„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Dienstag, 3. November 2026

Biographie: Hedwig von Redern

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Am 23. April 1866 wurde Hedwig von Redern als erstes Kind und Tochter des preußischen Generalleutnants Herrmann von Redern und seiner Frau in Berlin geboren. Als Adelige hatte sie ein Leben voller Glück und Sonnenschein vor sich. Doch im Alter von 20 Jahren zerbrachen ihre Zukunftsträume, als ihr geliebter Vater plötzlich verstarb. Die Familie hatte den Verlust noch nicht verkraftet, als kurze Zeit später ein Feuer im familieneigenen Gutshof ausbrach. Als die Flammen gelöscht waren und der Schaden begutachtet war, stand die traurige Wahrheit fest: Hedwigs Mutter konnte den jahrhundertelangen Familienbesitz nicht mehr halten und musste mit ihren Kindern in eine ärmliche Mietswohnung nach Berlin ziehen.

Hedwig begann wegen all dieser Schicksalsschläge, mit Gott zu hadern. »Ist das ein Gott der Liebe, der einem alles nimmt, wofür es sich zu leben lohnt?« Sie war erstaunt darüber, wie ganz anders ihre Mutter mit den neuen Lebensumständen zurechtkam. Diese fand Trost in dem Wissen, dass Gott ihr Leben lenkte. Schließlich ließ sich Hedwig überreden, an den Bibelstunden teilzunehmen, die ihre Mutter in Berlin besuchte. Und hier endlich fand sie selbst den Gott, den sie zwar seit ihrer Kindheit kannte, zu dem sie aber keine persönliche Beziehung hatte. »Musste Gott mich aus meinem irdischen Paradies vertreiben, um mir die ewige Heimat schenken zu können?«, fragte sie sich rückblickend.

Von nun an half sie bei Kindergottesdiensten mit und schrieb christliche Gedichte, von denen viele vertont und sehr bekannt wurden. Eines ihrer schönsten Lieder beginnt mit den Worten:

»Weiß ich den Weg auch nicht, du weißt ihn wohl.
Das macht die Seele still und friedevoll.« 
 

Hedwig arbeitet in einem Krankenhaus mit, in dem sie auch Bibelstunden für die anderen Mitarbeiter im Pflegedienst organisierte. Auch unter Polizeibeamten und ihren Ehefrauen war Hedwig aktiv, deren geistliche Entwicklung durch den pietistischen Prediger Elias Schrenk geprägt wurde.

Durch die Spanische Grippe verlor sie ihre Mutter und einen ihrer Brüder. Im Alter von 67 Jahren musste sie sich einer Operation unterziehen, die sie bis zu ihrem Lebensende krank bleiben ließ.

Aber auch in all diesen Nöten verlor Hedwig diesen Frieden in ihrem Leben nicht. Über 40 christliche Lieder* stammen von ihr, dazu Gedichte und christliche Erzählungen, die vielen Menschen zum Segen wurden.

Sowohl der Deutsche-Frauen-Missions-Gebetsbund (heute: Frauen-Gebets-Bewegung e.V.), wie auch der „Bund Christlicher Polizei-Beamter“ wurde auf ihre Initiative hin ins Leben gerufen.

Am 22. Februar ging ihr aufopferungsvolles Leben mit 68 Jahren zu Ende. Was für ein Anfang! Und was für ein Ende.

Von Lukas Di Nunzio stammt das Lied „Ein Leben, gegeben, für den Herrn der Welt! Ein Leben, gegeben, für das, was wirklich zählt! Ein Leben für Gott, für ihn allein, das soll mein Leben sein. Das hat Hedwig von Redern verstanden und gelebt. Was für ein Zeugnis!

*Außer dem ersten Lied sind die anderen heute vielleicht eher unbekannt. Allerdings zeigen die Titel die Konzentration auf Jesus, Sein Werk und Hingabe an Ihn:

  • „Weiß ich den Weg auch nicht, du weißt ihn wohl“
  • „Ich habe nur ein Leben“
  • „Ich schau dich an, wie du für mich gelitten“
  • „Hier hast du meine beiden Hände“
  • „Ach nein, das ist kein Sterben“
  • „Ich bin gewiss, nichts kann mich scheiden“
  • „Ich schäme mich des Heilands nicht“
  • „Es ist nur ein Schritt zu Jesus, doch du musst ihn tun“
  • „Glaub’s doch, dass dich Jesus liebt“
  • „Du suchst den Frieden, suchst ihn lange schon“
  • „Aufwärts dem Ziele zu, Jesus entgegen“
  • „An dem Fuß des Kreuzesstammes“
 Textquellen: Hier und Hier

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