„Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!“ (Hebräer 12,14 )

Mittwoch, 3. März 2010

Das "Mysterium" des Glaubens

Ich lese mal wieder in der Bibel und stolpere über dieses mysteriöse Ding, das sich jeder Christ wünscht und von dem man in der Regel immer meint, zu wenig zu haben. Dieses mysteriöse Ding, das man „Glauben“ nennt. Und ich komme ins Nachdenken.

Der Herr sucht „Glauben“ auf der Erde – er erwartet Glauben. Und ich als Nachfolger Jesu erwarte das auch. Ich kämpfe damit, zu glauben - oder vielmehr: ich kämpfe mit meinem Unglauben. Da war dieser Vater, von dem die Bibel berichtet. Er wollte, dass Jesus seinen Sohn gesund machen würde. „Wenn du etwas kannst …“ sagt er zu Jesus. Und auf Jesu Verwunderung hin schreit er verzweifelt: „Ich glaube, Herr, hilf meinem Unglauben!“ Jesus hilft ihm! Wie groß – oder vielmehr, wie klein sein Glaube wohl war?

Ein anderer Bericht spricht von vier Freunden, die einen gelähmten Kumpel zu Jesus tragen. Weil der Hauseingang des Hauses, in dem Jesus gerade predigt, mit Menschen „dicht“ ist, decken sie kurzerhand das Dach ab und lassen den Kranken hinunter. Als Jesus ihren Glauben sieht, heilt er den Gelähmten. Wie groß der Glaube der Männer wohl war?

Ein Ausländer, Soldat der Besatzungsmacht, kommt zu Jesus und bittet um Heilung seines Knechtes. Den hat er aber krank und viele Kilometer entfernt zurückgelassen. Er bittet Jesu also um eine Art „Fernheilung“ – und das als Ausländer, der von den Einheimischen nicht gern gesehen ist. Aber Jesus sieht seinen Glauben – und heilt durch sein Wort. Wie groß der Glaube des Soldaten wohl war?

Und schließlich sitzt da einer der Kirchenführer im Knast. Seine Freunde beten zu Gott, dass dieser ihren Leiter befreit. Gott erhört und sorgt dafür, dass der Kirchenmann aus dem Gefängnis kommt. Als er an der Tür des Versammlungsplatzes klopft und um Einlass bittet, macht man ihm vor Verwunderung gar nicht auf. Man glaubt einfach nicht, dass der Geistliche tatsächlich in Freiheit ist – obwohl man doch darum gebetet hatte. Mit wie viel Glauben man wohl gebetet hatte?

So oft beurteilen wir unser Verhältnis zu Gott nach unserer gegenwärtigen Gefühlslage. So oft meinen wir, es könne sich gar nichts ändern, weil wir nicht genug Glauben haben.

Allein die Tatsache, dass sich Menschen die Zeit nehmen, im Gebet mit Gott zu reden, drückt ein Maß an Glauben aus. Man hätte das Beten ja auch lassen können. Aber nein, man setzt den Funken Glauben ein, den man hat und tritt mit Gott in Verbindung.

Hudson Taylor sagte einmal: Nicht großen Glauben brauchen wir, sondern Glauben an einen großen Gott.

Wahre Worte! Wer immer das bisschen Glauben, das ihm geblieben ist, auf einen großen Gott fokussiert, der wird Wunder erleben. Sei nicht frustriert über deinen kleinen Glauben. Komm mit deinem kleinen Glauben zu Jesus, dem allmächtigen Gott, und sieh mal, was er draus macht!

Dienstag, 2. März 2010

Betreten verboten!

Wir all kennen diese Schilder. Sie stehen vor Eingängen alter Häuser, an Baustellen, auf dem gepflegten Stadtrasen und an vielen anderen Stellen, an denen jemand nicht möchte, das jemand anderes näher kommt. "Betreten verboten" schützt unsere Privatsphäre, unser Eigentum und unsere Ruhe. "Betreten verboten" hält alle draußen, die wir nicht drinnen haben möchten.

