„Der ganz banale Grund, warum wir heute darunter leiden, so wenig von Gott zu hören, ist der, dass wir nicht still sind und deshalb nichts hören.“ (Hans Peter Royer)

Dienstag, 21. Juli 2026

Biographie: Sadhu Sundar Singh

"Wer sein Leben in dieser Welt liebt, wird es verlieren. Wer sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es zum ewigen Leben bewahren." (Johannes 12,25) 

Bildquelle: Wikipedia
Sadhu Sundar Singh wurde am 3. September 1889 in Rampur, im Punjab Nordindiens geboren. Seine reichen Eltern gehörten zu den Religionsgemeinschaften der Hindus und der Sikh. Auf einer Missionsschule hörte er von Jesus, lehnte den christlichen Glauben jedoch bis zu seinem 15 Lebensjahr ab. Allerdings stellte ihn auch der Glaube seiner Eltern nicht zufrieden. Berichtet wird, dass er darum bat, dass der „wahre Gott“, wer auch immer das sein möge, ihm erscheinen möge. Andernfalls würde er sich das Leben nehmen. Eine Vision von Jesus in derselben Nacht ließ ihn die Entscheidung treffen, sich Jesus zuzuwenden und Ihm zu dienen. Die Folge war, dass seine Familie ihn verstieß.

Sadhu Sundar Singh begann ein asketisches Leben, zog durch die Dörfer Indiens und verkündigte die Botschaft von Jesus. Auch im Ausland predigte er die Frohe Botschaft. Im westlichen Ausland kritisierte er Materialismus und mangelndes geistliches Leben.

Das Maß seiner Hingabe wird deutlich in dem weltweit bekannten Lied: „Ich bin entschieden, zu folgen Jesus“, das ihm zugeschrieben wird. Es hat seinen Ursprung auf den überlieferten letzten Worten eines Mannes namens Nokseng, der zum Stamm der Garo in Assam gehörte. Er und seine Familie hatten zum christlichen Glauben gefunden und durch sie viele weitere Dorfbewohner. Der Leiter des Ortes stellte die Familie daraufhin öffentlich auf dem Marktplatz vor die Wahl: Dem Glauben an Jesus abzusagen oder zu sterben. Geleitet durch den Heiligen Geist sang Nokseng die Zeilen, die heute die Strophen des Liedes bilden.

Sadhu Sundar Singh übernahm die Aussagen und formte sie zu einem Liedtext. Er textete und komponierte nicht nur, sondern schrieb auch Erfahrungen auf, die er mit Jesus machte. So heißt es in einem Buch:

"Als ich einst mit einem Tibetaner im Gebirge im Schneesturm unterwegs war, sahen wir einen Mann, der den Abhang hinuntergestürzt war. Ich sagte. "Wir müssen hingehen und ihm helfen". Mein Begleiter erwiderte: "Niemand kann von uns verlangen, dass wir uns um ihn bemühen; wir sind doch selbst in Gefahr, umzukommen". - "Wenn wir schon sterben müssen", antwortete ich, "dann ist es besser, wir sterben im Dienst an Anderen".

Mein Mitreisender wandte sich ab und ging seines Weges. Ich aber stieg hinunter zu dem verunglückten Mann, hob ihn auf meine Schultern und trug ihn mühsam bergauf. Durch diese Anstrengung wurde mir warm, und meine Wärme übertrug sich auf den durchgefrorenen Verunglückten. So wurden wir beide vor dem Erfrieren bewahrt.

Nach einiger Zeit fand ich meinen früheren Begleiter. Er lag im Schnee. Übermüdet wird er sich wohl hingelegt haben und war erfroren. Da verstand ich Jesu Wort: "Wer sein Leben lieb hat, der wird's verlieren.“
 (Johannes 12,25)

Bis heute gilt Sadhu Sundar Sing als einer der einflussreichsten indischen Christen; nicht zuletzt dadurch, dass er auf westliche Philosophie und Argumentationsweisen verzichtete und seine Verkündigung dem indischen Kulturkreis anpasste, ohne das Evangelium zu verwässern.

1929 war er in Tibet und dem Himalaya unterwegs und gilt seitdem als verschollen. Wie und woran er starb bleibt unbeantwortet.

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