„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Mittwoch, 11. Juni 2025

Viel(e) oder Wenig(e)

 

Es ist dem Herrn nicht schwer,
durch viele oder durch wenige zu retten!
(1 Samuel 14:6)

Wie oft hat mich dieser Vers bereits getröstet und aufgebaut. Und wenn man dann noch verschiedene Übersetzungen vergleicht und die ganze Bandbreite entdeckt, die in diesen Worten steckt, dann muss man einfach neu Mut fassen!

Luther: es ist dem Herrn nicht schwer, durch viel oder wenig zu helfen.
Elb: fĂĽr den Herrn gibt es kein Hindernis, durch viel oder durch wenig zu helfen.
Hfa: fĂĽr ihn spielt es keine Rolle, ob wir viele oder wenige sind."
EĂś: fĂĽr den Herrn ist es ja keine Schwierigkeit zu helfen, sei es durch viele oder durch wenige
NL: Er kann eine Schlacht gewinnen, ganz gleich, ob er viele oder nur wenige Krieger hat!

Was ich aus 1 Samuel 14:6 in den verschiedenen Ăśbersetzungen lerne ist folgendes:

Nichts, NICHTS, NICHTS! Kann den Herrn hindern, zu retten, zu helfen oder zu gewinnen.
  • Die Menge der Teilnehmer – „viele oder wenige“ - macht fĂĽr Gott keinen Unterschied. Die Größe des feindlichen Heeres mag uns einschĂĽchtern, Gott nicht. Psalm 2:4 sagt, dass Gott ĂĽber die Menge seiner Feinde und ihre Ăśberlegungen lacht.
  • Die Anzahl der uns zur VerfĂĽgung stehenden Mittel – „viel oder wenig“ – fällt nicht ins Gewicht. Es liegt ja eh nicht primär an uns, wie das Endresultat aussieht. Mit 5 Laiben Brot und 2 Fischen sättigte Jesus Tausende. Sofern die Mittel in seine Hände gelegt werden, kann Er was daraus machen.
  • „Gott“ und „Hindernis“ sind unvereinbar. Gott ist Gott und der Berg, der fĂĽr uns als Hindernis erscheint, ist fĂĽr Gott weniger als ein Staubkorn.
  • FĂĽr Gott gibt es keine verschiedenen Schwierigkeitsgrade. Alles ist leicht fĂĽr Ihn. Ăśber keine Lösung muss Er sich den Kopf zerbrechen. NICHTS! ist zu wunderbar, NICHTS! ist im Ansatz wunderbar (seltsam)., NICHTS! ist unmöglich. NICHTS!
Gott ist allmächtig, gĂĽtig und helfend. Er hilft – manchmal durch wenige, manchmal durch viele. Manchmal durch wenig, manchmal durch viel. Viel Arbeit oder ein paar Handgriffe, viele Predigten oder ein schlichtes Zeugnis, viel Anstrengung oder mĂĽhelos, ĂĽber lange Zeit oder in einem Moment, durch die Menge oder durch einen Einzelnen.

Gott ist souverän. Schlussendlich ist es Sein Wirken. Das zählt! Sein Wirken, in das Er uns aber einbauen möchte. Unser Teil ist es, bereit und treu zu sein. Dann kann Er handeln. Der Vers ruft uns nicht auf, die Arbeit des Herrn auf die leichte Schulter zu nehmen. Aber er erinnert uns, dass wir Ihm in Treue dienen sollen, auch wenn wir meinen, nur wenig bieten zu können.

Nichts, NICHTS, NICHTS! kann Gott ein Hindernis sein, zu helfen und zu retten, sei es durch viel(e) oder wenig(e)!

So, und jetzt wissen wir, an wen wir uns am Besten wenden sollten!