Verschiedene Quellen sprechen davon, dass in 70% aller Länder der Welt die Religionsfreiheit eingegrenzt ist. "Betreten verboten" - für Gott! Diese Angaben lassen uns hier in Deutschland (hoffentlich) neu dankbar werden für die Freiheit, die uns gegeben ist. Wenn wirklich in 70% aller Länder die Religionsfreiheit begrenzt ist, dann fragt man sich, wie Gott es je schaffen will, die ganze Welt mit der Erkenntnis seiner Herrlichkeit zu erfüllen. Wenn man Gott ein "Betreten verboten" Schild vor die Nase setzt, was wird geschehen? Psalm 2:1-4 gibt uns die Antwort;

Warum toben die Heiden und ersinnen die Völker Nichtiges? Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Fürsten verabreden sich gegen den Herrn und gegen seinen Gesalbten: "Lasst uns ihre Bande zerreißen und ihre Fesseln von uns werfen!" Der im Himmel thront, lacht; der Herr spottet über sie.


Gott "liest" unsere Verbotsschilder und hört unsere Warnungen - und lacht, ja, spottet über die erbärmlichen Versuche der Menschen, den Allmächtigen "draußen" zu halten. Mittlerweile ist es zumindest unter den Christen akzeptiert, dass es in Wirklichkeit gar keine "geschlossenen" Länder auf der Erde gibt. Es gibt bestenfalls "Länder mit eingeschränktem Zugang. Aber wer will Gott am Betreten eines Landes oder einer Region hindern?

Beispiel Iran:
Kürzlich veröffentlichte eine Missionszeitschrift vorsichtige Informationen über dieses islamische Land, das auf dem weltweiten Verfolgungsindex von Open Doors auf Platz 2 der Länder steht, in der Christen am härtesten verfolgt werden. Seit 1979 sind ist diesem Land alles mögliche verboten: Bibeln, Evangelisation und Religionswechsel (vom Islam zu Jesus). Auf letzterem steht sogar die Todesstrafe. Trotzdem ist eine große Offenheit innerhalb der Bevölkerung zu erkennen. Tausende besuchen jede Woche christliche Internetseiten. Trotz Verbot durch die Regierung schauen sich 28 Millionen Iraner christliches Fernsehen an. Dadurch kommen immer wieder Menschen zum Glauben und sogar Hausgemeinden sind dadurch bereits entstanden. Bereits vor 2 Jahren wurden 50.000 Jesus DVDs hergestellt - und sie reichen immer noch nicht. Man könnte weitere Beweise aufzählen, die belegen, dass Gott sich nicht ausgrenzen lässt. Sein Geist wirkt, wo er will. (Was nicht bedeutet, dass wir aufhören können, Gottes Befehl ernst zu nehmen, in alle Welt zu gehen. Aber darüber ein andermal). "Betreten verboten!" für Gott lächerlich.

Das gilt aber nicht nur für Länder mit eingeschränktem Zugang fürs Evangelium. Das gilt auch für unser Leben. Nicht wenige haben Bereiche ihres Lebens für Gott ausgesperrt. Ein großes "Betreten verboten!" steht vor dem Lebensbereich `Freizeitgestaltung´ oder `Geld und Besitz´ oder `Dienen und Mitarbeiten´ oder `Freundschaft´ oder vor irgendwelchen anderen Bereichen. Eigentlich könnte Gott auch darüber lachen und einfach in unserem Leben Schalten und Walten wie Er möchte. Aber das tut er nicht. In Sprüche 23:26 ruft er uns zu:

"Gib mir, mein Sohn, dein Herz, und laß deinen Augen meine Wege wohlgefallen!"

Gott möchte, dass wir freiwillig die Schilder austauschen, von "Betreten verboten" zu "Herzlich Willkommen!" Wer dazu bereit ist wird erfahren, dass Gottes Geist auch in unserem Leben weht wo er will und mächtig wirken kann!

Montag, 1. März 2010

Weißt Du noch? - Wie damals!

Dicker konnte es kaum noch kommen. Die Stadt war umzingelt, die Feinde ins Innere eingedrungen. Alles war geplündert worden. Die schlimmsten Kriegsverbrechen waren geschehen. Die Hälft der Stadt hatte man verschleppt – einfach mitgenommen. Und der Rest zitterte irgendwo in dunklen Verstecken. Jeder hatte praktisch abgeschlossen mit seinem Leben.

