„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Dienstag, 26. April 2011

Bleib dran!

Für über ein Jahr habe ich mich selbst bestochen. Mehrere Jahre war ich Mitglied in einem örtlichen Fitnessstudio. Um die Anstrengung  und die Langeweile, 20 Minuten auf dem Fahrrad stur vor mich hin zu strampeln, zu besiegen, nahm ich mir interessante Bücher mit. Ich weiß nicht, wie viele gute Biographien und Missionsbücher ich dort gelesen habe. Eine Biographie was die von Smith Wigglesworth mit dem Titel: „Glaubensapostel.“  Wiggleswort wurde 1859 in England geboren und schreibt über die Erinnerungen an seinen Vater.

„Ich kann mich an einen frostigen Tag erinnern, an dem mein Vater den Auftrag hatte, einen Graben auszuheben, ca 6,5 Meter lang und knapp einen Meter tief – um ihn dann wieder zu füllen. Das alles für wenig Geld, das er für Lebensmittel brauchte, da nichts mehr im Haus war. So fing er mit einer Spitzhacke an. Der Frost war tief in die Erde eingedrungen, aber darunter lag eine Schicht feuchter, lockerer Erde.“ (aus: Frodsham: ‘Smith Wigglesworth – Apostle of Faith.’ – eigene Übersetzung)

Als ich das las, wurde ich unweigerlich an eine Gebetsreise erinnert, an der ich teilgenommen hatte. Diese Reise war wie die Arbeit mit einer Spitzhacke auf gefrorenem Boden. Gedanken schießen einem durch den Kopf: Ist es alles der Mühe wert? So viel Mühe für so wenig Frucht? Wie oft müssen wir die Spitzhacke über unsere Köpfe schwingen und mit Macht auf den hart gefrorenen Boden schlagen? Und wie oft sind wir versucht, aufzugeben und es sein zu lassen? Und das nicht nur auf Gebetsreisen. Nein, auch im Alltag als Christen.

Georg Müller, Vater der Waisenkinder in Bristol, bringt sich in Erinnerung. Von ihm wird erzählt, dass er begann, für fünf seiner Freunde zu beten. Es dauerte eine Weile, bis der erste zum Glauben an Christus kam. Es dauerte weitere 10 Jahre, bis die nächsten beiden Freunde gerettet wurden. Die Bekehrung des vierten Freundes dauerte 25 Jahre. Und es schien, als würde sich der letzte der fünf Freunde überhaupt nicht bekehren. Müller betete 52 Jahre für ihn, aber erlebte nicht die Bekehrung seines Freundes. Müller starb – und kurz nach seiner Beerdigung fand der fünfte seiner Freunde zu Jesus.

Es dauerte! Aber Müllers Ausdauer wurde belohnt. Oft braucht es seine Weile, bis der gefrorene Boden durchbrochen ist und die weiche, feuchte Erde zum Vorschein kommt. Lasst uns nicht aufgeben. Hier ist, was Spurgeon zum Thema Ausdauer zu sagen hatte: „Durch Ausdauer, erreichte die Schnecke die Arche!“

„… und wurde belohnt!“ möchte ich hinzufügen. Gib nicht auf! Du hast das Versprechen Gottes in Galater 6:9:

„Lasst uns aber im Gutestun nicht müde werden; denn 
zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht ermatten.“

Montag, 25. April 2011

Sonntag kommt!

SM Lockridge war ein international bekannter Afroamerikaner. 40 Jahre lang diente er als Pastor der Calvary Baptist Church in San Diego, Californien. Einige seiner Predigten sind Legende. Für die Predigt am Auferstehungssonntag in unserer Gemeinde habe ich seinen Vortrag: "Sunday's coming" übersetzt. Hier der Text. Das Original kann im nebenstehenden Video abgerufen werden. Für Englisch-sprechende lohnt es sich!

SONNTAG KOMMT!

