„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Samstag, 11. Dezember 2010

Wie viele waren es heute?


Auf der deutschen Herbstkonferenz der von Hudson Taylor gegründeten „Überseeischen Missions-Gemeinschaft in fiel die Zahl 50,000 bis 60,000. Diese Zahl bezog sich auf Menschen aus nichtchristlichen Religionen oder Weltanschauungen und Konfessionen, die sich wegen ihres Glaubens an Jesus taufen lassen. Das ist eine enorme Zahl, die besonders uns hier in der westlichen Welt Mut macht.

Quellen sprechen davon, dass allein in China täglich 30,000 christliche Taufen von Neubekehrten stattfinden und täglich fünf oder sechs neue Gemeinden gegründet werden.

Eine überaus interessante Weltkarte mit Live-Hinweis auf Bekehrungen findet sich unter:
http://greatcommission2020.com/  Es lohnt sich, diese Seite anzuklicken. Gott ist an der Arbeit!

Freitag, 10. Dezember 2010

Erik W.


Erik wurde am 23. September 1968 geboren. Er ist Gleitschirmsegler, Skydiver, Langstrecken-Radfahrer, Marathonläufer, Skifahrer, Gletscher- und Bergsteiger und Weltreisender. Als 34 Jähriger hatte er die „Seven Summits,“ die 7 höchsten Berge der sieben Kontinente bestiegen. Viele von uns können sich mit der Abenteuerlust Eriks identifizieren, aber nicht mit seiner Unermüdlichkeit und seinem Mut. Erik Weihenmayer ist Lehrer und Expeditionsleiter. Und er ist blind!

In unseren Begegnungen treffen wir auf Menschen, die, in ähnlichen Situationen, ganz unterschiedliche Einstellungen zum Leben haben. Für die einen ist das Leben eine einzige Last, für die anderen eine große Lust. Für die einen scheint es nur Regentage zu geben, die anderen kennen fast nur Sonne. Die einen sagen sich: Ich möchte mein Leben ausleben! Die anderen stöhnen: ich muss das Leben aushalten!  Worin liegt der Unterschied?

Eine Pauschalantwort gibt es mit Sicherheit nicht auf diese Frage. Die Antwort kann aus ganz verschiedenen Gründen bestehen: die individuelle Persönlichkeit, die Erziehung, das soziale Umfeld oder das religiöse Leben. Die Tatsache bleibt: Einstellungen variieren!

Manchmal ist es gut und hilfreich (und beschämend), sich Menschen wie Erik Weihenmayer vor Augen zu halten. Sie haben nicht aufgegeben, obwohl sie Widrigkeiten im Leben erfahren, die weit über das hinausgehen, was der Durchschnittsmensch zu tragen hat. Anstatt sich auf das zu konzentrieren, was sie nicht haben, erfreuen sie sich an dem, was sie haben.

Jesus Christus sagt zu denen, die Ihm nachfolgen:

Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen. (Johannes 10:10) 

Paulus bekennt in Philipper 4:13:    

Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht, Christus.

Und in Lukas 1:37 heißt es: Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.

Jesusnachfolger, mehr als alle anderen Menschen auf der Welt, haben Grund, ihr Leben auszuleben. Sie haben Leben in Jesus, Leben durch Jesus und Leben von Jesus. Sie haben Zugang zu dem, dem kein Ding unmöglich ist. In der Nachfolge und Nähe ihres Freundes und Retters, Jesus, vermögen sie alles, weil Er sie stark macht und ihnen volle Genüge geben möchte. Das heißt nicht, dass wir Jesusjünger immer lachen oder dass jeder von uns ein Erik Weihenmayer ist. Aber es heißt, dass wir in allem – egal was uns das Leben auferlegt – immer eine Blickrichtung haben, die uns Mut gibt und Freude in unser Herz bringt: Nach oben. Wir singen sozusagen mit Johann Franck über die Freude Jesu:

Weicht, ihr Trauergeister,
denn mein Freudenmeister,
Jesus, tritt herein.
Denen, die Gott lieben,
muss auch ihr Betrüben
lauter Freude sein.
Duld ich schon hier Spott und Hohn,
dennoch bleibst du auch im Leide,
Jesu, meine Freude.


