„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Montag, 19. Dezember 2011

Gottes Eingreifen - Überschwemmungen in Iligan

Iligan City, Philippinen – für 20 Jahre unsere Heimat. Immer noch Teil unseres Lebens. Zunächst hörte ich die Nachricht von den Überschwemmungen am Samstagmorgen im Radio. Dann hab ich gleich im Internet nachgeschaut und per Skype versucht, Kontakt mit den Philippinen aufzunehmen. Schlimm sind die Berichte von Freunden aus unserem früheren Arbeitsgebiet. Hier Auszüge eines Rundschreibens. (Namen gekürzt oder geändert, Eigenübersetzung)

Gottes Eingreifen

M. ist der Sohn von unserem Gemeindeleiter, J. und B. Er war allein und wachte auf, als sein Körper nass wurde. Er betete. Als das Haus seiner Eltern in den tosenden Wassers zusammenbrach, zog M. sich aufs Dach und half einer Familie mit einer schwangeren Mutter hinauf. Gott lenkte das Dach an die perfekte Stelle, wo sie sicher landeten.

Unsere Maschinen* waren in Gefahr, von Überschwemmungen zerstört zu werden. Zunächst strömten die Fluten geradewegs in Richtung der Anlage. Dann lenkte Gott das Wasser zu einem Berg, dann nach links, und die Anlage blieb bewahrt! Es gab nur sehr wenig Schäden an unseren Anlagen oder am Hof. * landwirtschaftliches Projekt, das international vertriebene Produkte verarbeitet, deren Erlös ausschließlich zur Unterstützung von Missionaren eingesetzt wird.

Der gleiche Fluss strömte durch T, und ein großer Stoss Bambus löste sich von den übrigen. Die Hälfte schützte unseren Hof vor weiterem Schaden, und die andere Hälfte trieb zunächst den Fluss hinab und blieb an einem perfekten Ort stecken wo er die Häuser unserer Glaubensgeschwister P., E. und C., vor der sicheren Zerstörung (vermutlich durch Treibgut) schützte.

A. und L., Christen aus islamischem Hintergrund und Bibellehrer in R., waren in ihrem gemieteten Haus und beteten. Der Fluss in Iligan stieg. Sie beschlossen, mit ihren kleinen Kindern zu evakuieren. Fünf Minuten nachdem sie das Haus verlassen hatten, stieg das Wasser und verschlang alle Häuser entlang des Flusses. Alles war weg.

Vor zwei Wochen gab Gott T. (meinem früheren Mitarbeiter, mit dem ich in vielen dieser Dörfer gearbeitet habe) die Gelegenheit, einer Gruppe von Freunden aus R. noch einmal das Evangelium zu verkünden. Es ging um Römer 2 und das Prinzip, dass Gott die Menschen zur Verantwortung ruft, je nach empfangener Offenbarung. T. warnte sie, dass alle Dörfer die Botschaft von Jesus gehört hatten, aber nur wenige Familien hatten sie angenommen. – Heute existieren die Dörfer von R., P., T. und N. nicht mehr. Von den einzigen beiden Häuser, die noch stehen, gehört eins uns (T., unserem Freund) und eines dem Leiter der Gemeinde. Betet, dass Gott in den Herzen arbeitet, wenn wir in dieser Woche zurückkehren zu unseren regelmäßigen Bibelstudien und die Gläubigen zum Zeugnis ermutigen. Auch wir haben enge Freunde verloren, beide nicht gläubig. Auch die Schwester eines unserer Bibellehrer kam ums leben. (…)

Es gibt zwei kritische Probleme als Folge der Überschwemmungen. Eines ist die Straße zu unserem landwirtschaftlichen Betrieb. Die Straße ist völlig zerstört und es wird lange dauern, sie zu reparieren. Bis zur erneuten Versorgung mit Strom kann es Monate dauern. Wir brauchen ein 15 KVA Diesel-Generator, so dass wir Aufträge gewissenhaft bearbeiten können. Während des ersten Quartals 2012 werden unsere Produkte landesweit vertrieben. Außerdem wächst unser Umsatz von Kapseln in den USA. Wir würden es bedauern, diesen Aufschwung zu verlieren. Ein neuer Generator wird über $ 9.000 kosten. Bitte betet mit!

