„Seid still und erkennt, dass ich Gott bin.“ (Psalm 46:10a)

Montag, 5. Oktober 2026

Ich sehe was, was du nicht siehst ...

Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr. Denn so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken. (Jesaja 55:8+9)

„Ich sehe was, was du nicht siehst ...“ Durch das Rundschreiben eines Freundes wurde ich dieser Tage an das Kinderspiel erinnert. Auch als Erwachsener macht es immer noch Sinn, über diesen Satz nachzudenken; zugegeben – in einem etwas anderen Zusammenhang.

  • Letzte Woche wurde einer meiner besten Freunde beerdigt. Er wurde nur 55 Jahre alt.
  • Seit über einem Jahr bete ich (fast täglich) mit vermutlich Hunderten oder Tausenden anderer Christen für die Freilassung von Leah Sharibu in Nigeria.
  • Im hinduistischen Nepal, in dem die Christen eh nur eine Minderheit sind (4,7%) und dazu noch stark verfolgt werden, wurden Kirchen und Privatbesitz durch die Sturzflut zerstört und auch viele Christen haben ihr Leben gelassen.
  • In der Ukraine wurden seit Kriegsbeginn über 50 Kirchen vollständig zerstört.

Das sind alles Tatsachen, die wir sehen und erleben und die für uns die Realität ausmachen. Und – um ehrlich zu sein – sie entsetzen mich. Es entsetzt mich, dass geliebte Menschen viel zu früh sterben, dass Millionen hungern, Millionen verfolgt werden und auf der Flucht sind und dass viele Menschen nur für sich und nur in den nächsten Tag hineinleben. Und wenn ich all das sehe – und man kann es ja nicht ausblenden – dann rutsche ich nicht unbedingt in eine Phase überschwänglicher Freude.

Dann hilft es mir, dass es Wahrheiten und Tatsachen gibt, die ich nicht sehe, die aber ebenso real sind wie das, was ich sehe. Nicht immer, aber manchmal erlaubt Gott uns sogar einen kleinen Blick hinter die Kulissen, einen Blick auf Seine Absichten und in Seine Realität, die für uns nur selten sichtbar ist.

  • Letzte Woche (24.9.26) wurde an dieser Stelle berichtet, dass seit Kriegsbeginn in der Ukraine über 100 neue Gemeinden entstanden sind und sich über 13.000 Menschen taufen ließen.
  • Der Märtyrertod von vielen Missionaren hat immer wieder hunderte von jungen Menschen bewegt, die entstandenen Lücken neu zu füllen.
  • Obwohl es für Gebet und Erweckung keine festgesetzten Zeitregeln gibt, gingen vielen Erweckungen ausgedehnte Zeiten des Gebets voraus.
  • Auch Daniel betete und fastete 3 Wochen lang, weil ihn etwas bedrückte und er Gott suchte. Sobald Daniel mit Gebet und Fasten begann, wurde er erhört – aber er erkannte es nicht. 

Nach der ersten Woche ... keine Antwort. Nach der zweiten Woche – keine Antwort. Als die dritte Woche sich dem Ende zuneigte, hatte er immer noch eine Antwort. Erst am 21. Tag kommt ein Engel Gottes zu ihm und erklärt (Daniel 10:12-14a): „Fürchte dich nicht, Daniel! Denn von dem ersten Tag an, da du dein Herz darauf gerichtet hast, zu verstehen und dich vor deinem Gott zu demütigen, sind deine Worte erhört worden, und ich bin gekommen um deiner Worte willen. 13 Aber der Fürst des Königreichs Persien hat mir 21 Tage lang widerstanden; und siehe, Michael, einer der vornehmsten Fürsten, ist mir zu Hilfe gekommen, sodass ich dort bei den Königen von Persien entbehrlich war. 14 So bin ich nun gekommen, um dir Einblick darüber zu geben, was deinem Volk am Ende der Tage begegnen wird

„Ich sehe was, was du nicht siehst ...“ scheint Gott Daniel zuzurufen. „Ich bin da, ich handle, ich habe alles unter Kontrolle und bin voll im Zeitplan. Vertraue! Geh deinen Weg unbeirrt weiter an meiner Seite! Du kannst mir vertrauen! Ich sehe was, was du nicht siehst ...“

„Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“ (Johannes 20:29) 

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