Mittwoch, 8. Dezember 2010

Geistlicher Kampf & Gebet

John Piper schreibtin seinem Buch "Weltbewegend"

Es gibt nicht einen Kriegsteil des Lebens und einen Friedensteil. Das Leben ist Krieg.Aber die meisten Menschen glauben das nicht in ihren Herzen. Die meisten Menschen zeigen durch ihre Prioritäten und durch ihr lässiges Herangehen an geistliche Dinge, dass sie glauben im Frieden zu leben, nicht im Krieg.

Im Krieg sind die Zeitungen voller Schlagzeilen darüber, wie es den Truppen geht. Im Krieg sprechen Familien über die Söhne und Töchter an der Front; sie schreiben ihnen und beten für sie mit tiefer Besorgnis über ihre Sicherheit. Im Krieg sind wir auf der Hut. Wir sind bewaffnet. Wir sind wachsam. Im Krieg geben wir das Geld anders aus - da ist Mäßigung, nicht als Selbstzweck, sondern weil es strategischere Arten gibt, Geld auszugeben als für neue Reifen zu Hause. Die Anstrengung des Krieges betrifft jedermann. Wir schnallen alle den Gürtel enger. Das Luxuskreuzschiff wird zum Truppentransporter.

Sehr wenige Leute bedenken, dass wir in einem größeren Krieg leben als dem 2. Weltkrieg oder irgendeinem vorstellbaren Atomkrieg. Wenige denken, dass Satan ein weit schlimmerer Feind ist als jeder irdische Gegner.
... Gebet ist dazu bestimmt, das Königreich in das fruchtlose Feindesland hinein auszuweiten.
Joh 15,16 Ihr habt nicht mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und euch dazu bestimmt, daß ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibe, damit, was ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, er euch gebe.
Das Fruchtbringen ist das Ziel. Zu diesem Zweck erhört der Herr die Gebete seiner Leute.
Mk 4,18-19 Und andere sind die unter die Dornen Gesäten, es sind die, die das Wort gehört haben, und die Sorgen der Zeit und der Betrug des Reichtums und die Begierden nach den übrigen Dingen kommen hinein und ersticken das Wort, und es bringt keine Frucht.
Bevor wir uns überhaupt in der Sendung der Gemeinde engagieren können, müssen wir gegen den Betrug des Reichtums und gegen die Begierden nach den übrigen Dingen kämpfen. Wir müssen darum kämpfen, das Königreich über alles andere wertzuschätzen - das ist unser erster und dauernder Kampf. Das ist der Kampf des Glaubens. Dann, wenn wir einige Erfahrung in diesem Grundlegenden Kampf haben, schließen wir uns dem Kampf an, das Königreich zu allen Nationen zu tragen.
... Gebet ist das Funkgerät auf dem Schlachtfeld der Welt. Es meldet sich, um die genaue Zielposition in der Welt zu erfragen. Es meldet sich, um Luftunterstützung anzufordern. Es meldet sich, um Artilleriefeuer anzufordern, das einen Weg für die Panzer des Wortes Gottes freischießt. Es meldet sich, um das Wunder der Heilung der verwundeten Soldaten zu erbitten. Es meldet sich, um Versorgung für die Streitkräfte anzufordern. Und es meldet sich, um die benötigte Verstärkung anzufordern

John Piper: Weltbewegend / 3l Verlag Gmbh;

Montag, 6. Dezember 2010

Vergebung, Gott und Internet


Kürzlich las oder hörte ich den Satz: „Das Internet kennt keine Vergebung!“ Und wer immer diesen Satz gesagt hat, hat Recht. Das Internet kennt keine Vergebung. Was einmal geschrieben und eingestellt ist, ist drin. Informationen, Bilder, Ideen, Melodien, Aussagen, die einmal veröffentlicht wurden, können von jedem abgespeichert und weiterverbreitet werden. Was der Öffentlichkeit einmal zugänglich gemacht wurde, kann nicht wieder rückgängig gemacht werden. Ein Video, der auf einer Seite gesperrt wird, erscheint fünf Minuten später auf zehn anderen. Keine Vergebung, keine Vertuschung!

