiner Seite. Dein Stecken und Stab schützen und trösten mich."

Wenn wieder mal so ein seltsamer Tag zuschlägt, wende doch einfach mal den ein oder anderen Ratschlag an und „schlag zurück!“ Gott segne Dich!

Mittwoch, 10. März 2010

Christen und die SOKO

Hier mein Bekenntnis (aber bitte nicht weitersagen): Meine Frau und ich gestalten unser Abendessen in der Regel in einer Art und Weise, die jedem Eheberater die Totenblässe oder die Zornesröte ins Gesicht treiben würde. Während wir unser Brot mampfen, schauen wir uns von 18 – 19 Uhr die SOKO im Zweiten an. Dass es die SOKO ist, hängt vielleicht mit unserem Alter zusammen – aber die Sendung gefällt uns nun mal. Und unsere Ehe hat darunter auch nicht gelitten.

Nicht um unsere kommunikations-tötenden Abendessenspraktiken zu rechtfertigen – aber mir kamen tatsächlich einige Gedanken während einer SOKO, die (angewandt) auch unser Christsein betreffen.

Wenn immer Kommissar X oder Hauptkommissarin Y einen Besuch machen, zücken sie ihren kleinen Ausweis und halten ihn als Identifikation den Besuchten unter die Nase. Dieser Ausweis identifiziert sie als Ordnungshüter. Daran sind sie erkennbar als Gesandte der Polizei oder, im weiteren Sinne der Regierung. Ihre ID müssen sie immer dabei haben. Sie ist wichtig und darf nicht verloren gehen.

Was ist eigentlich meine ID als Christ? Meine Kleidung? Meine Musik? Mein Lebensstil? Meine Sprache? Meine Fähigkeit zu beten? Mein Gemeindebesuch am Sonntagmorgen? Was soll ich den Menschen unter die Nase halten, das mich als Nachfolger Jesu ausweist? Gibt es da überhaupt etwas konkretes? Oder ist es vielleicht das christliche Mischmasch aus den verschiedenen, oben erwähnten Dingen? In Johannes 13:34-35 sagt uns Jesus:

„Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander lieben sollt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“

So, das ist es also! Das ist unsere Christen – ID, unser Christen-Personalausweis. Das ist alles? Nur „einander lieben“? Das reicht? Nun, wenn das so einfach wäre, würden wir sicher schon lange damit begonnen haben. Die Welt wäre von uns begeistert und wir würden überall als Jünger Jesu identifiziert – was gleichzeitig bedeuten würde, dass Jesus viel bekannter und beliebter wäre. Aber dem ist ja offensichtlich nicht so. Viel Leid und – leider - auch Spott resultiert daraus, dass wir unsere ID nicht immer mit uns herumtragen, sie vielleicht sogar „verlegt“ oder „verloren“ haben. Da muss sich dann keiner mehr wundern, wenn niemand erkennen wird, dass wir Jesu Jünger sind.

Und wie kann sich unsere Liebe zueinander ausdrücken? Nun, Liebe ist natürlich zunächst einmal eine innere Einstellung, (1 Kor 13) die grundsätzlich in jedem Christen vorhanden ist. (Römer 5:5) Und dann, ja, das ist schon richtig, drückt sich Liebe aus. Nicht gezwungenermaßen, sondern wie eine Quelle, die hervorbricht. Durch Werke der Liebe verherrlichen wir unseren Vater im Himmel, der dadurch Menschen errettet. (Matthäus 5:16) Durch Worte der Liebe (Epheser 4:15) heilen und helfen wir in einer Welt, in der Worte eher zur Zerstörung eingesetzt werden. Mit Sicherheit werden Werke der Liebe und Worte der Liebe uns Christen so in der Welt präsentieren, dass Menschen stutzig werden und bekennen müssen, wie in den ersten Jahrhunderten der Gemeinde Jesu: "Seht wie sie einander lieb haben!"