Dienstag, 10. Juni 2025

Aber ihr Erlöser ... (Jeremia 50)

Das Buch des Propheten Jeremia ist nicht leicht zu lesen. Im ersten Kapiteln stehen noch einige mutmachende Worte (Jeremia 1:5-10):

Ehe ich dich im Mutterleib bildete, habe ich dich ersehen, und bevor du aus dem MutterschoĂź hervorkamst, habe ich dich geheiligt; zum Propheten fĂĽr die Völker habe ich dich bestimmt! 6 Da sprach ich: Ach, Herr, Herr, siehe, ich kann nicht reden, denn ich bin noch zu jung! 7 Aber der Herr sprach zu mir: Sage nicht: »Ich bin zu jung«; sondern du sollst zu allen hingehen, zu denen ich dich sende, und du sollst alles reden, was ich dir gebiete! 8 FĂĽrchte dich nicht vor ihnen! Denn ich bin mit dir, um dich zu erretten, spricht der Herr. 9 Und der Herr streckte seine Hand aus und rĂĽhrte meinen Mund an; und der Herr sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund! 10 Siehe, ich setze dich am heutigen Tag ĂĽber die Völker und ĂĽber die Königreiche ein, um auszurotten und niederzureiĂźen, und um zu zerstören und abzubrechen, um zu bauen und zu pflanzen.

CC BY-NC 4.0
Im zweiten Kapitel beginnt bereits Gottes Klage ĂĽber das Volk. In vielen Kapiteln wird Israel, Juda und den Heidenvölker Gericht gepredigt. Das Ganze ist eine so deprimierende Botschaft, und Jeremia muss deshalb so oft weinen, dass er als „der weinende Prophet“ bekannt wird.

Allerdings hat Jeremia fĂĽr Gottes Volk nicht nur Botschaften des Gerichts, sondern auch Botschaften der Wiederherstellung und Annahme. Besonders fiel mir das kĂĽrzlich wieder in Jeremia 50 auf. Ăśber Babel, das Juda besiegt hatte, sagt Gott, dass ihre Götzen zerstört und ihre Stadt eingenommen ist. Babylons Macht ist gebrochen. (50:1-3)

Im Gegensatz dazu prophezeit Gott, dass Israel BuĂźe tun, sich weinend zum Herrn wenden und sich Ihm ganz neu hingeben wird. (50:4+5)  Daraufhin wird der Herr Israel vergeben und sich ihrer ganz neu annehmen, sie versorgen und sich fĂĽr sie einsetzen. (50:19,20,34)

Als Jeremia diese Zusage Gottes ausspricht, lebt Israel immer noch in Rebellion und Widerstand gegenĂĽber Gott. Umso bedeutungsvoller der Zuspruch aus Vers 34:

Aber ihr Erlöser ist stark, Herr der Heerscharen ist sein Name; er wird ihre Rechtssache gewisslich führen, damit er dem Land Ruhe verschaffe, den Bewohnern von Babel aber Unruhe.

Aber ihr Erlöser...! Der Erlöser Israels – das ist auch unser Gott! Er ist derselbe – und Er ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit! Er ist es, zu dem wir aufblicken dĂĽrfen, zu dem wir rufen dĂĽrfen und von dem wir alles erwarten dĂĽrfen. An Ihn dĂĽrfen wir uns wenden, wenn wir merken, dass unsere Wege der Rebellion nur schaden. Wir dĂĽrfen uns an Ihn wenden, wenn wir uns unsere SĂĽnden leidtun und wir bereit sind zur Umkehr – egal wie weit wir uns von Ihm entfernt haben oder wie massiv unser Widerstand gegen Ihn gewesen ist.

Aber ihr Erlöser ist stark ... unser Erlöser! ... ist stark! Er ist der Herr des himmlischen Heeres, aller Engelgewalten, die es gibt! Er ist unser starker Anwalt, der unsere Rechtssache recht fĂĽhrt, wie es auch Hiob zugesprochen wird (Hiob 35:14): „Auch wenn du sagst, du könntest ihn nicht sehen, so liegt die Rechtssache doch vor ihm; warte du nur auf ihn!“  Er ist unser starker Tröster, der unsere Tränen, Nöte, Sorgen und Ă„ngste sieht. Er ist unser starker Hirte, der selbst im Angesicht unserer Feinde einen Tisch fĂĽr uns bereitet. Er ist unser starker BeschĂĽtzer, der selbst im Todestal, in völliger Dunkelheit und Orientierungslosigkeit mit uns geht und uns umgibt. Israel begleitete Er sogar ins Exil, bewahrte sie dort, fĂĽhrte sie zur Umkehr und zurĂĽck ins gelobte Land. 

