„Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!“ (Hebräer 12,14 )

Mittwoch, 27. Januar 2010

VON STERNCHEN, OSAMA UND JESUS

Vorgestern Abend, nach einem langen Treffen, zu einer Uhrzeit, in der man eigentlich ins Bett gehört, schaltete ich noch das Fernsehen an. Ein regionaler Sender packte meine Aufmerksamkeit. "Die Sprache von Al Qaida" hieß die Dokumentation, die sich mit dem Terrornetzwerk und seiner Medienstrategie beschäftigte. Interessant und informativ genug, die Sendung bis zum Schluss anzuschauen. Unter anderem wurde am Ende der Doku eine Gruppe Terroristen gezeigt, die ein Lied (in arabischer Sprache?) sangen. Für den Fernsehzuschauer wurden Textauszüge übersetzt: "Osama Bin Laden - unser strahlender Stern!" Das Lied diente der Gruppe zum Rekrutieren neuer Mitglieder.

"Strahlender Stern" - das ruft natürlich sofort Assoziationen wach. Die Bibel berichtet immer wieder von Sternen. Angefangen bei der Schöpfung (1 Mo 1:16), über den Gebrauch als Gegenstandslektion für Abraham (1 Mo 15:5), bis zum von Gott eingesetzten Navi für die Weisen aus dem Osten (Matthäus 2:9). Aber bei dem Begriff: "strahlender Stern" kommen einem besonders zwei Verse in den Sinn. In Jesaja 14:12 heißt es:

"Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern!
Wie bist du zu Boden geschmettert, Überwältiger der Nationen!"

Da geht es offensichtlich um jemanden, der einst schön und gewaltig war - und dann viel Unheil unter allen Nationen anrichtete. Er wurde aus Gottes Gegenwart verbannt.
Eine traurige Sache. Nichts, worauf man stolz sein könnte. Nur Unheil, Fall und Verbannung.

Und dann ist da der andere Morgenstern. Der wird sogar mit Namen vorgestellt. Offenbarung 22:16 sagt uns:

"Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, um euch diese Dinge für die Gemeinden zu bezeugen. Ich bin die Wurzel und der Spross Davids, der leuchtende Morgenstern."

So, und jetzt ist es an uns, uns rekrutieren zu lassen. Wir können uns an gefallene Existenzen hängen und ihnen nachlaufen. Ok, unwahrscheinlich, dass jemand, der diese Zeilen liest, Osama Bin Ladens Werbesongs hinterherläuft. Aber es gibt andere gefallene oder fallende Sterne und Sternchen, die uns immer noch in ihren Bann ziehen möchten.

Tatsache ist, dass es nur einen wahren Morgenstern gibt, nur einen, der Licht, Leben, Freude, Trost, Heil, Geborgenheit und Erfüllung schenkt. Nur einer strahlt in der Dunkelheit, zeigt seine Herrlichkeit in der Frühe und spät. Nur einer, der alle anderen strahlenden Sterne durch Glanz und Herrlichkeit aussticht: Jesus, der glänzende Morgenstern.

Ich, für meinen Teil, habe dem Herrn heute Morgen neu gesagt, dass ich mich von Ihm allein rekrutieren lasse. Auf Ihn allein will ich blicken, mich an Ihm allein freuen und Ihm allein dienen.
Jesus - glänzender Morgenstern!

Dienstag, 26. Januar 2010

GUTER GOTT - BÖSER GOTT?

Man mag eine solche Überschrift ja kaum lesen - viel weniger schreiben. Aber gibt es nicht Millionen von Menschen, die sich gerade diese Frage stellen? Abgesehen von denen, die sowieso an gute und böse Wesen in der unsichtbaren Welt glauben, fragen sich unzählige Menschen: Wie kann ein guter Gott so etwas zulassen. Und dabei denken sie nicht nur an Haiti, sondern auch an den Irak, das gestern abgestürzte Flugzeug mit 90 Insassen - jetzt alle tot, an die Familie, die einer schrecklichen Tragödie zum Opfer fiel, an die Millionen Kinder, die in Armut, Sklavenarbeit und Prostitution aufwachsen und an die Mengen von Kranken, die in unsagbaren Schmerzen dahinvegetieren.