Soweit die Zeilen meines amerikanischen Freundes. Auch gute Freunde, die mit der Deutschen Missionsgemeinschaft an der Schule arbeiten, berichten unter http://astaigmiller.eu/blog/frame_blog.php?language=de von ihren Erfahrungen und Hilfseinsätzen. Sollte eine Weiterleitung von Spenden über die DMG möglich werden, wird dies hier im Blog veröffentlicht. Danke für alle Gebete!

Sonntag, 18. Dezember 2011

NACHRICHTEN AUS ILIGAN / PHILIPPINEN

Hier: Überschwemmungen findet Ihr aktuelle Neuigkeiten von unseren Freunden direkt aus dem Überschwemmungsgebiet in Iligan (Philippinen), wo auch wir fast 20 Jahre lang gewohnt und gearbeitet haben. Angela und Andreas führen die Arbeit weiter, die wir mit aufgebaut haben. Bitte helft mit durch Gebet!

Auszüge aus dem heutigen Predigttext ...

Jesaja 59:1-21

1 Siehe, die Hand des Herrn ist nicht zu kurz zum Retten und sein Ohr nicht zu schwer zum Hören;
2 sondern eure Missetaten trennen euch von eurem Gott und eure Sünden verbergen sein Angesicht vor euch, daß er nicht hört!
3 Denn eure Hände sind mit Blut befleckt ...
(...)
9 Darum bleibt das Recht fern von uns, und die Gerechtigkeit erreicht uns nicht.
(...)
18 Den Taten entsprechend, so wird er vergelten: Zorn seinen Widersachern, Vergeltung seinen Feinden, ja, selbst den entfernten Inseln wird er den verdienten Lohn bezahlen!
19 Dann wird man im Westen den Namen des Herrn fürchten und im Osten seine Herrlichkeit; wenn der Bedränger kommt wie ein Wasserstrom, wird der Hauch des Herrn ihn in die Flucht schlagen.
20 Und es wird ein Erlöser kommen für Zion und für die in Jakob, die sich von der Übertretung bekehren, spricht der Herr.
21 Und meinerseits ist dies mein Bund mit ihnen, spricht der Herr: Mein Geist, der auf dir ruht, und meine Worte, die ich in deinen Mund gelegt habe, sollen nicht mehr aus deinem Mund weichen, noch aus dem Mund deiner Kinder4, noch aus dem Mund deiner Kindeskinder, spricht der Herr, von nun an bis in Ewigkeit!

Den gesamten Text von Jesaja 59 gibts hier
 
Anbetung, Lehre,
Angebot zu Seelsorge und persönlichem Gebet
10:30 Uhr – CCFG, Am hohen Rain 20,
57290 Neunkirchen-Zeppenfeld
Anschließend Einladung zum Mittagessen
Herzlich willkommen! Wir freuen uns auf Euch!

Samstag, 17. Dezember 2011

Die Sorgenschachtel

Immer wieder mal gibt es einen Blog über „Sorgen.“ Und immer wieder denke ich: Wird so ein Artikel überhaupt gebraucht? Irgendwann ist doch mal alles zum Thema gesagt, oder?  Und dann bekomme ich Rückmeldungen, die mir zeigen, dass die Sorgen im Leben nicht nachlassen, wenn man genug darüber gelesen hat. Also – schlägst Du Dich gerade mit Sorgen rum? Dann lies mal weiter.

J. Arthur Rank, ein englischer Lord, hatte  beschlossen, sich nur an einem Tag der Woche über all das Sorgen zu machen, was ihn bedrückte. Er wählte den Mittwoch. Wenn während der restlichen Tage etwas passierte, das ihm Angst machte und sein Magengeschwür ärgerte, schrieb er es auf, steckte es in seine Sorgenschachtel und vergaß es bis zum nächsten Mittwoch. Das Interessante daran war, dass sich am folgenden Mittwoch, wenn er seine Sorgenschachtel öffnete, die meisten Dinge der vergangenen sechs Tagen bereits erledigt hatten. Wie nutzlos wäre es gewesen, sich über sie Sorgen zu machen.