So beschreibt Sacharja die letzten Tage Jerusalems vor der Wiederkunft Jesu. Deprimierend und schockierend! Und dann lesen wir in Kapitel 14:3 die herrlichen Worte:

"Aber der Herr wird ausziehen, … wie damals am Tag seines Kampfes, am Tag der Schlacht"

Aber der Herr …

  • Alle Welt steht dann gegen Israel
  • Alle gegen einen - ABER der Herr …
  • ER wird für Israel in den Kampf ziehen
  • ER wird gegen die Nationen streiten
  • Wenn Not am größten ist, wird der Herr kommen und eingreifen
  • Wenn keine andere Hoffnung mehr da ist …
  • Wenn niemand mehr daran glaubt, dass es noch Rettung gibt …
  • dann wird der Herr selbst die Rettung bringen und die Rettung sein.

Aber der Herr das ruft Gott auch uns zu. Er erinnert uns:

„Ich bin kein Neuling! Ich brauche keinen Ratgeber! Ich mach das nicht zum ersten Mal! Ich weiß, wie das geht! Ich bin Derselbe wie damals!“

Lasst uns in diese Woche gehen, egal was auf dem Programm steht, egal wie stark der Druck, der Frust, die Dunkelheit oder die Not sich präsentiert. Lasst uns festhalten an der Tatsache: ABER DER HERR … Er wird ausziehen! Nicht gegen sein Volk sondern FÜR sein Volk; wie damals, so, wie Er es immer schon gemacht hat: voller Gnade, voller Stärke, voller Souveränität. Er ist der Sieger, der Überwinder. Und in Ihm überwinden auch wir weit – auch wenn es manchmal zunächst nicht so aussieht.

Samstag, 27. Februar 2010

Die beste Bibelübersetzung!

Für den Missionsunterricht gestern hatte ich einen Gastlehrer von den Wycliff Bibelübersetzern (Burbach bei Siegen) eingeladen. Der Unterricht war interessant, informativ und herausfordernd. Von den weltweit ca 6900 gesprochenen Sprachen benötigen noch mindestens 1600 eine eigene Bibelübersetzung, vielleicht auch bis zu 2250. Wycliff ist führend auf dem Gebiet der Sprachforschung und Bibelübersetzung.

Während ich in meinem Büro mindestens 5 deutsche und 5 englische Übersetzungen stehen habe, und mir auf CDs und im Internet mindestens 20 weitere in Sprachen zur Verfügung stehen, die ich verstehe, gibt es ca 4450 Sprachen, die nicht mal einen einzigen Bibelteil in ihrer Sprache lesen können. Welch eine Herausforderung. Aber mehr darüber in einem anderen Blog. An dieser Stelle möchte ich eingehen auf die Frage der besten Bibelübersetzung. Interessiert?

Die Geschichte wird erzählt von 4 Geistlichen, die zusammen saßen und genau über das Thema diskutierten. Ein Pfarrer ergriff zuerst das Wort: "Luthers Übersetzung ist immer noch die Beste. Er hat den Leuten ‚aufs Maul geschaut' und wird bis heute von jedem verstanden, der ihn liest". "Aber," so fiel ihm sein Glaubensbruder ins Wort, "wenn es um Genauigkeit geht, können wir heutzutage bessere Arbeit leisten. Die Elberfelder Übersetzung ist die, die jeder Bibelfreund lesen und gebrauchen sollte!" "Nun," meinte der dritte Nachbar, "ich mache von beidem Gebrauch. Die Nähe zum Urtext und die Sprache des Volkes - das findet ihr in der Schlachter Übersetzung." Jetzt richteten sich aller Augen auf den letzten Teilnehmer der Runde, der bisher nur still zugehört hatte. Als er keine Anstalten machte, sich zu äußern, forderten ihn seine Freunde auf. "Hey, deine Gelegenheit. Welche Übersetzung benutzt du? Komm, sag schon!" Der Vierte im Bunde räusperte sich und meinte dann kurz und bündig: Ich bevorzuge die Übersetzung meiner Mutter." Jetzt war das Erstaunen groß! "Was sagst Du - deiner Mutter? Wir wussten gar nicht, dass sie eine eigene Übersetzung hergestellt hat. Das ist ja sensationell! Erzähl doch mal!" "Nun," kam die Antwort, "so lange ich denken kann hat meine Mutter es sich zum Vorsatz gemacht, die Bibel täglich in den Alltag zu übersetzen und danach zu leben. Das hat mein Leben bleibend geprägt"