Heute morgen las ich Psalm 104. Ein Psalm, der die Herrlichkeit, Größe, Allmacht, Geduld und Fürsorge Gottes beschreibt. Gott sieht und kontrolliert alles. Gott hat alles bewusst so geschaffen, dass Mensch und Tier versorgt werden. Verse 10-12+14 sagen:

"Du lässt Quellen entspringen in den Tälern; sie fließen zwischen den Bergen hin; sie tränken alle Tiere des Felde. Über ihnen wohnen die Vögel des Himmels. Du lässt Gras wachsen für das Vieh und Pflanzen, dass sie dem Menschen dienen, damit er Nahrung hervorbringe aus der Erde;"

Selbst Sonne und Mond sind zum Wohl aller Lebewesen geschaffen und "programmiert"

Die natürliche Reaktion darauf wird beschrieben in Vs 28 und 29:
"Sie alle warten auf dich, dass du ihnen ihre Speise gibst zu seiner Zeit. Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt"

Gott, der Herr und Schöpfer gibt Speise und Gutes denen, deren Augen auf Ihn gerichtet sind. Aber das Gegenteil ist auch wahr. Vs 29 sagt:

"Verbirgst du dein Angesicht, so erschrecken sie; nimmst du ihren Odem weg, so vergehen sie und werden wieder zu Staub"

Wenn Gott seine Hand auftut (aktiv) - entsteht Gutes (Sättigung und Segen)! Wenn Gott nichts tut (sich verbirgt, passiv) - entstehen Schrecken und Vergänglichkeit!

Eine Teilerklärung für Not und Leid in der Welt besteht in der Tatsache, dass die Augen der Menschen nicht länger auf Gott gerichtet sind, sondern Gott ignorieren. Ich sage bewusst NICHT: "die Augen der Haitianer, der Kranken und Leidenden sind nicht auch Gott gerichtet." Das wäre nicht nur kurzsichtig, sondern schlichtweg FALSCH! Richtig ist, dass die Augen der Menschen als Kollektiv sind nicht mehr auf den Herrn gerichtet sind - und Gott hat sein Angesicht eine Weile verborgen … wir ernten die Frucht. Die Menschen wollen Gott nicht, wollen in Ruhe gelassen werden und lehnen es ab, auf Ihn zu warten. Also lässt Gott uns unseren Willen - und verbirgt sein Angesicht für eine Weile. Die Folgen sehen wir. Wenn wir dann fragen: "Warum tut Gott das? Ist er nicht ein ‚lieber Gott?'" dann ist die Frage falsch gestellt. Psalm 104 beschreibt: Alles Gute kommt von Gott. Wenn wir ihn aber ablehnen, zwingt er sich uns nicht auf. Dann verbirgt er sein Angesicht für eine Weile und lässt uns in Ruhe - wie wir es uns ja wünschen. Die Folge ist, dass wir "erschrecken und vergehen" (Vs 29)

Wenn Not und Elend in der Welt ein Indikator dafür sind, wie weit sich die Menschheit von Gott abgewandt hat, dann erhalten wir jetzt einen kleinen Einblick in die Gottlosigkeit der Welt.

Unser Auftrag als Christen ist zweifach:
Zum einen sollen unsere Augen auf unseren Herrn gerichtet sein. Die Folge davon wird u.a. in Ps 104:27-28 beschrieben. (Aber Achtung, wir leben in einer Welt, die Gott nicht mehr will. Gott wird segnen, die auf Ihn warten. Aber materieller Segen ist uns nicht unbedingt versprochen)

Zum anderen sollen wir andere ermutigen, auf den Herrn zu warten. Unsere Worte und Werke sollen bezeugen: Der Herr liebt und kümmert sich um die, die auf Ihn hoffen.

Sonntag, 24. Januar 2010

Worte

Wie viele Worte man wohl am Tag spricht? Klischees sagen, Männer … ach lassen wir das! Eine Untersuchung behauptet, dass sich die Zahl der täglich gesprochenen Worte von Frauen und Männern kaum unterscheidet. Frauen sprechen im Durchschnitt 16.215 Worte aus, Männer 15.669. "Unbedeutsam!" sagen Statistiker.

Fast 15.700 Worte habe ich gestern also raus gelassen. Was da wohl alles bei war? Klar, mein Telefongespräch mit den Kindern. Die Abendessenkonversation mit meiner Frau. Die Telefonate während der Arbeit. Zählt mein Schimpfen über den Sonntagsfahrer auch? - Na ja, Muss wohl.

Welche Ergebnisse meine Worte wohl produziert haben? Manchmal hatte ich den Eindruck, gegen eine Wand zu reden. Manchmal schien mein Gegenüber gelangweilt - oder frustriert. Und der Sonntagsfahrer hat zum Glück nichts gehört.

Klar ist: Worte sind mehr als Buchstaben! Worte trösten, trennen, erheben, zerstören, produzieren Gutes und Schlechtes, können Medizin sein oder tödliches Gift.

