„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Samstag, 18. November 2023

Weg ins (Un-)Gewisse

 

Geht es dir manchmal auch so? Du stehst vor Entscheidungen im Leben und hast keine Ahnung, wie es weitergeht. Da gibt es Entscheidungen, die relativ spontan und zügig getroffen werden müssen. Nicht viel Zeit zum Überlegen und Abwägen. Immer (!) Zeit für ein Gebet, zumindest ein ernsthaftes Stoßgebet; aber keine Zeit Ratschläge anderer einzuholen.

Andere Entscheidungen lassen mehr uns Zeit. Zeit fĂĽr ausgiebiges Suchen Gottes im Gebet. Lukas 18:1 wird Jesu Rede mit den Worten eingeleitet:

„Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis, um ihnen zu zeigen, dass es nötig ist, allezeit zu beten und nicht nachlässig zu werden“

Und in Römer 12:12 lesen wir:

„Seid fröhlich in Hoffnung, in Bedrängnis haltet stand, seid beharrlich im Gebet!“

Zusätzlich zu anhaltendem Gebet besteht oft die Zeit, mit anderen Auszutauschen und sich zu beraten. In Sprüche 15:22 heißt es:

Wo keine Beratung ist, da scheitern Pläne, wo aber viele Ratgeber sind, da kommen sie zustande.

Und manchmal – trotz StoĂźgebeten, trotz ausgiebigen Gebeten und Beratung mit anderen ist unser Weg ein beschwerlicher. Dunkelheit und Nebel machen uns das Leben und Entscheiden schwer. Hedwig von Redern (1866-1935) hat das wohl auch erfahren. Von hr stammt das bekannte Lied:

  1. WeiĂź ich den Weg auch nicht, du weiĂźt ihn wohl;
    das macht die Seele still und friedevoll.
    Ist’s doch umsonst, dass ich mich sorgend mĂĽh,
    dass ängstlich schlägt mein Herz, sei’s spät, sei’s frĂĽh.
  2. Du weiĂźt den Weg fĂĽr mich, du weiĂźt die Zeit,
    dein Plan ist fertig schon und liegt bereit.
    Ich preise dich fĂĽr deiner Liebe Macht,
    ich rĂĽhm die Gnade, die mir Heil gebracht.
  3. Du weiĂźt, woher der Wind so stĂĽrmisch weht,
    und du gebietest ihm, kommst nie zu spät,
    drum wart ich still, dein Wort ist ohne Trug,
    du weiĂźt den Weg fĂĽr mich, das ist genug.

Und ein anderes Lied beginnt mit den Worten:

Mein Herr kennt den Weg, der vor mir liegt, ich brauche nur zu folgen.

Stehst Du an solch einer Weggabelung oder vor Entscheidungen, die Du treffen musst? Bete! Und vertrau dem Herrn. Er wird Dich recht fĂĽhren – grade so, wie Er Israel 40 Jahre lang 24 Stunden am Tag gefĂĽhrt hat – durch eine Wolken- und Feuersäule. Nicht immer wusste Israel, wohin die Reise ging. Sie folgten dem Herrn – und Er brachte sie ans Ziel.


Vertraue auf den Herrn von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand; erkenne Ihn auf allen deinen Wegen, so wird Er deine Pfade ebnen. (SprĂĽche 3:5+6)

Freitag, 17. November 2023

Gottes Berufung verlieren

Nicht mehr Gott war Israels Stärke und Vertrauen, sondern ihre Stadt, ihr Tempel, ihre Religiosität und ihre Leistungen. Durch Jeremia klagt Gott:


Ich habe das ganze Haus Israel
und das ganze Haus Juda mir angelegt,
spricht der Herr, daĂź sie mein Volk und mir zum Ruhm
und zum Lob und zur Zierde sein sollten;
aber sie wollten nicht auf mich hören.

Gottes Volk, Israel – ein Volk mit höchster Berufung hatte seine Berufung verloren!

Was war Israels Berufung? Nun, durch Israel wollte Gott in die dunkle Welt des Alten Testaments hineinleuchten. Sie sollten Gottes Licht sein in der Finsternis heidnischer Götzen. Sie sollten Seine reine Braut sein. Das sollte zur Folge haben, dass die Heiden Israel sehen – und auf Gott aufmerksam werden wĂĽrden.

Die Heiden sahen zwar Israel, aber sie verhöhnten Israels Gott. Israel verlor seine Berufung.

Im neutestamentlichen Volk Gottes finden wir ein ähnliches Beispiel. Ananias und Saphira sollten Licht und Salz in der Welt sein, belogen aber den Geist Gottes und die Gemeinde – und verloren ihre herrliche Berufung.

Wer auf eigene Stärke oder Weisheit vertraut, wer sich einbildet, irgendetwas im Reich Gottes zu sein oder zu können – auĂźerhalb der Hilfe Gottes – der wird am Ende genauso seine Berufung verlieren. Beispiele dazu gibt es in HĂĽlle und FĂĽlle.

Aber was ist unsere Berufung heute. Wozu hat Gott uns bestimmt? Epheser 1:12 gibt Antwort: Als Christen sind wir vorherbestimmt: (Zitat):  „damit wir zum Lob seiner Herrlichkeit dienten.“ Hier sagt uns die Bibel, was unsere Bestimmung ist.

Viele Menschen kämpfen mit der Frage:  Wozu bin ich eigentlich hier? Was ist meine Bestimmung als Mensch? Was ist meine Bestimmung als Christ? Was ist Ziel meines Lebens? Was ich jetzt lebe, kann doch nicht alles sein.