Der gute Mann hat’s richtig gemacht. Wir oft sitze ich mit Freunden zusammen und man bespricht diese oder jene mögliche Situation – ohne zu bedenken, dass diese Situation noch gar nicht eingetreten ist und es sie wahrscheinlich nie geben wird. Wenn mir das bewußt wird, schlage ich gewöhnlich vor, uns erst dann Sorgen zu machen, falls die Situation wirklich eintrifft.

Chuck Swindoll beschreibt das Werk der Sorgen folgendermaßen:
Sorgen zieht die Wolken von morgen 
über den Sonnenschein von heute.

Und jemand anders formulierte:
Sorgen verschwenden heute 
die Möglichkeiten von morgen 
mit den Wolken von gestern!

Das sind genau die Gedanken Jesu, die Er Seinen Jüngern sagt:

Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt? ... Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. ... Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat. (Matthäus 6:27,33,34)

Was Jesus uns hier zuruft ist: Leb einen Tag nach dem andern. Der heutige Tag hat genügend Sorgen für einen Tag. Zerbrich Dir nicht den Kopf über die Sorgen von morgen, die vielleicht nie eintreffen werden. Und was die Sorgen von heute angeht: Auch darum sollst Du Dich nicht grämen. Auch die darfst Du getrost an Jesus abgeben. Er kümmert sich drum!

Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.  (1 Petrus 5:7)

Freitag, 16. Dezember 2011

Konkurrenzlos wichtig!

Diese Aussage fiel mir auf, als ich im Zug zwischen München und Frankfurt durch alte Zeitschriften stöberte, die ich bisher noch nicht gelesen hatte. „Jesus ist mir konkurrenzlos wichtig geworden!“ – So lautet die Aussage im Ganzen. Wie viele Menschen diesen Satz wohl so unterschreiben könnten? Könntest Du es? Ich?

Zugegeben, wenn es um das ewige Leben geht, um eine Abladestelle für unsere Schuld, um eine Anlaufstelle für unsere Gebetsanliegen, um eine Anlegestelle in Zeiten der Überarbeitung und des Stresses, dann – ja, doch! -  Dann ist mir Jesus konkurrenzlos wichtig! Keiner wie Er. Keiner beschenkt wie Er! Keiner erhört wie Er! Keiner vergibt wie Er. Keiner ist Freund wie Er! Interessant wird es, wenn es nicht um „geistliches“ Gedankengut geht, nicht um ewiges Leben, Bedürfnisse oder Schuld. Da entbrennt doch der eine oder andere Konkurrenzkampf.

Der Kaufmann in Matthäus 13:45 + 46 stand auch in einem Konkurrenzkampf. Es heißt:

Wiederum gleicht das Reich der Himmel einem Kaufmann, 
der schöne Perlen suchte.
Als er eine kostbare Perle fand, ging er hin, 
verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie. 

Dieser Mann hat seine Entscheidung bestimmt nicht leichtfertig getroffen. Er hatte gefunden, geprüft, gehandelt - und gewonnen! Diese Perle war es wert. Alles, was er hatte. ALLES, was er hatte. Wenn er nur diese Perle besitzen könnte, dann hätte er alles, was er wollte und alles, was er bräuchte.

In Psalm 73 bringt Asaph genau diese Erfahrung zum Ausdruck. Zunächst schaut er auf Gesundheit, Ehre, Reichtum, Glück und hundert andere Dinge im Leben, die wie eine Seifenblase vergehen können. Und es verlangt ihn nach diesen Dingen – bis er ihre Unzuverlässigkeit und Vergänglichkeit sieht. Dann ruft er aus:

Wen habe ich im Himmel außer dir? 
Und neben dir begehre ich nichts auf Erden!
Wenn mir auch Leib und Seele vergehen, so bleibt doch Gott ewiglich
meines Herzens Fels und mein Teil.