Es war Liebe, diese Gott-gegebene ID für Jesu-Jünger, die der Gemeinde Zulauf verschaffte. Die Liebe der Christen untereinander öffnete Herzen und Ohren für das Evangelium. Wer in der SOKO Gottes dabei sein möchte, sollte heute seine ID nicht vergessen!

Dienstag, 9. März 2010

Gottes Farbtupfer

Schon vor 35 Jahren hat es mir Spaß gemacht, durch Werbeprospekte von Blumengeschäften zu blättern. Die Farbenpracht und Vielfalt war atemberaubend. Manchmal habe ich ein Blumenbild ausgeschnitten und damit die Rückseite eines Briefumschlags beklebt, damit sich jeder daran freuen konnte.

Jetzt, wo der Winter zu Ende geht, bin ich ähnlich begeistert. Der verschmutzte Schnee von gestern ist (fast) geschmolzen und im Boden oder Abwasserkanal verschwunden. Dabei hat er den Weg frei gemacht für etwas Neues, das lange Zeit verborgen war: Knospen, Sprosse und zarte Blüten. Oft sind es die weißen Schneeglöckchen, die zuerst ihre Blüte zeigen, gefolgt von den Winterlingen und Märzbechern. Farbtupfer Gottes in einer oft (noch) grauen Natur. Sie trotzen Frost, Regen und der Unfreundlichkeit des Spätwinters. Sie erfreuen das Auge und das Herz.


Farbtupfer Gottes! Wie sehnt sich unsere Seele danach! Nicht nur im Winter. Trauer, schwerwiegende Nöte, Stress, Zukunftsängste, zwischenmenschliche Probleme - man könnte vieles nennen, das der Seele einen Grauschleier verleiht. Aber auch für unsere Seele hat Gottes Farbpalette genügend Vorrat. In der Bibel lesen wir in Galatter 5:22:


„Die Frucht des Geistes (Gottes) ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.“

Das sind die Farbtupfer, nach denen sich unser Herz sehnt. Gott möchte unser Leben damit erfreuen. Wenn wir mit Jesus durch den Tag gehen, auch durch die grauen Stunden, schmilzt der schmutzige Schnee von gestern und macht den Weg frei für Gottes Farbe in unserem Leben.

Ich wünsche uns allen heute ganz viele Farbtupfer Gottes in unserem Leben!

Montag, 8. März 2010

Man sollte doch meinen …

Hier ist (auszugsweise) die Situation:

Nach ewig-langer Achterbahnfahrt, in der es mehr bergab als bergauf ging, wird das Volk Israel in die 70 jährige Gefangenschaft geführt! Tempel, Stadt und Stadtmauer werden pulverisiert, das Volk praktisch ausgelöscht. Es hätte das Abschlusskapitel der Geschichte Israels sein können. ABER: Gott hatte verheißen, sie nach 70 Jahren wieder zurück zu führen in ihr Land. Und was Gott verheißt, das tut er auch; IMMER!

Israel – o Wunder – erhält die Erlaubnis des Besatzerkönigs, in Ihr Land zurückzukehren. Sie erhalten – o Wunder – auch noch Mittel zum Wiederaufbau des Tempels aus dem königlichen Schatz! Nach ca 100 Jahren – o Wunder – steht der Tempel, stehen ihre Häuser und steht die Schutzmauer um ihre Hauptstadt. Wie gesagt, dies ist nur eine auszugsweise Beschreibung der vielen Wunder, die Israel allein in jener Zeit erlebte. Trotzdem war nicht alles im grünen Bereich.

Man sollte meinen, nach diesen vielen Wundern müsste das Volk Gottes doch für ihren Herrn brennen, dankbar, hingegeben und abgesondert sein. Pustekuchen! Durch den Propheten Maleachi erfahren wir mehr. Er schreibt in Kapitel 1:2:

»Ich habe euch geliebt,« spricht der Herr. Aber ihr fragt: »Worin hast du uns geliebt?«

Dieser Vers hat fast Schockwirkung, denn Israel hatte ja nicht nur in den vergangenen hundert Jahren Gottes liebende Fürsorge erfahren, sondern durch ihre ganze Geschichte als Volk Gottes hindurch.