Die Bibel illustriert, was Worte bewirken können - im Guten und im Schlechten:

"Die Worte eines gedankenlosen Schwätzers verletzen wie Messerstiche; was ein weiser Mensch sagt, heilt und belebt. Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper. Wie goldene Äpfel auf einer silbernen Schale, so ist ein rechtes Wort zur rechten Zeit." (Sprüche 12:18; 16:24; 25:11)

Heilend, belebend, angenehm, wertvoll - auf jeden Fall die Art Worte, die ich von anderen hören möchte - und andere wahrscheinlich auch von mir. Nun, 6947 dürfte ich für den heutigen Tag noch übrig haben. Damit kann man eine Menge Gutes anfangen.

Samstag, 23. Januar 2010

Lieber reich und gesund ...

Der scherzhaft Spruch „Lieber reich und gesund als arm und krank“ bringt zum, Ausdruck, wonach uns der Sinn steht. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich diese Gleichung unter Umständen auch für mein Leben übernehmen. Bereits der Theologe und Philosoph, Thomas von Aquin, stellte fest: „Das letzte Ziel des Menschen ist das Glück“. Verschiedene Gruppierungen innerhalb der christlichen Kirche haben diese Lebensphilosophie aufgegriffen und versucht, sie irgendwie zu begründen. Als Demonstration ihrer „Wahrheit“ prangen an ihren Fingern teure Ringe und ihre privaten Transportmittel bewegen sich auf den Strassen und in der Luft.

Menschen, die sich das Leben Jesu zum Vorbild nehmen, leben anders. Wer die persönliche Verbindung mit Gott durch Jesus Christus gefunden hat, ist am Ziel angekommen. Er hat das ultimative Glück gefunden. Reichtum, Gesundheit und Erfolg können immer noch erfreuen, aber sie sind nicht mehr notwendig zur Freude. Der Prophet und König, David, der mehr Reichtum hatte als vermutlich alle, die diese Zeilen lesen, schreibt in Psalm 16:11: „Du führst mich den Weg zum Leben. In deiner Nähe finde ich ungetrübte Freude; aus deiner Hand kommt mir ewiges Glück.“ (GNB)

Ungetrübte Freude findet ein Mensch lediglich in der Gegenwart Gottes. Ewiges Glück kommt allein als Geschenk aus Gottes Hand.

„Mit Freuden ernten“ ist ein Buch, das ich z. Zt. beim Strampeln im Fitness Center lese. Es enthält 35 Kurzbiographien von Frauen und Männern, denen Reichtum und Gesundheit nicht vergönnt waren, die aber trotzdem in ihrer Beziehung mit Jesus Freude und Glück fanden – mehr als andere, die sich für zu aufgeklärt hielten. Drei Beispiele:

  • Corrie ten Boom, eine holländische Christin, die sich für Judfen einsetzte, überlebte den Holocaust nur knapp. Sie erfuhr, dass Jesu Liebe tiefer als alle Tiefen geht und in aller Not ein tragendes Fundament bietet.
  • Wang Mingtao, ein chinesischer Christ, überlebte 23 Jahre in schwerstem Straflager im kommunistischen China. Als er starb, war sein Leben von unsagbarem Leiden gezeichnet und er war fast völlig erblindet.
  • Adolf Storz war Sportler, seit 4 Jahren verheiratet und hatte eine kleine Tochter, als ein Motorradunfall ihn für den Rest seines Lebens querschnittsgelähmt ans Bett fesselte. Medikamente waren teuer, eine Rente bekam er nicht und die Familie verarmte. In dieser Not begegnete ihm Jesus. Adolf Storz wurde in seiner Krankheit und Armut unzähligen Menschen zum Trost und zur Ermutigung. Seine Aussage war: „Denkt an die Ewigkeit! Sonst seid Ihr bei allem Glück und aller Gesundheit die Allerärmsten.“
„Lieber reich und gesund als arm und krank.“ Wirklich? Jesus lehrt: „Was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse?“ (Mt 16:26 LÜ)

Gott verspricht uns kein irdisches Leben in Reichtum und permanenter Gesundheit. Aber er verspricht uns seine Gegenwart, Hilfe, Freude, seinen Trost und Rat.

Ich für meine Person bevorzuge das Motto: Lieber noch Wünsche offen und nahe bei Gott als wunschlos (un-)glücklich und ohne Gottes Gegenwart.“ Dieses Motto hat sich bei unzähligen Christen bewährt. Noch Fragen? Schreib doch mal!