Aber ihr Erlöser ist stark ... unser Erlöser! ... ist stark!

Montag, 9. Juni 2025

Pfingstwoche - Ausklang

Halford Luccock berichtet von Lorenzo de'Medici, dem großen italienischen Stadtpolitiker. Gleichzeitig setzte er sich für Kunst ein und war äußerst stolz auf seine verschiedenen Kunstspektakel, die er den Bürgern von Florenz bot.

Seine Produktionen beinhalteten einige erstaunlich realistische, religiöse Veranstaltungen, die in der Kirche aufgeführt wurden. Aber an einem Pfingstfest ging er dann doch einen Schritt zu weit. Lorenzo setzte echtes Feuer ein, um das Herabkommen der Feuerzungen auf die Apostel beim ersten Pfingstfest zu illustrieren. Dabei fing die Bühne Feuer und vor den Augen der gesamten Besucher brannte die Kirche bis auf die Grundmauern ab.

Das Feuer Gottes kann nicht imitiert werden. Es kann nicht produziert werden. Die Kraft, das Feuer des Heiligen Geistes kommt von oben, Gott-gesandt, nicht Mensch-gemacht. Mensch-gemachte Imitationen gehen immer in die Hose. Gottes Feuer dagegen ist Segen pur. So schreibt John Wesley, der GrĂĽnder der Heiligungsbewegung und der Methodistischen Kirche:

"Ungefähr um 3 Uhr morgens, als wir anhielten im Gebet, kam die Kraft Gottes mächtig auf uns nieder, so dass viele von uns vor überströmender Freude laut schrien und auch zu Boden fielen. Sobald wir uns von der Furcht und Verwunderung ob der Gegenwart seiner heiligen Majestät ein wenig erholt hatten, brachen wir mit einer Stimme aus: Wir preisen Dich, o Gott, wir bekennen, dass Du der Herr bist!"

Es heiĂźt, dass Wesleys Predigten nach dieser Erfahrung noch durchschlagender waren als vorher.

Charles Finney erlebte im 19. Jahrhundert ähnliches. Seine Begegnung mit dem Heiligen Geist beschreibt er als „Geistestaufe“. Andere wĂĽrden einen anderen Ausdruck benutzen, wie etwa: Bevollmächtigung oder „ErfĂĽllung mit dem Heiligen Geist!“ Finney schreibt:

"Ich empfing eine mächtige Taufe mit dem Heiligen Geist. Ohne die geringste Erwartung, ohne auch nur einen Gedanken gehabt zu haben...kam der Heilige Geist auf mich hernieder in einer Weise, dass es mich nach Leib und Seele zu durchdringen schien...wie Fluten flüssiger Liebe...wie der Odem Gottes...keine Worte können die Liebe schildern, die in mein Herz ausgegossen wurde. Ich weinte laut vor Freude und Wonne und musste meinen Gefühlen schließlich durch lautes Schreien Ausdruck geben..."

Wahrscheinlich wĂĽnschen wir uns alle Erfahrungen mit Gott, die einen bleibenden, spĂĽrbaren Eindruck hinterlassen. Nicht immer sind Begegnungen mit dem Heiligen Geist so von Emotionen begleitet, wie in diesen und anderen Beispielen.  Immer aber sind Gott-geschenkte Begegnungen mit dem Heiligen Geist Begegnungen des Segens und der AusrĂĽstung zum Dienst. Denn der Pfingstsegen ist klar definiert. Es geht nicht um GefĂĽhle, AuswĂĽchse oder emotionale Wellness. Es geht um AusrĂĽstung mit Kraft zum Zeugnis und zu einem Leben fĂĽr Jesus. Ist das die Folge einer Begegnung mit dem Heiligen Geist, dann ist es Segen. Alles andere muss als Imitation eingestuft werden.