Es ist Freitag
Jesus betet
Petrus schläft
Judas verrät
Aber der Sonntag kommt

Es ist Freitag
Pilatus windet sich
Der Rat verschwört sich
Die Menge verleugnet
Sie wissen nicht einmal
Das der Sonntag kommt

Es ist Freitag
Die Jünger rennen
Wie Schafe ohne Hirten
Maria weint
Petrus leugnet
Aber sie wissen nicht
Dass der Sonntag kommt

Es ist Freitag
Die Römer schlagen meinen Jesus
Sie kleiden Ihn in einen Purpurmantel
Sie krönen Ihn mit Dornen
Aber sie wissen nicht
Dass der Sonntag kommt

Es ist Freitag
Schaut, Jesus, wie er nach Golgatha geht
Sein Blut tropft
Sein Körper taumelt
Und Sein Geist tief betrübt
Aber, seht mal, es ist lediglich Freitag!
Sonntag kommt!

Es ist Freitag
Die Welt im Sieg
Die Menschen in Sünde
Das Böse hässlich grinsend

Es ist Freitag
Die Soldaten nageln die Hände meines Retters
Ans Kreuz
Sie nageln die Füße meines Retters
Ans Kreuz
Und dann ziehen sie es hoch
Gleich neben Verbrechern!
 
Es ist Freitag
Aber lass mich Dir was sagen:
Der Sonntag kommt!

Es ist Freitag
Die Jünger fragen,
Was mit ihrem König passiert ist
Und die Pharisäer feiern
Dass ihr Komplott
Gelungen ist.
Aber sie wissen nicht
Es ist lediglich Freitag.
Der Sonntag kommt.

Es ist Freitag
Er hängt am Kreuz
Fühlt sich verlassen von Seinem Vater
Allein gelassen und sterbend.
Kann Ihn denn niemand retten?
Oh
Es ist Freitag
Aber der Sonntag kommt!

Es ist Freitag
Die Erde bebt
Der Himmel verdunkelt sich
Mein König gibt Seinen Geist auf.

Es ist Freitag
Alle Hoffnung ist verloren
Der Tod hat gewonnen
Die Sünde hat gesiegt
Und Satan lacht!

Es ist Freitag
Jesus wird begraben
Ein Soldat hält Wache
Und ein Felsen wird an den seinen Platz gerollt.

Es ist Freitag
Es ist NUR Freitag
Der Sonntag kommt!

Sonntag, 24. April 2011

Er ist nicht hier! Er ist auferstanden!


JESUS CHRISTUS ...
(auferweckt) von den Toten durch die Herrlichkeit des VATERS
Ich habe Vollmacht, (mein Leben)  zu lassen,
und habe Vollmacht, es wieder zu nehmen. (JESUS)
Der GEIST Gottes, der Jesus von den Toten auferweckt hat, 
lebt in euch.  (Römer 6:4; Johannes 10:18, Römer 8:11)
Jesus lebt! Jesus lebt!
Jesus  lebt! Jesus lebt!
Jesus  lebt! Jesus lebt!
Jesus lebt! Er lebt! Er lebt! Jesus lebt!
Jesus lebt! Er lebt! Er lebt! Jesus lebt! 
Jesus lebt! Er lebt! Er lebt! Jesus lebt! 
Jesus lebt! Er lebt! Er lebt! Jesus lebt! 
Hallelujah! Hallelujah!
Hallelujah! Hallelujah!
Jesus ist auferstanden!
Jesus lebt! Jesus lebt!
Jesu Grab: es ist leer!
Jesus ist auferstanden!
Jesus ist auferstanden!
Hallelujah! Hallelujah!
Hallelujah! Hallelujah!

Download der Osterpredigt ab Montagabend oder Dienstagmorgen unter: 
http://ccfg.de/predigtarchiv.html


Samstag, 23. April 2011

Wo war Jesus am Karsamstag?

Wo war Jesus in der Zeit zwischen Seinem Sterben und vor Seinem Auferstehen? In Kürze: Ich weiß es nicht. Dabei ich bin in guter Gesellschaft, denn meine Nachforschungen ergaben, dass Theologen und Ausleger in ihren Kommentaren bekennen: Es ist nicht 100% sicher, wo Jesus war und eine glasklare Antwort gibt uns die Bibel nicht. Dennoch gibt es relativ viele Bibelstellen, die Andeutungen machen und Schlüsse zulassen. Im Folgenden Auszüge aus einigen der wichtigsten Bibelstellen zu diesem Thema:

Epheser 4:8-10
„Darum heißt es: »Er ist emporgestiegen zur Höhe, hat Gefangene weggeführt und den Menschen Gaben gegeben«. Das Wort aber: »Er ist hinaufgestiegen«, was bedeutet es anderes, als dass er auch zuvor hinabgestiegen ist zu den Niederungen der Erde?