Donnerstag, 21. Januar 2010

Bedingt durch die Pastorenkonferenz in Siegen heute nur 3 kurze, aber nachdenkenswerte Zitate:

"Das Größte ist nicht, niemals zu fallen, sondern immer wieder aufzustehen." C.

"Die wirkliche Kunst des Gesprächs ist nicht nur, das Richtige am richtigen Ort zu sagen, sondern auch, das Falsche in Momenten der Versuchung ungesagt zu lassen" Dorothy Nevill

Ein friedliebender Mensch tut mehr Gutes als ein gelernter Mensch! Thomas A. Kempis

Mittwoch, 20. Januar 2010

Asche zum Frühstück

Wie Gras ist abgemäht und verdorrt mein Herz, denn ich habe vergessen, mein Brot zu essen. (…) Asche esse ich wie Brot, meinen Trank vermische ich mit Tränen (Ps 102:5+10)

Schon gefrühstückt? Man nennt es ja die Kaisermahlzeit. Ein gutes Frühstück am Morgen ist kein schlechter Start in den Tag und gibt dem Körper erst mal, was er braucht.

Der Psalmist, im ersten Vers lediglich als "Elender" bezeichnet, hat tatsächlich vergessen, zu frühstücken. Das ging mir letzten Sonntag auch so - und ich musste kurz vor dem Gottesdienst in der Gemeinde noch ein paar Lebkuchen reinschieben, damit der knurrende Magen nicht mit auf die CD Aufnahme kam …). Beim Psalmisten hatte seine Vergesslichkeit andere Folgen: die Frische (= Freude, Zuversicht, Leben) in seinem Herzen war wie abgemäht und verdorrt. Autsch!

Damit nicht genug! Irgendwann merkte er wohl doch seinen leeren Magen (vielleicht knurrte der) und dann hat er sich doch was zum Frühstück geholt: Asche! Da die nicht gerade runter geht wie Öl, hat er sie mit seinen Tränen vermischt. Na dann, guten Appetit!

Genug der Auslegung. Hier die Anwendung: Vergessen wir es nicht auch oft genug, unserem Herzen die Nahrung zu geben, die es braucht? Jesu sagt, dass ER das Brot des Lebens ist - und wir versuchen es mit Aschekuchen. Kein Wunder, dass das Herz verdorrt! Jesus sagt, dass ER das Wasser des Lebens ist und austeilt - und wir würgen die Aschekuchen mit Tränen runter. Kein Wunder, dass wir den ganzen Tag verstimmt sind.

Der Herr hat uns nicht geboten, jeden Tag ein Bibelstudium zu halten oder zu besuchen. Er stellt uns nicht unter den Zwang, eine tägliche Gebetsstunde einzuführen. Aber er lädt uns ein, uns vom Himmelsbrot und Lebenswasser zu ernähren, sein Wort zu "essen" und Gemeinschaft mit IHM zu "trinken". Ich schlage vor, klein anzufangen. Vielleicht mit den guten, alten "Herrnhuter Losungen". Gib Gott 15 konzentrierte Minuten am Tag. Und wenn Du dann merkst, dass Dir frühstücken wieder Spaß macht, wirst Du automatisch länger am Tisch (mit dem Herrn) sitzen bleiben. Guten Appetit!

Dienstag, 19. Januar 2010

GEISTESGABEN

Ich glaube, dass die Gaben des Heiligen Geistes, die im Neuen Testament beschrieben werden, wichtig und biblisch sind. Ich bete darum, dass der Herr Seine Gaben in solche Herzen ausgießt, die demütig genug sind, sie zu empfangen und zu Seiner Ehre einzusetzen. Es verlangt mich danach, Auswirkungen der Gaben der Heilung zu sehen, ebenso wie die Gabe der Erkenntnis, die Gabe der Wunderwirkungen und die anderen geistlichen Gaben. Aber es gibt eine geistliche Gabe, um deren Ausgießung ich den Herrn öfter bitte als um andere. Ich sehne mich danach, eine globale Ausgießung dieser Gabe des Heiligen Geistes zu sehen. Diese Geistesgabe, an die ich denke, wird von vielen als "nicht ganz so wichtig" eingestuft. Dies umso mehr, weil diese Gabe nicht so sichtbare Auswirkungen hat wie die Gabe der Heilung und nicht so hörbare Auswirkungen wie die Gabe der Zungenrede. Die Gabe, an die ich denke wird leicht übersehen, gering geachtet oder gar verachtet. Aber unsere Welt würde anders aussehen - besonders würden unsere Gemeinden anders aussehen - wenn Gottes Kinder diesen Schatz wertschätzen und sich danach ausstrecken würden. Ich rede von der Gabe der Barmherzigkeit.