Gott sagte Israel damals und uns heute, was unsre Bestimmung ist:

Israel sollte Gottes Licht für die Völker sein damit die Völker zu Israels Gott finden konnten

Wir sollen Gottes Licht fĂĽr die Welt sein und zum Lob Seiner Herrlickeit leben und dienen damit die Menschen unseren Glauben „sehen und hören“ und Jesus finden können.

DAS ist unsere Bestimmung! Zum Lob Gottes in der Welt zu leben: Ob als Missionar oder Mutter ... als Elektriker oder Evangelist ... als Pastor oder Putzfrau ... das spielt zunächst ĂĽberhaupt keine Rolle. Das ist persönliche Berufung. Unser aller Lebensinhalt und Bestimmung als JesusjĂĽnger ist – jeder in seiner Berufung – zum Lob Seiner Herrlichkeit zu leben ... damit Jesus gehört, gesehen, geglaubt und geehrt wird.

Und wie geht das? Die Bibel gibt uns Antwort: Kol 3:17+23:

Was immer ihr tut in Wort oder Werk, das tut alles im Namen des Herrn Jesus u. dankt Gott, dem Vater, durch ihn. Tut es von Herzen, als fĂĽr den Herrn und nicht fĂĽr Menschen.

Das zu tun, so zu leben ist unsere Bestimmung, unsere ErfĂĽllung und Gottes und unsere Freude!

Donnerstag, 16. November 2023

Jeremias Unterwäsche

Quelle: Wikimedia Commons
Das sind schon höchst seltsame Aufträge, die Gott Seine Propheten mitunter ausfĂĽhren lässt. Im Fall Jeremias ging es um dessen Unterwäsche – henauer gesagt: seinen HĂĽftschurz. Nachzulesen in Jeremia 13:

So hat der Herr zu mir gesprochen: Geh und kaufe dir einen leinenen HĂĽftschurz und lege ihn um deine HĂĽften! Aber ins Wasser sollst du ihn nicht bringen. (...) Und das Wort des Herrn geschah zu mir zum zweiten Mal: Nimm den HĂĽftschurz, den du gekauft hast, der um deine HĂĽften ist, und mach dich auf, geh an den Euphrat und verbirg ihn dort in einer Felsspalte! Da ging ich hin und verbarg ihn am Euphrat, wie der Herr mir geboten hatte. (1+3-5)

Soweit – sogut! Im Lauf des Kapitels wird deutlich, dass gleichwie ein HĂĽftschurz eng am Körper anliegt, so wollte der Herr Sein Volk stets in Seine Nähe haben. Sie waren berufen, bei Ihm zu sein. Dann aber die Fortsetzung der Gegenstandslektion:

Und es geschah am Ende von vielen Tagen, da sprach der Herr zu mir: Mach dich auf, geh an den Euphrat und hole von dort den HĂĽftschurz, den dort zu verbergen ich dir geboten habe! Da ging ich an den Euphrat und grub und nahm den HĂĽftschurz von der Stelle, wo ich ihn verborgen hatte; und siehe, der HĂĽftschurz war verdorben, taugte zu gar nichts mehr. (6-8)

NatĂĽrlich war das zu erwarten. Ein getragener HĂĽftschurz, in einer feuchten Felsspalte zweckentfremdet vergraben, wĂĽrde im Nu verschimmeln – und so war es auch. Gottes Erklärung folgte umgehend:

Und das Wort des Herrn geschah zu mir: So spricht der Herr: So werde ich den Stolz Judas und den groĂźen Hochmut Jerusalems verderben. (8+9)

Nicht Israel, Gottes ewiges Eigentum, sollte vernichtet werden, sondern sein Stolz. Sie hatten zerstörerischen Stolz entwickelt: Gottes Volk zu sein ... Gottes Stadt Jerusalem als Hauptstadt zu haben ... Gottes Tempel in ihrer Mitte zu haben. Ihr Stolz gab ihnen falsche Sicherheit, dass ihnen nichts passieren könne. Ethnischer Stolz, religiöser Stolz, verderblicher Stolz.

Stolz ist immer verderblich. Es war Stolz, der Gottes Lichtengel Luzifer zum FĂĽrsten der Dunkelheit werden lieĂź. Wollte er nicht den Thron Gottes erklimmen und wurde daraufhin verstoĂźen?

Kann uns Christen das auch passieren? Kaum, oder? Oder vielleicht doch? Kann unsere Treue zur Bibel uns stolz machen? Im Sinne von: WIR predigen richtig! – Kann unsere Musik oder unser Gottesdienststil uns stolz machen. Im Sinne von: Wir machen es so, wie es den Leuten von heute gefällt! Kann unser vielfältiger Einsatz fĂĽr Gott uns stolz machen?

Alle diese Aufzählungen sind gut und richtig und wir wollen darauf auch gar nicht verzichten. Aber wir alle mĂĽssen uns Paulus’ rhetorische Frage gefallen lassen: „Was hast du, das du nicht empfangen hast?“  
Nichts – NICHTS – haben wir, das Gott uns nicht gegeben hätte! Nichts in unserem Denken und Handeln darf zu Stolz oder Ăśberheblichkeit fĂĽhren. Dank und Demut sind angemessene Reaktionen.

Unsere Stärke kommt nicht von einem System, einer Methode oder einem Stil. Unsere Stärke kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Statt mit Jeremias Unterwäsche verglichen zu werden, die weggebacht und vergraben werden musste, damit Stolz und Hochmut verderben, ist es ratsam, den besseren Weg einzuschlagen, auf den Petrus uns hinweist:“So demĂĽtigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit!“ (1 Petrus 5:6)

Zur Predigt ĂĽber das ganze Kapitel 13 des Propheten Jeremia: HIER