Luke 16:22+26
„Es geschah aber, dass der Arme starb und von den Engeln in Abrahams Schoß getragen wurde. Es starb aber auch der Reiche und wurde begraben. … Und zu alledem ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, so dass die, welche von hier zu euch hinübersteigen wollen, es nicht können, noch die, welche von dort zu uns herüberkommen wollen.“

1 Peter 3:18-20.
„Denn auch Christus hat einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führte; und er wurde getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht durch den Geist, in welchem er auch hinging und den Geistern im Gefängnis verkündigte, die vor Zeiten sich weigerten zu glauben...“

Psalm 16:10-11
„denn du wirst meine Seele nicht dem Totenreich preisgeben und wirst nicht zulassen, dass dein Getreuer die Verwesung sieht.“

Luke 23:43
„Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein!“

Allein die Verse füllen die Hälfte der normalen Blog-Länge. Darum hier nur eine kurze Erklärung, die denen helfen soll, die sich mit dem Thema näher beschäftigen möchten. Wo war Jesus zwischen Tod und Auferstehung?

  • Sein Leib war im Grab! (Matthäus 27:60)
  • Sein Geist stieg hinab zu den Niederungen der Erde! (Epheser 4:9)
  • Die Niederungen der Erde bezeichnen das Totenreich, in das Jesus ging (Psalm 16:10; Apostelgeschichte 2:27)
  • Totenreich (Hebräisch: Sheol, griechisch Hades) bezeichnet den Ort der Verstorbenen und wird als zweigeteilt beschrieben. (Lukas 16:22+26) In dem einen Teil (nicht die Hölle) leiden bereits alle, die ohne Glauben gestorben sind. In dem anderen Teil, auch „Abrahams Schoß“ und „Paradies“ genannt, werden die getragen, die im Glauben gestorben sind. Eine unüberbrückbare Kluft trennt beide Plätze.
  • Am Kreuz verspricht Jesus dem sterbenden Verbrecher, der an ihn glaubt, noch am selben Tag mit ihm im Paradies zu sein (Lukas 23:43). Jesus ging also nach seinem Tod ins Totenreich, genauer: ins Paradies, in den Teil, in dem sich die gläubig Gestorbenen aufhielten. Was tat er dort?
  • Er proklamierte seinen Sieg den Seelen der Verstorbenen. Den ungläubig Verstorbenen zum Gericht, den gläubig Verstorbenen zum Heil und um sie hinaus zu führen, mitzunehmen zu sich in die Höhe. (Epheser 4:8).
Das Totenreich ist nicht die Hölle. Das Totenreich ist ein zeitlicher Platz. Die Hölle ist ein ewiger Platz, der erst bevölkert wird nach dem Gericht von Offenbarung 20.

Das Totenreich ist auch nicht ein Platz für eine „zweite Gelegenheit.“ Jesus hat dort nicht evangelisiert, sondern seinen Sieg „Es ist vollbracht“ proklamiert!

Zusammenfassend stellt mich diese Antwort zufrieden:
Nach seinem Tod ging Jesus ins Totenreich. Den ungläubig Gestorbenen proklamierte Er Seinen Sieg. Die gläubig Gestorbenen nahm er mit „in die Höhe.“ Der Teil des Totenreiches, in dem sich die Seelen der Geretteten aufhielten ist demnach heute leer. Sie sind bei Jesus. Der Teil, in dem sich die Seelen der ungläubig Verstorbenen befinden, wird aufgelöst am Tag des Gerichts (Offenbarung 20).

In allem ist die Hauptfrage nicht: Wo war Jesus damals zwischen Karfreitag und Auferstehungssonntag? Die Hauptfrage ist: Wo stehst Du heute in Deiner Beziehung mit Jesus? Heute sitzt Er zur Rechten des Vaters, diejenigen erwartend, die heute an Ihn glauben.

Freitag, 22. April 2011

Für Dich!

Karfreitag ist ein besonderer Tag. Nicht umsonst, in Verbindung mit Ostern, einer der höchsten Tage des Kirchenjahres. Mein Herz ist voller Gedanken, die ich hinausrufen (schreiben) möchte. Beim Stöbern fand ich unzählige Videoclips, die exzellent zum heutigen Tag passen würden – Lieder und Filme.

