„Und aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade um Gnade.“ (Johannes 1:16)

Mittwoch, 13. Mai 2026

War Salomos Bitte die richtige Bitte?

Was gehört für Dich zu den traurigsten Abschnitten der gesamten Bibel?

Sicher gibt es da viele Optionen: Der Fall von Adam und Eva im Paradies, das Goldene Kalb, die Flucht des Jona, Kreuzigung und Tod Jesu – und sicherlich einiges andere.

Kürzlich las ich Kapitel 11 im 1 Buch der Könige. Ich meine, dass dieses Kapitel definitiv zu den traurigsten der Bibel gehört. Allein die ersten 10 Verse beschreiben die Situation klar:

Aber der König Salomo liebte viele fremde Frauen neben der Tochter des Pharao: moabitische, ammonitische, edomitische, zidonische und hetitische, 2 aus den Heidenvölkern, von denen der Herr den Kindern Israels gesagt hatte: Geht nicht zu ihnen und lasst sie nicht zu euch kommen, denn sie werden gewiss eure Herzen zu ihren Göttern wenden! An diesen hing Salomo mit Liebe. 3 Und er hatte 700 fürstliche Frauen und 300 Nebenfrauen; und seine Frauen verleiteten sein Herz. 4 Und es geschah zu der Zeit, als Salomo alt geworden war, da wendeten seine Frauen sein Herz anderen Göttern zu, sodass sein Herz nicht mehr ungeteilt mit dem Herrn, seinem Gott, war wie das Herz seines Vaters David. 5 So lief Salomo der Astarte nach, der Gottheit der Zidonier, und Milkom, dem Gräuel der Ammoniter. 6 Und Salomo tat, was böse war in den Augen des Herrn, und er folgte dem Herr nicht völlig nach wie sein Vater David. 7 Auch baute Salomo eine Höhe für den Kemosch, den Gräuel der Moabiter, auf dem Berg, der östlich von Jerusalem liegt, und für den Moloch, den Gräuel der Ammoniter. 8 Und ebenso machte er es für alle seine ausländischen Frauen, die ihren Göttern räucherten und opferten. 9 Da wurde der Herr zornig über Salomo, weil sein Herz sich abgewandt hatte von dem Herrn, dem Gott Israels, der ihm zweimal erschienen war, 10 ja, der ihm gerade wegen dieser Sache das Gebot gegeben hatte, dass er nicht anderen Göttern nachwandeln solle; aber er beachtete nicht, was ihm der Herr geboten hatte.

Es geht hier nicht um Max Mustermann oder irgendeinen Durchschnittsbürger. Es geht um König Salomo, den Thronfolger des Mannes nach Gottes Herzen: David. Es geht um Salomo, über den es heißt:

„Siehe, so habe ich nach deinen Worten gehandelt. Siehe, ich habe dir ein weises und verständiges Herz gegeben, dass deinesgleichen vor dir nicht gewesen ist und deinesgleichen auch nach dir nicht aufkommen wird.“ (1 Könige 3:12) „Und Salomo war weiser als alle Menschen …“ (1. Könige 5,10)

„So wurde der König Salomo größer an Reichtum und Weisheit als alle Könige auf Erden.“ (1. Könige 10,23)

Der weiseste Mann und wohlhabendste Mensch auf Erden, gesegnet von Gott mit unfassbarem Segen – und dann das! UND DANN DAS!  

Mein Bekannter sagte einmal, nachdem er 1 Könige 10 gelesen hatte: „Statt um ein weises Herz, hätte Salomo um ein gehorsames Herz bitten sollen!“ – Vielleicht hatte er recht; zumindest um ein „weises und gehorsames Herz“ Selbst Salomos übermenschliche Weisheit und sein Gott-geschenktes Verständnis schützten ihn nicht vor Ungehorsam und den Verlust. Mit eindrucksvollen Worten hatte Gott Salomo Seinen Segen zugesprochen, aber mit ebenso eindrucksvollen Worten hatte Er ihn vor Abgötterei und Ungehorsam gewarnt (1 Könige 9:6+7):

Wenn ihr euch aber von mir abwendet, ihr und eure Söhne, und meine Gebote und meine Satzungen, die ich euch vorgelegt habe, nicht befolgt, sondern hingeht und anderen Göttern dient und sie anbetet, 7 so werde ich Israel ausrotten aus dem Land, das ich ihnen gegeben habe; und das Haus, das ich meinem Namen geheiligt habe, werde ich von meinem Angesicht verwerfen, und Israel soll zum Sprichwort und zum Spott werden unter allen Völkern!

Selbst der Segen übermenschlicher Weisheit und unermesslichen Reichtums konnte Gottes Warnung nicht neutralisieren oder entschärfen. Um Davids Willen verlegte Gott den schlimmsten Teil der Strafe in die Zeit nach Salomos Tod, als das prächtige Reich Israels in ein Nord- und ein Südreich zerfiel. Aber auch Salomo selbst und sein Volk litten unter den Folgen seines Ungehorsams, der sich schwerpunktmäßig auf zwei Bereiche konzentrierte:

Zum einen ließ Salomo das göttliche Model der Ehe außer Acht. Zum anderen – und das als Folge – ließ er Gottes Offenbarung außer Acht. Gott hatte sich klar als „der eine, wahre Gott“ offenbart, neben dem Israel keine weiteren Götter akzeptieren durfte. Salomos Vielehe hatte ihn letztlich dahin geführt, dass er mit seiner Weisheit nicht mehr den lebendigen Gott suchte, sondern, durch seine Lust verführt, die toten Götzen der Nationen.

„Herr, schenke mir ein weises und gehorsames Herz!“

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