„Der ganz banale Grund, warum wir heute darunter leiden, so wenig von Gott zu hören, ist der, dass wir nicht still sind und deshalb nichts hören.“ (Hans Peter Royer)

Samstag, 27. Juni 2026

Kein Routinemensch!

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Gestern haben wir über die Gefahr nachgedacht, uns an Leid, Gnade, Barmherzigkeit etc. zu gewöhnen. Dann verlernen wir das Staunen und Praktizieren von Mitleid, Nächstenliebe und Annahme. Beim Beschäftigen mit dem Thema kam mir Jesus in den Sinn – wer sonst? J

Faszinierend, dass Jesus jahrelang dem Leid Seiner Zeit ausgesetzt war – und sich trotzdem nicht dran gewöhnte. Er war der Hartherzigkeit, der Gleichgültigkeit, der Ablehnung Seiner Zeit ausgesetzt – und hat sich trotzdem nie dran gewöhnt.

Drei Jahre lang kamen die Kranken zu ihm. Als Er gerade vom Tod Seines Cousins, Johannes (der Täufer), gehört hatte, wollte Er sich zurückziehen. Aber die Menge fand ihn und es heißt:

Als nun Jesus ausstieg, sah er eine große Menge; und er erbarmte sich über sie und heilte ihre Kranken. (Matthäus 14:14)

Immer wieder war Jesus von Menschenmengen umringt, die ihn zum Teil ablehnten, die lediglich wundersüchtig waren, die ihn zum Brotkönig machen wollten – von denen Ihm aber nur wenige folgten. Jesu Herz wurde nicht bitter. In Markus 9:36 lesen wir:

Als er aber die Volksmenge sah, empfand er Mitleid mit ihnen, weil sie ermattet und vernachlässigt waren wie Schafe, die keinen Hirten haben.

Auch mit Einzelpersonen hatte der Herr immer wieder zu tun. Sie kamen abends, tagsüber oder wann immer sie wollten. Fingen sie an, Jesus zu nerven, Seine Retterliebe zu zerstören? Nein! Als wieder mal ein Mann zu Ihm kam, sehr von seiner eigenen Gerechtigkeit eingenommen und sich schließlich von Jesus abwandte, heißt es über Jesus (Markus 10:21):

Da blickte ihn Jesus an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eines fehlt dir! Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm, nimm das Kreuz auf dich und folge mir nach!

Jesus liebt, hört nicht auf, zu lieben, die Wahrheit zu predigen und zur Nachfolge einzuladen.

Einer Nicht-Jüdin, einer Samariterin, begegnete Jesus mit viel Geduld und Weisheit. Sie hatte zuvor 5 Männer gehabt und lebte mittlerweile mit #6 zusammen. Aber Jesus redet in einer Art und Weise mit ihr, die sie schlussendlich zum Glauben führt. Was für ein Herz!

Drei Jahre lang hatte Jesus geheilt, gepredigt, eingeladen und den Menschen Gottes Liebe gezeigt. Ihre Hartherzigkeit und Ablehnung verbitterte Ihn nicht, sondern bewegte Ihn zu Tränen. Lukas 19:41+42 beschreiben Jesu Herz:

Und als er näherkam und die Stadt sah, weinte er über sie 42 und sprach: Wenn doch auch du erkannt hättest, wenigstens noch an diesem deinem Tag, was zu deinem Frieden dient! Nun aber ist es vor deinen Augen verborgen.

Während Seines ganzen Dienstes wollten Seine Feinde Ihn zu Fall bringen. Manchmal durch Fangfragen, manchmal durch Mordversuche. Bis zuletzt, ja, quasi bis zum letzten Atemzug liebte Er sogar Seine Feinde ... selbst Seine Mörder. Am Kreuz betete Er (Lukas 23:34):

Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!

Jesus war kein Routinemensch! Er war voller Mitleid, Barmherzigkeit, Gnade und Liebe, die nicht erkaltete. In 1 Johannes 2:6 schreibt der Apostel:

Wer von sich sagt, dass er zu ihm gehört, der soll auch so leben, wie Jesus gelebt hat.

Möge der Herr uns dazu Seinen Segen geben!

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