Du, Gott, bist die Perle, die mehr wert ist als alles andere auf Erden. Du, Herr, bist konkurrenzlos, nicht nur, wenn es um ewiges Leben, Gebet und neue Kraft geht. Du stehst ohne Konkurrenz, wenn es um Gesundheit, Ehre, Reichtum, Glück und hundert andere Dinge auf Erden geht. NICHTS auf der Erde ist mir lieber als Du, o Herr. Du bist das Opfer meiner Gesundheit wert. Du bist das Opfer meines persönlichen Rufes wert. Du bist das Opfer meines Wohlstandes wert. Du bist das Opfer meines persönlichen Glücks wert, meiner Zeit, meiner sozialen Kontakte, meines Schlafes – Du bist es wert! Denn was immer auf dem Altar der herzlichen Hingabe auf Erden geopfert wird, wird mit überirdischem Segen auf Erden und im Himmel vergolten! So hast Du, Jesus, es versprochen:

Er aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: 
Es ist niemand, der Haus oder Eltern oder Brüder oder Frau
oder Kinder verlassen hat um des Reiches Gottes willen, 
der es nicht vielfältig wieder empfinge in dieser Zeit 
und in der zukünftigen Weltzeit das ewige Leben! (Lukas 18:29+30; Schl.) 

Jesus, konkurrenzlos wichtig, im säkularen wie im geistlichen, in den irdischen Dingen wie in den himmlischen, im Überleben auf Erden wie im Leben für die Ewigkeit. Jesus konkurrenzlos wichtig!

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Werdet voll Geistes!

Und berauscht euch nicht mit Wein, was Ausschweifung ist, 
sondern werdet voll Geistes!  (Epheser 5:18)

Neun Tage haben wir uns mit der Frucht des Heiligen Geistes beschäftigt.

„Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut,
Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.“ 
 (Galater 5:22)

Neun Tage mit Tugenden, die sich jeder wahre Jünger Jesu sehnlichst in seinem Leben wünscht. Neun Tage lang endete der Blog mit dem konkreten Hinweis, wie die Frucht des Geistes Gottes in unserem Leben Fuß fassen und aufblühen kann: „Werdet voll Geistes!“
Nun, leichter geschrieben als getan, oder?

Vor einigen Monaten unterhielt ich mich mit einem Christ, der sich auch an Gottes Wort halten möchte. Er stimmte mir zu, dass wir voll Geistes sein sollen. „Ich bitte den Herrn halt darum – und dann ist gut.“ – so ungefähr waren seine Worte. Meine Überlegung war daraufhin: „Und woher weiß ich, ob Gott erhört hat?  Das muss doch irgendwie zum Ausdruck kommen.“  Ein Ausdruck ist die Frucht des Geistes im Leben eines Menschen.

Hilfreich sind aber auch Erklärungen und Zeugnisse von Zeugen der Vergangenheit, die ein für jeden sichtbares Leben in der Fülle des Heiligen Geistes gelebt haben. Zu diesen Zeugen gehören Dwight L. Moody und Charles Finney.

Moody erklärte einer großen Zuhörerschaft die Bedeutung des Erfüllt-werdens mit dem Heiligen Geist. Er hob ein halbvolles Glas Wasser hoch und fragte: „Wie kriege ich die Luft aus dem Glas.“  „Verschließe es und pump sie raus!,“ rief ein Mann aus dem Publikum. „Das würde ein Vakuum erzeugen und das Glas zerbrechen,“ war Moodys Antwort. Dann nahm er einen Krug und füllte das Glas bis zum Überlaufen mit Wasser. „Jetzt ist alle Luft draußen,“ sagte er und fuhr fort zu erklären, dass es nicht für ein siegreiches, christliches Leben reicht, hier und da Sünde auszurupfen und abzusaugen. Wichtig für ein blühendes geistliches Leben ist es, mit dem Geist Gottes erfüllt zu sein. Moody erklärte an anderer Stelle, dass sobald wir unser Herz leeren von Stolz, Selbstsucht, Ehrgeiz und allem anderen, das sich gegen Gott stellt, unser Herz erfüllt wird mit Seinem Geist. Wenn unsere Herzen mit den Dingen der Welt belegt sind, bleibt kein Platz für Ihn. Wir müssen zuerst leer werden, bevor Er uns erfüllen kann.

Finney bezeugt, wie er verschiedentlich auf mächtige Weise mit dem Heiligen Geist erfüllt wurde, der Leib und Seele berührte. Finney erfuhr Geisteskraft, die Menschen zur Umkehr bewegte, sobald er auch nur ein paar Worte sagte. Seine Worte waren wie Pfeile. Aber es gab Zeiten, in denen die Kraft abzunehmen schien. Seine Predigten, Besuche und Gebete schienen keine Resultate zu bringen. Wenn diese Zeiten kamen, zog sich Finney zurück zu Fasten und Gebet und erfuhr neue Ausrüstung mit der Kraft des Geistes Gottes.