Ein Videoclip wird Montag im Randfenster erscheinen. Ich werde den (übersetzten) Text im Ostergottesdienst verwerten und daher erst nach Ostern hier einstellen. Wer Englisch versteht, sollte es nicht versäumen, den Clip am Ostermontag anzuschauen.

Der heutige Videoclip stammt aus Mel Gibsons Film „Die Passion“  Ich kenne solche, die den Film nie gesehen haben und nie sehen wollen. Zu viel Schmerz, zu viele Dornen, zu viele Geiseln, zu viel Spott und Hohn. Ich vermute, dass kaum ein anderer Film die (körperlichen) Leiden Jesu realistischer dargestellt hat. Wann immer ich den Film sehe, bewegt mich der Gedanke: Das tat Er für mich!  -  Und für Dich!

Würdest Du Karfreitag nicht auch am liebsten überspringen? An wie vielen Gottesdiensten habe ich am Karfreitag teilgenommen, die dem Ernst des Tages, der Ekelhaftigkeit der Sünde, der Hähme Satans, der Verlorenheit der Sünder keine Genüge getan haben! Wir mögen nicht darüber reden, wir mögen uns nicht daran erinnern. Am liebsten ganz ausklammern und gleich auf Ostern verweisen – und die Party kann beginnen! Aber so hat Gott sich das nicht gedacht. Auch Jesus wußte um Ostern – und war betrübt und in Todesangst. Die Schrecken des Todes konnte und wollte er nicht überspringen mit der Einstellung: Na ja, ich komme ja zurück und es ist ja für einen guten Zweck! Nein! Nein! NEIN!  Er trank den bitteren Kelch bewußt, ohne Betäubung, ohne Vertröstung oder Verdrängung. Er wurde für uns zur Sünde!

Darum geht es auch heute und morgen nicht um Ostern, nicht um Leben und Freude – sondern um Tod und Trauer. Und weil Jesus die Sünde der Welt ans Kreuz trug, trug er auch Deine Sünde. Lies die folgende Versauswahl aus dem Propheten Jesaja durch und schau Dir anschließend den Videoclip an. Dann lies die Jesajaverse noch einmal. Es sind nicht viele. Er tat es für DICH!  (Jesaja 53:2-3; 52:14+15a; 50:6+7a; 53-4-8, 11+12)

Er wuchs auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und Hoheit. Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet.
Wie sich viele über ihn entsetzten, weil seine Gestalt hässlicher war als die anderer Leute und sein Aussehen als das der Menschenkinder,  genauso wird er viele Nationen in Erstaunen setzen;
Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel. Aber Gott der HERR hilft mir, darum werde ich nicht zuschanden.
Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn. Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird; und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer, tat er seinen Mund nicht auf. Er ist aus Angst und Gericht hinweggenommen. Wer aber kann sein Geschick ermessen? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er für die Missetat meines Volks geplagt war.
 Nachdem seine Seele Mühsal erlitten hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben; durch seine Erkenntnis wird mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen, und ihre Sünden wird er tragen. Darum will ich ihm die Vielen zum Anteil geben, und er wird Starke zum Raub erhalten, dafür, daß er seine Seele dem Tod preisgegeben hat und sich unter die Übeltäter zählen ließ und die Sünde vieler getragen und für die Übeltäter gebetet hat.

Donnerstag, 21. April 2011

Dein Kuss für Jesus!

Ein Kuss ist eine persönliche Sache – zumindest in unserer Kultur. In der Regel dient er als Ausdruck der Liebe, der Intimität, der Verbundenheit. Bereits im europäischen Ausland (wenn man die Türkei dazuzählen möchte) ist ein Kuss schon nicht mehr so persönlich. Männer begrüßen sich mit einem Kuss auf die Wange, ebenso Frauen unter sich.