Über 4400 Sprachen haben noch keine Bibelübersetzung. Das ist schlimm! Vielleicht noch schlimmer ist es, dass Millionen von Menschen Zugang zu mehreren Übersetzungen haben - und nie eine Bibel zur Hand nehmen und lesen. Die einzige Übersetzung der Bibel, die sie lesen, ist die Übersetzung der Bibel in deinem und meinem Leben. Paulus schreibt in 2 Korinther 3:3:

Ihr seid ein Brief Christi, von uns geschrieben, aber nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes: nicht auf Steintafeln, sondern in die Herzen der Menschen.

Heute, morgen und in Zukunft werden wir Menschen begegnen, die nie eine Bibel irgendeiner Übersetzung in die Hand nehmen würden. Aber der Übersetzung, die sich in unserem Leben widerspiegelt, können sie sich nicht entziehen. Es ist die einzige, die stärkste und effektivste Übersetzung, die ihnen begegnet. Und es ist die Übersetzung, die Gott in ihrem Leben gebrauchen möchte!

Donnerstag, 25. Februar 2010

Wie viel hat der eigentlich kapiert?

Mitten in der Nacht kam er und wollte sich unterhalten. Mitten in der Nacht! Dabei war sein Gegenüber den ganzen Tag unterwegs gewesen und hatte gearbeitet. Jetzt war es Abend. Feierabend! Wohlverdiente Ruhe! Bis dass es klopfte, er hereinkam, sich setzte und erst einmal seine ganzen Komplimente loswurde. Darauf hätte sein Gegenüber allerdings auch verzichten können.

Nun ja, ein Gespräch kam in die Gänge, in dem der Besucher genau die Dinge erfuhr, die er hören musste. Allerdings kam eine Rückfrage nach der anderen. Der Besucher, gebildet wie er war, hätte verstehen sollen, ja, hätte bei seiner Ausbildung verstehen müssen. Aber nix da - nur Fragen. Und irgendwann in dieser Nacht ist er dann wohl aufgestanden, hat sich (hoffentlich) für die Zeit und das Gespräch bedankt und ist nach Hause gegangen.

Jesus hat sich möglicherweise anschließend schlafen gelegt, nachdem er Nikodemus dem Vater im Gebet anbefohlen hat, und Nikodemus wird vielleicht noch lange in jener Nacht über die seltsamen Aussagen Jesu gegrübelt haben. Wie viel hatte er eigentlich kapiert? Wir lesen nichts davon, dass er irgendwas verstanden hat von dem, was Jesus ihn lehrte.

Ein vergebliches Gespräch. Nichts verstanden. Vielleicht kam sich der Oberste in Israel wie ein Dummkopf vor. Vergebliche Mühe.

Wirklich?

Einige Kapitel später, in Johannes 7, wird uns von einer Spaltung unter den Juden bereichtet. Einige waren fasziniert von Jesus, andere, vor allem die Pharisäer, wollten ihn gefangen setzen. Und dann war es dieser Nikodemus, der seine Mit-Pharisäer darauf hinweist:

"Richtet unser Gesetz einen Menschen, es sei denn, man habe ihn zuvor selbst gehört und erkannt, was er tut?" (7:51)

Ein schüchterner Verteidiger des Herrn war er geworden. Er begann, etwas zu kapieren! Er trat ein für Jesus, verhalten, aber immerhin. Und die Jahre vergingen. Jesus ging seinen Weg - bis ans Kreuz. Nikodemus scheint verschollen, untergetaucht in der Masse der pharisäischen Feinde Jesu. Oder doch nicht?

In Johannes 19 lesen wir, was aus dem furchtsamen, nächtlichen Besucher geworden ist, der in seinem ersten Gespräch mit Jesus scheinbar nichts kapiert hatte. In Johannes 19 wird bereichtet, wie er einem anderen Jünger, der als heimlicher Jünger beschrieben wird, unter die Arme greift. Sie umgaben den Leib Jesu mit Spezereien, wickelten ihn eine Leinwand und legten ihn in ein Grab. Und Nikodemus spendete übermäßig viel Aloe und Myrrhe.