„Werdet voll Geistes!“  Das ist der Weg! Das ist das offene Geheimnis zu einem erfüllten Leben als Jünger Jesu. Um voll Geistes zu werden, bedarf es ein sich Ausstrecken danach. Ein Loslassen der Sünde, ein Leerwerden für Jesus. Eine „alles oder nichts“ Einstellung, eine geistliche Radikalität, ein sich Füllen lassen mit dem Geist, der die Frucht des Geistes hervorbringt und die Kraft eines leuchtenden Zeugnisses wirkt. Und es ist nötig, immer wieder zur Quelle zurückzukehren, um sich neu erfüllen zu lassen – immer wieder. Psalm 65:10 versichert: „Der Strom Gottes hat Wasser in Fülle.“   Darum kommt:
„Werdet voll Geistes!“ (Epheser 5:18)

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Frucht des Geistes: Keuschheit (9 aus 9)

Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut,
Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.
 (Galater 5:22)

Keuschheit – was für ein altes Wort! Was für ein unmodernes Wort! Was für ein unaktuelles Wort! Irgendwie windet man sich innerlich schon allein gegen den Klang. Kein Wunder, dass die meisten Übersetzungen das griechische Wort „egkrateia“ mit „Selbstbeherrschung“ übersetzen, Luther ausgenommen.

„Egkrateia“ kommt 3x im Neuen Tesatment vor. Außer in Galater 5:22 findet man es noch in 2. Petrus 1:6, wo es heißt:

In der Erkenntnis aber [reicht in eurem Glauben dar] die Selbstbeherrschung (egkrateia), in der Selbstbeherrschung aber das standhafte Ausharren, im standhaften Ausharren aber die Gottesfurcht.

Und in Apostelgeschichte 24:25 lesen wir über die Begegnung Paulus mit Felix und Drusilla:

Als er aber von Gerechtigkeit und Enthaltsamkeit (egkrateia) und dem zukünftigen Gericht redete, wurde Felix von Furcht erfüllt, und er antwortete: Für diesmal kannst du gehen; wenn ich aber gelegene Zeit finde, will ich dich wieder rufen lasse

Besonders in Apostelgeschichte 24 wird deutlich, warum egkrateia durchaus von Keuschheit spricht. Drusilla war eine zutiefst unmoralische Frau, die mit dem Gouverneur Felix in einer außerehelichen Beziehung lebte. Paulus’ Aufruf war ein Aufruf zur Keuschheit, zur moralischen Reinheit, zur sexuellen Enthaltsamkeit von Dingen, die dem Wesen und Willen Gottes entgegenstehen. Es ist mehr als offensichtlich, dass egkrateia nicht nur von Selbstbeherrschung redet, die wir ja auf vielen Gebieten des Lebens brauchen (Essen, Fernsehen, Computer, Fahrverhalten, etc.). „Egkrateia“ redet auch konkret von Keuschheit, von moralischer Reinheit von sexueller Abstinenz von allem, was Gottes Wort und Willen widerspricht.

Aktuell! Höchst aktuell! Allerspätestens hier wird klar, dass die in Galater 5:22 erwähnten Tugenden tatsächlich keine Frucht eigener Anstrengung ist, sondern Frucht des Geistes Gottes. Gottes Wort sagt uns, dass die Moral der Menschen in der Zeit unmittelbar vor dem zweiten Kommen Jesu ein Rekordtief erreichen wird. Die Zeit des Endes wird der Zeit des Anfangs ähneln, als Gott die Menschheit durch die Sintflut strafte und Sodom und Gomorrah durch Feuer. In beiden Gerichten war die sittliche Moral mit ausschlaggebend. Heute nähern wir uns mit rasantem Tempo der Einstellung des damaligen Rekords der Unmoral. „Egkrateia“ – Selbstbeherrschung im Großen und Ganzen, Keuschheit im sittlich-moralischen Bereich wird immer mehr in den Hintergrund gedrängt, belächelt und für antik erklärt – nicht selten für extrem, intolerant und ungesetzlich. Als Christen müssen wir damit rechnen, immer mehr ins Abseits gedrängt zu werden. Die Alternative ist – uns mehr und mehr anzupassen, indem wir Gottes Wort relativieren, Gnade und Heiligung gegeneinander ausspielen und unsere geistliche Kraft, geistliche Fruchtbarkeit und geistliche Freude verlieren. Zugegeben: Es kostet Kraft, im Gegenwind standhaft zu bleiben, der sich mehr und mehr zu einem Orkan zusammenbraut, aber es gibt einen todsicheren Weg in die Standhaftigkeit.

