„Seid still und erkennt, dass ich Gott bin.“ (Psalm 46:10a)

Donnerstag, 1. Oktober 2026

Was zählt?

Was zählt eigentlich im Leben? Was ist wichtig, was nicht? Worauf kommt's an? Was zählt im Glauben? Das sind Fragen, die man sich im Idealfall frühzeitig stellt, denn unser aller Leben geht einmal vorbei.

Gestern hab ich mir die durchschnittliche Lebenserwartung verschiedener Länder angeschaut. Weltweit werden die Menschen im Durchschnitt 73,8 Jahre alt. Monaco liegt mit 89,6 Jahren weit drüber, Nigeria mit 54,6 Jahren weit drunter. Auch Deutschland liegt mit 81,76 Jahren Lebenserwartung deutlich über dem Weltdurchschnitt. Dabei haben die Frauen bei der Lebenserwartung immer die Nase vorn.

Aber was macht unser Leben eigentlich aus; was füllt und was erfüllt unser Dasein? Sind es Aktivitäten oder Themen, die verbinden oder solche, die eher trennen? Sind es Handlungen oder Überzeugungen, die mit uns sterben werden, oder solche, die über unser Leben hinaus bestehen bleiben? Wofür setze ich mich ein? Für mich selbst und den Bau meines Reiches? Für ein möglichst weit bekanntes Vermächtnis, einen großen Namen, ein fettes Konto, ein bequemes Leben? Nichts davon ist grundsätzlich zu verurteilen, aber lange bleiben wird davon nichts – zumindest nichts Wertvolles.

Was zählt eigentlich wirklich? Besonders wir Christen sollten über diese Frage immer wieder mal nachdenken, denn wir stehen in Versuchung, selbst geistlichen oder theologischen Inhalten zu viel Gewicht zu geben. Bitte nicht missverstehen! Geistliche und theologische Fragen gehören zu den wichtigsten Fragen im Leben. Und auf viele Fragen sollten wir nicht nur eine ungefähre Antwort haben. Aber offensichtlich gibt es auch Fragen, die so einfach und eindeutig nicht zu beantworten sind. Wenn sich aber zu viel im Leben um solche Fragen dreht oder wir es zu unserem Hobby machen, unsere Sicht der Dinge beweisen zu wollen – dann müssen wir uns auf Streit und Kälte gefasst machen.

Paulus beschrieb sehr deutlich, was für ihn zählte. Es gab ein Ziel, für das er lebte und für das er bereit war zu sterben: Jesus! Paulus schreibt:

Denn ich nahm mir vor, nichts anderes unter euch zu wissen als nur Jesus Christus, und ihn als gekreuzigt. (1 Korinther 2:2)

Dabei wäre es gerade Paulus gewesen, der Gelehrte, der sich mit Theologen und Möchte-gern-Theologen seiner Zeit hätte anlegen können. Und manchmal tat er es auch. Einmal, als es um die Frage der Kopfbedeckung beim Gottesdienst ging, schrieb er den Gemeinden, was sie wissen mussten. Dann beendete er seine Ausführungen mit den Worten (1 Korinther 11:16): „Wenn es aber jemand für gut hält, streitsüchtig zu sein, so soll er wissen: wir haben eine derartige Gewohnheit nicht, auch nicht die Gemeinden Gottes.”

Dabei ging es Paulus nicht um Harmonie um jeden Preis. Es ging ihm darum, dass wenn Uneinigkeit sein musste, dann nur um den Preis einer Person willen: Jesus. In 1 Korinther 1:23+24 schreibt er: „Die Juden wollen Wunder sehen, und die Griechen suchen nach Weisheit. Wir aber verkünden den Menschen, dass Christus, der von Gott erwählte Retter, am Kreuz sterben musste. Für die Juden ist diese Botschaft eine Gotteslästerung und für die Griechen blanker Unsinn.“

Es ging Paulus nie um sich selbst, seine Sicht, seine Ehre, seinen Namen oder sein Recht. Das betont er zu verschiedenen Zeiten in verschiedenen Briefen (2 Korinther 4:5; Galater 6:14; Philipper 3.8):

Denn wir verkündigen nicht uns selbst, sondern Christus Jesus, dass er der Herr ist, uns selbst aber als eure Knechte um Jesu willen. (...) Von mir aber sei es ferne, mich zu rühmen, als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt. (...) Aber was mir Gewinn war, das habe ich um des Christus willen für Schaden geachtet; ja, wahrlich, ich achte alles für Schaden gegenüber der alles übertreffenden Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe; und ich achte es für Dreck, damit ich Christus gewinne.

Im Leben und den Schriften des Paulus zeigt Gott, was zählt – wer zählt. Geh noch einmal zurück zum Anfang dieser Andacht und überschlage, wie lange du noch ungefähr zu leben hast, solltest du das Durchschnittsalter erreichen. Und dann frag dich: Wer oder was zählt eigentlich in meinem Leben?

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