Jetzt hatte er den Mut, zu bekennen und sich zu Jesus zu stellen. Er, der bei seiner ersten Begegnung mit Jesus scheinbar nichts kapiert hatte, war jetzt ein aktiver, großzügiger Jünger Jesu geworden. Was wäre wohl aus ihm geworden, wenn es dieses erste, wenig Erfolg versprechende Gespräch mit Jesus nicht gegeben hätte?

Was manchmal recht schleppend beginnt und nicht Erfolg versprechend aussieht, kann am Ende sehr wohl wertvolle Frucht bringen. In 1 Korinther 15:58 ermuntert uns Paulus:

"Deshalb bleibt fest und unerschütterlich im Glauben, liebe Freunde, und setzt euch mit aller Kraft für das Werk des Herrn ein, denn ihr wisst ja, dass nichts, was ihr für den Herrn tut, vergeblich ist."

Das gilt mit Sicherheit auch für unser Zeugnis von Jesus. NICHT vergeblich, auch wenn es manchmal so aussieht!

Mittwoch, 24. Februar 2010

Großmutters Gedächtnis - und meins…

Immer wieder mal erinnere ich mich an meine Großmutter. Besonders an ihre Anwesenheit auf Geburtstagen und anderen Familienfeiern. Bis heute haben wir noch (irgendwo) Aufnahmen, auf denen sie zu hören ist. Was auf diesen Aufnahmen nicht erkennbar ist, ist die Tatsache, dass Großmutter im Alter ein Gedächtnisproblem entwickelte. Was das genau war, das weiß heute niemand mehr. Damals nannte man alles "Verkalkung". Interessant ist die Tatsache, dass Großmutter alle neuen Erfahrungen sofort wieder vergaß, alles aber aus ihrer Kindheit und Jugendzeit kam zurück. Auch die ALTEN (!) Lieder.

Obwohl ich manchmal den Eindruck habe, als fingen bei mir auch die Gedächtnisprobleme an, bin ich mir lediglich einer direkten Parallele zu meiner Großmutter sicher: Das Erinnern an alte Lieder. Ich liebe es, moderne Anbetungslieder zu singen, zu spielen und zu hören. Aber ich liebe es ebenso, mir alte Lieder in Erinnerung zu rufen, deren Texte mich in der Vergangenheit gesegnet haben. Während meiner Bibelschulzeit war es unter anderem ein Lied, das mir bis heute nachgeht:

Die Zeit ist kurz, o Mensch, sei weise und wuchre mit dem Augenblick;
nur einmal machst du diese Reise, lass eine Segensspur zurück!
(…)
Drum, Heiland, lehr' mich meine Jahre zu Deinem Dienste einzig weih'n;
von heute an bis hin zur Bahre für jenes Leben Samen streu'n.

Gut, jetzt hab ich offenbart, wie alt ich wirklich sein muss. Aber ist dieses Lied nicht ein herausfordernder Aufruf, unser Leben für das einzusetzen, wofür es sich wirklich lohnt? Besser: für DEN einzusetzen, für DEN es sich einzusetzen lohnt!

Wann immer unsere Zeit gekommen sein wird, Abschied zu nehmen, wir werden eine Spur zurücklassen. Menschen werden sich an uns erinnern. Das kann gut oder nicht so gut sein. Ist eigentlich egal. Weder gute Erinnerungen noch schlechte Erinnerungen an uns tun uns dann noch weh. Aber: trotzdem sollten wir eine gute Spur zurücklassen. Nicht eine Spur, die Menschen daran erinnert, wie "gut" wir waren, sondern eine Spur, die darauf hinweist, wie gut unser Herr war und ist.

Wenn ich Jesus heute in meinem Leben wirken lasse, wenn ER in mir und ich in IHM bleibe, dann wird mein Leben eine Spur hinterlassen, die "gut" ist. Denn dann werden Menschen motiviert, über Jesus nachzudenken, lange nachdem ich nicht mehr bin. Beispiele dafür gibt es viele: George Müller, Ruben Torrey, Dwight L. Moody, Pastor Wilhelm Busch und ungezählte "Namenlose", deren Spur lange nachdem sie auf Erden zu Ende ging noch immer auf Jesus hingewiesen hat.