Während der 40jährigen Wüstenwanderung hatte er sie TÄGLICH mit Brot versorgt und immer wieder mit zusätzlicher Nahrung und Wasser. Ihre Kleidung hatte sich nicht abgenutzt, Er hatte sie bewahrt und geführt. Im Land Kanaan hatte er sie durch die Wirren der Richterzeit nie aufgegeben, während der Zeit der Könige – auch der gottlosen Könige - hatte er immer wieder seien Treue bezeugt. Und auch ihren Götzendienst, der schlimmer war als der ihrer heidnischen Lehrherren, hatte Gott ihnen vergeben. Er hatte ihnen Seine Liebe überdeutlich erwiesen. Und sie fragen ihn: »Worin hast du uns geliebt?«

Man sollte doch meinen, sie hätten mehr als genügend Beweise der Liebe ihres Gottes erfahren. Aber die Worte sind gesprochen, die Frage ist gestellt. »Worin hast du uns geliebt?«

So etwas darf man doch nicht sagen, oder? Und denken? Darf man so etwas denken? Kann man es verhindern, so etwas zu denken?

Zunächst einmal ist es bei Gott gleich, ob wir es denken oder aussprechen. Psalm 139: 4 sagt:

„das Wort ist noch nicht auf meiner Zunge – siehe, HERR, du weißt es genau.“

Zum anderen sollten wir uns unseren Fragen stellen. Und die haben wir doch, oder?

»Worin hast du uns geliebt?«

Gott, wenn du mich wirklich liebst, warum sind die Dinge dann momentan so, wie sie sind? Warum muss ich dann durch all das durch, wo ich durch muss? Warum fühle und sehe ich nichts von deiner Liebe?

Die Zusammenfassung der Antwort Gottes an sein geliebtes Volk (ja, Gott geht tatsächlich in Liebe auf diese provokative Frage ein und beantwortet sie) – Gottes Antwort ist folgende:
  1. Ich habe dich aus all den Völkern erwählt. Ich habe dich gewollt und geliebt!
  2. Ich habe mich um dich gekümmert und bin dir immer treu geblieben. Durch dick und dünn bin ich mit dir gegangen und bereue es nicht, mich für dich entschieden zu haben.
Im NT haben wir viele Parallelverse, die uns erlauben, dieses Prinzip Gottes auch auf uns heute anzuwenden, wenn wir an Gottes Liebe zweifeln:
  • Römer 11:29: Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen.
  • Hebräer 13:5: Ich will dich nicht verlassen noch versäumen
  • Matthäus 28:20: Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Erde
Gott fordert Israel auf: mach doch die Augen auf und erkenn die Zeichen meiner Liebe! Auch wir dürfen uns umschauen und erkennen, wie Gott uns liebt und trägt

  • Ist die Freiheit, in der wir als Gotteskinder leben, nicht ein Riesenbeweis seiner Liebe?
  • Ist die Tatsache, dass wir am Leben sind und die Tatsache relativer Gesundheit (oder eines funktionierenden Gesundheitswesens) nicht ein Beweis der Liebe Gottes?
  • Ist die Tatsache, dass wir Familie, Freunde & Geschwister haben nicht ein Beweis der Liebe Gottes? (Wie viele Ex-Moslems /-Hindus oder – Buddhisten haben mit ihrer Hinwendung zu Jesus alle sozialen Kontakte verloren?!)
All das – und vieles andere - soll uns Gottes Liebe zeigen.

Und selbst, wenn diese Dinge genommen werden (viele Christen haben diese Vorrechte nicht) - selbst dann haben wir Grund, uns an Gottes Liebe zu erfreuen, denn als Christen LEBEN wir nicht nur anders als solche, die Jesus nicht kennen - wir STERBEN auch anders! In Römer 14:8 schreibt Paulus:

„Denn leben wir, so leben wir dem Herrn, und sterben wir, so sterben wir dem Herrn; ob wir nun leben oder sterben, wir gehören dem Herrn.“
  • wir haben eine lebendige Hoffnung
  • wir haben eine herrliche Zukunft
  • wir haben ein himmlisches Zuhause, wo wir erwartet werden
Danke, Herr, für Deine ewige Liebe!

