Geliebte, lasst euch durch das Feuer der Verfolgung unter euch, das euch zur Prüfung geschieht, nicht befremden, als begegne euch etwas Fremdes. (1 Petrus 4:12)
Im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache wird „Normalzustand“ folgendermaßen beschrieben:
Der Normalzustand ist ein gewohnter, erwartbarer Zustand, der der Mehrheit entspricht oder als Normalität (Zustand) und vorschriftsmäßig angesehen wird. Er definiert sich über das, was keinen Stress bereitet und reibungslos funktioniert.
Das hört sich fast etwas zu kompliziert an. Eine ähnliche, aber kompaktere Definition lautet:
„Eine typische oder übliche Situation oder ein typischer oder üblicher Zustand.“
Gibt es auch einen Normalzustand von oder für Christen? Was oder wie sähe der christliche Normalzustand aus? Seltsame Frage! Ich kam darauf durch einen Leitartikel in einer Zeitschrift von Open Doors. Da berichtete der Autor über einen Besuch in einem Land, das im Krieg war und jahrzehntelang unter der Diktatur eines islamischen Regimes gelebt hatte. Der Autor wurde von einheimischen Christen gefragt: „Was ist eigentlich Demokratie?“
Der Normalzustand für uns Christen in der westlichen / demokratischen Welt ist ein Leben in Freiheit – Glaubensfreiheit, Bewegungsfreiheit, Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Redefreiheit usw. All das ist Normalzustand – für uns.
Normalzustand für 380.000.000 Christen in vielen Ländern der Welt ist Verachtung, Diskriminierung, Rufmord, Verfolgung, Enteignung, Todesgefahr ... wegen ihrem Glauben. Viele kennen es gar nicht anders. Weder in islamisch, noch in hinduistisch, buddhistisch oder atheistisch dominierten Ländern gehören Freiheiten, die wir genießen, zum Normalzustand. Viele Christen dort kennen es gar nicht anders.
Wir wollen und dürfen Gott danken für die unverdiente Sondergnade, die Er uns gewährt, in Frieden und Freiheit unseren Glauben leben und bezeugen zu dürfen. Biblisch gesehen – so vermute ich – ist unsere Situation in der freien Welt eher ein Unnormalzustand, denn der einleitende Vers aus 1 Petrus 4:12 deutet darauf hin, dass Verfolgung eher normal als unnormal ist. Das bestätigt Jesus in der Bergpredigt (Matthäus 5:10-12):
Glückselig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihrer ist das Reich der Himmel! Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch jegliches böse Wort gegen euch reden um meinetwillen! Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß im Himmel; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind.
Und in 2 Timotheus 3:12 lehrt Paulus:
Und alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden Verfolgung erleiden.
Niemand soll sich selbst zum Märtyrer machen. Aber Leiden, Diskriminierung anzunehmen, Verachtung zu erdulden um Jesu Willen – das gehört zu unserer Christenleben dazu. Der Normalzustand in der Nachfolge Jesu beinhaltet die Bereitschaft, um Seinetwillen Nachteile zu akzeptieren.
Ich danke dem Herrn für die Ermutigung, die Er uns schenkt durch die Standhaftigkeit der Geschwister in der Verfolgung. Sie sind vermutlich dem biblischen Normalzustand eines Glaubenslebens wesentlich näher als wir.
Umso mehr wollen wir für sie beten, und unseren Glauben nicht verstecken, sondern ernst nehmen und in unserem Umfeld bezeugen!
Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: ›Ein Diener ist nicht größer als sein Herr.‹ Da sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen. Und wenn sie auf mein Wort gehört haben, werden sie auch auf euch hören! (Johannes 15:20)
Aber nicht nur das, sondern wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen, weil wir wissen, dass die Bedrängnis standhaftes Ausharren bewirkt. (Römer 5:3)

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