Dienstag, 23. Februar 2010

Halbe / Halbe - oder: Nichts Halbes und nichts Ganzes!

Manche Illustrationen kann man ganz anders auslegen als sie gemeint sind. Zum berühmten halbvollen Glas des Optimisten (das halbleere des Pessimisten) könnte man auch sagen: Ob halbvoll oder halbleer - es ist und bleibt eine halbe Sache. Es ist nicht voll! Vielleicht nicht weiter tragisch - es sei denn, es könnte und sollte eigentlich voll sein.

Mir kommt die Geschichte des Weltreisenden in den Sinn, der auf einem Kreuzfahrtschiff um die Welt fährt. In dem halben Jahr kann er sich kaum an all den Luxus und die Angeboten des Kreuzfahrtschiffs gewöhnen. Dreimal täglich Mahlzeiten im Büffetstil, Schwimmbad, Kino, mehrere Bars, eine Minigolfanlage und ein Friseur. Die Augen des Weltreisenden können sich nicht satt sehen an all den Angeboten und er kommt aus dem Staunen nicht heraus. Am Tag vor der Rückkehr hat er sogar noch das Privileg, dass ihm der Kapitän des Schiffes persönlich begegnet und die beiden kommen ins Gespräch. "Ein wunderbares Schiff, ein einmaliges Erlebnis, ein überwältigendes Angebot," schwärmt unser Freund. Wenn ich je die Gelegenheit zu einer zweiten Reise dieser Art erhalte, möchte ich unbedingt auch von diesen Angeboten Gebrauch machen können." Erstaunt und erschrocken blickt der Kapitän ihn an und entgegnet: "Haben Sie Ihr Ticket nicht gelesen? Diese Angebote waren komplett im Preis inbegriffen!"

Man sagt sich nach solch einer Geschichte: Na ja, eine Geschichte. Niemand auf diesem Globus wird so blöd sein! Und ich stimme zu! Aber geht es uns als Christen nicht oft ganz ähnlich. Wir geben uns zufrieden mit einem halbvollen Glas, sind noch stolz darauf, dass es halbVOLL ist, und merken gar nicht, dass wir Zugang haben zu einem VOLLEN Glas. Wir merken es nicht, weil wir unser Ticket nicht lesen. Denn da steht drauf, was auf unserer Reise bereits mitbezahlt wurde und uns zur Verfügung steht:

Psalm 16:11: Vor deinem Angesicht sind Freuden in Fülle. (Freude)
Ps 65:10: Der Strom Gottes hat Wasser in Fülle. (Erfrischung)
Ps 66:12: Du hast uns herausgeführt in die Fülle. (Befreiung)
Ps 68:10: Regen in Fülle hast du ausgegossen, o Gott; (…) du hast erquickt. (Erquickung)
Ps 72:7: Fülle von Frieden wird sein (Frieden)
Ps 81:11: Tue deinen Mund weit auf, so will ich ihn füllen! (Versorgung)
Ps 112:3: Reichtum und Fülle ist in seinem Haus (Versorgung)
Ps 130:7: Israel, hoffe auf den HERRN! (…) bei ihm ist Erlösung in Fülle. (Erlösung)
Joh 1:16: Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade um Gnade. (Gnade)
Eph 3:19 Und ihr könnt auch die Liebe erkennen, die Christus zu uns hat, die doch alle Erkenntnis übersteigt, damit ihr erfüllt werdet bis zur ganzen Fülle Gottes. (alles Nötige)
Kol 2:9-10: Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig; und ihr seid zur Fülle gebracht in ihm (Gottes Gegenwart)
Joh 10:10: Ich bin gekommen, damit sie das Leben und überreiche Fülle haben. (Leben)

Ich für meinen Teil möchte mich im verbleibenden Abschnitt meiner Lebenskreuzfahrt ständig daran erinnern und erfreuen, dass ich ein Pauschalticket habe, dass die Fülle, die Gott schenkt, beinhaltet. Er möchte meinen Becher nicht halbleer oder halbvoll - Er möchte ihn zum Überfließen bringen!

Psalm 23:5: Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über.

Montag, 22. Februar 2010

Bist Du sicher?

