Und an jenem Tag werdet ihr mich
nichts fragen.
(Johannes 16:23)
Ich gebe zu, die Begründung für meinen Glauben am vergangenen Samstag war sicher nicht für alle überzeugend. Trotzdem stelle ich mich dazu. Es ging dabei um die überdimensionale Bosheit und Gewalt in der Welt, die ich selbst mir nur durch eine übernatürliche, unterirdische Ursache erklären kann.
Heute ein weiterer Grund „Warum ich glaube“, der vielleicht wieder einige Leser nicht überzeugen mag, der mir aber hilft, an meinem Glauben und Vertrauen auf Jesus festzuhalten. Ich nenne diesen Grund mal die den Bereich der „Unvorstellbarkeiten“.
Glaubenszweifel oder Wanken im Glaubensleben entstehen oft, weil wir Gott nicht verstehen können. Ich bekenne gerne, dass ich dankbar bin, Gott nicht immer verstehen zu können Ich bin von der Dreieinigkeit Gottes überzeugt, obwohl ich nur einige Stützen als Erklärung habe. Ich glaube an die Schöpfung der Welt und des Universums, obwohl ich auch da die Fragen vieler nicht beantworten kann ... ebenso wenig wie die Wissenschaft die vielen Fragen der Kreationisten* nicht beantworten kann. (*Schöpfungsgläubige)
Zweifel entstehen, weil wir wissen und verstehen wollen. Aber das können wir nicht. Wir verstehen zwar immer mehr – oder meinen zumindest, immer mehr zu verstehen, aber wir korrigieren auch immer wieder Vieles, das wir falsch verstanden haben. Manches verstehen wir überhaupt nicht. Und genau das hilft mir zu akzeptieren, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die wir nicht verstehen können und die wir nicht verstehen müssen.
Unser Menschsein bewegt sich in Raum und Zeit. Wir verstehen Raum und Zeit – aber nur bis zu einem bestimmten Punkt. Da, wo die Zeit beginnt oder aufhört, wo die Ewigkeit regiert. Da hört auch unser Verstehen auf.
Beispiel: Egal ob jemand an Gottes Schöpfung oder an die Evolution glaubt – was war davor? Sicher arbeiten Wissenschaftler an Theorie und Thesen für eine Antwort. Aber nichts, absolut gar nichts davon werden sie beweisen können. Ich bin froh, dass ich keine weitere Antwort benötige. Gott gibt uns Antwort, u.a. in Johannes 1:1-3 und 1 Mose 1:1:
1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. 2 Dieses war im Anfang bei Gott. 3 Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. ... Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.
Was war vor der Schöpfung? Gott! Von Ewigkeit war Er – unvorstellbar für das menschliche Hirn, aber glaubwürdig offenbart. Nicht nur von Ewigkeit, sondern auch zu Ewigkeit. Nicht nur die Ewigkeit der Vergangenheit, sondern auch der Zukunft stellt uns vor Verständnisprobleme.
Das gilt auch für die Vorstellung von Raum. Wissenschaftler sprechen vom beobachtbaren und unbeobachtbaren Universum, letzteres liegt jenseits unseres kosmischen Horizontes. Wenn sich nun – nach wissenschaftlichen Behauptungen - das Universum immer weiter ausbreitet, stellt sich die Frage: Wohin und wie lange? Unser menschliches Hirn und Verstehen ist begrenzt und kann nur in Grenzen denken und verstehen.
Raum und Zeit – zwei Beispiele, die zeigen, wie begrenzt unser Verstand ist und bleiben wird – trotz aller Forschung und Entdeckungen. Dazu kommen ungelöste Fragen über Ursachen, Materie und andere Bereiche.
„Unvorstellbarkeiten“! Wenn es im Leben solch komplexe und komplizierte Fragen gibt, die wir nicht beantwortet kriegen, warum sollte ich alle meine geistlichen Fragen beantwortet kriegen? Was wir für einen festen, fundamentierten Glauben wissen müssen, hat Gott offenbart. Und – Gott sei Dank! – hat Er uns Fragen gelassen, die uns mit Ehrfurcht und Staunen stehen lassen; Fragen, die uns zeigen, dass unser Schöpfer nicht völlig fassbar ist für die Hirne Seiner Geschöpfe! Sonst wäre Er ja auch nur einer von uns!
Und an jenem Tag werdet ihr mich
nichts fragen.
(Johannes 16:23)

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