Diese Redewendung kam mir kürzlich morgens in den Sinn, als ich die Geschichte von Noah las (1 Mose 6-9). Die Bauzeit des Kolosses „Arche“ dauerte irgendwo zwischen 100 und 120 Jahren. Da so kurz nach dem Sündenfall (1 Mose 3) das Lebensalter der Menschen noch deutlich höher lag, war das eine durchaus überschaubare Zeit – und dennoch eine (heute) gefühlte Ewigkeit. Als das Rettungsschiff endlich fertig war, ging es los. Über ein Jahr lebte Noah mit seiner Familie und unzähligen Tieren in der Arche, bevor er hinausging. Und jetzt kommt’s:
Noahs erste Handlung wird in 1 Mose 8:18-20 beschrieben:
So ging Noah hinaus samt seinen Söhnen und seiner Frau und den Frauen seiner Söhne. 19 Alle Tiere, alles Gewürm und alle Vögel, alles, was sich regt auf der Erde nach seinen Gattungen, das verließ die Arche. 20 Noah aber baute dem Herrn einen Altar und nahm von allem reinen Vieh und von allen reinen Vögeln und opferte Brandopfer auf dem Altar.
Noahs erste Handlung war ein Opfer für den Herrn – Dank, Anbetung, Hingabe!
Dieser Gedanke beschäftigte mich. Nicht eine Morgenwanderung auf der neuen, grünen Erde, nicht der Bau einer Hütte, das Pflügen eines Feldes oder sonstige Arbeiten, die im Leben eines Menschen täglich anfallen. Seine erste Handlung, seine ersten Gedanken, seine erste Hinwendung auf der neuen Erde war zu Gott, der ihn und seine Familie errettet hatte.
Beim Nachdenken darüber fielen mir weitere Beispiele von Menschen ein, die in ähnlichen Situationen ähnlich handelten:
In Esra 3:2 heißt es: „Und Jeschua, der Sohn Jozadaks, und seine Brüder, die Priester, und Serubbabel, der Sohn Schealtiels, und seine Brüder, machten sich auf und bauten den Altar des Gottes Israels, um Brandopfer darauf darzubringen, wie es geschrieben steht im Gesetz Moses, des Mannes Gottes.“ Der Priester Esra und das aus Babylon zurückgekehrte Volk, begannen mit dem Tempelbau in der zerstörten Stadt Jerusalem erst, nachdem sie dem Herrn einen Altar bauten und Brandopfer dargebracht hatten.
In Psalm 5:4 erklärt David: „Herr, in der Frühe wirst du meine Stimme hören; in der Frühe werde ich dir zu Befehl sein und Ausschau halten.“
In Markus 1:35 heißt es über Jesus: „Und frühmorgens, als es noch sehr dunkel war, stand er auf und ging hinaus und ging fort an einen einsamen Ort und betete dort.“
Und so gäbe es zahllose weitere Beispiele dafür, das Wichtigste – Zeit mit dem Herrn – zur Priorität zu machen. Ich selbst bin ein Freund und Verfechter der „Zeit mit dem Herrn“ am Morgen. Ich meine, es gibt viele gute, biblische Ermutigungen dafür. Trotzdem vertrete ich diese Zeit des Tages nicht mit pharisäischer Gesetzlichkeit. Allerdings gilt das Prioritätenprinzip auch für solche, die den Herrn bevorzugt am Abend suchen. Die einen müssen darauf achten, den Abend nicht zu spät werden zu lassen, damit es morgens mit der Zeit am Altar Gottes klappt. Die anderen müssen darauf achten, dass der Abend nicht mit Fußball, Film oder Freunden zugepackt wird und dem Herrn nur 3 Minuten „geopfert“ werden, bevor das Licht ausgemacht wird.
Das alles ist tatsächlich ganz und gar eine Frage der Prioritäten. Noahs, Esras, Davids und Jesu Priorität war die tägliche Zeit am Altar Gottes. Da gab es nichts dran zu rütteln. Alles andere musste anstehen.
Jesus selbst lehrte diese Notwendigkeit – und gleichzeitig den Segen – der Prioritätensetzung:
“Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden!“ (Matthäus 6:33)
Die Freude dieser Erfahrung wünsche ich uns allen in diesem Jahr!

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