Im Leben geht es oft ähnlich zu. Was geschehen ist, ist geschehen. Vieles kann man bereuen, aber nicht mehr ungeschehen machen. Manchmal ist das schwer zu akzeptieren. Ein Mord, ein hoher Einsatz beim Glücksspiel, eine Affäre, ein selbstverschuldeter Unfall, eine Abtreibung, ein vorschneller Kauf oder Verkauf einer Immobilie – Reue dreht das Rad der Zeit nicht zurück. Was geschehen ist, ist geschehen.

Allerdings gibt es zwischen dem Internet und unserem Leben einen entscheidenden Unterschied. Während das Internet „nicht vergibt und nicht vergisst“ gibt es im Leben die Möglichkeit, Vergebung zu erfahren. Diese Vergebung, die durch Jesus Christus möglich wird, ist gründlich! Jesus verspricht in 1. Johannes 1:7+9:

Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, 
so haben wir Gemeinschaft untereinander, 
und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von ALLER Sünde.
Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, 
dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns 
von ALLER Ungerechtigkeit.

Die Vergebung durch Jesus ist nicht nur ein Wegwaschen und Abnehmen von Schuld, sondern auch ein Empfangen von Reinheit und Barmherzigkeit. In Jesaja 1:18 und Sprüche 28:13 heißt es:

Kommt doch, wir wollen miteinander rechten! spricht der Herr. 
Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, 
sollen sie WEIß WIE DER SCHNEE werden; 
wenn sie rot sind wie Karmesin, sollen sie WEIß WIE WOLLE werden.
Wer seine Schuld verheimlicht, dem wird es nicht gelingen, 
wer sie aber bekennt und lässt, der wird 
BARMHERZIGKEIT ERLANGEN.

Schließlich dürfen wir bei Gott – im Gegensatz zum Internet – fest darauf vertrauen, dass Gott unsere Sünden nicht wieder aufrufen und uns vor Augen stellen wird. Das Versprechen lautet in Micha 7:19 und Jeremia 31:34:

Er wird sich wieder über uns erbarmen, 
unsere Missetaten bezwingen. 
Ja, du wirst alle ihre Sünden in die Tiefe des Meeres werfen!
Ich werde ihre Missetat vergeben 
und an ihre Sünde nicht mehr gedenken!

Der Psalmist fasst es in Psalm 103:12 passend zusammen: Sünden, die Gott uns vergeben hat, sind unwiederbringlich weit entfernt. Sie haben nichts mehr mit mir zu tun. Es heißt: 

So fern der Osten ist vom Westen, 
hat er unsere Übertretungen von uns entfernt.

Das Internet kennt keine Vergebung. Jesus schon! Und wir dürfen sie auch kennen und erfahren. Immer wieder. Sie geht von Ihm aus – hin zu allen, die sich von Herzen zu Ihm wenden. Danke, Jesus!