Es war der Evangelist Wilhelm Busch, der eines Tages mit jemandem über den Glauben ins Gespräch kam. Im Laufe der Unterhaltung meinte sein Gegenüber: "Glauben habe ich auch! Ich glaube, dass zwei Pfund Rindfleisch eine gute Suppe ergeben!"
Ich hoffe, dass unser Freund eine schmackhafte Suppenmahlzeit gehabt hat. Wenn allerdings nicht - was soll's? Dann hat er sich eben abends ein Schnitzel in die Pfanne gehauen und hat nachgeholt, was er mittags versäumt hat. Der Glaube, dass Rindfleisch in der Suppe schmeckt oder dass es morgen gutes Wetter gibt fällt nicht wirklich ins Gewicht. Was sehr wohl, ja, kritisch ins Gewicht fällt ist der Glaube, der mit der Ewigkeit zu tun hat. Da hilft uns ein vager Glaube oder ein Wunschglaube nicht weiter. Da ist ein Glaube gefragt, der in uns eine feste Zuversicht wirkt.

Bist Du sicher, dass Deine Sünde vergeben ist?

Der Prophet Sacharja beschreibt in Kapitel 12 eine Zeit, in der Israel den Messias erkennen werden. Eine nationale Erweckung ist die Folge. Sacharja schreibt:

"An jenem Tag wird (…) eine Quelle fließen zur Reinigung von Sünde und Unreinheit."

Das ist das Herrlichste und Wichtigste, das ein Mensch erfahren kann: Reinigung von Sünde und Unreinheit. Und betreffs dieser Erfahrung sollte man sich sicher sein! Bist Du Dir der Vergebung deiner Sünde sicher?

Eine Unzahl von Menschen möchten befreit werden von Sünde, die an ihnen klebt
Viele mehr suchen verzweifelt einen Weg, neu anzufangen
Viele sind geknechtet von Sünde und suchen vergeblich den Schlüssel, der ihre Banden öffnet

Der Schlüssel für sie alle ist die "Quelle der Vergebung zur Reinigung von Sünde und Unreinheit"

Tragisch ist, dass auch viele überzeugte Christen sich nicht sicher sind, ob ihre Sünden ein-für-allemal vergeben sind.

Nun, die Gewissheit der Vergebung kann verständlicherweise erst nach dem Empfang der Vergebung kommen. Voraussetzung für den Empfang der Vergebung unserer Schuld ist der Schritt zu Jesus. 1 Johannes 1:9 verspricht:

"Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist Er treu und gerecht, dass er uns unsere Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit."

Aber ohne diesen ersten, grundlegenden Schritt zu Jesus (auch Bekehrung genannt) erhält niemand Vergebung - und damit auch keine Gewissheit der Vergebung. Wer diesen Schritt zu Jesus aber getan hat, der darf sich an der GÖTTLICHEN Zusage festhalten, dass seine Sünden vergeben sind. Warum schleppen sich trotzdem so viele Christen durchs Leben mit ständigen Zweifeln und Schuldgefühlen? Ich denke, es gibt zwei mögliche Antworten, vielleicht drei.

  1. Weil sie ihre Bibel nicht kennen und ihnen die Versprechungen Gottes unbekannt sind
  2. Weil sie Gottes Verheißungen kennen, sich aber nicht daran klammern, sondern zweifeln
  3. Weil sie versuchen, Gott auszutricksen. Zwar möchten sie Vergebung ihrer Schuld, aber andererseits nicht von ihren sündigen Wegen lassen. Sie brauchen sich nicht zu wundern.

Bist du sicher? Bist du sicher, dass deine Sünden vergeben sind? 1 Johannes 1:7 fasst alles bisher gesagte zusammen in einem Vers:

"Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde."

Leg Dein Leben in Jesu Hände, geh Deinen Weg mit Ihm im Licht und halte Dich fest an dem göttlichen Versprechen (Gott lügt nicht! NIE!), dass das Blut Jesu Dich von JEDER Sünde reinigt!

Und wenn Du dann immer noch Zweifel hast: hier ein kleiner Tipp:
Fang einfach mal an, Jesus für die Vergebung zu danken, die Er Dir geschenkt hat! Immer wieder! So lange, bis Du die Zweifel weggedankt hast.