Zur Zeit der Bibel war beides üblich: Der Kuss aus Liebe und der Kuss als Gruß. Jesus empfing beides. In Lukas 7:38 kommt eine stadtbekannte Sünderin zu Jesus und wir lesen:

„sie trat hinten zu seinen Füßen, weinte und fing an, seine Füße mit Tränen zu benetzen; und sie trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes, küsste seine Füße und salbte sie mit der Salbe.“ 

Diese Tat der Verbundenheit bezeichnet Jesus später vorbildlich. Bereits im Alten Testament heißt es in Psalm 2:12:

„Küsst den Sohn, damit er nicht zornig wird 
und ihr nicht umkommt auf dem Weg; 
denn wie leicht kann sein Zorn entbrennen! 
Wohl allen, die sich bergen bei ihm!“

Das Wort, übersetzt mit „küsst“ ist ein Begriff aus dem Bereich der Anbetung und fordert auf, sich zu unterwerfen, zu beugen und die Füße eines mächtigen, siegreichen Königs zu küssen. Wir werden aufgefordert, den Sohn anzubeten, zu lieben, uns in Ihm zu freuen. Ein Kuss ist ein angemessenes Zeichen dafür.

Aber die Bibel spricht auch von einem anderen Kuss, der als „Judaskuss“ oder „Verräterkuss“ in die Geschichte eingegangen ist. Judas war ein Heuchler. Sein Kuss sollte eine Täuschung sein. Er sollte Jesus Achtung vortäuschen, ihn aber in Wahrheit ans Messer liefern.

Welche Art Kuss erhält Jesus von Dir? Nein, Du wirst ihn wahrscheinlich nicht verraten, nicht um Geld verkaufen oder ihn bewusst dem Spott Seiner Feinde ausliefern. Aber kann es sein, dass Du Jesus, Dir selbst und den anderen etwas vorspielst? Du spielst Achtung für Jesus, Liebe für Jesus, Hingabe, Dienst und Interesse an Ihm vor. Alle anderen denken, Du bist einer von ihnen, eifrig und brennend für Jesus. Und Du weißt in Deinem Herzen: Alles Show! Ein Judaskuss – der das eine vorgibt und das andere in Wirklichkeit ist.

Ist Dein Kuss, Deine Liebe, Deine Lieder, Deine Hingabe für Jesus authentisch und von Herzen – oder ist es ein Judaskuss?

Ich für meinen Teil entscheide mich – besonders in Anbetracht der Passion Jesu - für den Kuss aus Psalm 2:12. Ein Kuss herzlicher Hingabe, freudiger Unterordnung unter einen mächtigen, siegreichen König. Ein Kuss echter Anbetung! Dabei muss und will ich mich prüfen, dass das Herz offen ist vor Gott und nicht etwas nach außen vorspielt, was innen fehlt.

Was ist Dein Kuss für Jesus?

Mittwoch, 20. April 2011

Abendmahl

Es ist ein komisches Gefühl, wenn man einen Ort für viele Jahre verlässt, zum Beispiel, um einen ständigen Arbeitsplatz auf einem anderen Kontinent anzutreten. Man gibt den gegenwärtigen Wohnort auf, Freunde, alles, mit dem man vertraut ist. Je näher die Zeit der Abreise kommt, umso wilder fahren die Gefühle Achterbahn. Dann kommt der Abend des Abschieds. Eine letzte Feier mit Familie und Freunden. Süß-saurer Abschied. Wie wichtig und wohltuend, diese letzten Stunden. Wie schmerzhaft der Gedanke der Abreise am nächsten Tag.

Ich frage mich, wie Jesus sich gefühlt hat, als er das letzte Mal mit den Jüngern zusammen saß. War da etwas von Achterbahn in Seiner Gefühlswelt? In jenem Obergemach gab es ja einige Lektionen, die er noch unterrichtete. Aber je länger der Abend dauerte, umso kürzer wurde die Zeit, bis dass Seine Leiden beginnen würden. Ich stelle mir vor, dass es auch für Jesus ein süß-saurer Abschied war.

Mit Seinen 12 Aposteln feierte Jesus das Passahfest in Erinnerung an die Befreiung aus der Sklaverei aus Ägypten. Diese Befreiung hatte Gott selbst Seinem Volk geschenkt. Freude! Dankbarkeit! Man gedachte der Stärke des Bundesgottes, Seiner Gnade und Seiner Treue zu Seinem Volk. Lobpreis!

