Und der auf dem Thron saß, sprach:
Siehe, ich mache alles neu!
(Offenbarung 21:5a)
Interessant ist die Tatsache, dass man den Vers aus der Offenbarung – zumindest in der deutschen Sprache – in zwei Richtungen verstehen kann: zum einen im Sinne von: „Siehe, ich werde (in Zukunft) alles neu machen“ oder auch: „Siehe, ich bin dabei, alles neu zu machen.“
Beides ist korrekt! Der Zusammenhang in Offenbarung 21 legt nahe, dass Gott tatsächlich unsere Gedanken auf die Ewigkeit lenken möchte, denn die einleitenden Verse des Kapitels beschreiben viel vom himmlischen Zustand:
1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer gibt es nicht mehr. 2 Und ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabsteigen, zubereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. 3 Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen; und sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott. 4 Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.
Auch viele der nachfolgenden Verse des Kapitels sprechen von der Ewigkeit. Wenn wir also in Vers 5 lesen: „Siehe, ich mache alles neu“, dürfen wir uns auf einen neuen, völlig anderen, perfekten Zustand freuen, der auf alle wartet, die mit Jesus verbunden sind.
Allerdings zeigt die Grammatik des Verses, dass das Neumachen sich nicht auf die Zukunft beschränkt. Bereits im Hier und Heute ist Gott dabei, Neues zu schaffen. Das belegen auch Parallelverse aus der Bibel:
In Jesaja 42:9 spricht der Herr: „Das Frühere, siehe, es ist eingetroffen, und Neues verkündige ich. Bevor es aufsprosst, lasse ich es euch hören.“
In Jesaja 43:19 heißt es ähnlich: „Siehe, ich wirke Neues! Jetzt sprosst es auf. Erkennt ihr es nicht? Ja, ich lege durch die Wüste einen Weg, Ströme durch die Einöde.“
Durch Jeremia (31:31) verheißt Gott einen neuen Bund, der zur Zeit Jeremias noch Zukunft war, aber mit dem Tod und der Auferstehung Jesu in Kraft trat. „Siehe, Tage kommen, spricht der Herr, da schließe ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund.“
Über die Auswirkungen dieses neuen Bundes im Leben eines gläubigen Menschen schreibt Paulus in 2 Korinther 5:17: „Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden!“
Diese Erneuerung geschieht durch den Glauben an Jesus! Und sie hat Auswirkungen, wie Psalm 40:4 und Jesaja 42:10 zeigen, wo wir lesen: „Er hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben, zu loben unsern Gott. Das werden viele sehen und sich fürchten und auf den Herrn hoffen.“ ... „Singt dem Herrn ein neues Lied, seinen Ruhm vom Ende der Erde: Es brause das Meer und seine Fülle, die Inseln und ihre Bewohner!“
Auch im Alltag dürfen Jünger Jesu die erneuernde Kraft Jesu erfahren, wie Jesaja 40:31 zeigt: „Die auf den Herrn hoffen, gewinnen neue Kraft; sie heben die Schwingen empor wie die Adler, sie laufen und ermatten nicht, sie gehen und ermüden nicht.“
„Siehe, ich mache alles neu!“ ist keine billige Vertröstung auf die Zukunft, sondern ein Versprechen des allmächtigen Gottes, das in der Zukunft zur Vollendung kommt, für Seine Kinder aber bereits im Heute beginnt!

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