„Wenn ich auf fünfzig Jahre Dienst zurückblicke, erinnere ich mich an unzählige Prüfungen, Schwierigkeiten und Zeiten erdrückenden Schmerzes. Aber durch all das hindurch hat sich der Herr als treu, liebevoll und vollkommen wahrhaftig in all seinen Verheißungen erwiesen.“ (David Wilkerson)

Dienstag, 9. Dezember 2025

Und im Alter?

Vorgestern nahm ich an einem interessanten Kindergottesdienst teil. Ich glaube, ich war einer der ruhigsten Teilnehmer. J In der Bibellektion ging es um das Kind Jesus im Tempel. Dabei kamen natürlich auch Hanna und Simeon zur Sprache. Über diese beiden „Lichtgestalten“ heißt es in Lukas 2:25-38:

Und siehe, es war ein Mensch namens Simeon in Jerusalem; und dieser Mensch war gerecht und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels; und der Heilige Geist war auf ihm. 26 Und er hatte vom Heiligen Geist die Zusage empfangen, dass er den Tod nicht sehen werde, bevor er den Gesalbten des Herrn gesehen habe. 27 Und er kam auf Antrieb des Geistes in den Tempel. Und als die Eltern das Kind Jesus hineinbrachten, um für ihn zu tun, was der Brauch des Gesetzes verlangte, 28 da nahm er es auf seine Arme, lobte Gott und sprach: 29 Nun, Herr, entlässt du deinen Knecht in Frieden nach deinem Wort! 30 Denn meine Augen haben dein Heil gesehen, 31 das du vor allen Völkern bereitet hast, 32 ein Licht zur Offenbarung für die Heiden und zur Verherrlichung deines Volkes Israel! 33 Und Joseph und seine Mutter verwunderten sich über das, was über ihn gesagt wurde. 34 Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Auferstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird, 35 aber auch dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen —, damit aus vielen Herzen die Gedanken geoffenbart werden. 36 Und da war auch Hanna, eine Prophetin, die Tochter Phanuels, aus dem Stamm Asser, die war hochbetagt und hatte nach ihrer Jungfrauschaft mit ihrem Mann sieben Jahre gelebt; 37 und sie war eine Witwe von etwa 84 Jahren; die wich nicht vom Tempel, sondern diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. 38 Auch diese trat zu derselben Stunde hinzu und pries den Herrn und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung warteten in Jerusalem.

Die erwähnten Ausführungen fand ich recht interessant. Beide Personen waren alt, und ich meine ALT! Von Simeon heißt es, dass er vom Heiligen Geist die Verheißung hatte, nicht zu sterben, bevor er Jesus gesehen hätte. Ich vermute, sein Alter war in den Regionen, in denen man an den Tod dachte. Das bestätigen seine Worte, nachdem er Jesus auf dem Arm gehalten hatte. Dann spricht er: „Nun, Herr, entlässt du deinen Knecht in Frieden“ Simeon war alt!

Und Hanna ebenso. Ihr Alter muss jenseits der 100 gewesen sein. Sie war 7 Jahre verheiratet gewesen, bevor ihr Mann starb. Seitdem – seit 84 Jahren – war sie Witwe. Das sind 91 Jahre. Da aber selbst im alten Israel keine Kinder mit 9 Jahren verheiratet wurden, muss Hanna über 100 Jahre alt gewesen sein. Was mich beeindruckt hat, ist ihre Beschreibung in Vers 37:  Sie „wich nicht vom Tempel, sondern diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht.“

Da sind zwei alte Menschen, zumindest die Frau war „steinalt“! Beide leben im Glauben und im Dienst für Gott – der Mann und die Frau!

Wie oft hört man heute die Worte: „Wir müssen Platz machen für die Jüngeren!“ „Wir müssen die jungen Leute ranlassen!“ „Die Alten sollten den Jungen nicht im Weg stehen!“

Diese Gefahr sehe ich in der Bibel eigentlich nirgends. Im Gegenteil: die Beschreibung von Simeon und Hanna ermutigt alle, aber gerade die Betagten, dem Herrn mit ganzem Herzen zu dienen. Natürlich: „Wie Deine Tage, so Deine Kraft!“  Und natürlich: Niemand sollte aus unlauteren Motiven an einem Dienst festhalten, der besser in jüngere Hände abgegeben werden sollte. Niemand sollte die Entwicklung eines Dienstes blockieren. Vielleicht sollte der eine oder andere Dienst tatsächlich in jüngere Hände abgegeben werden (was wahrhaftig nicht immer die beste Lösung ist).

Was aber nicht geschehen sollte ist, dass die Alten ihre Dienste abgeben und sich zur Ruhe setzen. Simeon wartete aktiv auf das Kommen des Messias. Er war vom Geist Gottes erfüllt, lebte sein Leben auch im Alter im Glauben, ließ sich vom Geist Gottes leiten, lobte Gott im Alter, und nutzte seine Gabe der Prophetie im Gespräch mit Maria. Das alles steht im Text!

Hanna besaß ebenfalls die Gabe der Prophetie. Sie war immer im Tempel (Gemeindehaus) zu finden. Sie betete und fastete als Dienst für Gott, was ihr Verlangen nach Gottes Nähe zum Ausdruck brachte. Und nachdem sie Jesus gesehen hatte, lobte sie Gott und ging in die Stadt und verkündigte – als über Hundertjährige!!! – Jesus!

Lektion 1: Lasst uns im Alter nicht die Dienste für Jesus hinschmeißen oder aus Frust oder Bequemlichkeit aufgeben. Lasst uns alle verbliebene Kraft im Dienst für Ihn einsetzen.

Lektion 2: Lasst uns früh genug – bevor wir „alt“ sind – damit beginnen, damit sich unsere Einstellung zum Dienst im Alter nach dem Vorbild Simeons und Hannas entwickeln kann.

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