 „Werdet voll Geistes!“ (aus Epheser 5:18; Schl)

Dienstag, 13. Dezember 2011

Frucht des Geistes: Sanftmut (8 aus 9)

Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut,
Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.
 (Galater 5:22)

Manche Tugenden werden durch Worte ausgedrückt, über die man erst nachdenken muss. Bei mir gehört Sanftmut dazu. Ist Sanftmut zu feminin für einen Mann? Was ist Sanftmut überhaupt? Ist es „Weichheit“? mangelndes Durchsetzungsvermögen? Oder ist es etwas Positives? Nach der Erklärung des griechischen Wörterbuches (Strong’s Greek) beinhaltet Sanftmut den Gedanken der Milde, Duldsamkeit und Demut. Aha! Da liegt nichts von Schwäche drin. Im Gegenteil! Da liegt Stärke drin. Milde, die den Mut hat, sich gegen Gewalt oder Verletzungen zu stellen. Duldsamkeit, die freiwillig bereit ist, den untersten Weg zu gehen, weil der Geist Gottes es so führt! Demut, die die Größe hat, sich hinter oder unter etwas zu stellen! Sanftmut ist konrollierte Stärke! HERR, DIESE SANFTMUT MÖCHTE ICH!

Mehr noch: Die Bibel bezeichten Sanftmut als etwas ausgesprochen Gutes, Erstrebenswertes und Gott-gewolltes.

Von Mose heißt es in 4. Mose 12:3:
Aber Mose war ein sehr sanftmütiger Mann, 
sanftmütiger als alle Menschen auf Erden.

Das ist nicht als Abschreckung gemeint, sondern als erstrebenswertes Positivbeispiel.

In Psalm 37:11 wird den Sanftmütigen irdischer und himmlischer Frieden versprochen:
Aber die Sanftmütigen werden das Land erben 
und sich großen Friedens erfreuen.

Die vielleicht stärkste Herausforderung ist die Tatsache, dass Sanftmut eine Tugend unseres größten Vorbildes ist. In Matthäus 11:29 sagt Jesus über sich selbst:

Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir,
denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig;
so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen!

JESUS, DIESE SANFTMUT MÖCHTE ICH!

Ein Autor berichtet, wie ein Betriebsleiter eine Besuchergruppe zur Besichtigung mit in seine Fabrik nimmt. An einer Stelle war ein riesengroßer Dampfhammer zu sehen, der in der Lage war, ein ganzes Auto flach zu pressen. Der Gruppenleiter legte eine Walnuss auf die Ablage und der Hammer knackte die Schale, ohne die Frucht zu verletzen. Ein herrliches Bild von Sanftmut: Macht unter Kontrolle! JESUS, DIESE SANFTMUT MÖCHTE ICH!

Aber wie sehr wir uns auch bemühen, nur selten ist es uns möglich, nicht zu verletzen oder zu zerbrechen. Sanftmut ist niemandem in die Wiege gelegt. Auch wenn wir es uns noch so wünschen oder einreden. Sanftmut ist von außerhalb dieser Welt. Sanftmut ist eine Tugend Jesu und sie wird dann in uns wachsen, sich entfalten, von anderen gesehen und erfahren werden, wenn wir uns an die Wachstumsbedingungen halten. Sanftmut gehört zur Frucht des Heiligen Geistes. Ohne den Geist Gottes können wir nette Menschen sein, aber nicht die Frucht des Geistes in und durch uns erwarten. Das wird allein dann geschehen, wenn wir nach Gottes Aufforderung leben:

 „Werdet voll Geistes!“ (aus Epheser 5:18; Schl)