„Es ist besser, die Geldbörse zu verlieren als die Beherrschung.“ (Robert C. Chapman)

Dienstag, 22. September 2026

Biographie: Robert Chapman

„Apostel der Liebe“ wurde Robert Chapman genannt, der am 4. Januar 1803 in Helsingor / Dänemark in eine sehr reiche, anglikanische Kaufmannsfamilie hineingeboren wurde. Bis die Familie später nach England zurückkehrte, wurde Robert von seiner Mutter unterrichtet. In England besuchte er ein britisches Internat.

Ab dem Alter von 15 Jahren begann er eine Anwaltsausbildung in London die er als Zwanzigjähriger abschloss und Rechtsanwalt wurde. Robert hatte als brillanter Denker eine große Karriere vor sich. Seine freie Zeit verbrachte er damit, die Armen in London zu besuchen und ihnen zu helfen.

Trotz allem beruflichen Erfolg wurde ihm klar, dass etwas fehlte, um die Leere in seinem Herzen zu stillen. Später schrieb er: „Ich wollte – konnte – die Stimme Jesu nicht hören. Mein Kelch war bitter vor Schuld und den Folgen meines Handelns. Ich hatte die Welt satt, hasste sie in meiner seelischen Verzweiflung, war aber dennoch unfähig und unwillig, sie hinter mir zu lassen.“ Und so kam es in seinem frühen Leben zu einer Wende. Unter der klaren Verkündigung eines Predigers öffnete er sein Herz für das Evangelium. Robert hatte Christus gefunden und sich entschieden, Ihm nachzufolgen.

Als er 1832 feststellte, dass sich nicht mehr alles in seinem Beruf mit seinem Glauben und der Nachfolge Jesu vereinbaren ließ, gab er seine Kanzlei auf, verkaufte seinen Besitz und nahm die Berufung als Pastor einer calvinistisch orientierten Baptistengemeinde in Barnstaple an. Allerdings war es ihm wichtig, sich ausschließlich an Gottes Wort zu orientieren, nicht an denominationalen Überzeugungen. Dazu gehörte unter anderem die Gemeinschaft mit allen Gläubigen, auch, wenn sie nicht nach baptistischen Vorstellungen getauft waren. Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Gemeinde mehr in die Richtung einer Brüdergemeinde.

Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid,
wenn ihr Liebe untereinander habt. (Johannes 13:35)

Robert hatte ein besonderes Herzensanliegen für benachteiligte und arme Menschen und lebte in einem entsprechenden Stadtteil. Sein Mitgefühl und Eifer für diese Leute brachten ihm die Bezeichnung „Apostel der Liebe“ ein.

Als er sich in einer Auseinandersetzung zwischen John Darby und Georg Müller auf Müllers Seite stellte, wollten ihn einige Unterstützer Darbys in Verruf bringen. Sie wurden von Darby selbst mit den Worten zurückgewiesen: „Lasst diesen Mann (Robert Chapman) in Ruhe; wir sprechen von den himmlischen Dingen, aber Robert Chapman lebt in ihnen.“

Obwohl sich Robert Chapman berufen fühlte, Gottes Wort zu verbreiten, meinten Freunde eines Tages, dass er es nie zum Prediger schaffen würde. Roberts Antwort lautete: „Es gibt viele, die von Christus predigen, aber nicht so viele, die Christus leben; mein großes Ziel wird es sein, Christus zu leben.“ Das gelang ihm!

Er stand früh auf, um persönliche Gemeinschaft mit Jesus zu suchen, predigte oft auf der Straße, legte keinen Wert auf Denominationen, hatte aber ein offenes Herz für alle, die Jesus liebten. Er besaß die Fähigkeit, Streit zu schlichten, und war bekannt für Gastfreundschaft in einem äußerst schlicht eingerichteten Haus. Als ein Freund ihm anbot, ein besseres Haus zu nutzen, lehnte Robert das Angebot ab. Er wolle dort bleiben, wo jeder Christ, selbst der Ärmste, ohne zu zögern zu ihm kommen könne.

Fast siebzig Jahre diente Robert Chapman im In- und Ausland dem Herrn. Charles Spurgeon bezeichnete ihn einmal als „den geistlichsten Menschen, den ich je gekannt habe“.

Im hohen Alter von 98 Jahren leitete er eine Stunde lang eine Jahreskonferenz und predigte stehend und voller Eifer das Wort Gottes. Zwei Jahre später, in seinem hundertsten Lebensjahr, erlitt er im Juni (vermutlich) einen Schlaganfall und durfte 10 Tage später heimgehen. Ein Leben, für Jesus gelebt.

„Apostel der Liebe“ – so wurde er von vielen genannt. Er lebte nach der Devise: „Es ist meine Verantwortung, andere zu lieben; nicht danach zu trachten, von anderen geliebt zu werden.“

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Kommentare, die nur Werbung zum Inhalt haben oder zu Werbezwecken verlinkt sind, werden gelöscht!
Sie haben die Möglichkeit, anonym zu kommentieren. Dann wird Ihr Name nicht unter Ihrem Kommntar erscheinen. Mit dem Absenden Ihres Kommentars wird Ihre IP-Adresse allerdings im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert. Natürlich werden keinerlei Daten veröffentlicht oder weitergegeben, es sei denn, Sie treffen diese Wahl selbst, indem Sie nicht anonym kommentieren.