„Selig sind, die da hungert und dĂĽrstet nach der Gerechtigkeit;
denn sie sollen satt werden.“ (Matthäus 5:6)

Sonntag, 8. Juni 2025

Herzliche Einladung zum Pfingstgottesdienst!

Pfingsten? Pfingsten ist der Festtag, an dem vor gut 2000 Jahren die erste Gemeinde Jesu entstand – und zwar mit Pauken und Trompeten! Das geschah, als Gottes Geist, der Heilige Geist, sichtbar und hörbar die JĂĽnger Jesu erfĂĽllte und ihr Leben auf den Kopf stellte. Aus verzagten, schwachen Menschen wurden mutige, frohe Leute, die Jesus liebten und sich um ihre Mitmenschen kĂĽmmerten. In Apostelgeschichte 2 heiĂźt es (auszugsweise):

Und als der Tag der Pfingsten sich erfĂĽllte, waren sie alle einmĂĽtig beisammen.

2 Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen wie von einem daherfahrenden gewaltigen Wind und erfĂĽllte das ganze Haus, in dem sie saĂźen.
3 Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich zerteilten und sich auf jeden von ihnen setzten.
4 Und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfĂĽllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab. (…)
41 Diejenigen, die nun bereitwillig sein Wort annahmen, lieĂźen sich taufen, und es wurden an jenem Tag etwa 3 000 Seelen hinzugetan.
42 Und sie blieben beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und in den Gebeten.

Wie nötig hat unsere Zeit eine ähnliche Erfahrung: Einmütigkeit der Gläubigen, die kraftvolle Erfüllung mit dem Heiligen Geist, Lob Gottes, Bekehrungen, Taufen und dann die konsequente Nachfolge Jesu.

Manchmal scheint es, als wĂĽrde die Welt aus den Fugen geraten. Auf der groĂźen BĂĽhne sind es Kriege, BĂĽrgerkriege, Proteste und zusammenbrechende Regierungen. Auf der kleinen BĂĽhne sind es Ehekrisen, Stress und Hoffnungslosigkeit. Gibt es wirklich eine Möglichkeit, dass sich daran was ändert?

Wenn JesusjĂĽnger erfĂĽllt werden mit Jesus, mit der Kraft Gottes, mit dem Heiligen Geist, dann verspricht uns die Bibel, dass der Heilige Geist Gewaltiges in Menschen bewirken kann:

„Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit,
GĂĽte, Treue, Nachsicht und Selbstbeherrschung.“
(Galater 5:22)

Gewaltig! Sind das nicht genau die Merkmale, die heute fehlen? Sind das nicht die Eigenschaften, die heute so untypisch sind? Pfingsten erinnert, dass Gottes Geist uns mit dem Wesen Jesu erfüllen möchte.

Wie soll das gehen? Gott hat uns den Weg dahin einfach gemacht, da Er selbst den schweren Teil übernommen hat, den Tod am Kreuz. Uns bleibt, Jesus zu bitten, uns von allem zu reinigen, was Seinem Wesen entgegensteht. Wer sein Leben durch den Glauben an Jesus mit Gott verbindet, darf darum bitten, mit dem Heiligen Geist erfüllt zu werden. Da beginnt dann unser persönliches Pfingstfest.

Herzliche Einladung zum Gottesdienst:

--- HEUTE KEIN GEMEINSAMES MITTAGESSEN! ---

 Anbetung - Gebet - Predigt
Gemeinschaft

  Wir freuen uns auf dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr

Sonntagszitat:

„Da strömte plötzlich der Geist Gottes auf mich nieder und ĂĽberflutete mich ganz und gar ... Es war mir, als stehe ich unter dem Einfluss eines elektrischen Stromes, der mir durch und durch ging. Liebeswelle auf Liebeswelle schien sich ĂĽber mich zu ergieĂźen ... Unaufhörlich wogte es ĂĽber mich hin, bis ich endlich ausrief: Wenn es so weitergeht, muss ich sterben. Halt inne, Herr!“
(Charles Finney, amerikanischer Erweckungsprediger des 19. Jahrhundert)