Vielleicht meinen wir, dass doch eigentlich jeder Gläubige diese Gabe besitzt. Aber das entspricht nicht den Tatsachen. Richtig ist, dass wir alle dazu aufgerufen sind, hilfsbereit, rücksichtsvoll und liebevoll zu sein. Aber eine Person mit der Gabe der Barmherzigkeit hat ein höheres Maß an Mitgefühl, Sanftmut, Sympathie und Hilfsbereitschaft. Eine Person mit der Gabe der Barmherzigkeit bringt das Mitleid, die Sanftmut und Liebe Jesu mit besonderer Intensität zu denen, die verletzt und bedürftig sind. Sie tun, was sie tun im Namen Jesu, um Ihn zu verherrlichen.

  • Sie sehen - und empfinden - für den Fremden in ihrer Nachbarschaft, der mit Einsamkeit und Heimweh kämpft.
  • Sie sehen - und empfinden - den Arbeitslosen, der sich immer wieder vergeblich abmüht, einen neuen Arbeitsplatz zu finden.
  • Sie sehen - und empfinden - für die, die von Kollegen, Nachbarn oder selbst von Glaubensgeschwistern missverstanden und gerichtet werden.
  • Sie sehen - und empfinden - für solche, die gemieden werden aus Gründen, zu denen sie sich nicht einmal äußern konnten.
  • Sie sehen - und empfinden - für die unverheiratete Mutter, die versucht, ihr Kind zu erziehen, den Lebensunterhalt zu verdienen und den Haushalt zu erledigen.
  • Sie sehen - und empfinden - für andere Nachfolger Jesu, die geistlich missbraucht und verletzt wurden von denen, die Vorbilder hätten sein sollen.
  • Sie sehen - und empfinden - für die Süchtigen … die Hoffnungslosen … die Hungrigen und Durstigen … das Mädchen, dass an den emotionalen Nachbeben einer Abtreibung leidet … oder die Millionen, die von Tragödien betroffen sind, die unseren Globus regelmäßig heimsuchen.
Wir brauchen eine ganze Armee von Jesus - Nachfolgern, die zum Vater im Himmel schreien, dass Er sie mit der Geistesgabe der Barmherzigkeit ausrüstet. Es ist keine spektakuläre Gabe. Sie wird oft im Verborgenen praktiziert, irgendwo in einer schmutzigen Ecke der Welt, in einem versteckten Raum, zu unmenschlichen Tageszeiten - und oft ohne Anerkennung. Manchmal wird die Ausübung dieser Gabe unsere Herzen schwer machen und unsere Hände schmutzig, denn es ist eine zeitaufwendige und praktische Gabe. Aber unsere Welt und unsere Gemeinden schreien nach Menschen, die diese Gabe haben und praktizieren.

Montag, 18. Januar 2010

Gerettet - und trotzdem ...

Gerettet - und trotzdem unzufrieden. Gerettet - und trotzdem bis über die Ohren in Problemen. Gerettet - und trotzdem gebunden. Gerettet - und trotzdem ... Wie kann das sein?

5 Mose 32:15 (HfA) gibt Antwort:
Da wurden diese ehrenwerten Leute fett. Sie wurden richtig rund und dick und meinten, Gott nicht mehr zu brauchen. Sie wandten sich von ihrem Schöpfer ab und lachten über ihren Retter, auf den sie sich zuvor noch fest verlassen hatten.

Auch als Christen stehen wir in Gefahr, uns "zu gewöhnen". Wir gewöhnen uns an Gottes großzügige Vergebung, an die Glaubensfreiheit, an die Gemeindestunden, an die Tatsache, dass wir gerettet - und damit Himmelsbürger sind, an den Zuspruch Gottes, uns nicht mehr zu verlassen noch zu versäumen. All das und viel mehr wird uns zur Normalität und wir verlieren den Blick für den, der uns das alles ermöglicht hat, Jesus. Wir merken gar nicht, wie wir uns von ihm fortbewegen, weil wir, (vielleicht unbewußt) meinen, ihn nicht mehr zu brauchen.

Und so stellt sie sich ein, die neue Unzufriedenheit, die Gebundenheit, die drückende Last der Probleme und schließlich die Frage: "Warum passiert mir das alles? Ich bin doch gerettet."

Dankbar zurückschauen aufs Kreuz an dem Er unsere Lasten getragen hat und froh in die Zukunft schauen, aus der Er uns als König entgegen kommt. Und mittendrin an ihm festhalten und mit Ihm leben - das sollte durchschlagende Hilfe bringen!