Freitag, 3. Dezember 2010

Ihr Vorbild

Im christlichen Medienmagazin "PRO“ 6/2010 wird Helen Berhaner interviewed, die bekannteste gläubige Sängerin Eritreas. Über zwei Jahre war sie in ihrem Heimatland in Haft. „Es war wie die Hölle“ so überschreibt der Artikel die Qualen der jungen Frau, die mittlerweile in Dänemark lebt. Von allen Antworten hat mich eine besonders bewegt. Gefragt wurde:

„Sie leben heute in Dänemark. Was können Christen in Europa von Glaubensgeschwistern lernen, die verfolgt werden?“

Hier die Antwort:  

„In Eritrea gibt es Menschen, die nichts haben, aber trotzdem das Wort Gottes verkündigen. Sie predigen das Wort, auch wenn sie gefoltert oder festgenommen werden. Auch mein damaliger Pastor wurde festgenommen, gefoltert und misshandelt. Man hat ihm einfach so eine Niere entfernt. Er wurde nun entlassen, aber er schwebt weiter in Lebensgefahr. Um in Eritrea Christ zu sein, muss man einen hohen Preis bezahlen. In Europa gibt es dieses Leid und auch die Armut nicht. Evangelisation ist erlaubt. Es herrscht Religionsfreiheit. Hier müsste viel mehr evangelisiert werden. In Eritrea gibt es keine Religions- und Meinungsfreiheit, dennoch versuchen die Menschen, das Evangelium bekannt zu machen. In Europa gibt es diese Freiheit, aber die Menschen trauen sich nicht, für ihren Glauben einzustehen. Jeder Gläubige kann und sollte in seinem eigenen Land für Gott eintreten. Wir sollten keine Angst haben, Jesus zu predigen.“

Ich musste mich fragen: Was macht es eigentlich so „schwer,“ von Jesus zu reden, Seinen Namen zu bezeugen, in der Öffentlichkeit vor dem Essen zu beten, ein Traktat weiter zu geben, etc.? Was ist das Problem? Ist es Bequemlichkeit? Furcht vor Gesichtsverlust? Eine legitime Erklärung gibt es nicht. Dafür aber eine Aufforderung des Herrn, von anderen zu lernen. In Hebräer 12:1-3 heißt es: 

„Darum auch wir: 
Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben,
lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, 
und die Sünde, die uns ständig umstrickt,
und lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist,
und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens“

Von der Wolke von Zeugen, zu denen sicher auch unsere verfolgten Geschwister gehören, sollen wir lernen. Sie sind es, die uns in der freien Welt zurufen:
"Jeder Gläubige kann und sollte 
in seinem eigenen Land für Gott eintreten. 
Wir sollten keine Angst haben, Jesus zu predigen.“

Dienstag, 30. November 2010

Wer bist Du?

„Da erschien ihm der Engel des Herrn und sprach zu ihm: Der Herr ist mit dir, du tapferer Held! Gideon aber sprach zu ihm: Ach, mein Herr, wenn …  warum …?
Der Herr aber wandte sich zu ihm und sprach: Geh hin in dieser deiner Kraft! Du sollst Israel … erretten! Habe ich dich nicht gesandt?  Gideon aber sprach zu ihm: … womit …? Meine Sippe ist die geringste … ich bin der Kleinste …!  Der Herr aber sprach zu ihm: Weil ich mit dir sein will, wirst du …  schlagen …!“  (aus Richter 6:12-16)

Die Geschichte von Gideon begeistert in vielerlei Hinsicht. Man nehme nur die zitierten Verse. Wie unterschiedlich ist Gideons Beurteilung durch Gott und seine Selbstbeurteilung! Gideon beschreibt sich selbst als Mann voll mit Zweifeln, Fragen und Schwächen. Er fühlt sich völlig kraftlos. Und klar, wenn wir sein Geschichte lesen, kommen wir zu derselben Beurteilung: Hier ist ein Mann voller Zweifel, Furcht und Bedenken. Er kritisiert Gott (13), hat eine äußerst niedrige Meinung über sich selbst (15), fordert drei (3)! Zeichen vom Herrn, bevor er in den Kampf zieht (17, 37, 39) und ist ängstlich trotz aller Zusagen Gottes (27). Was veranlasst Gott, trotzdem eine solche Person zu gebrauchen?