Samstag, 6. März 2010

Wo bleibt denn seine verheißene Ankunft?

Als Jugendlicher war ich mit einer Gruppe von Christen auf einem Konzert der Rockgruppe „Grobschnitt“. Geworben hatte die Gruppe mit dem Satz: „Der Papst dürfte sich nicht so sehr über dieses Konzert freuen!“ Während der Veranstaltung wurde gesungen und geredet vom vergeblichen Warten der Jünger Jesu auf die versprochene Rückkehr ihres Herrn. Nach dem Lied bat unsere Gruppe um ein paar Worte von der Bühne, die uns auch genehmigt wurden. Glücklicherweise musste ich selbst nichts sagen, und aus der Entfernung hat auch niemand mein wild pochendes Herz bemerkt. Heute (ca 35 Jahr später) bin ich froh, damals dabei gewesen zu sein!

Nichts Neues unter der Sonne. Worüber damals in den 80ger Jahren gespottet wurde, wurde bereits Jahrhunderte vorher gespottet – und heute immer noch. In 1 Petrus 3:4 werden Spötter zitiert, die fragen:

"Wo ist denn nun euer Christus? Hat er nicht versprochen, dass er wieder kommt? Schon unsere Vorfahren haben vergeblich gewartet. Sie sind längst gestorben, und alles ist so geblieben, wie es von Anfang an war!"

Ganz richtig sagt die Bibel, dass die, die solche Fragen stellen, blind sind. Aber selbst ein Blinder, der die Bibel kennt und die Nachrichten am Radio hört, muss ins Nachdenken kommen, es sei denn er verdrängt die Wahrheit:

Momentan scheint ein Erdbeben das andere zu jagen. Die Auswirkungen gehen über das „Normalmaß“ hinaus. Haiti, Chile, Okinawa, Taiwan, Philippinen – alles innerhalb weniger Wochen und mit wiederholten Nachbeben und Tsunamis. (Wer wusste vor Dezember 2004 überhaupt, was eine Tsunami ist) Die Toten gehen in die Hunderttausende. Die Bibel sagt, Erdbeben sind wie Wetterleuchten kurz bevor Jesus wiederkommt.

Momentan scheint Deutschland (insbesondere) von Missbrauchsskandalen heimgesucht zu sein. Nicht dass all die schrecklichen Taten erst vor Kurzem geschehen sind. Aber jetzt kommt ans Licht, was sich lange verstecken konnte. Die Bibel sagt, dass die Zeit kurz vor dem Kommen des Herrn eine höchst unmoralische Zeit sein wird.

Momentan scheinen Ehen zu zerbrechen wie nie zuvor in der Geschichte. Das betrifft nicht nur die Ehen derer, die mit dem Glauben nichts am Hut haben. Es betrifft Ehen generell, einschließlich die der Gläubigen. Die Bibel sagt, dass kurz vor der Wiederkunft die Ehe nichts mehr gilt auf Erden.

Momentan scheint Gewalt gesellschaftsfähig zu werden. Während die Gewaltbereitschaft zunimmt, nimmt die Hemmschwelle für das Ausmaß der angewandten Gewalt immer mehr ab. Viele Menschen gehen oft nur noch mit einem mulmigen Gefühl aus dem Haus. Die Bibel sagt, dass kurz vor der Wiederkunft Jesu die Menschen lieblos miteinander umgehen werden.

Momentan scheint die Bereitschaft groß zu sein, sich kontrollierbar zu machen. 23% aller Deutschen wäre bereit, sich einen Computerchip implantieren zu lassen, wenn er dadurch Vorteile erlangen könnte. Die Bibel sagt, dass kurz vor Jesu Wiederkunft eine totale Kontrolle des Menschen eingeführt wird.