„Und er nahm das Brot, dankte, brach es, gab es ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis! Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.“ (Lukas 22:19-20)

Ganz deutlich, vielleicht deutlicher als je zuvor, bezeugt Jesus nach dem Mahl und in Verbindung mit dem Mahl noch einmal Seinen Jüngern, dass Er im Begriff steht, Sein Leben zu geben – für sie – und für uns! Und Er trägt ihnen auf, dieses Mahl miteinander in Gedanken an Ihn zu feiern. An anderer Stelle erklärt Er ihnen, dass Er erst wieder im Himmelreich dieses Mahl mit ihnen feiern wird. Also ein Mahl, in dem wir uns erinnern, was Er für uns getan hat. Das ist der ernste Aspekt. Und gleichzeitig ein Mahl, das vorausschaut in die Zukunft auf die herrliche Zeit, in der Jesus wieder dabei sein wird, wenn wir Ihn feiern. Das ist der frohmachende Aspekt.

Die Jünger verstanden damals nicht, was wir heute verstehen. Jesus aber ging bewusst und zielstrebig Seinen Weg. Ein süß-saurer Abschied – mit einem wunderbaren, vorausschauenden Bild auf das, was Er für uns bewirkte. Danke, Jesus!

Dienstag, 19. April 2011

Lass Jesus Deine Füße waschen!

Ich gebe zu: Obwohl ich die Erfahrung gerne einmal machen möchte, habe ich bisher noch nie an einer Fußwaschung teilgenommen. Sie wird ja in einigen Gemeinden und Kirchen noch praktiziert. Was ich aber gehört und in Filmen gesehen habe, sind Fußwaschungen, die in Gemeindehäusern stattfinden. Alle Füße, die dann gewaschen werden, wurden (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) gut und gründlich zu Hause geschruppt. Zehennägel geschnitten und gesäubert. Frische Socken und saubere Schuhe haben den Schmutz auf dem Weg zum Gemeindehaus abgehalten. Es wäre ja auch zu peinlich, würde dem Fußwascher ein schmutziger oder entzündeter Zehennagel auffallen oder gar Schweißgeruch in die Nase steigen.

Als Jesus sein Obergewand auszog, sich die Schürze umband und sich vor seine Jünger kniete, um ihnen die Füße zu waschen, waren das Füße von Männern, die den ganzen Tag unterwegs gewesen waren. Möglicherweise hatten sie vorher ein rituelles Bad genommen, da das Passah nahte. Aber (im heutigen Sinne) sauber, waren die Füße mit Sicherheit nicht, als Jesus sie wusch!

Stell Dir vor, Du wärest unter den Zwölfen gewesen – mit staubig-schmutzigen Füßen, müden Füßen, vielleicht wunden Füßen – und der Meister hätte vor Dir gekniet, wie er im heutigen Video vor den Jüngern gekniet hat (oder so ähnlich). Also ich für meinen Teil kann Petrus bestens verstehen.

Was Jesus gegenüber Petrus zum Ausdruck bringt ist die Tatsache, dass er bereits gewaschen ist, dass er als Jünger gilt, „zu Jesus zugehörig.“ Jesus erkannte den kindlichen Glauben im Herzen seines Jüngers und – vorausschauend aufs Kreuz – bezeichnet ihn als „gewaschen.“  Jesus hat nicht nur den Dreck seiner Füße weggespült, sondern erklärte auch sein Herz rein. Lüge, Hass, Bitterkeit, unreine Gedanken, Wütausbrüche, Ehekrach, Zorn … alles, was sich über viele Jahre in Petrus` Herz angesammelt hatte, war vergeben worden.

Nicht die paar Schmutzkrümel zwischen den Zehen sind das Problem. Die sind nicht wirklich peinlich. Peinlich ist der große Schmutz. Der, den man nicht sieht, der sich im Herzen ansetzt.

Wer zu Jesus gehört, lernt in dieser Fußwaschung mindestens drei große Lektionen:
  1. Wer zu Jesus gehört, dessen Sünden sind vergeben. Wir mögen ignorant sein diesbezüglich, aber Jesus hat uns gereinigt! „O Gnade Gottes, wunderbar!“
  2. Wer zu Jesus gehört, dem möchte der Herr täglich Reinigung schenken von den Verfehlungen eines jeden Tages. Die täglich erfahrene „Gnade um Gnade!“
  3. Wer zu Jesus gehört ist berufen und beauftragt, dem Beispiel Jesu zu folgen: dem Beispiel der Demut, dem Beispiel des Dienens (selbst wenn es sich um stinkende, wunde oder müder Füße handelt) – und dem Beispiel der Vergebung, Tag um Tag!
 „Denn ich habe euch ein Beispiel gegeben, dass auch ihr tut, wie ich euch getan habe.“ (Johannes 13:15)