Antwort: Gott sieht uns anders, als wir uns selbst sehen! „Tapferer Held!“ nennt Er Gideon. „Du hast Kraft! Errette!“ ruft Er seinem furchtsamen Diener zu. „Ich will mit dir sein. Du sollst besiegen!“ versichert der Herr. Und Er gibt ihm die drei Zeichen, die Gideon erbittet – ohne ein Wort der Kritik über mangelnden Glauben in Sein Wort. Gideon erhält sogar ein extra Bonuszeichen, um das er gar nicht gebeten hatte. (7:13-14) Erst als der Kampf tatsächlich beginnt, scheint Gideon seine Stellung und Sicherheit verstanden zu haben, denn erst jetzt gibt er den offiziellen Kriegsruf bekannt: „Für den Herrn und für Gideon!“ (7:18)

Lasst uns nicht auf die Einflüsterungen des Bösen hören, der uns immer runterziehen will und uns ständig erklärt, was für Versager wir sind. Sicher, wenn wir auf uns selbst blicken, haben wir nicht mehr anzubieten als Schwachheit und Bedeutungslosigkeit. Selbst der große Apostel Paulus muss das zugeben, wenn er in 1 Korinther 4:7 fragt:

Was hast du, das du nicht empfangen hast?

ABER: Wenn wir das Wort Gottes als Grundlage unserer Identitätsfindung benutzen und das Wort Gottes die Frage beantworten lassen: „Wer bin ich eigentlich?“ dann erhalten wir ein ganz anderes Bild. Im Wort Gottes bezeichnet Gott seine Kinder als „auserwählte Generation,“ als „königliches Priestertum,“ „heilige Nation,“ „Volk des Eigentums,“ „Heilige,“ „Kinder des lebendigen Gottes,“ „Botschafter Christi,“ „Salz,“ „Licht,“ und  „Überwinder in Christus.“  Dazu kommen viele, viele andere Bezeichnungen aus dem Alten und Neuen Testament.
Eine ausführlichere Liste findet sich unter: http://home.arcor.de/heike.stetter/Fremdimpulse/Wer.bin.ich.html

Erfreu Dich an Deiner Identität in Jesus und kämpfe wie Gideon den Kampf, in den Gott Dich gestellt hat. In Jesus bist Du ein Gewinner!

Montag, 29. November 2010

"wie die Kinder..."

Der Herr hat sich nie auf  eine Hierarchie im Reich Gottes konzentriert. Er hat Menschen aufgefordert, das Reich Gottes zu suchen. Er hat sie aufgefordert, Buße zu tun und hineinzukommen. Er hat das Reich Gottes als herrlich und überaus attraktiv beschrieben – so attraktiv, dass es sich lohnt, alles andere dafür dran zu geben. Aber Er hat nie eine Hierarchie für die Teilnehmer an Gottes Reich erstellt. Das war nicht wichtig, zumindest nicht für Jesus. Es war allerdings wichtig für Seine Jünger. Sie wollten „Wer“ sein, im Reich ihres Herrn.

Ich habe mich gefragt, was es wohl war, mit dem sie ihre Wunschposition im Reich Gottes begründeten. Warfen Petrus, Johannes und Jakobus ihre besondere Nähe zu Jesus in die Wagschale? Brüstete sich Andreas mit seiner Verwandtschaft  zu Petrus? Prahlte irgendjemand damit, besondere Wunder getan zu haben im Namen Jesu, während man den Missionsauftrag erfüllte, den Jesus ihnen einmal gegeben hatte? Irgendwie muss die Debatte ja verlaufen sein. Aber was ihnen auch immer als ein gewichtiges Argument erschien, löste sich in Luft auf, als Jesus Seine Kriterien aufzählte:

Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder,
so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel kommen!  
(Matthäus 18:3)

Umkehr und kindlicher Glaube! Nicht große, offensichtliche, leuchtende, allen bekannte Kriterien sind wichtig, sondern solche, die schnell und leicht übersehen werden.