Man könnte fortfahren und die Entwicklung aufzeigen, die darauf hindeutet, dass Jesus bald wiederkommt. Nein, er hat seine Verheißung NICHT vergessen. Er gibt aber noch Zeit der Gnade. Seinen Kindern gibt er Gelegenheit, in der Heiligung zu wachsen und seinen Namen zu verkündigen. In 1 Johannes 3:3 heißt es:

Und jeder, der diese Hoffnung (seiner Wiederkehr) auf ihn hat, reinigt sich, gleichwie auch Er rein ist.

Und in Epheser 5:16 sagt er uns:

„…und kaufet die Zeit aus; denn es ist böse Zeit.“

Das wollen wir tun – im Bewusstsein, dass unser Herr bald kommt!

Donnerstag, 4. März 2010

Die Konkurrenz

Die Olympischen Winterspiele sind vor wenigen Tagen zu Ende gegangen. Eröffnung und Abschlussfeier waren ein Spektakel. Aber das größere Spektakel fand zwischendrin statt. 258 Medaillen wurden insgesamt vergeben. 14 Tage Wettkämpfe, Spannung und sportliche Konkurrenz. Ein Freude für alle Wintersportfans! Konkurrenzverhalten in diesem Fall bedeutet Spaß und Spannung pur!

In der Bibel finden wir ebenfalls einen seltsamen Fall von Konkurrenzverhalten. In Johannes 3:22-26 lesen wir:

Danach kam Jesus mit seinen Jüngern in das Land Judäa, und dort hielt er sich mit ihnen auf und taufte. Aber auch Johannes taufte in Änon, nahe bei Salim, weil viel Wasser dort war; und sie kamen dorthin und ließen sich taufen. Denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis geworfen worden. Es erhob sich nun eine Streitfrage zwischen den Jüngern des Johannes und einigen Juden wegen der Reinigung. Und sie kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: Rabbi, der, welcher bei dir war jenseits des Jordan, für den du Zeugnis abgelegt hast, siehe, der tauft, und jedermann kommt zu ihm!

Nur stichpunktartig einige Beobachtungen:

Johannes und Jesus predigen dieselbe Botschaft und rufen das Volk zur Buße auf. Aber: Wenn Gott am Werk ist, schläft der Teufel nicht. Einige Johannesjünger haben Streit mit den Juden. Es geht scheinbar um Reinigungszeremonien – in Wirklichkeit aber um Konkurrenzdenken!

Rabbi, der, welcher bei dir war jenseits des Jordan, für den du Zeugnis abgelegt hast, siehe, der tauft, und jedermann kommt zu ihm!

Die Gefahr des Konkurrenzdenkens:
  • Konkurrenzdenken macht Jesus, das Lamm Gottes, zu einem unpersönlichen: „Der, der bei dir war“
  • Konkurrenzdenken trübt das Zeugnis, das Johannes abgelegt hatte: „Siehe, Gottes Lamm!“
  • Konkurrenzdenken verzerrt das Urteilsvermögen: „Jedermann“ kommt zu ihm! (Wirklich?)
Fazit:
  • Konkurrenzdenken ist nicht Gott-gewollt! Es ist Teufel-gewollt!
  • Konkurrenzdenken hindert Gottes Werk und belastet Gottes Boten
  • Konkurrenzdenken rückt Jesus aus - und Menschen in den Mittelpunkt
  • Konkurrenzdenken betrübt der Geist Gottes
Tatsache ist: Wir haben Konkurrenzdenken überhaupt nicht nötig, denn es geht gar nicht um uns! Es geht um Jesus! Es geht um SEINE Gemeinde, die ER bauen möchte.

Messen wird er uns also nicht an der Frage, wie viel besser unsere Programme sind als die der anderen, wie viel beliebter wir sind als andere oder wie viele Besucher wir mehr haben.

SONDERN: Messen wir uns daran, ob wir treu sind in dem, was ER uns zu tun gegeben hat!

(Eine Bibelstunde u.a. zu diesem Thema kann in Kürze herunter geladen werden unter: http://ccfg.de/predigtarchiv.html 03.03.2010 / Johannes 3:22-36 / Wolfgang Jung / mp3 - oder per Kontakformular angefordern)