Wir wissen bereits, dass Kinder nicht gerade hoch auf der Liste bevorzugter Zuhörer bei den Jüngern standen. Selbst in vielen unserer heutigen Kulturen sind Kinder „kleine Nichtse“ und werden ignoriert oder gar verachtet. Aber etwas, das vielfach den Charakter eines Kindes ausmacht, Demut, ist unabdingbar für den Einzug ins Reich Gottes – und zwar nicht zur Bestimmung der Hierarchie, sondern um überhaupt erst mal hineinzukommen. Wie furchtbar verkehrt die Blickrichtung der Jünger!

Wir tun gut daran, in diese Woche zu gehen, ohne unseren Blick auf uns zu richten. Worauf sollten wir da blicken? Nach welcher Position wollen wir streben?

Statt dessen wollen wir uns Jesus als Beispiel nehmen, auf Ihn unsere Augen richten und in Seine Fußstapfen treten. Hier ist die Richtung, die Er angibt:

Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir,
denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig;
so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen!
(Matthäus 11:29)

Mittwoch, 24. November 2010

Warum ich Jesus liebe - zum Schluss ...

„Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben,
welches Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt
Wunderbar, Rat, Kraft, Held, Ewig-Vater, Friedefürst!“
(Jesaja 9:6) 

Wunderbar – Ratgeber – Kraft – Held – Vater der Ewigkeit – Friedefürst

So, das ist es also – oder besser gesagt: das sind also einige Gründe warum ich von Herzen sagen möchte: Darum liebe ich Jesus! ER ist mir wertvoll! ER bedeutet mir alles!

Es ist doch so: Wir lieben, was uns wertvoll ist!  Der eine liebt sein Auto, der andere seine Frau, der dritte seinen Beruf, seine Bücher sein Haus, Geld oder seinen Hund. Wir lieben, was uns wertvoll ist!

Der Umkehrschluss stimmt allerdings auch: Was uns nicht wertvoll ist, uns uns nicht viel bedeutet, das kümmert uns nicht sonderlich. 

Wenn wir Jesus nicht lieben, zeigt das, dass Er uns nicht sonderlich wertvoll ist, dass er uns nicht allzuviel bedeutet. Wir lieben, was uns etwas bedeutet. Wir verbringen Zeit mit dem, was uns wertvoll ist. Ich musste an die Goldgräber des 19. Jahrhunderts denken.

Die Goldgräber standen mitten im Fluß, manchmal bis zu den Knien im Wasser. Gebeugt, mit einem Sieb in der Hand, siebten sie Dreck, Geröll und Steine um an das heranzukommen, was ihnen wertvoll war.

Uns geht es manchmal nicht viel anders. Wir stehen mitten im Leben  manchmal bis zum Hals im Wasser. Wir kämpfen uns durch allen möglichen Dreck, durch Geröll und Steine.

Aber warum machten die Goldgräber weiter? Was motivierte sie? Sie hatten die Augen offen für etwas ganz Bestimmtes, etwas Wertvolles. Was sie an kleinen, schimmernden Körnchen aus dem Sieb holten, was es wert, stundenlang gebeugt im Wasser zu stehen und zu sieben. Die Freude über den Anblick der Wertvollen entschädigte vollkommen.

Im Geröll unseres Lebens müssen wir die Augen offen halten nach dem, was wertvoll ist – oder besser gesagt, nach dem, DER wertvoll ist!

Wunderbar – Ratgeber – Kraft – Held – Vater der Ewigkeit – Friedefürst

All das, was wir in Jesus entdecken, macht das Leben mit Ihm wertvoll, auch wenn wir viel Steine, Dreck und Geröll im Sieb unseres Lebens entdecken. Wichtig ist, dass wir uns auf das Gold – auf Jesus – konzentrieren.

Das wird in unseren Herzen Liebe wachsen lassen, Liebe zu Ihm und zu unseren Mitmenschen!